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Portwein: Ein Highlight für Weinkenner
1. Portwein: Was zeichnet ihn aus?
Portwein stellt für Weinkenner ein echtes Highlight dar. Nur bestimmte Varianten dürfen als Portwein bezeichnet werden, die Kriterien dafür sind die folgenden:
- Der Wein stammt aus einer bestimmten Region in der Nähe von Porto in Portugal. Insgesamt sind es fast 50.000 Hektar, auf denen die Reben für Portwein angebaut werden können. Dazu zählen die Gebiete Baixo Corgo, Cima-Corgo und Douro Superior. Nur Portweine, die den Vorgaben des Portweininstitutes Instituto do Vinho do Porto entsprechen, erhalten das entsprechende Siegel.
- Nach der Ernte erfolgt das Keltern des Weins.
- Bei der anschließenden Fortifizierung wird Destillat hinzugegeben, welches die Gärung beendet. Je nach Zeitpunkt der Fortifizierung bleibt ein hoher Zuckergehalt im Wein zurück. Seine süße Note macht den Portwein so besonders.
- Portwein muss immer zwischen 19 und 22 Prozent Alkohol aufweisen.
- Der Wein bleibt dann noch höchstens sechs Monate in dem jeweiligen Anbaugebiet und wird dann in Rabenos (Fässer aus Holz oder Stahl) zum Hafen von Porto transportiert, wo er zwei bis sechs Jahre lagert.
- Die weitere Lagerung richtet sich nach der entsprechenden Portwein-Qualität. So ist zwischen durchschnittlichem, überdurchschnittlichem Jahrgang und Spitzenjahrgang zu unterscheiden. Genauere Informationen hierzu erhalten Sie in Kapitel 2.
- Vorrangig wird Portwein aus Rotwein hergestellt, allerdings gibt es auch Weiß- und Roséwein, der zu Portwein verarbeitet wird.
Portwein stellt für viele Weinkenner eine echte Besonderheit dar.
2. Die Traubenqualität und der Reifungsprozess
Die Traubenqualität eines Portweins ist von den klimatischen Bedingungen im jeweiligen Jahr abhängig und beeinflusst den Reifungsvorgang. Nach zwei Jahren Lagerung am Hafen von Porto wird der Wein das erste Mal verkostet, woraufhin entschieden wird, wie weiter mit ihm vorzugehen ist. Grundsätzlich ist zwischen folgenden Varianten zu unterscheiden:
- Durchschnittlicher Jahrgang: Der Geschmack ist nicht sehr ausgeprägt. Eine lange Lagerung ist nicht sinnvoll, da dabei die Intensität noch weiter abgeschwächt würde. Es empfiehlt sich daher, Portwein eines durchschnittlichen Jahrgangs jung zu trinken. Dementsprechend wird er nur noch kurz in große Fässer gegeben, daraufhin in Flaschen abgefüllt und als sogenannter Ruby verkauft.
Möglich ist zudem eine kurze Lagerung von etwa zwei Jahren in kleinen Pipen (Holzfässern): In diesen befinden sich in der Regel unterschiedliche durchschnittliche Portweine, die nach der entsprechenden Lagerzeit als Standard Tawny oder Fine Tawny verkauft werden. - Überdurchschnittlicher Jahrgang: Sind die Trauben unter guten klimatischen Bedingungen gereift, wird der Portwein bei längerer Lagerung noch besser. Er verbleibt über einige Zeit in großen Fässern und wird daraufhin in eine Pipe gefüllt: Auf diese Weise erhält man den Portwein in der Qualität Old Tawny, Colheita und Reserva. Statt der Abfüllung in Pipen kann auch eine Flaschenabfüllung zur weiteren Reifung erfolgen: Dadurch werden LBV, Crusted Port und Vintage Character Portweine gewonnen.
- Überdurchschnittlicher Jahrgang: Sind die Trauben unter guten klimatischen Bedingungen gereift, wird der Portwein bei längerer Lagerung noch besser. Er verbleibt über einige Zeit in großen Fässern und wird daraufhin in eine Pipe gefüllt: Auf diese Weise erhält man den Portwein in der Qualität Old Tawny, Colheita und Reserva. Statt der Abfüllung in Pipen kann auch eine Flaschenabfüllung zur weiteren Reifung erfolgen: Dadurch werden LBV, Crusted Port und Vintage Character Portweine gewonnen.
- Spitzenjahrgang: Diese Portweine werden oft auch als „Vintage“ bezeichnet und recht zeitnah in Flaschen umgefüllt, in welchen sie mindestens zehn Jahre lagern müssen.
Der Unterschied zwischen der Lagerung in Flaschen und der Lagerung in der PipeBei Pipen handelt es sich um kleine Holzfässer, in denen der Portwein verhältnismäßig zügig reift. Dies liegt in der hohen Luftdurchlässigkeit der Fässer begründet. Der Wein erhält durch die Lagerung eine leichte Holznote und kann in ausgereiftem Zustand recht lange aus einer geöffneten Flasche getrunken werden, da er den Kontakt mit Sauerstoff gewohnt ist.Die Reifung in Flaschen geht wegen ihrer luftdichten Eigenschaften deutlich langsamer vonstatten. Aufgrund der geringen Oxidation sollte Portwein, der in Flaschen gereift ist, möglichst zügig getrunken werden, da die Geschmacksintensität verhältnismäßig schnell abnimmt.
Diese Portweine werden hinsichtlich Ihres Reifungsprozesses unterschieden:
Grundsätzlich kann eine Einteilung in Tawny und Ruby erfolgen. Portweine, die eine langsame Reifung in Flaschen hinter sich haben, weisen eine rubinrote Farbe auf (Ruby), während die in Holzfässern gelagerten Weine gelbbraun bis orange sind (Tawny).
Die verschiedenen Tawnys:
Tawny

- Wird auch als Standard oder Fine Tawny bezeichnet
- Weist keine Altersangaben auf
- Reifung beträgt zwei bis drei Jahre
- Besteht aus mehreren Grundweinen
- Aufgrund der Oxidation verhältnismäßig lange haltbar (bis zu mehreren Monaten)
Reserva
- Höhere Qualität im Vergleich zu einem Standard Tawny
- Kann filtriert und unfiltriert in Flaschen gegeben werden (filtriert nicht lange haltbar)
Old Tawny
- Wird auch als Old oder Aged Tawny bezeichnet
- Reifung erfolgt über 10, 20, 30 oder 40 Jahre
- Verhältnismäßig lange haltbar (bis zu mehreren Monaten)

Colheitas
- Jahrgang ist auf der Flasche ausgezeichnet (darf auch nur aus einem einzigen Jahrgang bestehen)
- Nicht lange lagerfähig
- Reifung mindestens 7 Jahre lang im Holzfass
Die verschiedenen Rubys:
Ruby

- Aus verschiedenen Rebsorten bestehend
- Ab 2 Jahren in Flaschen abgefüllt
- Geringe Haltbarkeit
Crusted Port:
- Frühe Abfüllung in Flaschen zur Nachreifung
- Lagerfähig
- Verschnitt mehrerer guter Jahrgänge
Reserva Port:
- Hohe Qualität
- Keine genauen Angaben vom Portweininstitut -> es kann sich demnach um einen Tawny, Ruby, Crusted oder White Portwein handeln
- Jahrgang nicht relevant
LBV:
- In filtrierter und unfiltrierter Fassung erhältlich
- 4- bis 6-jährige Reifung in Holzfässern
- Gewinnung aus einer einzigen Ernte
- Nach Abfüllung Nachreifung für mindestens 3 Jahre
Vintage Port
- Sehr selten und äußerst hohe Qualität
- Einteilung erfolgt nach Entscheidung des jeweiligen Hauses
- Jahrelange oder jahrzehntelange Reifung in Flaschen nach der Abfüllung
- Nach 10 bis 12 Jahren trinkreif
- Muss innerhalb von 24 Stunden getrunken werden

3. Benötige ich ein Portweinglas?
Ein Portweinglas zeichnet sich durch seine Tulpenform aus.
Während viele Menschen zu gewöhnlichen Gläsern greifen, um den Portwein genießen zu können, heben andere die Bedeutung des speziellen Portweinglases hervor: Dieses weist eine Tulpenform auf. Es verjüngt sich nach oben, sodass Sie die einzelnen Komponenten beim Verriechen des Weins intensiver wahrnehmen können. Zudem verfliegt der Alkohol langsamer. Das Glas wird niemals ganz voll gemacht, sodass der Portwein seine angenehme Trinktemperatur behält.
Diese fällt je nach Wein ein wenig anders aus: So wird der Ruby Port in Zimmertemperatur, der White Port gekühlt und der Tawny Port als Digestif getrunken.
4. Einsatzmöglichkeiten von Portwein
Portwein kann nicht nur als Getränk genossen werden, sondern weit vielseitiger eingesetzt werden:
- Zum Kochen: Insbesondere in Saucen sorgt Portwein dank seiner süßen Note für das gewisse Etwas. Halten Sie sich dabei jedoch genau an das Rezept, wenn Sie zum ersten Mal mit Portwein experimentieren. Er passt auch gut zu dunklem Fleisch und intensiv schmeckenden Gemüsesorten.
- In Cocktails: Auch für Cocktails kommt Portwein in Frage. Der Sir Charles Punch besteht beispielsweise aus Portwein, Cognac und Grand Marnier Cordon Rouge und besticht durch seine fruchtig-herbe Note.




































