
Gut geschmiert: Motoröl
Für einen funktionierenden Motor ist das entsprechende Motoröl unerlässlich. Dabei wird nicht nur zwischen Mineral- und Synthetiköl unterschieden, sondern auch zwischen den Fließeigenschaften des Öls.
1. Motoröl: Eigenschaften und Nutzen
Der Motor eines Autos kann auf lange Sicht nicht ohne Motoröl auskommen. Kolben, Zylinder und Kurbelwelle werden so sehr beansprucht, dass nur das Öl diese Belastungen ausgleichen kann.
Die Eigenschaften von Motoröl:
- Schmiert den Motor und erzeugt so einen Schutzfilm, der verhindert, dass beim Fahren unterschiedliche Metallkomponenten direkt aufeinandertreffen
- Dichtet Abstände ab, die beispielsweise zwischen Kolbenring und Kolben entstehen können
- Wirkt kühlend auf den Motor
- Löst Verunreinigungen ab
2. Motoröl-Arten
Es wird in erster Linie zwischen Mineral- und Synthetikölen unterschieden. Letztere werden auch noch als Voll- und Teilsynthetiköle klassifiziert, da der Begriff jedoch nicht geschützt ist, können hier die Eigenschaften stark variieren.
| Mineralöl | Synthetiköl |
|---|---|
| wird aus Rohöl gewonnen | wird auch aus Erdöl, aber mittels Synthese, hergestellt |
| in der Regel weniger rein als Synthetiköl | nach den Bedürfnissen des Herstellers gestaltbar |
| preisgünstiger als Synthetiköl | besseres Fließverhalten auch bei Temperaturschwankungen |
| reagiert empfindlicher auf Temperaturschwankungen | keine Additive notwendig |
| mit Additiven versehen |
Mineralöle sind zwar kostengünstiger als Synthetiköle, sie müssen jedoch öfter ausgetauscht werden, da sie ihre Eigenschaften schneller einbüßen. Unter den Synthetikölen sind zudem zahlreiche Spezialvarianten wie Low-Ash-Öl oder Longlife-Öl erhältlich.
Mineralöl (links) und Synthetiköl (rechts)
SAE-Klassen
Motoröl-Sorten sind mit bestimmten Zahlen und Buchstaben versehen, die sich auf die Viskosität, also die Fließfähigkeit sowie Schmiersicherheit des Öls bei unterschiedlichen Temperaturen, beziehen. Die vierstellige Zahlen-Buchstaben-Kombination nennt sich die SAE-Klasse (Society of Automotive Engineers). Sie beginnt immer mit einer Ziffer. Ist diese besonders niedrig, so weist das Öl eine hohe Fließeigenschaft bei kalten Temperaturen auf. Die hintere Zahl gibt Aufschluss über die Dickflüssigkeit des Öls bei 100 Grad Celsius.
Info: Das W in der Bezeichnung steht für die Wintertauglichkeit des Öls.

Was sich hinter den folgenden SAE-Klassen verbirgt, erfahren Sie hier:
| SAE-Klasse | Bedeutung |
|---|---|
| 0W-40 | vollsynthetisch |
| sehr niedrige Viskosität | |
| einsetzbar bei bis zu minus 35 Grad Celsius | |
| sehr gute Schmierfähigkeit | |
| 5W-30 | Leichtlauföl für besonders wenig Reibungsverlust |
| dünnflüssig | |
| für Motoren mit wenigen Ölwechseln oder wenig genutzte Autos | |
| 5W-40 | voll- oder teilsynthetisch |
| einsetzbar bei bis zu minus 30 Grad Celsius | |
| zähflüssiger als 5W-30er Öl | |
| für Motoren mit häufigen Ölwechseln oder oft genutzte Autos | |
| 10W-40 | Leichtlauföl |
| einsetzbar bei bis zu minus 25 Grad Celsius | |
| 15W-40 | bei vielen Autos Standard |
| einsetzbar bei bis zu minus 20 Grad Celsius | |
| auch bei älteren Motoren verwendbar |
Welches Öl für Ihr Auto das richtige ist, entnehmen Sie der Betriebsanleitung des Autos oder erfahren Sie direkt vom Hersteller.
3. Tipps rund um den Ölwechsel
Je nach Fahrhäufigkeit und -stil sollte das Motoröl in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. In der Regel findet ein Ölwechsel einmal pro Jahr statt. Die Gründe dafür sind:
- Öl-Alterung
- Verbesserungen der Viskosität in neuen Ölen
- Verschmutzungen des Öls
- Nachlassen der Wirkungskraft der Additive
Ölwechsel können von der Werkstatt oder selbstständig vorgenommen werden.
In der Regel wird das Öl zusammen mit dem Ölfilter ausgetauscht.
Der Ölwechsel wird meist von der Werkstatt ausgeführt, kann mit Erfahrung aber auch selbst erledigt werden. Dabei gilt es verschiedene Punkte zu beachten:
- Sobald ein Ölwechsel nötig ist, wird dies über die Warnleuchte auf der Armaturentafel angezeigt.
- Beim Ölwechsel sollte auch der Ölfilter sowie das sich im Ölkühler befindende Öl gewechselt werden. Der Ölkühler kann hierbei auch direkt entlüftet werden.
- Das Altöl können Sie in der Tankstelle oder Werkstatt gegen eine Gebühr fachgerecht entsorgen.
- Vor dem Ölwechsel sollten Sie den Motor warm fahren, da so das Öl dünnflüssiger ist und leichter abgelassen werden kann.
- Verwenden Sie beim Einfüllen des neuen Öls einen Messbecher, die exakte Ölmenge für Ihr Fahrzeug können Sie dem Handbuch entnehmen.
- Starten Sie nach dem Ölwechsel den Motor erneut, damit sich das frische Öl verteilen kann.
Nehmen Sie einen Ölwechsel nur dann selbst vor, wenn Sie die einzelnen Schritte im Ablauf kennen und die notwendigen Utensilien dafür parat haben.
4. Fachwörterverzeichnis
Bei der Wahl des richtigen Motoröls ist man des Öfteren mit zahlreichen Fachbegriffen konfrontiert. Wir erklären Ihnen die wichtigsten davon:
Additive
Werden dem Mineralöl hinzugefügt, um so dessen Eigenschaften zu verändern.
ACEA Spezifikation
Legt Einsatzzwecke des Öls fest. Dabei wird zwischen Ölen für PKW Ottomotoren (A), PKW Dieselmotoren (B), Motoren mit neuen Abgasnachbehandlungssystemen (C) und LKW Dieselmotoren (E) unterschieden.
API Klassifikation
Legt das Leistungsvermögen des Öls gemäß der amerikanischen Anforderungen fest.
Einbereichsöle
Diese Öl-Art wurde vorwiegend bei älteren Autos verwendet. Sie weisen eine Mindestzähflüssigkeit auf, weshalb sie auch vereinzelt noch heute eingesetzt werden.
Mehrbereichsöle
Lösten die Einbereichsöle in den 1980er Jahren ab. Sie weisen bei Kälte eine gute Fließfähigkeit auf und verfügen demzufolge über eine verbesserte Viskosität.
Scherstabilität
Ist eine Eigenschaft der Additive. Sie verhilft, dass das Öl möglichst lange einer Zerstörung der darin enthaltenen Polymermoleküle widerstehen kann und so länger haltbar ist.
Viskosität
Beschreibt die Fließeigenschaften des Öls bei unterschiedlichen Temperaturen.
5. FAQ
Wie lange kann Motoröl aufbewahrt werden?
Ist der Ölkanister noch verschlossen, so kann das Öl über mehrere Jahre (in der Regel maximal fünf) aufbewahrt werden. Bei geöffneten Behältnissen gelangen Sauerstoff sowie Feuchtigkeit an das Öl, welche es schneller altern lassen. Daher sollte es nach dem Öffnen innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden. Lesen Sie zur Haltbarkeit auch die Angaben des Herstellers auf der jeweiligen Ölflasche.
Wohin wird das alte Motoröl entsorgt?
Eine fachgerechte Entsorgung des Altöls ist gesetzlich vorgeschrieben und für unsere Umwelt essenziell. Sie können verbrauchtes Öl an Tankstellen, Werkstätten sowie Wertstoffhöfen in der Regel kostenpflichtig entsorgen. Ausnahme: Haben Sie das Öl an einer Tankstelle gekauft und können dies mit einem Beleg nachweisen, muss die Tankstelle die gekaufte Menge Altöl kostenfrei annehmen und entsorgen.
Darf Motoröl mit einer anderen Sorte gemischt werden?
In der Regel können Sie Motoröle mischen, dabei spielt es auch keine Rolle ob es sich um synthetische oder mineralische Öle handelt. Sie müssen hierbei jedoch in Kauf nehmen, dass die Eigenschaften der gemischten Öle schneller nachlassen und so ein Ölwechsel bereits früher notwendig sein kann.





































