
Edler Tropfen: Chardonnay
Chardonnay ist eine der am weitesten verbreiteten Weinsorten der Welt. Der Anbau der Rebe ist für zahlreiche Regionen und Klimazonen geeignet. Wir zeigen Ihnen, was einen Chardonnay-Wein ausmacht. Zudem stellen wir die Anbaugebiete vor und verraten, zu welchen Lebensmitteln der edle Tropfen passt.
1. Eigenschaften eines Chardonnay-Weins
Man muss kein Weinkenner sein, um zu wissen, dass kein Weißwein dem anderen gleicht. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Attribute eines Chardonnay-Weins vor:
- Weltweit die am weitesten verbreitete weiße Rebsorte.
- Anders als Riesling oder Muskateller hat der Chardonnay keinen typischen Eigengeschmack (variiert nach Anbaugebiet und Reife).
- Hoher Alkoholgehalt (meist 13 Prozent).
- Wird sowohl als klassischer Weißwein, aber auch als Schaumwein produziert. So zählt die Chardonnay-Traube bei Champagner zu einer der Hauptkomponenten.
- Typische Aromen für den Chardonnay sind Melone, exotische Früchte, reife Stachelbeeren und Äpfel. Je nach Anbau- und Reife-Methode sind auch die Aromen Himbeere, Pfirsich, Vanille, Tomate, Tee, Tabak oder Rose aus dem Wein herauszuschmecken.

2. Anbaugebiete und Ausbau
Die Chardonnay-Rebe gehört zu den populärsten Weinsorten der Welt. Wir zeigen Ihnen, worauf es beim An- und Ausbau der Rebe ankommt und in welchen Gebieten Sie diese finden.
Wo wächst die Chardonnay-Rebe am besten?
Die Chardonnay-Traube ist sehr anpassungsfähig und gedeiht besonders auf kalkhaltigen, tiefgründigen Böden. Randlagen empfehlen sich eher weniger für die Rebsorte, ansonsten kann sie sich jedoch an fast alle Bodenarten recht gut anpassen. Je wärmer das jeweilige Anbaugebiet ist, desto besser sind die Voraussetzungen für eine lange Reifezeit des Weins. Die Rebe weist zugleich eine starke Winterhärte auf. Auch gegen Krankheiten wie Echten oder Falschen Mehltau ist die Chardonnay-Traube sehr resistent. Auf Spätfröste reagiert die Rebe hingegen anfällig und weist hier eine hohe Blüteempfindlichkeit auf. Grund dafür ist ihr früher Austrieb.
Die Chardonnay-Rebe gedeiht in vielen Regionen der Erde. Ihren Ursprung hat sie in Burgund.
Die französischen Weinregion Burgund gilt als das Ursprungsgebiet des Chardonnays. Da die Traube Hauptbestandteil des Champagners ist, zählt auch die Champagne zu den großen Anbaugebieten der Rebsorte. Im nördlichen Chablis werden besonders hochwertige Chardonnay-Weine hergestellt, da hier der Anbau sortenrein verläuft. Mittlerweile gilt Frankreich aber nicht mehr als einziges Hauptanbaugebiet des Chardonnays. Besonders in Kalifornien ist die Rebsorte sehr beliebt und kann mit einer Anbaufläche von knapp 45.000 Hektar Frankreich das Wasser reichen. Auch in Australien, Italien und Chile ist der Chardonnay weit verbreitet. In Deutschland und Österreich wird die Rebsorte ebenfalls immer beliebter. In der Südsteiermark spricht man an Stelle von Chardonnay von Morillon – erst in den 1980er Jahren wurde festgestellt, dass die beiden Rebsorten identisch sind.
Der Ausbau des Chardonnays
Der Ausbau des Chardonnay-Weins variiert von Region zu Region. Die meisten Winzer setzen auf einen trockenen Ausbau. Hier wird zwischen der Reifung im Fass und im Edelstahltank unterschieden.
- Barrique-Reifung: Hier wird der Wein in einem Eichenfass, auch Barrique-Fass genannt, gelagert. Dabei entsteht ein holziges oder buttriges Aroma, das sich mit dem fruchtigen Geschmack des Chardonnays ideal verbindet.
- Edelstahltank-Reifung: Bei der Reifung im Stahltank findet kein biologischer Säureabbau statt. Hier wird die fruchtige Note der Chardonnay-Traube gefördert und es entstehen je nach Reifedauer leichte, säuerliche Weine.
- „Sur lie“-Reifung: „Sur lie“ ist Französisch und bedeutet auf der Hefe gereift. Hier wird der Chardonnay vor der Abfüllung in Flaschen auf Hefe gelagert. Dadurch entsteht eine brotähnliche Note.
- Versektung: Zur Herstellung von Sekt und Champagner werden die fruchtigen Weine aus der Edelstahltank-Reifung verwendet. Anschließend wird auf verschiedene Art und Weise der Gärungsprozess eingeleitet, sodass die für Schaumweine typische Kohlensäure entsteht.
3. Dazu passt der Wein
Aufgrund seiner Vielfältigkeit passt ein Chardonnay zu beinahe allen Lebensmitteln. Sie können jedoch anhand des Anbaugebietes und seines Reifegrads die Note des Weins gezielt aussuchen.

Frisch und leicht zu Fisch und Spargel
Leichte, fruchtige Chardonnay-Sorten sind vor allem Weine mit einer kurzen Reifezeit. Die frischen oder auch „mageren“ Weine erkennen Sie an Ihrer leicht grünlichen Färbung. Sie eignen sich besonders gut zu Fischgerichten, Meeresfrüchten, Grillgemüse und Spargel. Besonders Weine aus der Region Chablis zählen hier zu den passenden Sorten.

Spritzig und edel zum Aperitif
Chardonnay wird auch gerne für die Herstellung von Champagner oder Sekt verwendet. Zu den edelsten Champagner-Sorten zählen sogar jene, die fast ausschließlich aus der Chardonnay-Traube bestehen. Der Schaumwein sollte am besten eisgekühlt zum Aperitif gereicht werden. Dazu passt Fingerfood wie frittierter Lachs oder ein Shrimp-Cocktail.

Holzig und schwer zu Grillgut und Fleisch
Weißwein zu Fleisch gilt nach wie vor als ungewöhnlich. Es gibt jedoch einige Chardonnay-Sorten, die besonders füllig und holzig im Geschmack ausfallen, da diese lange reifen durften. Diese passen perfekt zu Geflügel und hellem Fleisch. Einige Gourmets trinken den aromatischen Wein sogar zu traditionellen Rotwein-Gerichten wie Gulasch. In Deutschland werden bevorzugt Chardonnay-Weine mit einer schweren Holznote angeboten, damit dieser nicht in Konkurrenz zum beliebten Riesling tritt.

Der Klassiker: Chardonnay zu Käse
Wenn Sie den edlen Wein zu einer Käseplatte reichen möchten, sollten Sie Wein und Käse aufeinander abstimmen. Je würziger der Käse, desto aromatischer sollte auch der Chardonnay ausfallen. Es gibt auch Chardonnay-Weine mit einem buttrig-cremigen Aroma, diese passen perfekt zu Camembert und anderen Weichkäse-Sorten.
4. Nützliche Tipps für den perfekten Weingenuss
Damit Sie Ihren Chardonnay-Wein oder Champagner vollends genießen können, sollten Sie auf die richtige Kühltemperatur und Lagerung achten. Lesen Sie hier unsere Tipps:
Die richtige Temperatur
Die Trinktemperatur des Chardonnays ist ausschlaggebend für seinen Geschmack. Hier sollten Sie darauf achten, welches Aroma der Wein besitzt. Sehr fruchtige, aromatische Weine sollten bei einer Temperatur zwischen elf und 14 Grad getrunken werden. Einen trockenen, leicht säuerlichen Chardonnay genießen Sie am besten bei acht bis zehn Grad. Sekt oder Champagner sollten am kältesten konsumiert werden: Hier eignet sich eine Temperatur von fünf Grad Celsius. Ein Weinthermometer sowie Flaschenkühler helfen Ihnen dabei, die Trinktemperatur des Chardonnays genau abzustimmen.
Die korrekte Lagerung
Wein reagiert auf Erschütterungen, die zum Beispiel beim Transport entstehen. Daher sollten Sie diesen niemals direkt nach dem Einkauf trinken. Lassen Sie die Flasche zunächst mindestens ein paar Tage ruhen, bevor Sie diese genießen. Daher empfiehlt sich eine gute Vorratslagerung, sowohl für Weiß- als auch für Rotweine. Sonneneinstrahlung lässt den Wein schneller altern, daher sollten Sie ihn möglichst lichtgeschützt aufbewahren. Auch die Temperatur spielt hier eine Rolle – am wohlsten fühlt sich ein Chardonnay bei zehn bis zwölf Grad Celsius. Um Erschütterungen vorzubeugen, eignet sich eine liegende Lagerung in Weinregalen hervorragend für Chardonnay.
5. FAQ
Welche Mutationen eines Chardonnays gibt es?
Wird die Chardonnay-Traube mit rosa Beeren gemischt, so entsteht die Mutation Chardonnay Rosé. Ein Chardonnay Musqué trägt eine feine Muskat-Note mit sich. Diese entsteht aus einer Rebsorte, die im Burgund angebaut wird. Die dritte Mutation ist die Rebsorte Melon à Queue Rouge. Diese ist in der französischen Jura-Region weit verbreitet.
Wie lange kann man Chardonnay lagern?
In der Regel gilt: Je einfacher der Wein, desto schneller sollte er getrunken werden. Bei Chardonnay-Sorten, die im Edelstahltank gereift wurden, handelt es sich meist um Alltagsweine. Diese sollten innerhalb von zwei bis vier Jahren verzehrt werden. Edle Chardonnay-Weine oder Champagner, die als „Premier Cru“ oder „Grand Cru“ klassifiziert sind, können hingegen über zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Sie entwickeln im Laufe der Zeit ihr Aroma noch weiter.






































