
Tapete überstreichen: Wann es geht & wie es richtig gemacht wird
Wir erklären, welche Tapeten du problemlos überstreichen kannst und wie du das beste Ergebnis erzielst.
1. Welche Tapeten lassen sich überstreichen?
Nicht jede Tapete eignet sich zum Überstreichen. Entscheidend ist vor allem, wie stabil der Untergrund ist und ob die Tapete glatt genug haftet, damit die Farbe gleichmäßig aufgetragen werden kann. Grundsätzlich gilt: Tapeten, die fest an der Wand kleben und keine losen Stellen haben, sind in der Regel überstreichbar.
Am besten eignen sich folgende Tapetenarten:
- Raufasertapeten – der Klassiker zum Überstreichen, da sie speziell dafür entwickelt wurden
- Vliestapeten – glatte Vliestapeten nehmen Farbe gut auf, sofern sie fest kleben
- Strukturtapeten aus Papier – möglich, wenn der Untergrund stabil ist
Nicht geeignet sind hingegen:
- Vinyl- und Kunststofftapeten – die Oberfläche ist zu glatt und die Farbe haftet kaum
- Tapeten mit Metallic- oder Folienbeschichtung – diese sind nicht saugfähig
- Mustertapeten mit starkem Relief – das Muster scheint durch die Farbe durch
Prüfe vor dem Streichen, ob die Tapete noch fest an der Wand haftet. Löse Kanten oder Blasen müssen vor dem Streichen fixiert oder entfernt werden.













2. Tapete überstreichen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wer eine Tapete überstreichen möchte, muss nicht viel Erfahrung mitbringen – aber die richtige Vorbereitung ist entscheidend. Mit der folgenden Anleitung erzielst du ein sauberes, gleichmäßiges Ergebnis.
2.1 Vorbereitung
Bevor du zum Pinsel greifst, sollte die Oberfläche sauber und stabil sein. Überspringe diesen Schritt nicht – eine schlechte Vorbereitung führt zu Blasen, Ablösungen und ungleichmäßiger Farbe.
- Tapete auf Schäden prüfen: Löse Kanten und Nähte mit Tapetenkleber fixieren und vollständig trocknen lassen.
- Fläche reinigen: Schmutz, Fett und Staub mit einem leicht feuchten Tuch abnehmen.
- Grundierung auftragen: Eine Tiefengrundierung verbessert die Haftung der Farbe deutlich – besonders bei saugfähigen Raufasertapeten empfehlenswert.
- Abdecken: Böden, Sockelleisten und Lichtschalter mit Abdeckfolie oder Malerkrepp schützen.
Bei Raufasertapeten solltest du immer eine Grundierung auftragen, damit die Farbe nicht zu stark einzieht und du weniger Anstriche benötigst.
2.2 Streichen
Wenn die Grundierung vollständig getrocknet ist, kannst du mit dem eigentlichen Streichen beginnen. Für ein optimales Ergebnis arbeite stets von oben nach unten und in gleichmäßigen Bahnen.
- Farbe anrühren: Wandfarbe gut durchrühren und bei Bedarf leicht verdünnen.
- Ecken und Kanten vorstreichen: Nutze einen Pinsel, um Ecken, Kanten und schwer erreichbare Stellen vorzustreichen.
- Fläche mit der Rolle streichen: Trage die Farbe mit einer Pinsel in gleichmäßigen, kreuzförmigen Bewegungen auf.
- Trocknen lassen: Den ersten Anstrich vollständig trocknen lassen, bevor du den zweiten aufträgst – in der Regel mindestens zwei bis vier Stunden.
- Zweiten Anstrich auftragen: In der Regel sind zwei Anstriche nötig, um ein gleichmäßiges, deckendes Ergebnis zu erzielen.
Streiche den zweiten Anstrich in die entgegengesetzte Richtung des ersten – so deckst du eventuell übersehene Stellen zuverlässig ab.
3. Tapete überstreichen ohne Grundierung – geht das?
Eine Grundierung ist zwar kein absolutes Muss, aber ohne Grundierung riskierst du ein schlechteres Ergebnis. Besonders bei Raufasertapeten saugt der Untergrund die Farbe stark auf, was dazu führt, dass du mehr Anstriche benötigst und die Oberfläche ungleichmäßig wirkt. Bei glatten Vliestapeten, die bereits gut haften, kann eine Grundierung unter Umständen entfallen.
Folgende Punkte sprechen dennoch für eine Grundierung:
- verbesserte Haftung der Wandfarbe auf dem Untergrund
- geringerer Farbverbrauch insgesamt
- gleichmäßigeres Erscheinungsbild nach dem Trocknen
- Vermeidung von Blasen und Ablösungen
- besonders bei älteren oder stark saugenden Tapeten unverzichtbar
4. FAQ
Welche Farbe hält auf der Tapete?
Am besten geeignet sind Dispersionsfarben auf Wasserbasis, da sie gut haften und schnell trocknen. Achte darauf, dass die Farbe für Innenwände ausgewiesen ist. Wer besondere Ansprüche hat – zum Beispiel in feuchten Räumen – sollte zu einer speziellen Feuchtraumfarbe greifen.
Ist jede Tapete überstreichbar?
Nein, nicht jede Tapete lässt sich überstreichen. Raufasertapeten und glatte Vliestapeten eignen sich gut, während Vinyl- und Metallic-Tapeten ungeeignet sind, da Farbe auf diesen glatten Oberflächen nicht haftet. Entscheidend ist zudem, dass die Tapete vollständig fest an der Wand klebt.
Welche Tapete muss man nicht streichen?
Vliestapeten mit farbiger oder gemusterter Oberfläche sowie fertig gestaltete Designtapeten müssen in der Regel nicht gestrichen werden – sie sind bereits als Wandgestaltung konzipiert. Raufasertapeten hingegen sind speziell als Untergrund zum Überstreichen entwickelt worden und sollten immer gestrichen werden.
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