
Ratgeber Taschenfederkernmatratzen
Eine qualitativ hochwertige Matratze trägt maßgeblich zu gesundem Schlaf bei: Sie passt sich ideal an Ihre Körperkonturen an, stützt die richtigen Körperregionen und verhindert ein zu tiefes Einsinken. So wird die Wirbelsäule gerade gehalten und entlastet. Darüber hinaus können sich Ihre Muskeln und Gelenke entspannen. Doch welche Taschenfederkernmatratze bietet die nötigen Eigenschaften für einen erholsamen Schlaf? Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei Ihrer Wahl achten sollten, und welche Kriterien eine Taschenfederkernmatratze erfüllen muss.
1. Aufbau von Taschenfederkernmatratzen
Das zentrale Element von Taschenfederkernmatratzen sind die Federn. Den Begriff „Taschenfedern“ verdanken sie ihrem Aufbau: Jede einzelne Stahlfeder ist in eine Stoff. oder Vliestasche eingenäht, die zu mehreren Hundert nebeneinander angeordnet und an den Berührungspunkten miteinander verbunden sind. Sie bilden den Matratzenkern. Dieser ist von Schaumstoff ummantelt. Zusammen stellt dies den Matratzenkörper dar, welcher wiederum in einen Stoffbezug eingefasst ist. Die Taschen haben dabei den Zweck, zu verhindern, dass die Federn in den Schaumstoff eindringen, oder ihn sogar durchstoßen.
Man erkennt die einzelnen Federn in den Stofftaschen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Federkernmatratzen, die auch Bonellfederkernmatratzen genannt werden, sind Taschenfederkernmatratzen besonders punktelastisch und robust: Nur die belasteten Federn geben dem Druck Ihres Körpers nach, wohingegen Ihr Gewicht bei einer Bonellfederkernmatratze auf eine größere Fläche verteilt wird. Dies bedeutet, dass sich Taschenfederkernmatratzen besser an Ihre Körperkontur anpassen und Sie besser stützen, während bei konventionellen Federkernmatratzen das Gefühl des „Durchhängens“ auftreten kann. So können beispielsweise die Schultern und der Hüftbereich in eine Taschenfederkernmatratze einsinken, während der restliche Körper gestützt wird.
Beachten Sie bei der Wahl Ihrer neuen Taschenfederkernmatratze neben der Punktelastizität auch die Biegeelastizität. Sie gibt an, wie stark die Matratze gebogen werden kann. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn Sie einen Lattenrost verwenden, bei dem sich Kopf- und Fußbereich verstellen lassen.
Für solch einen Lattenrost eignen sich Matratzen mit hoher Biegeelastizität.
Ein weiterer Vorteil, den Taschenfederkernmatratzen gegenüber anderen Matratzen-Arten wie beispielsweise Schaumstoffmatratzen haben, ist die große Anzahl an Hohlräumen: Zwischen den Federn kann die Luft sehr gut zirkulieren, wodurch die Matratze aufgenommene Feuchtigkeit rasch wieder abgeben kann. Daher sind Taschenfederkernmatratzen auch für Personen, die nachts stark transpirieren, bestens geeignet.
Eine spezielle Art der Taschenfederkernmatratze ist die sogenannte Tonnentaschenfederkernmatratze. Der Unterschied besteht in der Form der Federn: Tonnentaschenfedern haben eine bauchige Form, sind also in der Mitte breiter als an den Enden. Dadurch schwingen die Federn weniger nach und sorgen für eine noch ruhigere und stabilere Schlafposition.
2. Qualitätsmerkmale
Die Lebensdauer einer hochwertigen Matratze beträgt bis zu zehn Jahre. Da wir etwa ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen, sollten Sie bei der Wahl einer neuen Matratze einige Qualitätsmerkmale beachten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Faktoren vor, um Ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern.
2.1 Anzahl der Federn und Liegezonen
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Anzahl der Federn und der Liegezonen. Zunächst gilt: Mehr Federn bedeuten eine höhere Punktelastizität. Allerdings werden mit steigender Zahl kleinere Federn eingesetzt, die dadurch nicht nur enger sondern auch härter werden. Wenn die Federn zu klein und eng aneinandergereiht stehen, kann dies die Stützkraft der Matratze negativ beeinflussen.
Bei einer hochwertig verarbeiteten Matratze sind circa 500 bis 600 Federn ausreichend. Verfügt die Matratze nur über rund 400 Federn, sind diese zu groß und bieten zu wenig halt. Matratzen mit über 1.000 Federn bieten in der Regel ebenfalls wenig Komfort.
Bei den Liegezonen verhält es sich ähnlich: Mehrere unterschiedliche Zonen, die auf die verschiedenen Körperregionen angepasst sind, versprechen mehr Komfort. Der Unterschied zwischen den einzelnen Zonen wird erreicht, indem Federn mit verschiedenen Drahtstärken in die Matratze eingesetzt werden. Auch die Dichte des verwendeten Abdeckschaums kann variieren. Es gibt beispielsweise unterschiedlich harte und weiche Zonen für
- den Schulterbereich,
- die Hüftregion,
- den Rücken beziehungsweise die Wirbelsäule,
- die Hüfte,
- den Lendenbereich und
- die Beine.
Allerdings ist der Nutzen unterschiedlicher Zonen durch die eigene Körpergröße bedingt, weshalb vier Zonen für eine gesunde Liegeposition völlig ausreichen. Weitere Liegezonen steigern den Komfort meist kaum.
2.2 Höhe und Größe
Bei der Höhe von Matratzen wird zwischen zwei Werten unterschieden: der Kernhöhe und der Gesamthöhe. Die Kernhöhe entspricht bei Taschenfederkernmatratzen der Höhe der Federn. Die Gesamthöhe schließt die umliegende Polsterschicht mit ein.
Je höher der Matratzenkern, desto besser federt er den einwirkenden Druck ab. Bei einer idealen Kernhöhe wird die Wirbelsäule in einer Geraden gehalten und Rückenschmerzen werden vermieden. In der Regel ist eine Kernhöhe von etwa 14 bis 19 Zentimetern empfehlenswert.
Der Querschnitt zeigt den Unterschied zwischen Kern- und Gesamthöhe.
Auch die Gesamthöhe einer Matratze sollte nicht zu gering ausfallen. Sie dürfen auf keinen Fall zu tief in die Matratze einsinken! Wenn Sie beispielsweise durch die Matratze hindurch den Lattenrost berühren, wird Ihr Körper nicht richtig gestützt. Dies kann zu Rückenschmerzen und unruhigem Schlaf führen. Für die Gesamthöhe Ihrer neuen Federkernmatratze empfiehlt sich ein Wert zwischen 19 und 24 Zentimetern.
Auch das eigene Körpergewicht und die Statur haben Einfluss auf die benötigte Matratzenhöhe: Für schwerere oder breiter gebaute Personen empfehlen sich höhere Matratzen. Darüber hinaus bieten diese älteren Leuten den Vorteil, dass sie sich dank der zusätzlichen Höhe einfacher hinlegen und leichter von der Matratze aufstehen können.
Matratzen gibt es in unterschiedlichen Maßen. Zu den Gängigsten gehören die folgenden Größen:
- Kinder- und Babymatratzen : 70 x 140 cm
- Single-Matratzen: 90 x 200 cm, 100 x 200 cm
- Doppel-Matratzen: 140 x 200 cm, 160 x 200 cm
Wenn Sie ein besonders breites Bett haben, sollten Sie sich überlegen, ob Sie es mit einer einzigen Doppel-Matratze oder lieber mit zwei schmaleren Single-Matratzen ausstatten wollen.
Meistens empfiehlt sich die Wahl von zwei einzelnen Matratzen, da so jeder Partner die für ihn ideale Matratze auswählen kann.
2.3 Festigkeit und Gewicht
Zwei wichtige Einheiten bei Matratzen sind die sogenannte Stauchhärte und das Raumgewicht. Diese beiden Faktoren beschreiben Eigenschaften von Schaumstoffen. Da Taschenfederkernmatratzen über eine Ummantelung verfügen, sind die Werte auch für diese Matratzen-Art von Bedeutung.
Die Stauchhärte beschreibt die Festigkeit von Schaumstoffen. Je höher die Stauchhärte, desto fester der Schaum und desto schneller kehrt er bei Entlastung in den Ausgangszustand zurück.
Eine Randverstärkung macht Taschenfederkernmatratzen stabiler und langlebiger.
Das Raumgewicht, das in RG angegeben wird, misst die Schaumstoffmenge in Kilogramm pro Kubikmeter. Ab einem Raumgewicht von 40 gilt ein Schaumstoff als dauerhaft formstabil.
Eine Schaumpolsterung bei Taschenfederkernmatratzen ist ab circa zwei Zentimetern spürbar, empfehlenswert ist jedoch eine Höhe von mindestens drei Zentimetern.Insbesondere für die Randverstärkung empfiehlt sich eine dickere Schaumstoffschicht mit einem hohen Raumgewicht, da dies die Matratze in sich stabiler und somit langlebiger macht.
Weitere Hinweise zur Festigkeit beziehungsweise Härte einer Matratze finden Sie im folgenden Kapitel.
3. Subjektive Faktoren
Beim Matratzenkauf wird häufig auch auf den Härtegrad verwiesen. Dieser wird in der Regel mit Werten zwischen H1 (weich) und H3 (hart) angegeben. Mittlerweile gibt es auch Skalen, die bis H5 oder sogar bis H7 reichen. Der Härtegrad orientiert sich am Gewicht von Personen und gibt Empfehlungen für verschiedene Gewichtsklassen: weiche Matratzen für schlankere Menschen, härtere für stärker gebaute Personen. Diese Größen folgen jedoch keiner einheitlichen Norm. Hinzu kommt, dass der Härtegrad individuell wahrgenommen wird. Außerdem gibt es sowohl Menschen, die lieber härter oder weicher liegen als andere.
Um Ihnen einen groben Überblick über die Härtegrade zu geben, möchten wir Ihnen eine beispielhafte Einteilung der Härtegrade erläutern:
- H1 bis 60 kg
- H2 bis 80 kg
- H3 bis 100 kg
- H4 bis 130 kg
- H5 ab 130 kg
Dieser Bezug lässt sich dank Reißverschluss einfach abnehmen und waschen. Der Stoffgriff hilft beim Wenden der Matratze.
Ein weiterer subjektiver Faktor bei der Matratzenwahl betrifft Allergiker. Falls Sie beispielsweise allergisch auf Milben reagieren, sollten Sie darauf achten, dass sich der Stoffbezug Ihrer neuen Matratze einfach entfernen und waschen lässt. Deswegen empfiehlt sich ein Überzug mit Reißverschluss. Darüber hinaus sind auch Griffe an der Matratze überaus praktisch, da sich die Matratze so leichter aufrichten und wenden lässt. So können Sie die Matratze besser lüften und Milbenbefall reduzieren.
Es ist generell empfehlenswert, den Matratzenbezug in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Monaten zu waschen und die Matratze circa alle drei bis sechs Monate zu wenden. Das Wenden verhindert, dass sich „Liegekuhlen“ bilden und erhöht somit die Langlebigkeit Ihrer Matratze.
Darüber hinaus empfiehlt es sich beim Kauf einer neuen Matratze darauf zu achten, dass bei der Herstellung nur schadstofffreie oder -arme Materialien verwendet wurden.
4. Bekannte Markenhersteller
Es haben sich viele bekannte Markenhersteller von Matratzen etabliert. Zu diesen gehören beispielsweise:
- Schlaraffia
- Irisette
- Malie
- Hn8 (früher Hukla)
- Dunlopillo
Matratzen von namhaften Herstellern versprechen besonders hohen Komfort. Darüber hinaus profitieren Sie von Innovationen, langjähriger Erfahrung und der gebotenen Qualität.
5. Unterschiede zu anderen Matratzen-Arten
Taschenfederkernmatratzen bieten viele positive Eigenschaften: Durch die hohe Punktelastizität schaffen sie einen besonders hohen Schlafkomfort. Die einzelnen Federn quietschen nicht, weshalb Ihre Nachtruhe durch Geräusche, die durch Bewegungen und Drehungen im Bett entstehen, nicht beeinträchtigt wird. Darüber hinaus ist eine gute Taschenfederkernmatratze besonders formstabil, wodurch Sie lange Freude an ihr haben werden. Da die Wahl der richtigen Matratze jedoch immer eine individuelle Entscheidung darstellt und durch persönliche Vorlieben beeinflusst wird, möchten wir Ihnen an dieser Stelle alternative Matratzenarten vorstellen.
Federkernmatratzen
Bei Federkern- beziehungsweise Bonellfederkernmatratzen wird ein System aus miteinander verbundenen Stahlfedern eingesetzt. Diese sind von Wolle, Baumwolle oder anderen Materialien umgeben. Vorteile dieser Matratzen-Art sind die Haltbarkeit, der Preis und die Feuchtigkeits- und Wärmeregulierung. Ein Nachteil ist jedoch, dass sie kaum punktelastisch sind.
Latexmatratzen
Latexmatratzen werden aus Naturlatex oder synthetisch hergestelltem Latex produziert. Naturlatex wird aus der aufgeschäumten Milch des Gummibaums gewonnen, synthetischer Latex aus Rohöl. Latexmatratzen sind ziemlich schwer, dafür jedoch sehr formbeständig und überaus punktelastisch. Darüber hinaus sind sie meist allergiker-freundlich, da sie Hausstaubmilben fernhalten.
Schaumstoffmatratzen
Schaumstoff wird aus Rohöl hergestellt. Empfehlenswert sind Modelle mit einem Raumgewicht von 45-55. Bei Schaumstoffmatratzen gibt es die Wahl zwischen Frauen- und Männer-Modellen, die auf den Unterschied der Gewichtsanteile der verschiedenen Körperzonen eingehen. Da die Luft in Schaumstoffmatratzen im Vergleich zu Federkernmatratzen weniger gut zirkuliert und sie Wärme gut speichern, sind sie eher für Personen, die schnell frieren, empfehlenswert.
Wasserbetten
Wasserbetten verfügen über ein System von Wasserkammern. Die Härte lässt sich individuell anpassen und ein druckfreies Liegen ist möglich. Allerdings wird für den Abtransport von Schweiß eine spezielle Auflage benötigt. Hinzu kommt, dass Wasserbetten Folgekosten verursachen, da sie stets beheizt werden müssen.
6. FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Federkern-, Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen?
Federkernmatratzen verfügen über ein Feder-System, das sie nur wenig punktelastisch macht. Bei Taschenfederkernmatratzen ist jede Feder einzeln verpackt und die Punktelastizität ist deutlich höher. Tonnentaschenfedern geben dank ihrer bauchigen Form weniger nach und sorgen für noch mehr Schlafkomfort.
Ist eine Taschenfederkernmatratze für Personen geeignet, die nachts schwitzen?
Taschenfederkernmatratzen bieten eine sehr gute Luftzirkulation und sind daher ideal für Personen mit erhöhter Transpiration geeignet.
Welcher Härtegrad ist der Richtige für mich?
Beim Härtegrad ist die Entscheidung individuell zu treffen: Es gibt keine Norm für die Messung von Härtegraden bei Matratzen. Außerdem sollten persönliche Vorlieben berücksichtigt werden. Wichtig ist, dass die Matratze Sie beim Schlaf ideal stützt.


























