
Polarisationsfilter
Hobby- und Profifotografen nutzen für ihre Aufnahmen diverses Equipment wie beispielsweise Kamerafilter. So kann die Wirkung des Bildes bereits während des Fotografierens beeinflusst werden. Ein Polarisationsfilter (kurz: Polfilter) dient dabei in erster Linie dazu, Reflexionen auf spiegelnden Oberflächen zu reduzieren. Warum das so ist und wie der Polfilter beim Fotografieren genau eingesetzt werden kann, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
1. Polfilter in der digitalen Fotografie
Polarisationsfilter für die digitale Fotografie
Vor allem bei der Landschaftsfotografie ist ein Polfilter ein unverzichtbares Zubehör. Er ermöglicht es, das Bild während des Fotografierens von störenden Lichtreflexionen zu befreien. Da dahinter ein physikalisches Prinzip steht, lässt sich der Effekt eines Polarisationsfilters nicht bei der Nacharbeitung eines Bildes erzeugen. Bei den gängigen Modellen für Spiegelreflexkameras handelt es sich um zirkulare Polarisationsfilter, während für Kompaktkameras auch lineare Modelle in Frage kommen.
Der Polfilter besteht aus einer dünnen Folie, die von beiden Seiten mit einer Glasscheibe geschützt ist und wird auf die Linse des Objektivs aufgesetzt. Gängig ist hier ein Schraub- oder Steckmechanismus. Die Wirkung des Filters wird dabei durch einen stufenlosen Drehmechanismus erreicht: Eine Drehung im Uhrzeiger verstärkt den Polarisations-Effekt.
Der Polfilter wird auf das Objektiv aufgeschraubt
Der Polfilter sollte immer in der mitgelieferten Box beziehungsweise Hülle transportiert werden, da das Material sehr empfindlich ist. Kratzer auf dem Filter machen diesen unbrauchbar, da sie das Bild verfälschen.
1.1 Physikalisches Prinzip
Die Funktionsweise eines Polfilters beruht auf dem Prinzip des Dichroismus, bei dem polarisiertes Licht absorbiert wird.
Das Licht der Sonne (unpolarisiert) wird von verschiedenen Gegenständen reflektiert. Dabei findet eine Polarisation statt. Während unpolarisiertes Licht in verschiedene Richtungen schwenkt, konzentriert sich reflektiertes Licht in nur eine Ausbreitungsrichtung, wo es dann von einem Polfilter aufgefangen werden kann. Da jedoch auf einen Gegenstand nicht nur die direkten Strahlen der Sonne treffen, sondern auch Streulicht, beispielsweise vom Himmel und anderen Objekten, ist eine Landschaft in der Regel von mehreren Polarisationen und -richtungen durchzogen. Ein Polfilter kann jedoch nur das direkt von der Sonne reflektierte Licht herausfiltern – andere Lichtverhältnisse bleiben bestehen.
physikalisches Prinzip
Bei reflektierenden Metallen ist der Einsatz eines Polfilters ungeeignet, da diese als einzige Oberfläche das Licht nicht polarisieren.
1.2 Effekt und Anwendung
Ein Polfilter wird in der Fotografie in erster Linie dazu eingesetzt, unerwünschte Spiegelungen auf nicht metallischen Flächen zu reduzieren. Solche Reflexionen treten vor allem auf glatten Oberflächen wie Glas, Wasser oder Kunststoff auf. Daraus ergeben sich folgende Effekte:
- Kräftige Farben und hohe Farbsättigung
- Starke Kontraste mit Bildtiefe
- Störende Lichtreflexionen von Glas und Wasseroberflächen werden eliminiert
- Fensterscheiben werden unsichtbar
- Ermöglicht ein Fotografieren durch die Wasseroberfläche
Mit einem Polarisationsfilter treten die Farben deutlich stärker hervor, vor allem Blau- und Grüntöne kommen besser zur Geltung. Die Wirkung eines Polfilters ist abhängig vom Stand der Sonne. In einem Winkel von 90 Grad zur Sonnenposition sind sie am effektivsten.
Zwei Beispiele, wie Fotografien von Wasser mit und ohne Polfilter wirken
Auch wenn Polfilter in erster Linie dazu dienen, Spiegelungen zu minimieren, können sie richtig eingesetzt auch das Gegenteil bewirken. Drehen Sie dafür den Objektivaufsatz gegen den Uhrzeigersinn.
2. Polarisationsfilter für unterschiedliche Objektive
Damit der Polfilter festsitzt, muss er den gleichen Radius wie das ausgewählte Objektiv aufweisen. Wer verschiedene Objektive in unterschiedlichen Größen besitzt, muss sich jedoch nicht zwangsläufig mehrere Polfilter anschaffen: Mit Step-up-Ringen (Adapterringen) können Sie einen Polarisationsfilter mit großem Durchmesser auch auf kleinere Objektive schrauben.

- Polfilter 52 mm
- Polfilter 58 mm
- Polfilter 62 mm
- Polfilter 67 mm
- Polfilter 72 mm
- Polfilter 77 mm
Polfilter können unabhängig vom Hersteller Ihrer Kamera beziehungsweise Ihres Objektivs benutzt werden. Wichtig ist dabei lediglich der entsprechende Radius. Ein Polfilter für eine Canon-Kamera passt ebenso auf ein Nikon-Modell der gleichen Größe.
Teure Modelle kombinieren meistens mehrere Filter in einem, wie beispielsweise UV- oder Graufilter.
Zudem erhalten Sie auch sogenannte Slim-Polfilter. Diese sind flacher als herkömmliche Modelle, besitzen aber kein Frontgewinde, sodass kein weiterer Filter aufgeschraubt werden kann. Empfehlenswerte Hersteller von Polfiltern sind Hoya, Hama sowie B&W.
3. FAQ
Lohnt sich die Anschaffung eines Polfilters?
Die Anschaffung eines Polfilters ist vor allem dann empfehlenswert, wenn Sie viel in der freien Natur fotografieren. Spiegelndes Licht hinterlässt unschöne Reflexionen, die mit einem Polfilter minimiert werden können. Zudem lässt er Farben kräftig und satt erscheinen, wie beispielsweise den blauen Himmel. Die Effekte – insbesondere die Minimierung der Spiegelung – lassen sich nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm erzeugen.
Was sind die Nachteile eines Polfilters?
Ein Polarisationsfilter auf dem Objektiv kann zu einem Schärfeverlust führen. Zudem werden alle Farbtöne immer zu gleichen Teilen gesättigt, sodass surreale Farbverfälschungen möglich sind. Außerdem ist die Wirkung eines Polfilters immer beschränkt: Bei kleinen Brennwerten lässt sich mit bloßem Auge kaum ein Unterschied erkennen.



































