
Türen lackieren mit und ohne Schleifen? So geht's
Du möchtest deinen alten Holztüren einen frischen Anstrich verpassen? Wir zeigen dir, wie du Zimmertüren fachgerecht lackierst – mit und ohne vorheriges Schleifen.
1. Die richtige Vorbereitung
Bevor du mit dem Lackieren beginnst, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend für ein sauberes Ergebnis. Wer diese Schritte überspringt, riskiert ungleichmäßige Oberflächen, schlechte Haftung und Nasen im Lack.
Das brauchst du zum Türen und Türrahmen lackieren:
- Lack (Acryllack oder Alkydlack, je nach Untergrund)
- Farbroller und Pinsel für Kanten und Details
- Schleifpapier (Körnung 120–180 für Vorschliff, 240 für Zwischenschliff)
- Grundierung (bei stark saugenden oder neu aufgebrachten Untergründen)
- Malerkrepp zum Abkleben von Beschlägen und Rahmen
- Abdeckfolie für den Boden
- feines Tuch oder Mikrofasertuch zum Abstauben
- Handschuhe und ggf. Schutzbrille
In Mietwohnungen solltest du vor dem Lackieren Rücksprache mit deiner Hausverwaltung oder deinem Vermieter halten. Nicht immer ist es erlaubt, Türen eigenmächtig zu streichen – vor allem bei farblichen Veränderungen.

2. Anleitung: Alte Tür lackieren
Grundsätzlich kannst du eine Tür mit oder ohne vorheriges Schleifen neu lackieren. Das Schleifen sorgt für eine bessere Haftung und ein glatteres Ergebnis, ist aber zeitaufwändiger. Ohne Schleifen geht es schneller, setzt aber voraus, dass der alte Lack in einwandfreiem Zustand ist und kein Ablösen oder Blasenwerfen zeigt.




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2.1 Türen mit Abschleifen lackieren
Wer eine alte Tür gründlich neu lackieren möchte, erzielt mit dem Abschleifen das professionellste Ergebnis – besonders bei unebenen, abblätternden oder stark beschädigten Oberflächen.
- Tür ausbauen (optional): Hänge die Tür aus, um bequemer und ohne Abdrücke zu arbeiten. Lege sie auf zwei Böcke.
- Beschläge entfernen: Nimm Türklinken, Scharniere und Schlossabdeckungen ab oder klebe sie sorgfältig mit Malerkrepp ab.
- Abkleben und abdecken: Decke den Boden und angrenzende Wände mit Folie bzw. Malervlies ab.
- Anschleifen: Schleife die gesamte Türoberfläche mit Schleifpapier der Körnung 120 gleichmäßig ab. Arbeite dabei immer in Faserrichtung des Holzes.
- Abstauben: Entferne Schleifstaub sorgfältig mit einem feuchten Tuch und lasse die Fläche trocknen.
- Grundieren: Trage eine Grundierung auf, wenn der Untergrund stark saugend ist oder du einen Farbwechsel planst. Warte, bis die Grundierung vollstänidg getrocknet ist (achte dafür auf die genauen Herstellerangaben).
- Erster Lackauftrag: Trage den Lack dünn und gleichmäßig mit einem Farbroller auf und arbeite Kanten sowie Zierleisten mit einem Pinsel nach.
- Zwischenschliff: Nach vollständiger Trocknung leicht mit Schleifpapier Körnung 240 überschleifen und abstauben.
- Zweiter Lackauftrag: Trage eine zweite Schicht Lack auf und lasse diese vollständig trocknen, bevor du die Tür wieder einhängst.
Arbeite beim Lackieren immer "nass in nass" und im Kreuzgang: Lackiere erst senkrecht, dann waagerecht und rolle zuletzt in eine Richtung sanft nach.
2.2 Türen ohne Abschleifen lackieren
Wenn der alte Lack noch gut haftet, glatt und unversehrt ist, kannst du eine Zimmertür auch ohne Schleifen neu streichen – etwa mit einem Haftgrund-Lack oder speziellen Renovierfarben.
- Oberfläche reinigen: Wische die Tür gründlich mit einem milden Reiniger ab, um Fett, Staub und Schmutz zu entfernen. Lass die Fläche vollständig trocknen.
- Schäden prüfen: Kontrolliere, ob der alte Lack blättert oder Blasen wirft. Sind Schäden vorhanden, ist Schleifen zwingend notwendig.
- Beschläge abkleben: Klebe alle Beschläge und angrenzenden Flächen sauber mit Malerkrepp ab.
- Haftgrund auftragen: Trage einen Haftgrund oder speziellen Renovierlack auf, der ohne Vorschliff haftet. Warte, bis der Haftgrund vollständig getrocknet ist. Achte vor Gebrauch immer auf die genauen Herstellerangaben.
- Lack auftragen: Streiche den Lack anschließend in dünnen, gleichmäßigen Schichten auf. Trage ihn in Längsrichtung auf und überrolle Querstriche sofort, um Nasen zu vermeiden.
- Zweite Schicht: Nach vollständiger Trocknung solltest du für ein deckungsstarkes, gleichmäßiges Ergebnis eine zweite Lackschicht auftragen.
Arbeite bei Zimmertemperatur zwischen 15 und 25 °C und vermeide direkte Sonneneinstrahlung auf die frisch lackierte Fläche – beides kann Trocknungsfehler und Nasen (Tropfen) begünstigen.













3. Weitere Tipps
Mit diesen Hinweisen gelingt das Türen lackieren noch sauberer – und du sparst dir unnötige Nacharbeit:
- Die richtige Rolle wählen: Für glatte Türen eignet sich ein Kurzflor-Farbroller besonders gut, da er weniger Struktur hinterlässt als ein Langflor-Roller.
- Immer von oben nach unten arbeiten: So läufst du nicht Gefahr, bereits gestrichene Flächen zu berühren oder Nasen entstehen zu lassen.
- Furnierte Türen vorsichtig behandeln: Bei Furniertüren nur minimal schleifen, da die Furnierschicht sehr dünn ist und schnell durchgeschliffen werden kann.
- Lackpflege nach dem Trocknen: Lass den Lack vollständig aushärten, bevor du die Tür wieder einhängst und normal benutzt – das dauert in der Regel mehrere Tage.
- Türrahmen lackieren: Den Türrahmen am besten zuletzt streichen, damit du den Bereich zwischen Tür und Rahmen sauber mit Malerkrepp abkleben kannst.
- Sauber abkleben: Je genauer du mit Malerkrepp arbeitest, desto scharfkantiger wird das Ergebnis – entferne das Klebeband immer noch leicht feucht, also kurz nach dem letzten Lackauftrag.
4. FAQ
Kann man Zimmertüren streichen ohne Schleifen?
Ja, das ist möglich, wenn der vorhandene Lack noch gut haftet und keine Schäden aufweist. Verwende in diesem Fall einen Haftgrund oder einen speziellen Renovierlack, der ohne Vorschliff auskommt. Bei abblätterndem oder blasenwerfendem Lack ist ein Anschleifen jedoch unumgänglich.
Kann man Türen einfach überlackieren?
Grundsätzlich ja, solange der alte Anstrich fest haftet und die Oberfläche sauber und fettfrei ist. Ein leichtes Anschleifen und das Auftragen eines Haftgrunds erhöhen jedoch die Haftkraft des neuen Lacks deutlich und sorgen für ein langlebigeres Ergebnis.
Welcher Lack eignet sich zum Türen lackieren?
Für Zimmertüren eignen sich in der Regel Acryllacke auf Wasserbasis, da sie geruchsarm, schnell trocknend und einfach zu verarbeiten sind. Alkydlacke (Kunstharzlacke) sind robuster und kratzfester, benötigen aber längere Trocknungszeiten und gute Belüftung.
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