
Ratgeber Trekkingräder
Trekkingräder sind die Allrounder unter den Radmodellen und eignen sich gleichermaßen für kurze Strecken oder ausgiebige Radtouren: Sie bieten Fahrspaß und Komfort, egal wo Sie unterwegs sind.
1. Was ist ein Trekkingrad?
Trekkingräder sind die am flexibelsten einsetzbaren Fahrradmodelle: Sie eignen sich sowohl für kurze Strecken im Alltag als auch für ausgiebige Radtouren. Dank ihrer breiten Reifen und des großen Laufrads mit 28 Zoll Durchmesser bieten Trekkingräder ein optimales Rollverhalten im Straßenverkehr und auf unebenen Strecken. Die Räder sind auf Komfort und Funktionalität ausgelegt. Eine aufrechte, rückenschonende Sitzhaltung sowie bequeme Gelsattel sorgen auch auf langen Strecken für ein angenehmes Fahrerlebnis und die standardmäßige Ausstattung mit Gepäckträger, Lichtanlage, Schutzblechen und Klingel macht die Räder von Beginn an verkehrstauglich.
2. Das passende Trekkingrad finden
Aufbau Trekkingrad
Trekkingräder sind sehr beliebt, weshalb die Auswahl an Modellen und Herstellern sehr groß ist: Sie sind als Herren-, Damen- und als Unisex Tiefeinsteigermodell erhältlich. Aber nicht nur die Modellausführung ist entscheidend für Ihre Kaufentscheidung, auch die verschiedenen technischen Merkmale des Trekkingrads müssen zu Ihren Bedürfnissen passen. Hierbei ist die zentrale Frage: Wie möchten Sie unterwegs sein?
- Möchten Sie in flachen oder bergigen Gebieten damit fahren?
- Möchten Sie auch auf holprigen Strecken maximalen Fahrkomfort genießen oder bleiben Sie generell überwiegend auf befestigten Straßen?
- Wie viel Zeit für Pflege und welches Budget steht für das Trekkingbike zur Verfügung?
Lesen Sie in diesem Kapitel alles über die unterschiedlichen technischen Ausführungen von Trekkingrädern sowie deren Vor- und Nachteile.
Trekking-E-Bikes bieten Ihnen alle Vorteile von Trekkingrädern und helfen Ihnen auch bei langen Radtouren, Kraft zu sparen oder dabei, alltägliche Strecken zu erleichtern. Die meisten Trekking-E-Bikes verfügen über einen 250 Watt Motor und fahren mit einer 36 Volt Batterie , die Sie vollgeladen bis zu 100 Kilometer weit bringt.
2.1 Gangschaltung
Trekkingräder sind mit Naben- oder Kettenschaltung erhältlich. Bei der Nabenschaltung wird die Schalttechnik verkapselt, sodass sie vor Korrosion geschützt ist. Die Kettenschaltung ist weniger vor äußeren Einflüssen geschützt und die Kettenblätter und Tretkurbel sind so verbunden, dass sich die Kettenblätter durch das Treten der Pedale mitbewegen. Eine ausführliche Erklärung zur Funktionsweise der jeweiligen Gangschaltung finden Sie hier.
Trekkingräder sind mit bis zu 30 Gängen ausgestattet. Wie viele Gänge Ihr Fahrrad benötigt ist davon abhängig, in welchen Gebieten Sie fahren möchten:
- Für Fahrten in flachen Arealen sind drei bis 14 Gänge ausreichend.
- Für ein optimales Fahrerlebnis in bergigen Landschaften ist eine hohe Anzahl von 14 bis 30 Gängen zu empfehlen.
Die gewünschte Anzahl der Gänge beeinflusst die Wahl der Schaltung. Nabenschaltungen verfügen über drei bis 14 Gänge, während Kettenschaltungen über bis zu 30 Gänge bieten.
Übersicht der Eigenschaften von Naben- und Kettenschaltung
| Nabenschaltung | Kettenschaltung | |
|---|---|---|
| Anzahl der Gänge | 3-14 | 14-30 |
| Gebiet | flach | bergig |
| Reaktionszeit Gangwechsel | verzögert | schnell |
| Pflegeaufwand | niedrig | hoch |
| Wartungsaufwand | niedrig | hoch |
2.2 Rahmen und Gabel
Die Auswahl von Rahmen und Gabel beeinflusst Ihre Sitzposition auf dem Fahrrad. Trekkingräder sind so entworfen, dass eine gerade Sitzhaltung möglich ist, welche auch bei langen Radtouren hohen Komfort bietet.
Die Rahmenform ist bei Trekkingrädern entscheidend darüber, ob es sich um ein Modell für Herren oder Damen handelt: Herrenräder sind mit sogenannten Diamantrahmen ausgestattet. Der Rahmen besteht unter anderem aus Ober-, Unter-, und Sitzrohr, welche ein breites Dreieck bilden. Diamantrahmen sind die sportlichste Rahmenausführung und können generell auch von Damen gefahren werden. Trekking-Damenräder sind mit Trapezrahmen erhältlich. Durch das abgesenkte Oberrohr bei diesen Modellen wird das Auf- und Absteigen erleichtert. Tiefeinsteiger Unisex Modelle sind für häufiges Auf- und Absteigen im Alltag und in der Stadt geeignet.
Rahmenformen im Vergleich: Diamantrahmen (links) und Trapezrahmen (rechts)
Die unterschiedlichen Rahmenausführungen sind in den Materialen Aluminium oder Stahl erhältlich. Beide sind langlebig, kostengünstig und bieten eine gute Kombination aus Stabilität und Leichtigkeit. Dank ihrer Belastbarkeit können beide Materialen mühelos Gepäck transportieren.

Aluminiumrahmen
- Korrosionsbeständig
- Geringes Gewicht
- Belastbar
- Langlebig
Stahlrahmen
- Günstiger als Aluminium
- Belastbar
- Dämpfende Funktion auf unebenen Flächen
- Schlankes Design

Meist höherpreisig
Mögliche Rostbildung im Inneren
Hohes Gewicht
Verliert über die Jahre an Spannung
Trekkingrad mit Federgabel
Die meisten Trekkingräder verfügen über eine Starr- oder Federgabel. Starrgabeln sind für Fahrten auf befestigtem Untergrund geeignet und in den meisten Fahrradmodellen verbaut. Moderne Starrgabeln können dank ihrer Eigendämpfung leichte Vibrationen abfedern. Sie sind leicht, kostengünstig, wartungsarm und können einen vorderen Gepäckträger tragen. Federgabeln sind für unbefestigte, holprige Strecken und einen hohen Komfortanspruch empfehlenswert. Sie sind relativ schwer, verhältnismäßig kostspielig und benötigen eine regelmäßige Wartung.
Vor- und Nachteile von Starr- und Federgabel

Starrgabel
- Geringes Gewicht
- Günstig
- Selten Wartungsarbeiten
- Vorderer Gepäckträger möglich
Federgabel
- Hoher Komfort auf allen Strecken
- Stoßabfederung

Kaum Stoßabfederung
Weniger Komfort auf unebenen Strecken
Schwerer als Starrgabel
Vorderer Gepäckträger nicht möglich
Hohe Anschaffungskosten
Aufwändige Wartungsarbeiten
2.3 Laufrad
Trekkingfahrräder verfügen meistens über Laufräder mit 28 Zoll Durchmesser und Reifen zwischen 35 und 50 Millimetern Breite. Die großen Laufräder sorgen auf jedem Untergrund für Laufruhe und sind spurtreu. Auf dem Markt gibt es auch Trekkingbikes mit 26 Zoll Durchmesser, diese sind sowohl robuster als auch wendiger und für Damen angedacht. Die Mehrheit der in Trekkingrädern verbauten Laufräder sind steif und stabil, was ein sicheres Fahrgefühl garantiert.
Möchten Sie mit Ihrem Trekkingfahrrad häufig auf unbefestigten Strecken, wie Schotterpisten, unterwegs sein, dann empfehlen sich Reifen mit starker Profilierung. Wollen Sie hingegen überwiegend auf asphaltierten Straßen fahren, sind leichtlaufende Reifen mit wenig Profil für Sie geeignet.
2.4 Bremsen
Wie andere Fahrradmodelle verfügen Trekkingräder entweder über Felgen- oder Scheibenbremsen. Felgenbremsen, auch „V-Brakes“ genannt, sind die Standardbremsen bei den meisten Fahrrädern. Sie sind günstig, leicht zu warten und einfach zu reparieren. Scheibenbremsen bieten eine exakte Bremswirkung und ermöglichen selbst bei nassem und dreckigem Untergrund kontrollierte Bremsmanöver. Sie sind teurer und das Wechseln der Bremsbeläge ist aufwendig.
Vor- und Nachteile von Scheiben- und Felgenbremsen

Scheibenbremsen
- Hohe Bremsleistung
- Gleichmäßiges Bremsverhalten
- Hohe Lebensdauer
Felgenbremsen
- Korrosionsschutz
- Hohe Lebensdauer
- Geringe Anschaffungskosten
- Einfache Wartungsarbeiten

Hohe Anschaffungskosten
Kaum Korrosionsschutz
Geringere Bremsleistung
3. FAQ
Wie viel wiegt ein Trekkingrad?
Die meisten Trekkingräder wiegen zwischen 15 und 18 Kilogramm. Leichtere Räder sind oftmals teurer.
Welcher Sattel ist der richtige?
Breite Gelsattel passen sich an, bieten dadurch sofortigen Komfort und sind für kürzere Strecken geeignet. Schmale Sattel sind zwar härter, reiben aber weniger an den Oberschenkeln und sind somit für längere Strecken empfehlenswert.
Welche Rahmenhöhe ist die richtige?
Für die Berechnung der idealen Rahmenhöhe gilt die Faustregel: Schritthöhe mal 0,58. Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen Sattel und Lenker ein entspanntes Sitzen ermöglicht. Wenn Sie sich strecken müssen, sollten Sie zu einem kleineren Rahmen greifen.
Kann ein Trekkingrad ein Mountainbike ersetzen?
Nein. Mit Trekkingrädern können Sie zwar unbefestigte Wege befahren, sie sind aber nicht für rasante Offroad-Strecken ausgerichtet.



































