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Stunts und Tricks mit BMX-Fahrrädern
1. Einsatzbereich eines BMX-Fahrrads
Ein BMX-Fahrrad unterscheidet sich von einem herkömmlichen Fahrrad durch seine kompakte sowie äußerst robuste Bauweise. Damit weist das Fahrrad eine hohe Wendigkeit auf und hält zudem hohen Belastungen stand. Ein BMX-Rad wird üblicherweise auf ebenem und festem Untergrund zum Durchführen von Tricks und Stunts verwendet.
Das BMX-Fahrrad eignet sich explizit zum Durchführen von Stunts sowohl am Boden als auch in der Luft und verfügt über einen einzigen Gang. Ein weiteres Merkmal eines BMX Fahrrads stellt die Bauweise dar: Der niedrig eingestellte Sattel soll dem Fahrer während dem Ausführen von Tricks nicht im Weg sein, während der hohe und steile Lenker ein besonders schnelles Agieren ermöglicht.
Mit einem BMX-Fahrrad kannst du coole Tricks und Stunts durchführen.
Die Räder fallen mit 20 Zoll verhältnismäßig klein aus, verfügen dafür über besonders breite Reifen, welche die hohen Belastungen abfedern. Die Felgen bestehen aus 36 oder 48 Speichen und gewährleisten damit eine enorme Stabilität.
Auch wenn sich BMX-Fahrräder in der genannten Bauweise ähneln, bestehen im Detail Unterschiede, die sich auf die Gewichtsverteilung des Sportgeräts auswirken. Dieser Faktor spielt im Hinblick auf den genauen Einsatzzweck, beziehungsweise der entsprechenden BMX-Disziplin eine elementare Rolle. Die Unterschiede und die damit einhergehenden Anforderungen an das BMX-Fahrrad liest du im folgenden Kapitel nach.
2. BMX-Disziplinen im Überblick
Der BMX-Sport teilt sich in drei Disziplinen ein, welche einen ausschlaggebenden Faktor für die verbauten Materialien des Fahrrads darstellen.
Freestyle
Wie der Name bereits verrät, steht hierbei das freie Fahren nach eigenen Ideen und dem eigenen Können im Vordergrund. Das freie Fahren wird entweder in Skate- und BMX-Parks ausgeführt, wo sämtliche Tricks in Half-Pipes, auf Rampen, Stangen (Rails) und weiteren Hindernissen vollführt werden. Alternativ wird das freie Fahren auf Straßen, Parkplätzen, in Parkhäusern oder ähnlicher Umgebung ausgeführt, wo Treppen, Bordsteine oder Bänke als Hindernisse dienen.
Da bei dieser Disziplin hohe Kräfte auf das BMX-Freestyle-Fahrrad einwirken, besteht der Rahmen für gewöhnlich aus HiTen-Stahl (High Tension-Stahl) oder CrMo-Stahl, wobei es sich um einen mit Chrom und Molybdän legierten Vergütungsstahl handelt.
Race
Diese Disziplin stellt die Urform des BMX-Sports dar und imitiert den Motocross-Sport. Dementsprechend geht es beim Race darum, mit anderen Fahrern auf einem Offroadparcour um die schnellste Rundenzeit zu wetteifern. Sprünge, Steilkurven und andere Hindernisse zählen zu den typischen Bestandteilen der Rennstrecke.
Für die Disziplin Race wird der Rahmen des Fahrrads vorrangig aus leichtem Aluminium gefertigt.
Dirtjump
Diese Disziplin vereint die Merkmale der Disziplinen Freestyle und Race: Der Dirtjump wird in einem Dirtpark ausgeführt, wobei sämtliche Hindernisse, wie Rampen, Hügel und weitere Streckenverlaufe aus Erde und Lehm gefertigt sind.
Die Rahmen für Dirtjump-Fahrräder bestehen aus Stahl, um den hohen Belastungen standzuhalten.
3. Verarbeitete Materialien
Da das verwendete Material des Rahmens bei einem BMX-Fahrrad eine wesentliche Rolle spielt, solltest du dich vor der Anschaffung mit den verarbeiteten Materialien auseinandersetzen. Im Folgenden erfährst du die Haupt-Unterscheidungsmerkmale.
HiTen
Der High Tension-Stahl ist unlegiert und kann hohen Belastungen standhalten. Allerdings weist dieser Stahl eine niedrigere Maximalbelastung als CrMo auf, weshalb mehr Material verarbeitet werden muss, um eine hohe Stabilität zu erreichen. Dadurch nimmt das Gesamtgewicht des Fahrrads zu. Aufgrund des verhältnismäßig hohen Gewichts und des kostengünstigen Anschaffungspreises wird HiTen vermehrt in Anfänger-Modellen verarbeitet.
High Tension-Stahl kommt vor allem bei Eisnteiger-BMX-Rädern zum Einsatz.
CrMo
Im BMX-Sport hat sich die Legierung 4130 CrMo als beliebtes und weit verbreitetes Material etabliert. Hierbei handelt es sich um einen mit Chrom und Molybdän legierten Vergütungsstahl, der sich durch eine besonders hohe Zugfestigkeit auszeichnet und dadurch extrem belastbar ist.
Dieses Material ist deutlich härter als HiTen, weshalb bei weniger Material eine gleiche Stabilität und zugleich weniger Gewicht erreicht wird. Aufgrund dieser Vorteile und der aufwendigeren Weiterverarbeitung fallen die Materialkosten im Gegensatz zu HiTen deutlich höher aus.
4. Bremsen
Da ein BMX-Fahrrad zum Ausführen von Tricks ausgelegt ist und damit keine größeren Strecken gefahren werden, gehört eine Bremse nicht zur Standardausstattung. Der ausschlaggebende Grund dafür liegt in der damit verbundenen Bewegungseinschränkung. So verhindert ein mechanischer Bremszug aufgrund der Kabelführung die komplette Drehung des Lenkers.
Eine V-Bremse weist eine hohe Bremskraft auf, die allerdings nur schwer dosiert werden kann.
Üblicherweise führt der BMX-Fahrer sämtliche Bremsmanöver aus, indem er seinen Fußballen direkt auf das Hinterrad presst.
Für die Disziplin Race sollte auf eine Bremse hingegen nicht verzichtet werden. Da hier keine extremen Drehungen des Lenkers um 360 Grad nötig sind, kann ein Bremssystem auf herkömmliche Art am Fahrradlenker entlang angebracht werden. Für BMX-Fahrräder werden in der Regel U- oder V-Bremsen verwendet. Dabei solltest du beachten, dass mit einer V-Bremse zwar eine höhere Bremskraft erzielt wird, die Bremswirkung allerdings nur schwer dosiert werden kann.
5. Pegs
Pegs werden an der Achse des Rads montiert und dienen zum Ausführen von Tricks, wie beispielsweise zum Grinden auf Bordsteinen, Rails oder Geländern. Ebenso können Pegs als Trittfläche für Kunststücke am Boden verwendet werden.
Pegs können schnell und einfach an die Achse des Rads montiert werden.
Da Pegs ausschließlich zum Ausführen von Kunststücken gedacht sind, kommen diese im Freestyle-Sport zum Einsatz, der in Skateparks oder auf der Straße ausgeübt wird.
BMX-Pegs bestehen entweder aus Kunststoff oder Stahl, wobei beide Materialien Vor- und Nachteile aufweisen:
| Stahl | Kunststoff | |
|---|---|---|
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| Vorteile | Extrem belastbar, stabil, lange Lebensdauer | Kostengünstig, leichtes Gewicht |
| Nachteile | Schweres Gewicht | Schnelle Abnutzung, weniger robust, anfällig gegenüber Rissen und Brüchen |
6. BMX-Helme
BMX-Helme unterscheiden sich von herkömmlichen Fahrradhelmen in der Stabilität. So besitzen spezielle für den BMX-Sport hergestellte Helme über eine überdurchschnittlich harte Oberschale, die gegen Gebrauchsspuren äußerst resistent ausfällt und einen extrem hohen Schutz bei Stürzen gewährleistet.
BMX Helme sind in vielen unterschiedlichen Farben und Mustern erhältlich.
Bei der Auswahl des passenden BMX-Helms solltest du darauf achten, dass dieser möglichst fest auf dem Kopf sitzt, um bei Sprüngen oder Stürzen aus größerer Höhe nicht zu verrutschen.
Für den BMX-Sport solltest du ausschließlich auf spezielle BMX-Helme zurückgreifen, da herkömmliche Fahrradhelme den extremen Belastungen im BMX-Sport nicht standhalten und leichter verrutschen können.
Um einen festen Sitz des Helms zu gewährleisten, solltest du zunächst die richtige Helmgröße herausfinden. Dabei helfen kann dir folgende Tabelle:
| Kopfumfang in Zentimeter | Helmgröße |
|---|---|
| 50-54 | XS |
| 55-56 | S |
| 57-58 | M |
| 59-60 | L |
Um den richtigen Umfang zu ermitteln, lege ein Maßband einen Zentimeter über den Augenbrauen und oberhalb der Ohren an.
Diese Tabelle dient lediglich zur groben Orientierung. Für die ideale Helmgröße solltest du auf die Größentabelle des Herstellers oder des Händlers zurückgreifen, da Größen gegebenenfalls unterschiedlich ausfallen können.
7. Körperschutz
Um sich während des Sports nicht ernsthaft zu verletzen, solltest du neben einem Helm auf weitere Schutzkomponenten zurückgreifen. Dazu zählen:
Handschuhe
Knieschutz
Rückenschutz
Schienbeinschutz
Während in der Disziplin Freestyle Knieschoner und Handschuhe einen sicheren Schutz gewährleisten, empfiehlt sich bei der Ausübung von Race oder Dirtjump der zusätzliche Schutz des Rückens und der Schienbeine. Schließlich gehen beide Disziplinen mit hohen Geschwindigkeiten und weiten Sprüngen einher, wodurch das Unfallrisiko höher ausfällt als in der Disziplin Freestyle.
8. FAQ
Wieviel Geld sollte ich in ein BMX-Fahrrad investieren?
Das zu investierende Geld variiert je nach Ausstattung und Material. Ein BMX-Fahrrad mit HiTen-Stahl fällt kostengünstiger aus, da das verarbeitete Material verhältnismäßig schwer und einfach zu verarbeiten ist. Ein Fahrrad mit einem Rahmen aus CrMo-Stahl wiegt weniger, lässt sich jedoch schwerer weiterverarbeiten und fällt dementsprechend kostspieliger aus.
Weitere Ausstattungsmerkmale wie optional montierbare Bremsen oder Pegs erhöhen die Kosten zusätzlich.
Auf was muss ich beim Kauf eines BMX-Fahrrads achten?
Mache dir zunächst Gedanken über den Verwendungszweck des BMX-Fahrrads. Soll das Fahrrad für Freestyle, Race oder Dirtjump eingesetzt werden? Daraus leitet sich das verarbeitete Material ab, welches für die jeweilige Sportart geeignet sein sollte.
Darf ich ein BMX-Fahrrad im Straßenverkehr nutzen?
Nein. Ein BMX-Fahrrad ist auf die speziellen Bedürfnisse abseits des Straßenverkehrs ausgelegt und sollte ausschließlich dafür genutzt werden. Zum Beispiel besitzen diese nur einen einzigen Gang, wodurch das Zurücklegen einer längeren Distanz erschwert wird. Außerdem besitzt ein BMX-Fahrrad weder Beleuchtung noch Reflektoren, oft fehlt sogar auch ein Bremssystem. Daher dürfen BMX-Fahrräder nach der Straßenverkehrsordnung nicht im Straßenverkehr benutzt werden.








































