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Alles über Sherry
1. Was ist Sherry?
Sherry ist eine Spirituose, die oft auch als „verstärkter Weißwein“ beschrieben und meist als Aperitif gereicht wird. Sie stammt aus der Weinregion Jerez-Xérès-Sherry DOP in Andalusien. Sherry darf nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn er aus dieser Gegend, dem sogenannten Sherry-Dreieck, stammt – der Name ist entsprechend gesetzlich geschützt. Zwar sind verschiedene Varianten des Getränks erhältlich, meistens wird jedoch die Palomino-Traube dafür verwendet. Eine weitere beliebte Rebsorte ist Muskateller.
Sherry wird auf unterschiedliche Arten produziert, doch sein Reifeprozess ist immer ähnlich. Wir haben den Ablauf der Sherry-Produktion für Sie zusammengefasst:
- Die Trauben werden vergärt, sodass ein trockener Weißwein entsteht.
- Dieser wird mit Branntwein aus der Region La Mancha fortifiziert, also angereichert.
- Anschließend reift der Wein zunächst für ein Jahr in einem Tank aus Stahl oder Beton.
- Dann erfolgt die eigentliche Reifung nach dem Solera-Verfahren in Fässern.
Das Reifeverfahren von Sherry nennt sich Solera- beziehungsweise Criaderas-Verfahren. Dabei werden meist drei Sherryfässer – die zu 80 Prozent mit dem Alkohol befüllt wurden – nebeneinander auf den Boden gelegt. Die zweite Fässerreihe darüber nennt man die Criaderas. Der fertige Sherry wird immer den untersten Fässern entnommen, davon jedoch maximal zwei Drittel. Dann werden die unteren Fässer mit dem Sherry von den darüber liegenden Criaderas aufgefüllt – auf diese Weise rotiert der Sherry von oben nach unten. Durch die Reifung entsteht die sogenannte Florhefe, die dem Getränk seinen Geschmack verleiht. Dies ist jedoch nicht bei allen Sherry-Sorten der Fall – einige Varianten, wie der Oloroso, werden mit besonders viel Alkohol angereichert, um die Hefe-Bildung zu verhindern.
Die Mindestreifezeit von Sherry beträgt drei Jahre.
Sherry reift in Fässern und entwickelt dort Florhefe, die für den charakteristischen Geschmack sorgt.
Sherry weist je nach Sorte einen Alkoholgehalt zwischen 15 und 22 Prozent auf.
2. Sherry-Sorten im Überblick
Besonders die folgenden vier Faktoren sorgen für unterschiedliche Geschmäcker bei den Sherry-Sorten:
- Dauer des Reifeprozesses
- Intensität der Oxidation
- Höhe des Alkoholgehalts
- Verwendete Rebsorte
Wir stellen Ihnen die beliebtesten Sherry-Varianten vor:
Oloroso
- Rebsorte: Palomino
- Ausbau: Oxidativ, ohne Florhefe
- Färbung: Bernstein oder Mahagoni
- Geschmacksnoten: Nussig, holzig, kräftig
VALDESPINO Real Tesoro Jose Estevez S.A.
Fino
- Rebsorte: Palomino
- Ausbau: Mit Florhefe, keine Oxidation
- Färbung: Hell glänzend, gelblich
- Geschmacksnoten: Trocken, leicht, zarte Aromen
PUERTO FINO Emilio Lustau
Amontillado
- Rebsorte: Palomino
- Ausbau: Erst Florhefe, dann mehrstufige Oxidation
- Färbung: Karamell bis Bernstein
- Geschmacksnoten: Nussig, seidig, trocken
VORS AMONTILLADO Emilio Lustau
Manzanilla
- Rebsorte: Palomino
- Ausbau: Mit Florhefe, keine Oxidation
- Färbung: Weißlich bis hellgelb
- Geschmacksnoten: Leicht sauer, frisch, blumig
CHARITO MANZANILLA Emilio Hidalgo
3. Wie trinkt man Sherry?
Traditionell wird ein Sherry mit einer sogenannten Venencia, einer filigranen Schöpfkelle, dem Fass entnommen und in ein Sherry-Glas, den Catavino, gegeben. Im Handel ist die Spirituose jedoch meist in der Flasche erhältlich und Sherry kann auch im Weinglas serviert werden.
Traditionelle Venencias und Sherry-Gläser
Sherry ist klassischerweise ein Aperitif. In Spanien wird er allerdings auch zum Hauptgang serviert, seltener auch als Dessertwein zum Nachtisch. Letzteres ist vor allem von der Sorte abhängig. Ein Sherry Cream oder Pale Cream harmoniert dank seiner cremigen Note hervorragend zu Süßspeisen. Generell passt Sherry sehr gut zu Tapas, Oliven, Meeresfrüchten und hellem Fleisch. Er wird pur und in der Regel gekühlt getrunken. Dies variiert jedoch nach der Sorte – grundsätzlich gilt: Je heller der Sherry, desto kühler sollte er serviert werden. Die Temperaturspanne liegt hier zwischen sieben und 16 Grad Celsius.
Lagern Sie Sherry am besten kühl, beispielsweise in einem Weinkeller. Eine angebrochene Sherry-Flasche sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.
4. FAQ
Was ist Sherry?
Sherry ist ein Aperitif aus der spanischen Region Jerez-Xérès-Sherry DOP. Er wird auch als verstärkter Weißwein bezeichnet, da er aus weißen Trauben erzeugt sowie mit Branntwein fortifiziert (also angereichert) wird und dann durch die Reifung nach dem Solera-Verfahren seinen charakteristischen Geschmack erhält, welchen die dabei entstandene Florhefe hervorruft. Mehr über die Herstellung von Sherry können Sie in unserem Ratgeber nachlesen.
Wozu trinkt man Sherry?
Sherry passt in erster Linie ideal zu spanischen Tapas, Oliven, Crackern, Meeresfrüchten oder sogar zu einem Hauptgang mit hellem Fleisch. Ein süßlicher Sherry Cream harmoniert zudem hervorragend zum Dessert oder Kuchen. Sherry wird pur und je nach Sorte unterschiedlich stark gekühlt serviert. Sherry eignet sich auch sehr gut zum Kochen – beispielsweise zum Verfeinern von Soßen. Entdecken Sie die Vielfalt an Sherrys in unserem Sortiment.
Was ist die ideale Trinktemperatur von Sherry?
Ein Sherry wird gekühlt getrunken, die Intensität der Kühlung ist hier von der Sorte abhängig. Während helle Sherry-Arten am besten bei sieben Grad Celsius konsumiert werden, können Sie dunklere Varianten wie einen Oloroso auch beinahe bei Zimmertemperatur servieren.

































