
Alles über Angelruten
Angelruten sind in zahlreichen Varianten erhältlich, um den Bedingungen unterschiedlicher Gewässer gerecht zu werden. Hier erfahren sie mehr über die Merkmale verschiedener Ruten.
1. Merkmale und Eigenschaften von Angelruten
Mit Angelruten lassen sich verschiedene Arten von Fischen fangen, wie kleine Tiere der mittleren Wasserregion und große, am Boden lebende Fische wie zum Beispiel Welse. Damit dies gelingt, ist die passende Angelrute unerlässlich. Diese sollte an das Gewässer sowie die zu angelnden Fische angepasst sein.
Folgende Merkmale einer Angel sind ausschlaggebend:
- Rutenart
- Rutenstärke
- Rutenaktion
- Testkurve
- Rutenlänge
Aufbau einer Angelrute

- Handgriff
- Rollenhalter
- Rutenringe
- Angelrolle
Die Länge der einzelnen Angelruten ist variabel und hängt ganz vom Einsatzzweck ab. So reicht die Länge von Angelruten von 2,30 Meter bis mehr als 4 Meter. Für Anfänger eignen sich Ruten von 2,70 bis 2,90 Metern.
2. Rutenaktion: Wurf- und Drilleigenschaften
Die Eigenschaften der Angelruten wirken sich auf die sogenannte Rutenaktion aus. Diese entscheidet über die Wurf- und Drilleigenschaften einer Angelrute. Folgende Aktionen gibt es:
Parabolische Aktion
Diese Aktion ist mit leichten Angelruten möglich. Dabei biegt sich die Rute bei Belastung über die komplette Rutenlänge. Dies hat einen abfedernden Effekt zur Folge.
Semiparabolische Aktion
Hier biegt sich die Angelrute vom oberen bis zum mittleren Teil. Dadurch sind weite Würfe möglich, während die Rute zudem ausreichend Stabilität für das Einholen großer Fische aufweist.
Spitzenaktion
Hierbei ist die Rute zum größten Teil starr und nur die Spitze ist flexibel, wodurch anbeißende Fische schnell erkannt werden. Die feste Rute ermöglicht einen kraftvollen und direkten Anhieb des Fisches.
3. Testkurve: Belastbarkeit einer Angel
Die Testkurve gibt an, wieviel Gewicht eine waagrecht gehaltene Angelrute halten kann, bis sich die Rutenspitze um 90 Grad nach unten biegt. So werden die Kräfte von Fischarten in Testkurven klassifiziert.
Hersteller geben die Angaben der Testkurve meist in Pfund (lb) an. Dabei gilt folgender Wert:
1 lb = 453,6 g
Mit dem Wert der Testkurve lässt sich das maximale Wurfgewicht wie folgt ausrechnen:
Testkurve in lb x 453,6 / 16
4. Rutenart: Diese Grundbauarten gibt es
Angelruten unterteilen sich in die Arten Steckruten, Teleskopruten und Fliegenruten. Letztere werden ausschließlich für das Fliegenfischen benötigt und stellen daher die Exoten unter den Angelruten dar. Steckruten und Teleskopruten kommen hingegen in allen anderen Situationen zum Einsatz und eignen sich für Anfänger und Profis.
Teleskoprute
Eine Teleskoprute besteht aus einem Stück und lässt sich einfach auseinander- und wieder zusammenschieben. Damit ist diese Rute platzsparend, komfortabel und mobil. Nachteilig fällt hingegen die bauartbedingte, verhältnismäßig geringe Belastbarkeit aus, welche durch die Teleskop-Verbindungen gegeben ist.
Steckrute
Eine Eine Steckrute besteht aus mehreren Teilen und muss vor der Benutzung zusammengesteckt werden. Da die Einzelteile verhältnismäßig groß ausfallen, ist eine Steckrute sperrig und bedarf vor dem Angeln einer gewissen Vorbereitung. Dafür können die ineinandergreifenden Steckverbindungen einer hohen Belastbarkeit standhalten, weshalb diese Angelruten als besonders robust gelten.
| Eine Teleskoprute lässt sich einfach zusammenschieben. | Eine Steckrute besteht aus langen Einzelteilen |
|---|---|
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Weitere Vor- und Nachteile von Teleskopruten und Steckruten finden Sie in folgender Übersicht:
| Eigenschaften | Teleskoprute | Steckrute |
|---|---|---|
| Mobilität | kompakter als Steckruten und sehr gut transportierbar | sperriger als Teleskopruten |
| Rutenaktion | bauartbedingte Beeinträchtigung der Aktion | schnelle Aktion |
| Belastbarkeit | Teleskop-Verbindungen sind wenig belastbar | Steckverbindungen sind sehr belastbar und gleichzeitig flexibel |
| Gewicht | Bestehen aus leichter Kohlefaser | Bestehen aus Glasfasermaterial und sind schwerer als Teleskopruten |
Steckrute und Teleskoprute: Anwendungsbeispiele
Für das Spinnfischen, bei dem der Köder ständig in Bewegung bleiben muss, eignet sich eine Steckrute. Diese ermöglicht eine direkte Führung und schnelle Aktion, welche beim Fangen von Fischen wie Hecht, Forelle, Barsch und anderen Fleischfressern wichtig ist.
Für das klassische Ansitzangeln von Friedfischen wie beispielsweise Karpfen eignet sich hingegen eine Teleskoprute, da die Angel hierbei nur wenig beansprucht wird und sie nur einer vergleichsweise geringen Belastung standhalten muss.
5. Varianten von Angelruten
In mehr als 20 verschiedene Varianten unterteilen sich Steck- und Teleskopruten. Diese sind jeweils an ganz bestimmte Situationen angepasst und weisen unterschiedliche Rutenaktionen und Rutenlängen auf.
Einige Varianten sind im Folgenden aufgelistet:
Grundrute
Diese Angelrute kann für verschiedene Zwecke und Fischarten eingesetzt werden, wie beispielsweise für Karpfen, Hechte und Brassen. Grundruten sind in der Regel 2,70 bis 3 Meter lang.
Karpfenrute
Diese Ruten sind als Steck- und Teleskopruten erhältlich und sind zwischen 2,80 und 4 Meter lang. Sie besitzen einen langen Griff und die Testkurve beträgt 1,5 bis 3,5 Pfund.
Spinnrute
Die Spinnrute ist für das Spinnfische geeignet, bei dem künstliche Köder ständig ausgeworfen und wieder eingeholt werden. Spinnruten sind leicht, da sie die ganze Zeit in den Händen gehalten werden.
Leichte Spinnruten weisen eine maximale Länge von 2,40 Metern bei einem Wurfgewicht von bis zu 20 Gramm auf. Schwere Spinnruten sind 2,70 bis 3, 30 Meter lang, haben ein Wurfgewicht von 80 Gramm und eignen sich für große Raubfische.
Sbirolinoruten
Diese Ruten sind speziell für das Angeln von Forellen konzipiert und sind als Steck- und Teleskopruten erhältlich. Das Besondere dabei ist das Sbirolino, wobei es sich um eine Kombination aus Wurfgewicht und Pose handelt. Damit kann der Köder bis zu 90 Meter weit ausgebracht werden. Die dünnen Rutenspitzen zeigen deutlich, sobald ein Fisch anbeißt.
Bootsrute
Hierbei handelt es sich um sehr robuste Angelruten, die bei sogenannten Big Game Fischen, also extrem großen Fischen, zum Einsatz kommt. Entsprechend liegt die Testkurve zwischen 12 und 130 Pfund.
Aufgrund der hohen Belastung ist die Angelrute mit Doppelstegringen ausgestattet, um eine sichere Führung der Schnur zu gewähren.
Fliegenruten
Fliegenruten setzen sich aus zwei Teilen zusammen und die Rollenhalterung sitz am Ende des Griffs. Da die Ruten stets in den Händen gehalten werden, weisen sie ein leichtes Gewicht auf. Hierbei ist die Wahl der Angelschnur besonders wichtig. Deshalb befinden sich auf der jeweiligen Fliegenrute Angaben, für welche Schnur die Rute ausgelegt ist.
Pimpel
Zum Eisangeln eignet sich der Pimpel, welcher mit einer Länge von 30 bis 50 Zentimetern sehr kurz ausfällt. Die Rutenspitze ist sehr dünn, was die Bisserkennung vereinfacht.
Neben diesen Ruten gibt es noch viele weitere Varianten für spezielle Begebenheiten wie zum Beispiel Brandungsruten, Bologneseruten, Matchruten, Stippruten, Jigruten und mehr.
6. FAQ
Welche Angelruten gibt es?
Es wird zwischen Steckruten und Teleskopruten unterschieden. Steckruten bestehen aus mehreren Einzelteilen, die zusammengesteckt werden. Die Stabilität ist hoch und die Pflege fällt leicht. Eine Teleskoprute wird ausgefahren, wodurch sie besonders schnell einsatzbereit ist und in eingefahrenem Zustand besonders kompakt ausfällt. Die Stabilität fällt im Vergleich zu einer Steckrute gering aus.
Steckruten und Teleskopruten unterteilen sich in zahlreiche Varianten, die für bestimmte Zwecke konzipiert sind.
Welche Angelruten sind für Anfänger geeignet?
Gerade für unerfahrene Angler eignet sich eine Steckrute, da die Bedienung leichter fällt als bei einer Teleskoprute. Die Länge sollte circa. 2,90 Meter betragen und das Wurfgewicht 40 Gramm nicht überschreiten.
Welche Hersteller von Angelgeräten gibt es?
Zu den wichtigsten Herstellern von Angelgeräten zählen Abu Garcia, Berkley, Daiwa, D.A.M, Delkim, Fenwick, Fox, Mitchell, Mustad, Nash, Penn, Shimano und Zebco.


































