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Wissenswertes zu Naturfasern

Für einen konsequent nachhaltigen Lebensstil ist auch die Wahl der richtigen Kleidung wichtig: Was Naturfasern sind und wie nachhaltig diese ausfallen, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag.

1. Was sind Naturfasern?

Bei Naturfasern handelt es sich um Textilien, die ausschließlich auf die Verarbeitung von pflanzlichen oder tierischen Materialien zurückzuführen sind. Bei der Fertigung von sogenannten Kunstfasern, die auch oft als Chemiefasern bezeichnet werden, kommen im Gegensatz dazu Kunststoffe zum Einsatz.

Beachten Sie: Auch wenn die Definition des Begriffs zunächst diesen Eindruck vermittelt, sind Naturfasern nicht automatisch auch als nachhaltig zu bezeichnen. Um dieses Kriterium zu erfüllen, sind Aspekte beim Anbau pflanzlicher Produkte beziehungsweise bei der Tierhaltung entscheidend.

2. Pflanzliche Fasern

Wie bei tierischen Fasern fällt auch die Bandbreite der pflanzlichen Textilien sehr groß aus. So eignen sich beispielsweise Hanf, Baumwolle oder auch Flachsfasern (Leinen) sehr gut für die Fertigung von Kleidung.

Wann sind pflanzliche Fasern nachhaltig?
Im direkten Vergleich sind Naturfasern zwar generell als nachhaltiger zu bezeichnen als Kunstfasern. Dafür sprechen unter anderem die folgenden Tatsachen:
  • Naturfasern gehen auf nachwachsende Ressourcen zurück
  • Natürliche Textilien sind biologisch abbaubar
  • Bestimmte Naturfasern sind besonders robust und strapazierfähig, sodass sie vergleichsweise lange genutzt werden können (z. B. Baumwolle)
  • Die Ressourcen vieler Naturfasern können regional bezogen werden
Es bestehen jedoch zum Teil gravierende Unterschiede hinsichtlich der Nachhaltigkeit der verschiedenen Naturfasern, die wir im Folgenden aufführen.

2.1 Nachhaltigkeit von herkömmlicher Baumwolle

Im Bereich der pflanzlichen Fasern ist in Fragen der Nachhaltigkeit vor allem herkömmliche Baumwolle problematisch, wie die folgende Grafik zeigt.

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Wer aufgrund der besonderen Eigenschaften nicht auf Baumwolle verzichten möchte und dennoch sichergehen will, dass es sich dabei um nachhaltige Naturfaser handelt, sollte auf zertifizierte Bio-Baumwolle zurückgreifen.

Hintergrund: Begriffe wie Bio sind vom Gesetzgeber in der Textilindustrie nicht an bestimmte Bedingungen geknüpft oder geschützt. Aus diesem Grund sollten Sie sich an Siegeln orientieren, die wirklich für Nachhaltigkeit stehen.
Wichtige Siegel Bedeutung
IVN Zertifiziert Best Naturtextil Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau und aus chemiearmer Verarbeitung bei sozialverantwortlichen Bedingungen
Global Organic Textile Standard (GOTS) Textilprodukte bestehen mindestens zu 70 % aus biologisch erzeugter Naturfaser, chemische Zusätze erfüllen umweltrelevante Kriterien, Fertigung muss sozialen Maßstäben genügen
Oeko-Tex STeP Erfüllte Mindestkriterien in den sechs Modulen Chemikalienmanagement, Umweltleistung, soziale Verantwortung, Qualitätsmanagement und Gesundheits- sowie Arbeitssicherheit

2.2 Weitere pflanzliche Fasern

Neben Baumwolle existieren weitere pflanzliche Faservarianten, die in der Textilverarbeitung Verwendung finden. Stoffe wie Sisal oder Bast werden jedoch nicht für Kleidung, sondern eher für Teppiche genutzt. Neben Baumwolle werden vor allem Hanf- und Flachsfasern zu Kleidung verarbeitet:

  • Hanf: Hoher Tragekomfort, leichtes Material, optimal temperatur- und feuchtigkeitsregulierend, widerstandsfähig und reißfest
  • Flachs (Leinen): Schmutzabweisend aufgrund der Faserstruktur, optimale Feuchtigkeitsregulierung, leichtes Tragegefühl

3. Tierische Fasern

Anders als pflanzliche Fasern bestehen tierische Fasern aus Eiweißverbindungen. Der Hauptanteil der tierischen Erzeugnisse, die in der Kleidungsindustrie verarbeitet werden, setzt sich aus Schaf- und Ziegenwolle zusammen. Doch auch Stoffe wie Seide, Kaschmir und Angora gehören zu den tierischen Fasern und erfreuen sich aufgrund des hohen Tragekomforts großer Beliebtheit.

Wie bei Textilien aus Pflanzenfasern auch, ist Kleidung aus tierischen Stoffen nicht per se als nachhaltig zu bezeichnen, wie das folgende Beispiel von Schafwolle zeigt.

3.1 Tierische Naturfasern am Beispiel von Schafwolle

Ob Schafwolle als nachhaltig einzustufen ist, hängt vor allem von der Haltung der Tiere ab. Auch bei Kleidung aus tierischen Fasern gilt, dass Begriffe wie Bio, Natur oder Öko nicht geschützt oder an gesetzliche Auflagen gebunden sind, sodass Sie vor allem die jeweilige Zertifizierung einer eingehenden Prüfung unterziehen sollten.

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Bei nachhaltiger Schafwolle geht es vor allem um die artgerechte Haltung der Tiere.

3.2 Kriterien einer nachhaltigen Schafhaltung und Wollgewinnung

Hierbei ist vor allem genügend Auslauf und die Größe der Weidefläche wichtig. Darüber hinaus soll die Fortpflanzung der Tiere auf natürliche Art und Weise erfolgen und bei der Fütterung auf Zusatzstoffe wie Masthilfen verzichtet werden. Tiertransporte müssen auf eine den Tieren zumutbare Weise erfolgen und auf das sogenannte Mulesing muss verzichtet werden. Bei der Weiterverarbeitung der Wolle werden in der Regel große Mengen Wasser benötigt und auch das Bleichen und Färben der Fasern ist wegen des Einsatzes von Chemikalien oftmals problematisch.

Was ist Mulesing?
Aufgrund von Urin- und Kot-Ablagerungen kommt es im Bereich der Hinterläufe von speziell gezüchteten Merinoschafen oft zu Fliegenbefall in Hautfalten. Um dies zu verhindern, werden Schafen ohne Betäubung große Bereiche der Haut weggeschnitten, sodass dort Narbengewebe die Faltenbildung verhindern soll. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass die unbehandelten Wunden den Fliegenbefall oft eher begünstigen.

3.3 Seide

Auch Seide geht auf tierische Erzeugnisse zurück. Die wertvollen Fäden werden vor allem vom Echten Seidenspinner gesponnen, einer Raupenart, die sich ausschließlich von Maulbeerblättern ernährt und bereits vor mehreren tausend Jahren in China domestiziert wurde. Wichtig für nachhaltige Seide ist beispielsweise der Verzicht auf Herbizide, Pestizide und Hormone bei der Fütterung der Raupen. Wie alle anderen Naturfasern, ist auch Seide nur dann als nachhaltig zu bezeichnen, wenn sie außerdem umweltschonenden und sozialverantwortlichen Kriterien Rechnung trägt und dies durch bestimmte Gütesiegel verbrieft wird.

FAQ

  • Welche Naturfasern eignen sich für Sommerkleidung?

    Aufgrund der Leichtigkeit des Materials sowie der optimalen feuchtigkeits- und wärmeregulierenden Eigenschaften ist Hanf besonders für die Fertigung von leichter Sommerkleidung ideal.

  • Kunstfaser vs. Naturfaser: Was sind die Unterschiede?

    Kunstfasern gehen im Gegensatz zu Naturfasern nicht auf pflanzliche oder tierische Fasern zurück, sondern auf Kunststoffpolymere. Aus diesem Grund sind sie auch nicht biologisch abbaubar und die Herstellung geht in der Regel mit umweltbelastenden Prozessen einher.

  • Welche Naturfasern gibt es?

    Bei Naturfasern wird zunächst zwischen pflanzlichen und tierischen Fasern unterschieden. Zu den pflanzlichen Fasern gehören beispielsweise Baumwolle, Leinen oder Hanf. Beispiele für tierische Fasern sind Schafwolle oder Seide.

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Redakteurin Henk

Vertrauen ist gut, Recherche ist besser!

Als Redaktionsleiter ist Henk seit vielen Jahren bei Kollegen und Kunden für seine patente Beratung in allen Produktbereichen bekannt. Privat interessiert er sich fürs Kochen und die neuesten Technik-Gadgets.

Quellenhinweise
https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/baumwolle/
https://www.global-standard.org/de/
https://www.oeko-tex.com/de/hier-beantragen/step-by-oeko-tex
https://wolle.peta.de/mulesing/