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Bohrer für Fliesen: So bohrst du Löcher ohne Sprünge

Das Bohren in Fliesen erfordert passendes Werkzeug und die richtige Technik. Dieser Ratgeber zeigt, welcher Bohrer für Feinsteinzeug oder Keramik geeignet ist und wie du Risse vermeidest.


1. Welcher Bohrer ist für Fliesen geeignet?

Für das Bohren in Fliesen kommt es vor allem auf den richtigen Bohrertyp an – denn ein normaler Spiralbohrer oder Steinbohrer ist für Keramik und Feinsteinzeug ungeeignet und kann die Fliese schnell zum Brechen bringen. Der richtige Bohrer entscheidet darüber, ob dein Loch sauber wird oder die Fliese springt.

Für das Bohren in Fliesen gibt es im Wesentlichen zwei bewährte Typen:

  • Fliesenbohrer (Hartmetallbohrer, auch Speerbohrer genannt): ideal für normale Keramikfliesen und günstigere Fliesen
  • Diamantbohrer bzw. Diamantbohrkronen: notwendig für hartes Feinsteinzeug, Naturstein und glasierte Fliesen
Überblick: Bohrer nach Fliesentyp
FliesentypGeeigneter BohrertypHinweis
Keramikfliesen (Standard)Hartmetall-FliesenbohrerGünstige Option für weichere Keramik
FeinsteinzeugDiamantbohrer / DiamantbohrkroneNötig wegen hoher Materialhärte
Glasierte FliesenDiamantbohrer oder GlasbohrerVerhindert Abplatzen der Glasur
NatursteinfliesenDiamantbohrkroneHohe Druckbelastung erfordert Diamant
MosaikfliesenKleiner Hartmetall- oder DiamantbohrerVorsicht: Kleine Fläche, leicht brechend
Tipp

Achte beim Kauf darauf, ob der Bohrer für den Nassschliff ausgelegt ist. Diamantbohrer funktionieren am besten mit Wasserkühlung – so brichst du keine Fliese durch Überhitzung.

Infografik: Das brauchst du zum Bohren in Fliesen. Die Liste umfasst neun Punkte: 1. Fliesenbohrer (Hartmetall): für Standard-Keramik. 2. Diamantbohrer: für Feinsteinzeug & Naturstein. 3. Glasbohrer: für glasierte Fliesen. 4. Bohrmaschine ohne Schlagfunktion. 5. Wasserwaage oder Bohrschablone. 6. Schutzbrille. 7. Klebeband als Rutschschutz. 8. Kreuzgriff-Schraubenzieher zum Nachjustieren. 9. Staubsauger zur Absaugung von Bohrmehl. Links neben der Liste sind zwei Fotos zu sehen: oben eine Rohbauwand mit Ziegelsteinen und Maurerwerkzeug, unten Fliesen mit einem Fliesenschneider und einer Bohrmaschine.

2. Schritt-für-Schritt: Loch in Fliese bohren ohne Sprünge

Damit ein Loch in der Fliese gelingt, ohne dass die Fliese bricht, kommt es neben dem richtigen Bohrer vor allem auf die richtige Technik an. Ein häufiger Fehler ist das Bohren mit zu hohem Druck oder zu hoher Drehzahl – beides führt schnell zu Rissen oder abgeplatzter Glasur.

Bevor du anfängst, bereite alles sorgfältig vor:

  1. Bohrstelle markieren: Klebe an der Stelle, an der du bohren möchtest, ein Stück Klebeband auf die Fliese. Das verhindert, dass der Bohrer zu Beginn auf der glatten Oberfläche wegrutscht.
  2. Richtige Bohrmaschine wählen: Verwende eine Bohrmaschine ohne Schlagfunktion. Der Schlagbohrmodus würde die Fliese sofort beschädigen. Eine niedrige Drehzahl von etwa 300 bis 800 Umdrehungen pro Minute ist ideal.
  3. Ansetzen und andrücken: Setze den Keramikbohrer senkrecht auf der markierten Stelle an. Drücke leicht und gleichmäßig an – vermeide starken Druck.
  4. Langsam bohren und kühlen: Bohre in einem gleichmäßigen, ruhigen Tempo. Um Überhitzung zu vermeiden, kühle die Bohrstelle regelmäßig mit etwas Wasser – zum Beispiel mit einem feuchten Schwamm oder einem kleinen Wassertank aus Knetmasse, den du rund um den Bohrpunkt formst.
  5. Durch den Untergrund bohren: Sobald du durch die Fliese gebohrt hast, wechsle je nach Untergrund (Beton, Mauerwerk) auf einen passenden Steinbohrer oder Betonbohrer und setze, falls nötig, die Schlagfunktion ein.
Tipp

Klebe beim Bohren zusätzlich auf der Rückseite der Fliese ein Stück Klebeband auf – das reduziert Ausbrüche beim Durchbruch des Bohrers.

3. Häufige Fehler beim Bohren in Fliesen vermeiden

Selbst mit dem richtigen Bohrer können Fehler passieren, die die Fliese beschädigen. Die häufigsten Probleme und wie du sie vermeidest:

  • Schlagfunktion eingeschaltet: Der größte Fehler überhaupt. Deaktiviere die Schlagfunktion grundsätzlich, solange du noch in der Fliese bohrst.
  • Zu hohe Drehzahl: Hohe Drehzahlen erzeugen Hitze, die die Glasur sprengt. Drehe langsam.
  • Falscher Bohrer: Ein normaler Metall- oder Mauerbohrer ist für Keramik und Feinsteinzeug nicht geeignet – er bricht die Fliese, anstatt sie zu schneiden.
  • Bohren direkt am Fliesenrand: Der Rand ist die empfindlichste Stelle. Halte mindestens zwei Zentimeter Abstand zum Rand.
  • Kein Kühlen: Ohne Kühlung überhitzt der Bohrer und die Fliese springt. Nutze immer Wasser zur Kühlung.
  • Kein Hilfsmittel zum Führen: Besonders beim Ansetzen auf glatten Fliesen rutscht der Bohrer leicht weg. Eine Wasserwaage oder eine Bohrschablone hilft dabei, den Bohrer exakt zu führen.
Tipp

Trage beim Bohren immer eine Schutzbrille – Fliesensplitter können gefährlich werden.

4. FAQ

Was für einen Bohrer für Fliesen?

Für normale Keramikfliesen eignet sich ein Hartmetall-Fliesenbohrer (Speerbohrer). Für hartes Feinsteinzeug, glasierte Oberflächen oder Naturstein ist ein Diamantbohrer bzw. eine Diamantbohrkrone notwendig. Wichtig: niemals einen Steinbohrer oder normalen Spiralbohrer verwenden.

Wie bohrt man auf Fliesen?

Klebe zunächst ein Stück Klebeband auf die Bohrstelle, damit der Bohrer nicht wegrutscht. Setze dann einen passenden Fliesenbohrer bei niedriger Drehzahl und ohne Schlagfunktion an und drücke gleichmäßig und mit wenig Druck. Kühle die Bohrstelle regelmäßig mit Wasser.

Kann ich direkt in die Fliesen bohren?

Ja, aber nur mit dem richtigen Bohrer und ohne Schlagfunktion. Mit einem Hartmetall-Fliesenbohrer oder einem Diamantbohrer kannst du sauber in Keramik oder Feinsteinzeug bohren. Ein normaler Mauer- oder Steinbohrer mit Schlagfunktion würde die Fliese sofort beschädigen.


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