
Ratgeber Holzöle
Bei der Behandlung von Holzoberflächen kommen neben Lasuren und Wachs auch häufig Holzöle zum Einsatz. Doch was sind die Vorteile einer solchen Ölung und was muss man bei dem Einsatz von Holzölen beachten? Antworten auf diese und andere Fragen erhalten Sie in unserem Ratgeber.
1. Holzöle
Bei geölten oder gewachsten Hölzern wird die Oberfläche nicht durch eine Lackschicht versiegelt, sondern getränkt. So bleiben die Poren des Holzes offen und die natürliche Maserung des Holzes tritt deutlich hervor. Holzöle sind in der Regel farblos oder mit wenigen Farbpigmenten versehen. Ob Sie sich bei der Behandlung Ihrer Holzmöbel für eine Lackierung oder Ölung entscheiden, ist jedoch nicht nur von optischen Vorzügen abhängig.
Holzbehandlung mit Öl
Holzöle sind umweltfreundliche Produkte und bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen. Häufig werden beispielsweise Baumharz oder Leinöl in der Produktion verwendet. Darüber hinaus sorgen zusätzliche Lösemittel wie Isoparaffin oder Testbenzin auf Erdölbasis dafür, dass sich das Öl leichter auftragen lässt. Da selbst Stoffe wie Leinöl oftmals mehrere Tage trocknen müssen, sind viele Öle mit Metallsalzen angereichert, sodass der Trocknungsvorgang beschleunigt wird.
1.1 Behandlung mit Holzöl
Holz ist zwar optisch ansprechend, jedoch auch anfällig für Feuchtigkeit, Kratzer und UV-Licht. Die Lebensdauer eines Möbelstückes kann mit der entsprechenden Holzpflege verlängert werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten des Holzanstriches vor.
- Lackierung: Die Lackierung von Holz sorgt für eine strapazierfähige und wasserfeste Oberfläche. Zudem sind lackierte Holzmöbel besonders lange haltbar, da die Oberfläche hermetisch versiegelt ist. Holzlacke sind ein einer Vielzahl an Farbnuancen erhältlich. Nachteil: Eine Lackierung des Holzes schränkt die Atmungsaktivität vollständig ein. Das ist vor allem bei Fußböden im Innenbereich von Nachteil. Zudem muss bei kleinen Schäden, wie Kratzer o.ä., die gesamte Oberfläche bearbeitet werden.
- Lasur: Eine Lasur zieht schnell in die Poren des Holzes ein, ohne sie zu verschließen. Zudem lassen sich Holzlasuren sehr gleichmäßig verteilen und die Maserung der Oberfläche bleibt weitestgehend erhalten. Nachteil: Lasuren sind matt und können nicht glänzend poliert werden. Darüber hinaus sind sie anfällig für Wasserschäden. Holzlasuren bestehen außerdem aus chemischen Stoffen und sind somit wenig umweltfreundlich.
- Ölung: Die Behandlung mit Holzöl ist besonders umweltfreundlich, da es sich hierbei um ein reines Naturerzeugnis handelt. Holzöle sind biologisch abbaubar und aus nachhaltigen Rohstoffen produziert. Zudem lässt es sich leicht auftragen und bringt die individuelle Maserung zur Geltung. Nachteil: Die Oberflächenbehandlung durch Holzöl ist wenig haltbar und muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Eine Ölung eignet sich deswegen weniger für stark beanspruchte Möbel.
- Wachs: Auch Holzwachse haben den Vorteil umweltfreundlich zu sein, da sie häufig aus Bienen- oder Pflanzenwachsen hergestellt sind. Zudem sorgen sie für eine glatte, glänzende und wasserabweisende Holzoberfläche. Holzwachse haben eine antistatische Wirkung und eignen sich deswegen besonders gut für Hausstauballergiker. Nachteil: Mit Wachs behandelte Oberflächen sind nur begrenzt belastbar. Für Fußböden sollten Sie deswegen zu Hartwachsen greifen.
Der größte Vorteil einer Holzölung im Innenbereich:
Ein geölter Holzfußboden ist diffusionsoffen und trägt zur einer Verbesserung des Raumklimas bei. Da der Boden nicht hermetisch versiegelt ist, kann das Holz dem Raum Feuchtigkeit entziehen und bei sehr trockener Luft auch wieder abgeben. So wird einem Schimmelbefall in der Wohnung vorgebeugt.
Holzöle für den Einsatz im Innenbereich sollten deutlich als solche gekennzeichnet sein. In der Regel enthalten diese weniger Geruchsstoffe und trocknen schneller.
1.2 Durchführung
Im Gegensatz zu einer Lackierung lässt sich eine gleichmäßige Ölung von Holzoberflächen auch von Handwerkslaien durchführen.
Eine Holzölung ist nur dann möglich, wenn der Holzboden nicht vorher mit einer Lackierung versiegelt wurde.
Die Anwendungsbereiche von Holzölen sind extrem vielfältig:
- Fußböden im Innenbereich (Dielen, Parkett)
- Terrassendielen
- Gartenmöbel
- Unbehandelte Möbelstücke (Regale, Leimholz)
- Arbeitsplatten
- Tische
- Fenster
Ölung/Holzpflege eines Fußbodens im Innen- oder Außenbereich:
- Vor der Behandlung mit Öl muss der Boden vollständig gereinigt (staub-und fettfrei) sowie trocken sein. Im Idealfall wird der Fußboden leicht abgeschliffen, sodass sich die Holzfasern öffnen und die Maserung deutlicher sichtbar wird.
- Die Feuchtigkeit des Holzes sollte nicht über 15 Prozent liegen (messbar mit einem Holzfeuchtigkeitsmesser).
- Tragen Sie das Holzöl mit einem weichen Tuch auf. Alternativ dazu können Sie auch einen Pinsel verwenden, dann muss überschüssiges Öl jedoch im Abschluss mit einem Lappen entfern werden.
- Lassen Sie den Fußboden mindestens 24 Stunden trocknen.
- nschließend kann die Oberfläche mit einem Poliertuch auf Hochglanz gebracht werden.
- Während der vollständigen Trocknungszeit (circa sieben Tage) darf der Holzfußboden nicht mit Wasser behandelt und sollte schonend betreten werden.
2. Verschiedene Holzöle
Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Holz- und Pflegeöle vor:
Terrassenöle

- Für Terrassendielen im Außenbereich
- Glätten die Holzoberfläche und machen sie wasser- und schmutzabweisend
- Auch für Gartenmöbel verwendbar
- 1 l ausreichend für 24 m²
- Bei unbehandelten Holz in der Regel zwei Anstriche nötig
- Beispielöle: Bangkirai-Öl, Lärchen-Öl, Douglasien-Öl
Parkettöle

- Pflegemittel mit einem geringen Ölanteil
- Sorgen für einen gleichmäßigen und ansprechenden Glanz
- Verwendung nur für unlackierte Parkettböden
Hier alle Parkettpflege-Produkte ansehen.
Möbelöle für den Innenbereich

- Holzöl für alle möglichen Möbelstücke und Oberflächen: Küchenarbeitsplatten, Fußböden etc.
- Sorgt für langanhaltende Resistenz gegenüber Verschmutzungen
- 1 l ausreichend für 14 m²
- Beispiel: CLOU Holzöl
Besonderheit Holzöle mit Harz- oder Wachsanteil:
Besonders robust sind Öle, die einen Wachs- oder Hartanteil besitzen. Sie eignen sich im Vergleich zu herkömmlichen Holzölen auch für die Verwendung auf stark beanspruchten Oberflächen wie beispielsweise Tischen und Arbeitsflächen.
3. FAQ
Wie reinige ich einen Pinsel nach der Verwendung mit Holzöl?
Da Öl nicht wasserlöslich ist, benötigen Sie für die Reinigung des Pinsels einen bestimmten Pinselreiniger. Alternativ dazu eignet sich auch ein Verdünner beziehungsweise Abbeizer (z.B. Terpentin).
Wie schnell zieht Holzöl in das behandelte Produkt ein?
Nach der Einölung muss das behandelte Produkt mindestens 24 Stunden trocknen und darf in dieser Zeit nicht betreten oder angefasst werden. Damit das Öl vollständig einzieht, sollten Sie noch einmal mindestens sieben Tage warten, bevor die Oberfläche strapaziert wird.
Holzöl oder Lasur – was ist besser?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Eine Holzlasur ist in der Regel etwas robuster als eine Ölung und lässt sich besonders gut verteilen. Außerdem zieht sie verhältnismäßig schnell in die Oberfläche des Holzes ein. Eine Ölung sorgt für glänzendes Holz, während Möbel mit einer Lasur eher matt schimmern.
Wie viel ml Holzöl benötige ich pro m² Holzboden?
Der Verbrauch von Holzöl ist abhängig von der behandelten Oberfläche. Während ein Liter Terrassenöl für etwa 24 Quadratmeter ausreichen (ca. 50 Milliliter pro Quadratmeter), benötigen stark beanspruchte Holzoberflächen eine dickere Ölschicht (ca. 100 Milliliter pro Quadratmeter).
Kann man jedes Möbelstück mit Holzöl behandeln?
Nein. Um ein Möbelstück oder um einen Fußboden mit Holzöl zu behandelt, darf es nicht bereits lackiert gewesen sein.
Wie oft sollte man Gartenmöbel mit Holzöl behandeln?
Wie oft Sie Ihre Gartenmöbel einölen müssen, ist abhängig von der Beanspruchung sowie der Art der Unterbringung im Winter. Im Durchschnitt sollten sie alle zwei bis drei Jahre mit einer neuen Ölschicht versehen werden.
Wie behandele ich Gartenmöbel mit Holzöl?
In einem ersten Schritt müssen die Gartenmöbel gründlich gereinigt werden. Verwenden Sie hierzu eine Bürste und etwas Seifenlauge. Anschließend müssen Sie die Terrassenmöbel vollständig trocknen lassen. Je trockener das Holz, desto mehr Öl kann es aufnehmen. Tragen Sie dann das Öl mit einem Pinsel, Tuch oder Schwamm auf. Überschüssiges Holzöl sollten mit einem sauberen Tuch entfernt werden.
Wir empfehlen, das Holzöl immer passend zu Ihrem Möbelstück auszuwählen. Möbel aus Teak-Holz sollten beispielsweise nur mit einem Teak-Öl behandelt werden.






































