
Ratgeber Rollatoren
Der Rollator gehört zu den wichtigen technischen Hilfsmitteln für Senioren und ist seit Anfang der neunziger Jahre auch in Deutschland verbreitet. Die Gehhilfe erhöht die Mobilität im Alltag und gibt mehr Sicherheit. Wir verraten Ihnen, auf welche Kriterien Sie bei der Anschaffung unbedingt achten sollten und stellen Ihnen unterschiedliche Modelle vor.
1. Rollatoren: praktische Gehhilfen
Die Gehhilfe für Senioren besteht aus vier robusten, flexiblen Rollen sowie zwei Handgriffen und einer Sitz- beziehungsweise Ablagefläche. Viele Rollatoren sind klappbar und dadurch besonders gut transportabel, beispielsweise im Kofferraum eines Autos. Häufig besitzen die praktischen Gehwagen eine integrierte Tasche oder einen Korb, sodass kleine Einkäufe problemlos befördert werden können. Zudem sind manche Rollatoren mit einer Gehstock-Halterung sowie einem Esstablett ausgestattet.
Rollator für Senioren
Auf dem Markt ist derzeit eine Vielzahl an Produkten unterschiedlicher Hersteller erhältlich. Wichtige Auswahlkriterien sind die Verkehrssicherheit (Bremsen), eine robuste Bauweise sowie die einfache Handhabung.
Nachteil: Für das Treppensteigen ist ein Rollator denkbar ungeeignet. Hier empfiehlt sich eine Gehhilfe wie beispielsweise der Gehstock.
Die meisten Rollatoren lassen sich mit einem Handgriff zusammenklappen und passen so in jeden Kofferraum
Der Rollator sollte in seinen Eigenschaften auf den Nutzer zugeschnitten sein. Achten Sie bei der Anschaffung auf die folgenden Kriterien:
Maximale Tragkraft
Diese Angabe ist vor allem dann wichtig, wenn die Gehhilfe auch als kurzzeitige Sitzgelegenheit genutzt werden soll. Die maximale Tragkraft darf das Körpergewicht nicht unterschreiten.
Eigengewicht
Damit der Rollator bei Bordsteinkanten oder beim Einstieg in ein öffentliches Verkehrsmittel einfach angehoben werden kann, ist ein geringes Eigengewicht von Vorteil. Standardrollatoren wiegen zwischen zehn und 14 Kilogramm, während das Gewicht eines Leichtgewichtrollators bei etwa fünf bis sieben Kilogramm liegt.
Abmessungen
Je schmaler die Abmessungen in der Breite, desto wendiger ist der Rollator. Das ist vor allem in Wohnungen mit schmalen Türen wichtig.
Sitzhöhe
Im Idealfall sollte die Höhe auf die Größe der sitzenden Person ausgelegt sein. Die Füße müssen beim Sitzen auf dem Boden aufsetzen.
Verstellbare Griffhöhe
Auch die Griffhöhe muss auf die Körpergröße des Seniors abgestimmt sein. Die Person sollte möglichst aufrecht am Rollator gehen. Eine niedrige Höhe kann zu Schädigungen des Rückens führen.
Sitzbreite
Die Sitzposition sollte möglichst bequem sein. Vor allem bei übergewichtigen Personen ist eine breite Sitzfläche entscheidend.
Weitere wichtige Kriterien: Bremsen mit Feststellfunktion, Reflektoren/Beleuchtung für die gute Sichtbarkeit in der Dämmerung, ausgeprägtes Reifenprofil, Standfestigkeit, Armauflagen, Schwenkräder, ergonomisch geformte Griffe
| Höhenverstellbare Griffe | Höhenverstellbare Sitzfläche | Rollator-Beleuchtung |
|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() |
Es sollte grundsätzlich den Senioren selbst überlassen werden, ob und für welchen Rollator sie sich entscheiden.
1.1 Vorteile
Ein Rollator ist für viele Senioren unersetzlich und erleichtert es, auch im hohen Alter mobil zu bleiben. Die Gehhilfe macht es möglich, trotz eingeschränkter Mobilität weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen oder Einkäufe nach Hause zu transportieren. Außerdem sind viele Modelle auch für den Einsatz in der Wohnung geeignet, was die Selbstständigkeit im Haushalt erleichtert.
Dank der Sitzfläche kann sich der Benutzer unterwegs auf langen Strecken jederzeit kurz ausruhen, um Beine und Füße zu entlasten. Außerdem erhöht die Gehhilfe nicht nur die persönliche Mobilität und schenkt die Freiheit, auch mit Gehschwäche selbstständig und unabhängig zu agieren, sondern gibt dem Benutzter gleichzeitig eine hohe Sicherheit, indem er beispielsweise Stürze verhindert. So kann Gehbehinderten die Angst vor dem Fallen genommen werden.Dank der Rollen müssen diese Gehhilfen im Gegensatz zu Gehstöcken oder -gestellen zur Fortbewegung nicht vom Boden abgehoben werden.
Aus rechtlicher Sicht zählt der Rollator zu den medizinischen Hilfsmitteln. Teile der Kosten werden unter Umständen in Höhe einer Zuzahlung von der Krankenkasse übernommen. Erkunden Sie sich vor der Anschaffung bei Ihrer Versicherung über die Konditionen.
1.2 Für wen eignet sich ein Rollator?
Für mehr Flexibilität im AlltagDie mobile Gehhilfe erleichtert das Gehen oder Stehen und eignet sich bei Einschränkungen der Mobilität durch Alter oder Krankheit wie beispielsweise:
Für mehr Flexibilität im Alltag
- Kraftminderung in den Beinen
- Probleme mit dem Gleichgewicht
- Plötzliche Schwindelattacken
- Multiple Sklerose
- Schaufensterkrankheit
2. Modelle und Besonderheiten
Neben stabilen Stahlrollatoren erhalten Sie auch leichte Modelle (= Leichtgewichtrollatoren), die sich einfach zusammenklappen lassen (quer oder längs faltbar). Solche Gehhilfen bestehen in der Regel aus Aluminium und gelten als besonders einfach in der Handhabung. Manche Ausführungen besitzen besonders robuste und dicke Räder, sodass der Rollator auch für den Gebrauch auf Schotter-, Wald- oder Wanderwegen geeignet ist.
Einkaufsrollator

Neben einer Sitzfläche besitzt dieses Modell auch einen integrierten Korb, in dem sich Einkäufe schnell und unkompliziert verstauen lassen. Der Korb kann problemlos abgenommen und nach dem Einkauf wieder am Rollator befestigt werden. Alternativ dazu erhalten Sie auch Gehhilfen mit einer integrierten Tasche.
Rollator-Rollstuhl-Kombination

Solche Modelle lassen sich mit wenigen Handgriffen in einen vollwertigen Rollstuhl verwandeln, der beispielsweise von einer Begleitperson geschoben werden kann. Die Sitzfläche ist dafür mit einem praktischen Rückengurt ausgestattet und der Rollator besitzt integrierte Fußablagen.
Indoor-Rollator

Rollatoren, die in erster Linie für die Benutzung in Innenräumen vorgesehen sind, sollten möglichst schmal und wendig sein, um die flexible Handhabung zwischen Möbeln zu gewährleisten. Die Gesamtbreite liegt bei etwa 50 Zentimetern. Eine breite Sitzfläche ist bei solchen Modellen weniger wichtig als bei Gehhilfen für den Außenbereich – stattdessen dient die Ablage dem Transport, beispielsweise eines Tablettes. Für ein wohnliches Ambiente sind viele Rollatoren für den Innenraum aus Holz gefertigt.
Dreirad-Gehwagen

Im Gegensatz zum klassischen Rollator besitzt diese Gehhilfe keine Ablage beziehungsweise Sitzfläche. Der Dreirad-Gehwagen ist eher für den kurzfristigen Einsatz vorgesehen, beispielsweise nach einer Operation.
3. FAQ
Worauf muss ich beim Kauf eines Rollators achten?
Die Wahl des richtigen Modells ist in erster Linie davon abhängig, wo der Rollator eingesetzt werden soll. Während sich für die Wohnung kleine, leichte und wendige Ausführungen eignen, sollten Gehhilfen für den Außenbereich robuste Räder und feststellbare Bremsen aufweisen. Wichtig ist auch, dass die Sitzfläche sowie die Griffe in der Höhe variabel sind. Außerdem sind eine Gehstock-Halterung, ein klappbares Tablett und ein integrierter Einkaufskorb praktisch.
Wie gehe ich richtig am Rollator?
Zunächst muss der Rollator auf die Körpergröße der nutzenden Person eingestellt werden. Stellen Sie sich gerade mit herunterhängenden Armen vor die Gehhilfe. Die Griffe sollten sich auf Höhe der Handgelenke befinden. Während des Gehens sollte der Rücken immer gerade und der Abstand zwischen Körper und Rollator möglichst gering sein. Der Blick ist nach vorne gerichtet.









































