
Wissenswertes zu Rennrädern
Der Vorteil von Rennrädern ist die leichte Bauweise, die zum einen den Transport erleichtert und zum anderen hohe Geschwindigkeiten begünstigt. Wenn Sie auf der Suche nach einem Rennrad sind, sollten Sie Aspekte wie die Beschaffenheit des Rahmens, der Bremsen und der Schaltung in Ihre Überlegungen miteinbeziehen. Hinweise zu den einzelnen Komponenten eines Rennrads und Tipps, auf was Sie bei der Auswahl achten sollten, erhalten Sie in diesem Ratgeber.
1. Die Merkmale eines Rennrads
Aufgrund der speziellen Bauweise unterscheiden sich Rennräder erheblich von anderen Fahrrädern. So sind diese Räder ausschließlich für das Fahren von Rennen auf asphaltierten Straßen geeignet und bei der Fertigung wird auf Bauteile wie Schutzbleche, Gepäckträger oder Reflektoren verzichtet. Dabei ist die Bezeichnung Rennrad oftmals nicht trennscharf und wird gerade von Laien auch beispielsweise für Cyclocross-Räder benutzt, die Rennrädern sehr ähnlich sind. Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, welche Eigenschaften ein Rennrad auszeichnen, haben wir die folgende Übersicht für Sie zusammengestellt.

- Sportliche Bauweise
- Sehr leicht
- Nur die nötigsten Teile
- Nur für Asphalt
- Schmaler Sattel
- Schmale Felgen
- Alu-/Carbon-Rahmen
- Bügellenker
Ungeachtet Ihrer speziellen Bauweise werden Rennräder von der Straßenverkehrsordnung (StVO) als Fahrzeuge behandelt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Rennräder hierdurch generell als verkehrstauglich angesehen werden können:
Ein Rennrad ist nur dann verkehrstauglich, wenn es eine geeignete Lichtanlage, eine ausreichende Anzahl an Reflektoren, eine helltönende Klingel sowie zwei voneinander unabhängige Bremsen aufweist.
Sollten diese Komponenten fehlen, so ist das Rad ausschließlich für offizielle Radrennen zugelassen, da hierbei Streckenabschnitte für den normalen Verkehr gesperrt werden.
2. Die entscheidenden Komponenten
Neben den Grundbauteilen wie dem Rahmen, den Rädern, dem Sattel und dem Lenker sind auch die Schaltung und das Bremssystem maßgeblich, wenn Sie die Qualität eines Rennrads einschätzen wollen. Worauf Sie bei diesen Komponenten achten sollten, erfahren Sie im Folgenden.
2.1 Rahmen
Der Rahmen ist die zentrale Komponente bei einem Rennrad, da dieser mit allen weiteren Teilen verbunden ist und er das Gewicht des Fahrers tragen sowie äußeren Widrigkeiten standhalten muss. Aus diesem Grund ist neben der hochwertigen Verarbeitung vor allem das Material des Rahmens wichtig. Im Wesentlichen haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Materialien, die sich durch ihr geringes Gewicht auszeichnen:
Rahmen aus Aluminium sind leicht und verhältnismäßig preiswert. Darüber hinaus bricht Aluminium anders als Carbon nicht und ist strapazierfähiger.
Die Leichtigkeit von Carbon macht das Material zur ersten Wahl für professionelle Rennradfahrer. Darüber hinaus weist Carbon eine hohe Stoßdämpfung auf.
Entscheiden Sie sich am besten dann für einen Carbon-Rahmen, wenn Sie bereits Erfahrung mit dem Fahren eines Rennrads haben und professionell mit dem Radsport beginnen möchten.
Rennräder mit einem Carbon-Rahmen sind die leichtesten Fahrräder und vor allem für Profisportler geeignet, die auf ein robustes Fahrrad angewiesen sind.
2.2 Laufräder
Bei den Laufrädern ist zu beachten, dass Rennräder aufgrund ihres Zwecks besonders schmale Felgen und Reifen aufweisen, die nur ein geringfügiges Profil besitzen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Rennräder ausschließlich auf asphaltierten Strecken eingesetzt werden und für das Fahren von Offroad-Routen nicht geeignet sind.
Die Anzahl der Speichen bestimmt Stabilität und Gewicht des Laufrades.
Berücksichtigen Sie das Material der Felgen bei der Auswahl: Aluminium Modelle bieten beim Einsatz von Felgenbremsen gegenüber Carbon-Varianten ein besseres Bremsverhalten bei feuchten Wetterbedingungen, sind im Vergleich aber schwerer.
Darüber hinaus entscheidet die Anzahl der Speichen über die Stabilität und das Gewicht des Laufrades. Hierbei gilt: Je mehr Speichen vorhanden sind, desto einfacher ist das Handling und desto höher ist die Robustheit des Rades. Beachten Sie hierbei jedoch, dass eine große Anzahl an Speichen das Gewicht des Rades erhöht.
2.3 Sattel
Auch den Sattel wählen Profisportler hinsichtlich des Gewichts, was jedoch zu Lasten des Komforts geht. Varianten, die eine Mittelrille aufweisen, sind in der Regel bequemer als Modelle, bei denen diese Aussparung fehlt. Zudem ist auch das Material für den Sitzkomfort entscheidend: Leder ist hierbei Kunststoff vorzuziehen, sollte jedoch regelmäßig mit Sattelfett eingerieben werden und ist darüber hinaus witterungsempfindlich.
Beachten Sie: Die Auswahl des passenden Rennradsattel hängt maßgeblich von Ihrer Anatomie und Ihrem Knochenbau ab. Darüber hinaus muss der Sattel eingefahren werden, bevor sich ein aussagekräftiges Urteil darüber fällen lässt, ob er zu Ihren körperlichen Gegebenheiten passt oder nicht. Sollte sich der Sattel hingegen nach ausgiebiger Nutzung unbequem anfühlen, so kann dies ein Hinweis darauf sein, dass er durchgesessen ist und ausgetauscht werden sollte.
Achten Sie außerdem darauf, dass der Sattel exakt waagerecht angebracht wird, da die Neigung direkte Auswirkungen auf ihre Körperhaltung hat. Nähere Details zur Einstellung Ihres Rennradsattels können Sie dem folgenden Video entnehmen:
2.4 Lenker und Pedale
Die meisten Rennräder sind mit einem sogenannten Bügellenker versehen, der in seiner Form die gebeugte Körperhaltung begünstigt, die zu weniger Luftwiderstand während des Fahrens führt. Die Verbindung zwischen Rahmen, Gabel und Lenker wird durch den sogenannten Vorbau hergestellt: Der Vorbau ist in unterschiedlichen Längen erhältlich und kann in seiner Neigung verstellt werden. Auf diese Weise ist eine Anpassung an Ihre körperlichen Eigenschaften möglich.
Klickpedal von SHIMANO
Professionelle Rennräder sind mit sogenannten Klickpedalen ausgestattet: Diese Modelle setzen spezielle Rennradschuhe voraus, unter denen eine Platte aus Metall- oder Kunststoff angebracht ist und die über eine Art Bindung mittels eines Klicksystems mit den Pedalen verbunden werden. Durch eine Seitwärtsdrehung der Füße kann die Verbindung gelöst werden. Je nach Ihren persönlichen Vorlieben können Sie aus einer großen Anzahl an separat erhältlichen Klickpedalen wählen.
3. Rennrad-Bremsen und -Schaltung
Ausschlaggebend für den Fahrkomfort und die Sicherheit beim Rennradfahren sind Schaltung und Bremsen eines Rennrads. Diese beiden Systeme werden zusammengefasst auch als Gruppe bezeichnet, da sie für das Fahren und Halten des Rades verantwortlich sind. Welche Varianten es gibt und was ihre Vor- und Nachteile sind, erfahren Sie in diesem Kapitel.
3.1 Bremsen
Neben konventionellen Felgenbremsen können Sie aus einer großen Auswahl an Scheibenbremsen wählen. Der große Vorteil von Scheibenbremsen besteht darin, dass die Bremswirkung aufgrund erheblich kürzerer Bremswege effektiver ausfällt. Auch das Sortiment an kombinierbaren Laufrädern ist größer, da in Fragen der maximalen Felgenbreite der Ansatzpunkt einer Felgenbremse nicht berücksichtigt werden muss. Nicht zuletzt leidet die Effizienz bei Scheibenbremsen angesichts feuchter Wetterbedingungen nicht und es kommt zu weniger starkem Verschleiß der Felgen als bei Modellen mit Felgenbremsen.
Das Hauptargument, das gegen die Verwendung von Scheibenbremsen im Profisegment spricht, ist das höhere Gewicht. Bei Schäden lassen sich Laufräder mit Felgenbremsen zudem wesentlich einfacher ausbauen und das schleiffreie Einstellen gestaltet sich unkompliziert. Die folgende Übersicht verdeutlicht die Vor- und Nachteile der beiden Bremsen-Arten:
Vorteile Felgenbremsen
- Verhältnismäßig günstig
- Vergleichsweise leicht
- Einfach einzustellen
- Schneller Ausbau des Rads
Nachteile Felgenbremsen
- Effizienzverlust bei Niederschlag
- Erhöhter Felgenverschleiß
Vorteile Scheibenbremsen
- Kurze Bremswege
- Wenig Kraft vonnöten
- Variable Felgenbreite
- Kein Felgenverschleiß
Nachteile Scheibenbremsen
- Verhältnismäßig teuer
- Vergleichsweise schwer
- Rad-Ausbau kompliziert
- Eingeschränkte Aerodynamik
3.2 Schaltung
Ähnlich wie bei Bremsen wird unter Kennern die Frage nach der Schaltung an einem Rennrad sehr kontrovers diskutiert. So haben Sie die Wahl zwischen mechanischen und elektronischen Schaltungen.
Der große Vorteil von mechanischen Schaltungen ist die Einfachheit der Wartung sowie die Möglichkeit, vergleichsweise einfach günstige Ersatzteile zu erhalten. Mit dem entsprechenden Know-how können diese selbst montiert werden. Elektronische Schaltungen funktionieren sehr zuverlässig und leichtgängig, sind jedoch teurer in der Anschaffung als mechanische Varianten. Zudem ist eine elektronische Schaltung auch mit mehr Gewicht verbunden und von einem geladenen Akku abhängig.
4. Tipps
Neben einem Rennrad, das Ihren körperlichen Gegebenheiten entgegenkommt, ist auch die richtige Technik entscheidend für den Spaß am Rennradfahren. Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, die Ihnen eine entsprechende Hilfestellung geben können.
4.1 Der runde Tritt
Mit dem runden Tritt wird der ideale und gleichmäßige Rhythmus beim Radfahren beschrieben, bei dem nahezu zu jeder Zeit Kraft auf beide Pedale ausgeübt und in Vortrieb umgesetzt wird. Rennradfahrer sind hierbei im Vorteil, der im Wesentlichen auf die Klickpedale zurückzuführen ist:
Selbst in der Phase, in welcher sich der Fuß in der Aufwärtsbewegung befindet, kann durch Ziehen des Fußes Kraft auf das Pedal ausgeübt und somit in Vortrieb umgesetzt werden.
Diese Technik ist jedoch schwer umsetzbar und viele Radrennsportler nutzen die Aufwärtsbewegung des Fußes zur Entlastung.
4.2 Richtiges Schalten
Optimieren Sie Ihren Fahrstil dahingehend, dass Ihre Trittfrequenz nach Möglichkeit nicht unter 75 Umdrehungen pro Minute fällt. Vermeiden Sie zu langes Fahren in schweren Gängen, da Sie ansonsten Ihre Muskeln auf Dauer überlasten und es zu Knie- und Bänderverletzungen kommen kann. Empfehlenswert ist ein Schaltverhalten, dass sich an die Gegebenheiten der Strecke mit Steigungen und Abfahrten anpasst.
4.3 Bremsen bei Regen
Machen Sie sich bewusst, dass der Bremsweg bei Regen länger ausfällt. Dies ist auf die schlechtere Bodenhaftung der Laufräder auf der Fahrbahn zurückzuführen. Vor allem aber wird die Bremswirkung von Felgenbremsen vermindert, da die Felge feucht ist und die Bremsblöcke somit weniger Halt finden als im trockenen Zustand. Dies ist bei Aluminium-Felgen weniger problematisch als bei Carbon-Varianten, sodass bei letzteren besondere Vorsicht geboten ist.
Bremsen Sie zunächst vorsichtig einige Male hinten und vorne zur gleichen Zeit, damit die Felgenoberfläche an Nässe verliert und die Bremsbeläge somit besseren Halt finden. Vermeiden Sie außerdem Lenkbewegungen und Gewichtsverlagerungen während des Bremsvorgangs.
5. FAQ
Welches Material ist für einen Rennrad-Rahmen empfehlenswert?
Rennrad-Rahmen werden entweder aus Aluminium oder Carbon gefertigt, da diese Materialien leicht sind. Bezogen auf das Gewicht sind Carbon-Rahmen Aluminium-Varianten gegenüber deutlich im Vorteil und vor allem im Profisegment zu finden.
Was sind Klickpedale?
Klickpedale erlauben das „Einhaken“ des Schuhs, was vor allem beim Treten der Pedale hilfreich ist. Soll der Schuh vom Pedal gelöst werden, so genügt eine leichte Seitwärtsdrehung des Fußes.
In welchen Gängen sollte ich vorrangig fahren?
Die Frage lässt sich deswegen nicht allgemeingültig beantworten, da der optimale Gang vom jeweiligen Streckenabschnitt abhängig ist: So wird bei Steigungen in niedrige Gänge gewechselt, während bei Abfahrten hohe Gänge zum Einsatz kommen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit anstrengendes Fahren in hohen Gängen, da sie andernfalls Knie- und Bänderverletzungen riskieren.






































