
Wissenswertes über Funkkopfhörer
Mit Funkkopfhörern erleben Sie besten Sound, ohne in Ihrer Mobilität eingeschränkt zu sein. So können Sie nicht nur zuhause Musik, Filme oder Computerspiele in hoher Laustärke genießen, sondern dank Bluetooth und Co. auch unterwegs. Die verschiedenen Übertragungstechniken und Bauformen der kabellosen Geräte erklären wir Ihnen in folgendem Ratgeber.
1. Funkkopfhörer im Überblick
Funkkopfhörer bieten als kabellose Kopfhörer eine hohe Bewegungsfreiheit: Lediglich die Basisstation (= Docking Station) muss mit dem jeweiligen Fernseher , PC oder der Stereoanlage verbunden werden. Wie weit Sie sich von der Docking Station entfernen können, bevor ein Signalverlust auftritt, hängt von der jeweiligen Reichweite ab.
Die Basisstation lädt den Akku Ihres Kopfhörers auf.
Einige Modelle, zum Beispiel die meisten wireless Sport-Kopfhörer, kommen ohne separate Basisstation mit Sender aus – ihr Akku wird entweder mittels Induktion in einer Ladeschale oder über ein USB-Kabel geladen. Ein weiterer Vorteil, der besonders beim Fitnesstraining hervorsticht, ist das Ausbleiben von Kabelknäueln, die langfristig zu Kabelbrüchen führen können. Solche Kopfhörer-Varianten werden in der Regel mit dem Smartphone oder MP3-Player verbunden, weshalb das Signal fast ausschließlich via Bluetooth gesendet wird.
Funkkopfhörer werden sowohl mit analogem als auch mit digitalem Signalanschluss gefertigt. Aus den verschiedenen Übertragungstechniken ergeben sich deutliche Unterschiede: Zum Beispiel weisen analoge Funkwellen eine hohe Reichweite auf, während ihre Klangqualität deutlich geringer ausfällt als bei den digitalen Modellen. Daneben existieren Infrarot (analog oder digital) und Bluetooth (digital) als mögliche Technologien der Übermittlung.
1.1 Digitale Funkkopfhörer
Digitale Funkkopfhörer punkten durch eine rauschfreie Übertragung, wobei Ihre Reichweite prinzipiell geringer ist als die von analogen Ausführungen. Die Tonsignale werden hierbei im Kopfhörer durch den D/A-Wandler (= Digital-Analog-Umsetzer) in analoge Signale umgewandelt.
Via Bluetooth können Sie Ihren wireless Kopfhörer problemlos mit einem Tablet verbinden.
Über einen Surround-Decoder können Sie sogar den Raumklang eines Heimkinosystems entsprechend wiedergeben. Solche Kopfhörer sowie derartig ausgestattete Headsets bieten darüber hinaus zahlreiche Vorteile im Gaming-Bereich, zum Beispiel für die akustische Ortung eines Gegners bei Ego-Shootern.
Bluetooth
Hinter dem Begriff Bluetooth verbirgt sich ein Standard zur Datenübertragung mittels WPAN (Wireless Personal Area Network). Hierbei können lediglich Kurzstrecken überwunden werden: Je nach Leistungsklasse und Bluetooth-Version ist eine Distanz von zehn bis zu 100 Metern möglich. Einschränkungen entstehen durch bauliche Hindernisse wie Wände und Decken, sodass die tatsächliche Reichweite oft geringer ausfällt.
Die meisten modernen Funkkopfhörer übermitteln das Audiosignal via Bluetooth, wobei die erste Verbindung mit einem Endgerät häufig über NFC (Near Field Communication) erfolgt. Dazu müssen beide Objekte für einige Sekunden im Abstand von maximal vier Zentimetern übereinander gehalten werden.
Funkwellen
Wireless Kopfhörer, die über Radiowellen senden, funken in einem Frequenzbereich von 2,4 bis 2,48 Gigahertz. Beim Gebrauch können Störungen durch weitere Geräte im WLAN auftreten, da sie sich auf der gleichen Frequenz befinden. Sehr moderne Funkkopfhörer senden deshalb zusätzlich in Frequenzen im Bereich von 5 Gigahertz und damit ohne Beeinträchtigungen durch Laptops, Tablets und Co.
Manche Hersteller benutzen darüber hinaus die Kleer-Wireless-Technologie, bei der das Audiosignal unkomprimiert und damit verlustfrei übermittelt wird. Hiermit genießen Sie höchsten Musikgenuss.
Infrarot
Als Übertragungstechnik für Funkkopfhörer ist Infrarot inzwischen sehr selten, denn es liefert nur eine begrenzte Reichweite und gilt als relativ störanfällig. Bei der Benutzung der Kopfhörer muss zudem – wie bei einer Fernbedienung – Sichtkontakt zum jeweiligen Gerät gewährleistet sein.
Die Verbindung eines Infrarot-Funkkopfhörers ist grundsätzlich zu allen Geräten mit Infrarotschnittstelle möglich. Allerdings sinkt die Anzahl der PCs, Notebooks und Mobiltelefone, die eine IrDA-Schnittstelle (Standard der Infrared Data Association) aufweisen, seit der Verbreitung von Bluetooth erheblich.
1.2 Analoge Funkkopfhörer
Analoge Funkkopfhörer transportieren das Tonsignal mittels Funkwellen oder Infrarot und werden inzwischen relativ selten hergestellt. Da sie technisch bedingt ein Grundrauschen aufweisen, das bei hochwertigen Produkten jedoch eher gering ausfällt, werden sie meist im niedrigeren Preissegment angeboten als ihre digitalen Entsprechungen.
Funkwellen
Analoge Funkkopfhörer senden im Frequenzbereich von 863 bis 865 Megahertz und sind hinsichtlich ihrer Qualität mit gutem Radioton vergleichbar. Anders als bei digitalen Varianten mit Frequenzen ab 2,4 Gigahertz treten hier keine Störungen durch Geräte auf, die sich im WLAN befinden. Zudem hängt die Klangqualität nicht allein von der Übertragungsart ab, sondern wird maßgeblich durch Material und Verarbeitung des Kopfhörers beeinflusst. Über Funkwellen kann praktisch jedes Gerät an die Kopfhörer angeschlossen werden: vom MP3-Player über den PC bis hin zur Stereoanlage oder dem Fernseher.
Infrarot
Funkkopfhörer mit Infrarot bieten eine geringe Reichweite und funktionieren nur bei ständigem Sichtkontakt – vergleichbar mit einer Fernbedienung. In weiter Entfernung vom Endgerät tritt außerdem ein Rauschen auf. Daher eignet sich diese Variante vor allem zum Fernsehen oder für das entspannte Musikhören auf einem Relax-Sessel.
2. Bauarten und Systeme
Wie kabelgebundene Varianten lassen sich auch kabellose Kopfhörer in Bezug auf die Position der Lautsprecher unterscheiden:
- Ohrhörer
- Im Gehörgang (In-Ear)
- In der Ohrmuschel (Earbuds)
- Muschelkopfhörer
- Ohraufliegend (= On-Ear)
- Ohrumschließend (= Over-Ear)
Tipp: Ohrbügel verleihen In-Ear-Kopfhörern einen enorm festen Halt, wodurch sportliche Aktivitäten nicht durch rutschende Ohrhörer unterbrochen werden.
Von links nach rechts: Over-Ear-, In-Ear- und On-Ear-Kopfhörer
Bei Muschelkopfhörern wird darüber hinaus zwischen offenen, halboffenen und geschlossenen Systemen differenziert, die verschiedene Grade der Schallisolierung aufweisen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Form der Kopfhörer oder den Grad der Abdeckung der Ohren, sondern um die Durchlässigkeit der Kopfhörer:
Bei einigen Kopfhörern verbinden sich passive und aktive Geräuschunterdrückung.
Offene Systeme eignen sich durch die Perforierung der Hörmuscheln besonders für den Einsatz im Straßenverkehr, da Sie Außengeräusche damit immer noch wahrnehmen können. Zugleich wird relativ viel Klang an die Umgebung abgegeben, worunter die Qualität der Musikwiedergabe leidet und andere Personen gestört werden könnten.
Für den störungsfreien Musikgenuss oder mobiles Fernsehen in Bus und Bahn sollten Sie dagegen zu einem geschlossenen System greifen, das eine hohe passive Geräuschunterdrückung aufweist. Häufig finden Sie diese Eigenschaft bei Noise-Cancelling-Kopfhörern, die einen Antischall zu Umgebungsgeräuschen erzeugen.
Halboffene Kopfhörer bieten einen entsprechenden Mittelweg zwischen den Vor- und Nachteilen der beschriebenen Systeme. Weitere Informationen hierzu sowie über die unterschiedlichen Bauarten erhalten Sie hier.
3. FAQ
Sollte ich auf analoge oder digitale Funkkopfhörer setzen?
Ob ein analoger oder digitaler Funkkopfhörer für Sie geeignet ist, sollten Sie von seinem typischen Einsatzzweck abhängig machen. Generell werden mehr digitale Varianten angeboten als analoge Modelle, da sie einen besseren Klang aufweisen. Allerdings punktet ein analoger Funkkopfhörer hinsichtlich der Reichweite – wenn Sie beispielsweise in einem Haus leben und in jedem Zimmer Musik hören wollen, könnte er die bessere Wahl sein.
Welche Übertragungstechnik ist die beste?
Bluetooth ist die beliebteste Technologie zur kabellosen Übermittlung von Audiosignalen, da auch mobile Geräte wie MP3-Player, Smartphone oder Tablet hierüber verfügen und die Klangqualität sehr hoch ist. Jedoch können räumliche Hindernisse wie Wände oder Decken die Reichweite der Übertragung negativ beeinflussen, weshalb die maximal mögliche Distanz von 100 Metern in der Praxis häufig nicht erreicht wird.
Was sind wireless Sport-Kopfhörer?
Dabei handelt es sich in der Regel um Ohrhörer in der In-Ear-Variante, die zusätzlich mit einem Ohrbügel befestigt werden können. Durch den rutschfesten Sitz eignen sie sich ausgezeichnet für schnelle Bewegungen, zudem sind sie stoß- und oft wasserfest. Meist wird bei Sport-Kopfhörern auf die Bluetooth-Technologie zurückgegriffen, weil mobile Geräte diesen Standard aufweisen.














































