
Schraubstock Ratgeber
Der Schraubstock gehört zu den unverzichtbaren Werkzeugen eines jeden Heimwerkers. In den Schraubstock eingespannt lassen sich Werkstücke sicher und präzise bearbeiten. Dies gilt nicht nur für schwere Metalle oder Hölzer – auch die Arbeit mit kleineren und leichteren Materialien wird durch einen Schraubstock extrem erleichtert. Daher gibt es je nach Einsatzgebiet verschiedene Schraubstockmdelle. In diesem Ratgeber lernen Sie die verschiedenen Ausführungen kennen und erfahren, wie Sie das richtige Gerät für Ihre Zwecke finden.
1. Allgemeine Informationen
Der Schraubstock ist ein Werkzeug um Werkstücke zur Bearbeitung zu fixieren. Anders als Schraubzwingen sind Schraubstöcke in der Regel an einem Tisch oder einer anderen Arbeitsfläche befestigt und daher nicht so leicht zu transportieren. Einige Modelle sind fest montiert und zu schwer, um diese regelmäßig an einem wechselnden Standort zu installieren. Andere Schraubstöcke hingegen sind leichter und für die Arbeit mit kleineren Werkstücken konzipiert. Bevor wir Ihnen die einzelnen Schraubstockmodelle vorstellen, zeigen wir Ihnen zunächst die einzelnen Bestandteile eines Schraubstocks kennen.
Ein Rohrschraubstock stellt eine Sonderform dar, da dieses Werkzeug speziell für die Arbeit mit runden Objekten konstruiert wurde.
1.1 Bestandteile
Schraubstöcke unterscheiden sich je nach Ausführung und Anwendungsgebiet. Einige Bestandteile sind jedoch allen Schraubstöcken zu eigen.
Wechselbacken lassen sich bei Beschädigung problemlos austauschen.
- Wichtigstes Einzelteil sind die Spannbacken, die auch Klemmbacken genannt werden. Das Backenpaar besteht in der Regel aus der beweglichen vorderen und der unbeweglichen hinteren Spannbacke.
- Die meisten modernen Schraubstöcke verfügen darüber hinaus über Wechselbacken, auch Schutzbacken genannt, die an den Spannbacken befestigt werden. Während einige Schutzbacken über Magnete verfügen, werden andere mit Schrauben befestigt.
Da beim Kontakt mit dem Werkstück Schäden an den Backen entstehen können, sollten Sie einen Schraubstock mit Wechselbacken wählen, um nicht die ganze Backe austauschen zu müssen.
Dieser Schraubstock ist mit einem Amboss ausgestattet.
- Die Backen sind durch eine Gewindespindel miteinander verbunden. Diese wird mit Hilfe einer Kurbel gedreht und bewegt die Backen je nach Drehrichtung aufeinander zu oder voneinander weg. Auf diese Weise lässt sich das Werkstück einklemmen oder lösen.
- Einige Schraubstücke sind mit einem kleinen Amboss ausgestattet, um Werkstücke hämmern oder körnen zu können.
- Mit einem Drehteller ausgestattet, bieten einige Schraubstöcke die Möglichkeit, das Werkstück in der Horizontalen zu drehen.
- Aufwendigere Modelle verfügen darüber hinaus über ein weiteres Drehelement, welches es ermöglicht, die Spannbacken in der Vertikalen zu drehen. Einige Schraubstöcke verfügen auf der Unterseite ein zweites Paar Klemmbacken, welches die für die Arbeit mit spezifischeren Werkstücken, wie zum Beispiel Röhren, konstruiert ist. Diese können Sie durch vertikales Drehen des Schraubstocks erreichen und als Werkzeug einsetzen.
Die Körnung ist eine Vertiefung innerhalb eines Werkstücks, welche die weitere Verarbeitung erleichtern soll. Beim Bohren dient die Körnung zum Beispiel der ersten Führung, damit der Bohrer nicht verrutscht.
1.2 Material
Die meisten Schraubstöcke sind entweder aus geschmiedetem Stahl oder Gusseisen hergestellt. Während letztere bei sehr hohen Belastungen zerbrechen können, sind Varianten aus Stahl etwas teurer. Die Entscheidung für einen der beiden Schraubstock-Typen ist demnach auch davon abhängig, mit welchen Materialien Sie arbeiten möchten und welche Kräfte bei der Bearbeitung auf das Werkstück wirken. Geräte aus Stahl eignen sich in erster Linie für Profis – bei den meisten anfallenden Arbeiten, wie zum Beispiel der Bearbeitung von Holz oder kleineren Metallteilen, reicht bereits ein Schraubstock aus Gusseisen aus.
Dieser Schraubstock ist aus Gusseisen gefertigt.
1.3 Schraubstocktypen
Die verschiedenen Schraubstock-Typen unterscheiden sich in Funktionsweise und Anwendungsgebiet.
Flaschenschraubstock
Der traditionelle Flaschenschraubstock wird vor allen Dingen für Schmiedearbeiten benutzt. Er verfügt über einen Fuß, der die Energie der Schläge in den Boden ableitet. Darüber hinaus sind die Backen so gelagert, dass sich bei deren Öffnung der Winkel verändert. So können auch größere Werkstücke problemlos eingeklemmt werden.
Parallelschraubstock
Der Parallelschraubstock ist der heute gebräuchlichste Konstruktionstyp. Anders als beim Flaschenschraubstock werden die Backen über eine Schiene oder einen Stab geführt und befinden sich stets im selben Winkel zueinander. Dies bietet den Vorteil, dass die Kraft stets gleichmäßig auf das Werkstück wirkt und es somit stabil und ohne Beschädigung bearbeitet werden kann.
1.4 Eigenschaften
Neben Material und Schraubstocktyp spielen bei der Wahl Ihres Schraubstocks Eigenschaften wie Spannweite, Backenbreite, Präzision und Werkbanktauglichkeit eine große Rolle.
- Die Backenbreite bezeichnet die Maße der Backen und gibt Aufschluss darüber, wie stabil Ihr Werkstück im Schraubstock verklemmt werden kann. Von der Breite der Backen ist darüber hinaus auch die Spannweite sowie die Spanntiefe abhängig.
Die Backenbreite sollte für den Heimgebrauch zwischen 100 bis 140 Millimetern liegen, während Profis zu Schraubstöcken mit einer Backenbreite von mindestens 140 bis 200 Millimetern greifen sollten.
- Die Spannweite bezeichnet den maximalen Abstand zwischen den beiden Klemmbacken und gibt somit an, wie groß das eingespannte Werkstück maximal sein darf.
- Die Spanntiefe hingegen bezeichnet den Abstand zwischen Ober- und Unterkante der Klemmbacken. Der Wert gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie tief das Werkstück im Schraubstock versenkt werden kann.
Mit einer Backenbreite von 125 mm ist dieser Schraubstock in erster Linie für den Heimgebrauch geeignet.
- Wie sauber ein Schraubstock gearbeitet ist, lässt sich daran erkennen, wie viel Spiel die Einzelteile haben. Eine Klemmbacke, die nicht richtig gelagert ist und zu viel Bewegung zulässt, ist im Zweifel nicht in der Lage, das Werkstück auch bei größerer Krafteinwirkung durch ein Werkzeug sicher zu fixieren. Deshalb sollten Sie auch auf die Präzision des Schraubstocks achten.
- Die Härte des verwendeten Materials ist ein weiteres Kriterium beim Kauf Ihres Schraubstocks. Sie wird in der Einheit Rockwell (RC) angegeben. Je höher der Wert, umso größer ist die Härte des Materials. So erhalten Sie Aufschluss darüber, welches Material Sie mit dem Schraubstock bearbeiten können, ohne, dass das Werkstück an Halt verliert oder beschädigt wird.
Für die Arbeit an Werkstücken mit geringem Härtegrad eignen sich besondere Schutzbacken aus Polyurethan, Gummi oder Filz. Die so gedämpften Schutzbacken verringern die Gefahr, dass das Werkstück zerquetscht oder beschädigt wird, geben aber trotzdem sicheren Halt.
- Die Drehbarkeit eines Schraubstocks kann großen Einfluss auf den Arbeitsprozess haben und zum Beispiel die Arbeitszeit extrem verkürzen. Der Winkel des Werkstücks lässt sich zur genaueren Bearbeitung verändern, ohne dass dieses extra ausgespannt werden muss.
- Die Werkbanktauglichkeit gibt Auskunft darüber, ob sich ein Schraubstock auf einer Werkbank montieren lässt und die Bearbeitung des Werkstücks danach problemlos möglich ist. Letzteres ist garantiert, wenn die hintere Klemmbacke über der Kante der Werkbank steht und das Werkstück senkrecht problemlos bis zum Boden reichen kann, ohne an die Kante der Werkbank zu kommen.
2. Schraubstockmodelle
Neben der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen Flaschenschraubstöcken und Parallelschraubstöcken lassen sich die Werkzeuge auch noch nach Anwendungsgebiet und Modell kategorisieren.
2.1 Werkstattschraubstöcke
Der klassische Werkstattschraubstock ist ein werkbanktauglicher Parallelschraubstock. Mit relativ großen Spannbacken zwischen 120 und 200 Millimetern ausgestattet, lassen sich an dem stationär fixierten Gerät auch größere Werkstücke problemlos bearbeiten.
2.2 Mini-Schraubstöcke
Mini-Schraubstöcke, auch Feinmechanikerschraubstöcke genannt, verfügen über kleinere Spannbacken und ein geringeres Eigengewicht. Dies macht sie leicht transportabel, aber auch ungeeignet für die Arbeit mit großen und schweren Werkstücken. Für kleine Objekte, die zum Beispiel von Elektronikern, Feinmechanikern, Uhrmachern oder Modellbauern bearbeitet werden, eignen sich Feinmechanikerschraubstöcke hingegen sehr gut. Einige Modelle verfügen darüber hinaus über ein schwenkbares Kugelgelenk, welches es ermöglicht, das Werkstück von allen Seiten zu bearbeiten.
Mini-Schraubstöcke eignen sich insbesondere für feinmechanische Arbeiten.
2.3 Maschinenschraubstöcke
Maschinenschraubstöcke sind konstruiert, um Werkstücke in Werkzeugmaschinen zu fixieren. Durch die kompakte und flache Bauweise lassen sie sich problemlos in den Aufbau einer Werkzeugmaschine integrieren. Der Schraubstock wird über einen Drehgriff angezogen und hält auch bei größerer Krafteinwirkung durch Tischbohrmaschinen oder andere Werkzeugmaschinen das Werkstück sicher fest.
2.4 Präzisionsschraubstöcke
Der Präzisionsschraubstock, der aufgrund der verwendeten Technik auch als Niederzugschraubstock bezeichnet wird, hat das gleiche Einsatzgebiet wie ein Maschinenschraubstock. Beide werden bei der Arbeit mit Werkzeugmaschinen verwendet, wobei der Präzisionsschraubstock eine Weiterentwicklung darstellt: Im Inneren der beweglichen Backe befindet sich eine Sechskantschraube, welche im Gehäuse verankert ist. Wird diese festgezogen, wird die bewegliche Backe nach unten gedrückt und das Werkstück fest fixiert. Dies garantiert nahezu vollständige Arretierung, welche bei Präzisionsarbeiten mit einer Fräsmaschine und ähnlichen Werkzeugen benötigt wird.
Der Niederzugschraubstock stellt die technische Weiterentwicklung des Maschinenschraubstocks dar.
2.5 Sonstige Schraubstöcke
Rohrschraubstöcke sind für die Arbeit mit Rohren und anderen runden Werkstücken konstruiert. Die Backen sind so geformt, dass die Kraft des Schraubstocks gleichmäßig auf das Werkstück wirkt und runde Gegenstände somit sicher fixiert werden können, ohne diese zu zerkratzen oder zu zerdrücken.
Werkbank mit Zangen für die Bearbeitung von Werkstücken aus Holz.
Der Schraubstock an der Hobelbank, der auch Zange genannt wird, beschreibt einen Sonderfall. Auch hier dient das Werkzeug der Fixierung von Objekten, allerdings in erster Linie von Werkstücken aus Holz. Hobelbänke sind standardmäßig mit zwei solcher Zangen ausgestattet. Dabei lassen sich die Werkstücke nicht nur zwischen die Backen der Zangen spannen. Gummistopfen, die sich auf der Werkbank sowie der Zange befinden, dienen dazu, ein Stück Holz für die weitere Bearbeitung zu fixieren. Die Stopfen lassen sich darüber hinaus auf der Werkbank versetzen, um auch größere Werkstücke einspannen zu können.
3. Reinigung und Wartung
Zwar ist der Schraubstock als robustes Werkzeug dazu konzipiert, größere Belastungen ohne Schäden zu überstehen. Dennoch bedarf es der Reinigung und Wartung, um eine hohe Langlebigkeit des Geräts zu garantieren. Nicht nur Rost kann dem Schraubstock auf Dauer zusetzen, auch Metall- oder Holzspäne können die Betriebsfähigkeit des Werkzeugs beeinträchtigen – zum Beispiel, wenn diese die Schienenführung oder die Spindel verdrecken.
Zur Reinigung Ihres Schraubstocks benötigen Sie eine Drahtbürste sowie einen Lappen, um Rost- und Schmierfettreste sowie Späne zu entfernen. Um gründlich vorzugehen, sollten Sie das Werkzeug auseinanderbauen und alle beweglichen Teile, insbesondere die Spindel, freilegen und säubern. Im Anschluss muss die Spindel wieder gefettet werden, um die reibungslose Funktion des Schraubstocks zu garantieren.
Maschinenschraubstöcke eignen sich für die Arbeit mit Werkzeugmaschinen.
Ölen Sie die Spindel nach der Reinigung nicht mit Spray ein, sondern benutzen Sie Schmierfett.
Sollte sich Rost auf Ihrem Schraubstock festgesetzt haben, können Sie diesen mit Hilfe einer Drahtbürste entfernen. Vor weiterer Korrosion schützen Sie Ihr Werkzeug, wenn Sie es im Anschluss neu Lackieren.
4. FAQ
Ich habe einen Werkbankschraubstock erworben. Wo bringe ich diesen am besten an?
Einen Werkbankschraubstock bringen Sie am besten an einer Ecke an, um ausreichend Platz zur Bearbeitung auch größerer Werkstücke zu haben. Je nachdem, ob Sie Links- oder Rechtshänder sind, sollten Sie sich außerdem für eine Seite entscheiden: Als Rechtshänder ist es von Vorteil, den Schraubstock an der linken Werkbankseite anzubringen, um das Werkstück mit der rechten Hand gut erreichen zu können. Als Linkshänder ist es umgekehrt.
Gibt es eine Möglichkeit, ein empfindliches Werkstück fest zu arretieren, ohne es zu beschädigen.
Ob ein Werkstück durch den Schraubstock beschädigt wird, ist unter anderem vom Härtegrad der Backen abhängig. Wenn Sie mit besonders empfindlichen Objekten arbeiten, empfiehlt es sich, zu Schutzbacken zu greifen. Diese sind unter anderem in den Materialien Aluminium, Kunststoff, Gummi oder Filz erhältlich und fixieren das Werkstück bei richtiger Anwendung, ohne es zu beschädigen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Parallelschraubstock und einem Flaschenschraubstock?
Flaschenschraubstöcke werden in erster Linie für Schmiedearbeit verwendet und verfügen über einen Fuß, der die Energie der Schläge in den Boden ableitet. Darüber hinaus verändert sich beim Öffnen des Schraubstocks der Winkel der Backen, was beim Parallelschraubstock nicht der Fall ist. Da die bewegliche Backe hier durch eine Schiene oder einen Stab geführt wird, bleibt der Winkel gleich und die Backen verschieben sich parallel. Wird nun ein Werkstück fixiert, verteilt sich der Druck gleichmäßig entlang der Backen und die Gefahr, das Werkstück zu beschädigen, ist geringer.





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