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Wäsche waschen mit Kastanien: Das nachhaltige Waschmittel

Chemische Waschmittel enthalten häufig Substanzen und Geruchsstoffe, auf die Allergiker empfindlich reagieren können, und sind oftmals mit Mikroplastik versetzt. Besser und nachhaltiger ist es deswegen, sein Waschmittel selbst herzustellen, beispielsweise aus Kastanien.


1. Vorteile von Kastanien-Waschmittel

DIY, Upcycling und Selbstversorgung liegen voll im Trend: Dabei lassen sich nicht nur Deocreme, Seife und Spülmittel mit wenig Aufwand selber machen, sondern auch Waschmittel. Als besonders ökologisch – da ohne chemische Zusätze – und vor allem kostengünstig gilt die Verwendung von Kastanien, die im Herbst fast überall zu finden sind. Die Früchte der Rosskastanie lassen sich nicht nur zum Basteln verwenden, sondern eignen sich aufgrund eines enthaltenen Bestandteiles auch zum nachhaltigen Wäschewaschen: Kastanien enthalten Seifensubstanzen namens Saponine (lat. Sapo = Seife).

Eigenschaften von Saponinen: Chemischer Hintergrund

  • Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Wasserlöslich
  • Bilden beim Schütteln Schaum
  • Fettlöslich

Werden die Kastanien entsprechend zerkleinert und in Wasser gegeben, lösen sich die Saponine heraus und es entsteht eine Seifenlauge, die für das Waschen von Kleidung und Co. verwendet werden kann.

Ebenso wie die Waschnuss gehört die Kastanie dementsprechend zu den Früchten eines Seifenbaumgewächses. Beide Nüsse sorgen für eine frische und saubere Wäsche. Gegenüber der Waschnuss weist die Kastanie jedoch einen entscheidenden Nachteil hinsichtlich des Nachhaltigkeitsaspektes auf: Waschnüsse wachsen nur in Indien, müssen nach Deutschland importiert werden und sind entsprechend teuer. Hingegen sind Kastanien hierzulande heimisch und kostenlos zu bekommen.

Auch wenn Kastanien-Waschmittel sehr viele Vorteile aufweist und als besonders nachhaltig gilt, darf jedoch auch ein Nachteil nicht verschwiegen werden. Kastanien enthalten Saponine, welche in großen Mengen giftig für Fische sein können. Zudem ist noch nicht ausreichend untersucht worden, wie Saponine abgebaut beziehungsweise in der Kläranlage herausgefiltert werden können. Allerdings gilt das auch für die im chemischen Waschmittel enthaltenen Tenside.

Seien Sie deswegen sparsam bei der Verwendung und halten Sie sich an die empfohlene Menge.

2. DIY: Waschmittel als Kastanien selbst gemacht – Anleitung

Für die Herstellung eines Kastanien-Waschmittel für eine Waschladung benötigen Sie:

  • 5 Kastanien (ca. 45 Gramm)
  • Nussknacker, Hammer, Messer oder Mixer zum Zerkleinern
  • 220 ml kochendes Wasser
  • Ein ca. 400 ml großes Behältnis

Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Kastanien zerkleinern
    Damit sich die Saponine aus den Kastanien herauslösen, müssen diese zunächst zerkleinert werden. Sie können sowohl getrocknete als auch frische Kastanien für die Herstellung des Waschmittels verwenden. Frische Kastanien lassen sich mit einem Messer grob zerteilen, während bereits trockene Früchte mit einem Nussknacker oder Mixer zerkleinert werden können. Alternativ dazu können Sie die Rosskastanien in einen Beutel geben und mit einem Hammer zerschlagen.
    Bei reiner Weißwäsche sollten Sie die Schalen der Kastanien entfernen, da Rückstände davon unter Umständen auf weißer Kleidung zu sehen sein könnten.
  2. Lösung ansetzen und ziehen lassen
    Geben Sie die zerkleinerten Kastanienstücke in das Behältnis und gießen Sie das kochende Wasser hinein. Je nach Größe der Stücke müssen Sie die Mischung für eine Weile stehen lassen, damit sich die Saponine herauslösen können. Feiner Schrot bildet sich schon nach etwa drei Stunden zu einer Lauge, während die Lösung bei groben Stücken am besten über Nacht durchziehen sollte.
  3. Bei Bedarf: Geruchsstoff zugeben
    Frisch mit Kastanien gewaschene Wäsche riecht in der Regel geruchsneutral. Wer seiner Kleidung einen angenehmen Geruch verleihen möchte, kann einige Tropfen ätherisches Öl in die Kastanien-Lauge geben.
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Öko-Waschmittel aus Kastanien lässt sich ganz einfach selber machen.
Kastanien-Waschmittel aufbewahren

Die Seifenlauge selbst ist nur wenige Tage haltbar und fängt schnell an zu verrotten. Dennoch können Sie das Kastanien-Waschmittel nicht nur im Herbst, sondern auch das ganze Jahr verwenden: Hierzu müssen Sie die Kastanien trocknen – entweder als ganze Frucht oder bereits zerkleinert – und in einem luftdurchlässigen Behälter aufbewahren. Einige Stunden vor dem Wäschewaschen können Sie dann die Seifenlauge herstellen.

Am besten funktioniert das Trocknen großer Mengen Kastanien, wenn Sie diese mit einem Mixer zerkleinern und dann breitflächig auslegen, beispielsweise auf einem Backblech. Lassen Sie sie dann im Backofen bei etwa 70 Grad Celsius trocknen oder nutzen Sie die Kraft der Sonne dafür. Wichtig ist, dass die Kastanien nicht schimmeln. Sie können aber auch die ganzen Früchte trocknen und dann vor jeder Waschmittel-Herstellung zerkleinern.

Besser geeignet als Kastanien vom Straßenrand sind Exemplare, die Sie im Park einsammeln. Früchte, die an vielbefahrenen Straßen liegen, können unter Umständen mit Schadstoffen belastet sein.

3. Anwendung des ökologischen Waschmittels

Die Anwendung des nachhaltigen Waschmittels aus Kastanien funktioniert wie das Waschen mit Flüssigwaschmittel – die Kastanienstücke sollten jedoch vorher herausgefiltert werden. Seihen Sie hierzu die Seifenlösung mit einem Sieb ab und geben Sie die Lauge in das Waschmittelfach. Anschließend können Sie die Maschine wie gewohnt starten.

Weitere Tipps:

  1. Bei besonders schmutziger Wäsche oder kalkhaltigem Wasser können Sie das Kastanien-Waschmittel mit Soda oder Natron versetzen.
  2. Hartnäckige Flecken sollten vorbehandelt werden.
  3. Wer Kastanien zum Waschen verwendet, benötigt keinen zusätzlichen Weichspüler.
  4. Theoretisch können die Kastanien ebenso wie Waschnüsse mehrfach verwendet werden. Das Herauslösen der Saponine dauert jedoch länger.
  5. Für die ganzjährige Verfügbarkeit und die schnelle Verwendung können Sie aus den Kastanien ein feines Pulver herstellen.

FAQ

  • Hat ein Kastanien-Waschmittel auch Nachteile?

    Ja, ein Kastanien-Waschmittel hat einen Nachteil: Saponine können in großen Mengen giftig für Fische sein. Außerdem ist es noch nicht abschließend geklärt, inwiefern der Pflanzenstoff abgebaut beziehungsweise herausgefiltert werden kann. Verwenden Sie das Kastanien-Waschmittel deswegen sparsam.

  • Kastanien oder Waschnüsse: Was ist besser?

    Mit einem Anteil von etwa zehn Prozent fällt der Saponin-Gehalt einer Kastanie ähnlich hoch aus wie bei der Waschnuss. Allerdings wachsen Waschnüsse vornehmlich in Indien, sodass die Verwendung hierzulande mit langen Transportwegen verbunden ist. Der Kastanienbaum ist hingegen in Deutschland heimisch, sodass die Verwendung als nachhaltiger gilt.

  • Wie hautverträglich ist ein Kastanien-Waschmittel?

    Saponin ist eine natürliche Seife und gilt als besonders hautverträglich. Außerdem enthält ein Kastanien-Waschmittel weder Geruchs- noch Farbstoffe und eignet sich damit auch für Allergiker, Kinder und Menschen mit sensibler Haut.

  • Welche Kastanien eignen sich als Waschmittel?

    Zum Waschen von Kleidung können lediglich die Früchte der Rosskastanie verwendet werden, Ess- oder Edelkastanien eignen sich nicht als Waschmittel. Rosskastaniengewächse sind in Deutschland weit verbreitet und in Parks und an Straßen zu finden.

  • Wie viel Kastanien-Waschmittel brauche ich pro Waschgang?

    Pro Waschgang benötigen Sie in etwa fünf Kastanien (ca. 45 Gramm) und 220 ml Wasser. Dabei sollten Sie die Mischung immer frisch herstellen, da die Seifenlösung bereits nach zwei Tagen verdirbt.

  • Was sind die Vorteile eines Waschmittels aus Kastanien?

    Kastanien sind im Herbst überall in der Natur zu finden und damit völlig kostenlos. Das Waschen mit den Früchten gilt als nachhaltig, da keine chemischen Bestandteile enthalten sind. Außerdem eignet sich die Verwendung auch für Allergiker, da beim Waschen mit Kastanien auf Duftstoffe verzichtet wird.

  • Wie lange ist ein selbstgemachtes Kastanien-Waschmittel haltbar?

    Da es frische Kastanien nur in den Herbstmonaten gibt, ist es sinnvoll, das Waschmittel auf Vorrat herzustellen. Getrocknet sind Kastanien sehr lange haltbar, sodass Sie das ganze Jahr mit ihnen Waschen können. Zerkleinern Sie die Kastanien, lassen Sie sie trocknen und bewahren Sie sie in einem trockenen, luftdurchlässigem Behälter auf. Erst einige Stunden vor dem Waschen sollten die Kastanienstücke in das Wasser gegeben werden. Das Kastanien-Wasser-Gemisch sollte nicht länger als zwei Tage stehen gelassen werden.

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Redakteurin Miriam

Vertrauen ist gut, Recherche ist besser!

Auf den Punkt – das gilt bei Miriam nicht nur beim Kreieren von leckeren Gerichten, sondern auch für informative, redaktionelle Texte. Seit 2017 berät sie unsere Kunden kompetent in allen Produktbereichen.