
Einführung in die Welt der Schaumweine
Kohlensäurehaltige Weine werden besonders gerne zu festlichen Anlässen gereicht. Bei dem großen Angebot auf dem Markt fällt es jedoch schwer, die Unterschiede in Qualität und Herkunft zu überblicken. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die verschiedenen Begrifflichkeiten und verraten Ihnen, woran Sie einen guten Schaumwein erkennen können.
1. Was ist Schaumwein?
Unter den Begriff Schaumwein fallen verschiedene kohlensäurehaltige Getränke, die aus Wein hergestellt werden. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die in Deutschland gängigsten und bekanntesten Varianten mit einigen der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenschaften.
Schaumwein
- Herkunftsland auf Etikett
- Alkoholgehalt mind. 9,5 Vol.-%
- Kohlensäure-Druck mind. 3 bar
Sekt
- Alkoholgehalt mind. 10 Vol.-%
- Kohlensäure-Druck mind. 3,5 bar
- Reifezeit mind. 9 Monate
Qualitätsschaumwein
- Darf als Sekt bezeichnet werden
- Nur aus speziellen, festgelegten Bukettrebsorten
Qualitätsschaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung
- Bei geografischer Angabe müssen die verwendeten Trauben zu 100 % aus der genannten Region stammen
Winzersekt
- Deutsches Pendant zu Crémant bzw. Champagner
- Trauben müssen zu 100 % vom jeweiligen Winzer stammen
- Zusätzlich müssen die Trauben alle aus der jeweiligen Region kommen
Crémant
- Strengere Auflagen als Winzersekt
- Zwingende Handlese der Trauben
- Maximalzuckergehalt vorgeschrieben
- Geschmacksprüfung verpflichtend
Champagner
- Darf nur in der Champagne produziert werden
- Ernte von Hand
- Reduzierte Ertragsmenge bei den Trauben
- Enge Bestockung im Weinberg
Prosecco (Spumante)
- Nur als „Spumante“ ein Schaumwein
- Herkunft aus festgelegtem Gebiet der Region Venetien
Cava
- Spanischer Schaumwein
- 9 Monate Reifezeit
- Ab 18 Monaten: Reifestufe Reserva
- Ab 30 Monaten: Reifestufe Gran Reserva
Schaumwein lässt sich eindeutig von Perlwein abgrenzen, für den weniger strenge Auflagen gelten. Perlwein muss beispielsweise nicht über einen so hohen Kohlesäuredruck oder Alkoholgehalt verfügen wie Sekt. Darüber hinaus darf die Kohlensäure künstlich hinzugefügt werden, während Sie bei den Schaumweinen aus der Gärung in Flaschen oder Tanks entstehen muss. Daher fallen unter anderem Secco sowie Prosecco Frizzante lediglich in die Kategorie der Perlweine.
Wir haben für die verschiedenen Kategorien der Schaumweine detaillierte Informationen aufbereitet, die wir jeweils in einem eigenständigen Ratgeber für Sie zusammengefasst haben:
Der Champagner gilt als König unter den Schaumweinen.
2. Begriffskunde
An dieser Stelle haben wir einige wichtige Begriffe, die bei der Produktion unterschiedlicher Schaumweine eine Rolle spielen, für Sie zusammengetragen.
Cuvée
Unter dem Begriff Cuvée versteht man einen Wein oder Schaumwein, der aus verschiedenen Rebsorten gemischt ist. Im Deutschen ist auch der – zumeist negativ konnotierte – Begriff Verschnitt geläufig.
Bei der Champagnerproduktion bezeichnet Cuvée den Most der höchsten Qualität, der bei der ersten Pressung der Weintrauben entsteht.
Degorgieren
Beim Degorgieren wird mithilfe eines Kältebades die abgestorbene Hefe aus dem Schaumwein entfernt:
Dazu werden die Flaschen über einen langen Zeitraum in bestimmten Abständen gedreht. Vor dem Degorgieren stehen die Schaumweinflaschen (nahezu) senkrecht über Kopf und die komplette Hefe sammelt sich als Pfropfen im Flaschenhals an. Mithilfe eines Kältebades wird dieser Pfropfen gefroren. Anschließend wird die Flasche kurz geöffnet, sodass die Hefe entweicht.
Dabei kommt es zu einem Verlust an Inhalt durch die Hefe und teilweise entweichenden Schaumwein. Dieser Verlust wird mit der sogenannten Dosage (beziehungsweise Versanddosage) ausgeglichen.
Dosage
Die Dosage bezeichnet zum einen eine Mischung aus Wein und Zucker, die dem Schaumwein nach dem Degorgieren zugefügt wird, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Man spricht hierbei auch von der Versanddosage.
Zum anderen wird der Begriff als Synonym für die Tirage – die auch als Fülldosage bezeichnet wird – genutzt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Hefe und Zucker, die benötigt wird, um die zweite Gärung bei der Schaumweinproduktion einzuleiten.
3. Serviertipps
Damit Sie den vollen Geschmack und alle Aromen Ihres Schaumweins genießen können, empfiehlt es sich, diese Ratschläge zu befolgen:
Schaumweine entfalten Ihre Aromen in tulpenförmigen Gläsern am besten.
- Für die meisten Schaumweine gilt: Servieren Sie sie möglichst frisch! Eine zusätzliche Lagerung zuhause steigert die Qualität des Schaumweins in der Regel kaum. Häufig kommt es dabei eher zu einem Verlust an Geschmack und Aromen.
- Kühlen Sie den Schaumwein gut durch. Dies sollten Sie langsam (zum Beispiel über Nacht) tun. Ein schnelles Herunterkühlen im Gefrierfach oder auf Eis schadet dem Geschmack.
- Achten Sie auf saubere, möglichst polierte Gläser. Andernfalls kann der Schaumwein zu stark schäumen und an Geschmack verlieren.
- Darüber hinaus sollten Sie die Gläser beim Einschenken schräg halten, da auch dies einen übermäßigen Kohlensäureverlust verhindert.




































