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Quelle: iStock.com/D-Keine

Beton bohren: Schnell und einfach zum Erfolg

Du möchtest ein Loch in Beton bohren, weißt jedoch nicht, was du dafür benötigst und wie das funktioniert? Wir erklären dir, welches Werkzeug dafür am besten geeignet ist und wie du dein Vorhaben schnell und einfach umsetzen kannst.

1. Vorbereitungen für das Bohren in Beton

Wenn du ein Loch in eine Wand oder die Decke bohren möchtest, solltest du zunächst prüfen, um welches Material es sich handelt, damit du die richtige Bohrmaschine sowie den richtigen Bohrer wählen kannst. Dabei kannst du wie folgt vorgehen:

  1. Klopfen
    Klopfe die Wand an der gewünschten Stelle ab. Klingt der Ton dabei dumpf oder hohl, handelt es sich vermutlich um Gipskarton, eine MDF-Platte oder ein ähnliches Material. Ist die Wand hingegen massiv, kannst du mit einer Probebohrung herausfinden, woraus sie besteht.
  2. Anbohren
    Bohre an der gewünschten oder an einer unauffälligen Stelle ein kleines Loch. Beachte dabei zwei Dinge: Es muss sichergestellt werden, dass dort keine Leitungen verlaufen und das Loch muss tief genug sein, damit du durch den Putz auf die eigentliche Wand triffst.

Anhand des Bohrmehls lässt sich abschätzen, um welches Material es sich handelt. Dementsprechend kannst du den passenden Bohrer wählen:

  • Weißes Bohrmehl deutet auf Kalksandstein hin. Ein Steinbohrer ist hierbei die richtige Wahl.
  • Rotes Bohrmehl tritt bei Ziegeln aus. Auch hierfür eignen sich Steinbohrer.
  • Graues Bohrmehl ist ein Zeichen für Beton. Dementsprechend ist ein Betonbohrer zu verwenden.

2. Wahl der richtigen Bohrmaschine und Bohrer

Für den Erfolg beim Bohren in Beton sind zwei Aspekte maßgeblich:

  • die richtige Bohrmaschine
  • der richtige Bohrer

Beton ist ein Gemisch aus mehreren Materialien und kann auf unterschiedliche Art und Weise angesetzt werden. Je nach Mengenverhältnis der Zutaten weist er unterschiedliche Eigenschaften auf und kann härter oder weicher sein. Darüber hinaus gibt es noch Stahlbeton: Dieser enthält im Inneren eine Stahlkonstruktion aus sogenanntem Armierungs- oder Bewehrungsstahl. Der Stahl macht das Material in sich stabiler, erschwert jedoch den Bohrvorgang, wenn man auf den Stahl trifft.

Daher gilt grundsätzlich: Je härter der Beton beschaffen ist und je größer der gewünschte Bohrdurchmesser ausfällt, desto besser müssen die Bohrmaschine und der verwendete Bohrer sein.

In diesem Abschnitt stellen wir dir unterschiedliche Bohrmaschinentypen sowie ihre Eignung zum Betonbohren vor und erklären zudem, worauf es bei der Wahl des Bohrers ankommt.

Bohrmaschine mit Schlagfunktion
Um in Beton bohren zu können, muss die Maschine über eine zuschaltbare Schlagfunktion verfügen.

1. Akkuschrauber

In der Regel eignen sich Akkuschrauber nur zum Ein- und Rausdrehen von Schrauben sowie zum Bohren von Löchern in weiche Materialien wie etwa Holz. Verfügt das Gerät jedoch über eine Schlagfunktion, lassen sich mit ihm auch kleine Löcher in Beton realisieren.

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2. Schlagbohrmaschinen

Je nach Leistungsfähigkeit lassen sich mit Schlagbohrmaschinen Löcher mit einem Durchmesser von bis zu 12 Millimetern in Beton bohren. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass im Falle von dicken, tiefen Bohrlöchern sowie bei Stahlbeton auf einen Bohrhammer zurückgegriffen werden sollte.

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3. Bohrhämmer

Bohrhämmer sind die ideale Wahl für Betonwände: Sie bieten eine besonders hohe Bohr- beziehungsweise Schlagleistung und erleichtern das Bohren in Beton somit ungemein. Zudem eignen sie sich bei der Verwendung von geeigneten Bohrern auch zum Bohren von Stahlbeton.

Allerdings haben sie auch zwei Nachteile: Zum einen können nur spezielle Bohrer verwendet werden, die einen zur Aufnahme des Bohrfutters passenden Bohrerschaft haben (SDS-plus oder SDS-max). Zum anderen eignen sich Bohrhämmer nur für Materialien wie Beton und Stein, sodass sich die Anschaffung nur lohnt, wenn man öfter große Löcher in Wände und Co. bohren möchte. Andernfalls empfehlen wir den Kauf eines leistungsfähigen, universellen Schlagbohrers, bei dem sich die Schlagfunktion ein- und ausschalten lässt. Mit diesem Gerät lassen sich dann (fast) alle Materialien bearbeiten.

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Beton bohren: Diese Bohrer eignen sich

Um Löcher in Beton zu bohren, kannst du auf vier unterschiedliche Bohrerarten zurückgreifen:

  • Betonbohrer eignen sich für den Einsatz in Beton und Mauerwerk. Sie können mit allen Bohrmaschinen und Schlagbohrmaschinen verwendet werden.
  • Granitbohrer sind speziell für Granit angefertigt, eignen sich in der Regel aber auch für das Bohren von Beton, Marmor und Kunststein.
  • Schlagbohrer sind auf die Verwendung mit Schlagbohrmaschinen ausgelegt. Mit ihnen lassen sich kleine bis mittlere Löcher in Beton, Mauerwerk und Naturstein setzen.
  • Hammerbohrer verfügen über einen SDS-plus- oder SDS-max-Bohrerschaft, die speziell für die Aufnahme beziehungsweise das Bohrfutter von Bohrhämmern konzipiert sind. Sie eignen sich für unterschiedliche Betonarten – teilweise auch mit Armierung (Stahlbeton). Entscheidend für die Eignung sind die Anzahl der Schneiden, die Kopfform und die Spiralform. Günstige Ausführungen gelten dabei zumeist als wenig leistungsstark, wohingegen man mit qualitativ hochwertigen Hammerbohrern mit vier Schneiden neben Mauerwerk und Ziegeln auch armierten Beton bohren kann.
Steinbohrer, Metallbohrer und Holzbohrer nebeneinander
Bohrerarten im Vergleich: Betonbohrer, Metallbohrer, Holzbohrer (v. l. n. r.)
Tipp: Beim Kauf von Bohrern kommt es auf den verwendeten Stahl und die Anzahl der Schneiden an. Hierbei gibt es enorme Qualitätsunterschiede, die sich häufig im Preis widerspiegeln. Wir empfehlen dir, hier mehr Geld zu investieren, da sich diese Investition doppelt auszahlt: Sehr gute Bohrer erleichtern die Arbeit ungemein. Zudem können bei günstigen Ausführungen die Schneiden schnell abbrechen, stumpf werden oder die Bohrer ausglühen, was sie unbrauchbar macht.

3. Wahl der richtigen Dübel

Bei der Wahl geeigneter Dübel solltest du insbesondere auf die folgenden Aspekte achten:

  • Wie ist die Beschaffenheit der Wand oder Decke?
  • Was und welches Gewicht soll die Konstruktion halten?
  • Wo wird das Objekt befestigt – an einer Wand oder an der Zimmerdecke?

Dabei solltest du dich an die Herstellerangaben zur Tragfähigkeit halten. Darüber hinaus spielen diese Punkte eine wichtige Rolle:

  • Bei Deckenmontage (z. B. von Lampen): Angaben zur Zugkraft
  • Bei Wandmontage von flachen Gegenständen (z. B. Bilder, Spiegel etc.): Angaben zur Querkraft
  • Bei Wandmontage von Gegenständen mit einer hohen baulichen Tiefe (z. B. Schränke, Regale etc.): Angaben zum Schrägzug (= Kombination von Zug- und Querkraft)
Beton bohren: Diese Dübel eignen sich

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Dübelarten, die sich für die Verwendung in Beton eignen:

  • Universaldübel/Spreizdübel: eignen sich für geringes Gewicht
  • Schwerlastdübel: sind ideal für hohe Belastungen
  • Flüssigdübel: weisen ähnliche Eigenschaften wie Holz auf

Beim Flüssigdübel wird ein Gemisch aus zwei Komponenten in das Bohrloch gespritzt. Nach dem Aushärten können Schrauben in das Material gedreht werden.

Tipp: Je nach Verwendungszweck kannst du anstelle von Dübeln und Schrauben auch auf Betonschrauben und Bolzenanker zurückgreifen, um Objekte an der Wand zu befestigen.

4. Beton bohren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

In diesem Abschnitt erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du einfach und schnell ein Loch in Beton bohren kannst. Dazu brauchst du:

  • Ortungsgerät
  • Bohrmaschine
  • Betonbohrer
  • Bleistift
  • Briefumschlag oder Gefrierbeutel
  • Klebeband, Malerkrepp oder Isolierband
  • Dübel
Werkzeug fürs Bohren von Beton
Diese Utensilien werden benötigt.

1. Bohrstelle prüfen

Bevor du mit dem Bohren beginnst, solltest du unbedingt sicherstellen, dass die gewünschte Stelle geeignet ist. Dabei gilt es zu prüfen, ob in unmittelbarer Nähe Leitungen verlaufen. Dazu zählen insbesondere

  • Stromkabel
  • sowie Wasser-
  • und Gasrohre.
Hinweis: In der Regel verlaufen Stromleitungen immer horizontal und vertikal beziehungsweise parallel zu Steckdosen und Lichtschaltern. Allerdings ist dies nicht immer der Fall und auch in Bereichen um Türrahmen, Fenster und in Zimmerdecken ist zusätzliche Vorsicht geboten.

Zur Sicherheit sollte daher stets ein Fachmann befragt werden. Alternativ kann der Verlauf verschiedener Leitungsarten in Wänden mit speziellen Ortungsgeräten geprüft werden.

Ortungsgerät beim Einsatz
Das grüne Licht des Ortungsgeräts zeigt an, dass sich keine Leitungen in der Nähe befinden.

2. Bohrloch anzeichnen

Du kannst die gewünschte Position mit einem Bleistift markieren. Um ein Abrutschen zu vermeiden, ist es gegebenenfalls ratsam, die Stelle anzureißen oder zunächst mit einem kleinen Bohrer wenige Millimeter vorzubohren. Ebenso kannst du vor dem Bohren etwas Klebeband oder Malerkrepp anbringen, welches ein Verrutschen der Bohrerspitze beim Ansetzen verhindert.

Anzeichnen der Bohrposition
Zunächst wird die Stelle für das Bohrloch markiert.

3. Bohrtiefe festlegen

Die benötigte Bohrtiefe ist vom geplanten Zweck und dementsprechend vom gewählten Dübel abhängig. In der Regel kannst du Länge und Durchmesser des Dübels addieren, um die benötigte Tiefe des Bohrlochs zu ermitteln.

Tipp: Beachte stets die Angaben des Dübelherstellers.

Sofern die gewählte Bohrmaschine über einen Tiefenanschlag verfügt, kannst du diesen passend zur benötigten Länge einstellen. Alternativ kannst du den Bohrer an der entsprechenden Stelle mit Krepp- oder Isolierband umwickeln, um die Bohrtiefe zu markieren.

Bohrer neben Dübel
Die Markierung am Bohrer hilft, nicht unnötig tief zu bohren.

4. Ansetzen und bohren

Damit beim Bohren in den Beton möglichst wenig Dreck verursacht wird, sollte dir idealerweise eine zweite Person helfen und ein Staubsaugerrohr unmittelbar unter die Bohrstelle halten, um den gröbsten Bohrstaub direkt abzusaugen. Wenn du allein bist, kannst du alternativ einen Briefumschlag oder einen Gefrierbeutel mit Klebeband unter dem Loch befestigen, in dem sich das Bohrmehl sammeln kann.

Briefumschlag an Wand
Der Briefumschlag fängt den gröbsten Schmutz auf.

Nimm zum Bohren einen festen Stand ein: Führst du die Bohrmaschine mit der rechten Hand, sollte ebenfalls der rechte Fuß vorne stehen; bei Linkshändern der linke Fuß. Stelle die Schlagfunktion ein, setze den Bohrer in einem rechten Winkel an und beginne mit dem Bohrvorgang.

Tipp: Es ist wichtig, nicht zu viel Druck auszuüben, sondern den Schlagbohrer die Arbeit machen zu lassen. Zu hoher Druck sorgt dafür, dass die Schläge nicht richtig ausgeführt werden können, wodurch der Bohrvorgang erschwert wird. Dies gilt insbesondere für Bohrhämmer, bei denen der Druck noch geringer ausfallen sollte – insbesondere, wenn man im Beton auf Stahl trifft.

Bohre anschließend bis zur gewünschten Tiefe und ziehe den Bohrer am Ende aus der Wand. Dabei sollte sich dieser langsam weiterdrehen, damit er sich nicht verhakt.

Fertig gebohrtes Loch
Mit leichtem, gleichmäßigem Druck gelingt das Bohren in Beton.

5. Bohrloch nachbereiten

Um den bestmöglichen Halt des Dübels zu gewährleisten, sollte das Bohrloch möglichst ganz von Betonresten befreit werden. Dazu kannst du das Loch aussaugen, mit einem Stab reinigen oder ausblasen. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung von Spritz- beziehungsweise Flüssigdübeln.

Nachdem der Dübel im Loch platziert wurde, ist der korrekte Sitz zu prüfen, um festzustellen, ob er richtig hält und das Loch nicht ausgerissen ist. Andernfalls sollte es mit Spachtelmasse gefüllt und der Dübel danach hineingedrückt werden.

Dübel in Betonwand
Der Dübel muss exakt sitzen.

6. Objekt aufhängen

Zuletzt kannst du die Schraube eindrehen und das gewünschte Objekt daran befestigen.

Schraube wird in Dübel geschraubt
Die Größe der Schraube ist passend zum Dübel zu wählen.

FAQ

  • Welche Bohrer eignen sich für Beton?

    Für Beton sind spezielle Betonbohrer die richtige Wahl. Je nach Größe des Bohrlochs kann ein Akkuschrauber mit Schlagfunktion, eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer verwendet werden. Die verwendeten Bohrer müssen vom Schaft zur jeweiligen Maschine passen. Mehr dazu erfährst du in unserer Beratung.

  • Welche Bohrer eignen sich für Stahlbeton?

    Stahlbeton stellt aufgrund der Materialzusammensetzung von Beton und Stahlelementen besonders hohe Ansprüche und lässt sich nur mithilfe eines Bohrhammers und geeigneter Bohrer für Stahlbeton bearbeiten.

  • Wie bohre ich Beton?

    Beim Bohren in Beton gibt es verschiedene Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Dazu zählen insbesondere die Wahl einer geeigneten Bohrmaschine und passender Bohrer. Wie du dabei genau vorgehen solltest, um das Vorhaben umzusetzen, haben wir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich zusammengefasst.

So kannst du in Beton bohren – Zusammenfassung

Um erfolgreich und möglichst einfach ein Loch in Beton zu bohren, benötigst du die richtige Ausstattung.

  • Für kleine Löcher mit geringem Durchmesser eignet sich ein Akkuschrauber mit Schlagfunktion zusammen mit einem Betonbohrer.
  • Für Löcher mit einem Durchmesser von bis zu 12 Millimetern reicht eine leistungsfähige Schlagbohrmaschine mit einem Betonbohrer.
  • Für besonders tiefe Löcher oder breite Durchmesser ist auf einen Bohrhammer mit entsprechendem Hammerbohrer zurückzugreifen.
  • Für Stahlbeton ist ebenfalls ein Bohrhammer mit einem speziellen Hammerbohrer für Stahlbeton die richtige Wahl.
Glossar
  • Armierung: auch Armierungsstahl; der Stahl in Stahlbeton (vgl. Bewehrung/Bewehrungsstahl)
  • Bewehrung: auch Bewehrungsstahl; der Stahl in Stahlbeton (vgl. Armierung/Armierungsstahl)
  • Schlagfunktion: sorgt bei Bohrern zusätzlich zur Drehung für Schläge auf den Bohrer, die das Eindringen in Beton, Stein etc. erleichtern
  • SDS-plus: spezieller Bohrerschaft bzw. entsprechende Aufnahme bei Bohrfuttern
  • SDS-max: spezieller Bohrerschaft bzw. entsprechende Aufnahme bei Bohrfuttern
  • Zugkraft: Kraft, die von oben nach unten auf vertikal eingetriebene Schrauben wirkt
  • Querkraft: Kraft, die von oben nach unten auf horizontal eingetriebene Schrauben wirkt
  • Schrägzug: Kombination von Zug- und Querkraft
  • Tiefenanschlag: Vorrichtung an Bohrmaschinen, die die Einstellung der Bohrtiefe ermöglicht
Redakteur Lars

Vertrauen ist gut, Recherche ist besser!

Lars ist seit über 10 Jahren im E-Commerce als Redakteur unterwegs. Familie, Freunde und Kollegen schätzen ihn für sein handwerkliches Know-How und sein Wissen rund um Elektronik-Themen.