
Ratgeber Schmutzwasserpumpen
Wenn Sie verunreinigtes Wasser abpumpen möchten, sind Schmutzwasserpumpen die ideale Wahl. Durch ihre besondere Konstruktionsweise können einige Modelle selbst Schmutzpartikel mit bis zu vier Zentimetern Durchmesser befördern. Doch wann benötigt man eine Schmutzwasserpumpe? Welche Aspekte sollten Sie beim Kauf beachten? Und welche Alternativen stehen Ihnen zur Wahl? In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen alles, was Sie über Schmutzwasserpumpen wissen müssen.
1. Sinn und Zweck von Schmutzwasserpumpen
In diesem Absatz erklären wir Ihnen, wie Schmutzwasserpumpen funktionieren. Darüber hinaus geben wir Ihnen praktische Beispiele für ihren Einsatz sowie Hinweise zur Pflege und Reinigung.
1.1 Aufbau
Die meisten Schmutzwasserpumpen sind als Tauchpumpen konzipiert und werden daher auch als Schmutzwassertauchpumpen bezeichnet. Dies bedeutet, dass die Pumpen für den Betrieb im Wasser versenkt werden, wohingegen andere Modelle mithilfe von Schläuchen selbstansaugend arbeiten und die Flüssigkeit mittels Unterdruck aus dem jeweiligen Behälter herausziehen.
Schmutzwasserpumpe mit Schwimmerschalter
Da die Pumpen häufig komplett von Wasser umgeben sind und in der Regel über einen Elektromotor betrieben werden, spielt die Isolierung der einzelnen Komponenten und insbesondere des Motors eine wichtige Rolle, um Fehlfunktionen und Kurzschlüsse zu verhindern.
Für einen teilautomatischen Betrieb sind die meisten Schmutzwasserpumpen mit einem Schwimmerschalter ausgestattet: Dieser ist beweglich an der Pumpe befestigt. Der Schwimmer bewegt sich mit Zu- beziehungsweise Abnahme des Wasserstands. Erreicht der Pegel die eingestellte Höhe, startet die Schmutzwasserpumpe den Betrieb. Sobald sich die Wassermenge verringert und der Schwimmer auf ein entsprechend niedriges Niveau absinkt, schaltet sich die Pumpe automatisch ab. Dadurch wird ein Leerlauf verhindert und die Pumpe vor Beschädigungen geschützt.
1.2 Verwendungsmöglichkeiten
Schmutzwasserpumpen sind auf eine hohe Fördermenge ausgelegt, die im Schnitt zwischen 5.000 und 15.000 Litern pro Stunde liegt. Geräte ab einem Durchfluss von 8.000 Litern pro Stunde gelten als empfehlenswert. Dabei spielt jedoch auch eine Rolle, wie zeitkritisch die zu erledigenden Pumparbeiten sind. Der Pumpdruck ist hingegen eher gering, weswegen meist nur relativ kleine Höhenunterschiede überwunden werden können. Im Gegensatz zu anderen Tauchpumpen können Ausführungen für Schmutzwasser auch grobe Verunreinigungen transportieren. Dabei beträgt der maximale Durchmesser der einzelnen Schmutzpartikel, die befördert werden können, meist mehrere Zentimeter. Mehr zu diesen Punkten erfahren Sie im folgenden Kapitel.
Aufgrund ihrer besonderen Konstruktionsweise finden Schmutzwasserpumpen insbesondere bei den folgenden Einsatzgebieten beziehungsweise Aufgaben Verwendung:
- Feuerwehr
- Technisches Hilfswerk
- Leerpumpen überfluteter Keller
- Bewässerung mit Regenwasser
- Leeren von verschmutzen Teichen und Baugruben
Schmutzwasserpumpen unterschiedlicher Marken (links: Güde, mittig: Einhell, rechts: metabo)
1.3 Einsatz und Reinigung
Damit Ihre neue Schmutzwasserpumpe möglichst lange ohne Störung arbeitet, sollten Sie die folgenden zwei Punkte befolgen:
- Beim Einsatz ist darauf zu achten, dass die Pumpe auf einem festen Untergrund steht. Befindet sie sich hingegen auf Schlamm oder anderen Ablagerungen, kann die Pumpleistung und Fördermenge deutlich geringer ausfallen.
- Nach jeder Verwendung sollten Sie die Pumpe reinigen, um das Gehäuse sowie das Schaufelrad von Verschmutzungen zu befreien. Ist das Gerät hingegen für den Dauereinsatz fest installiert, empfehlen wir Ihnen eine jährliche Reinigung durchzuführen.
2. Technische Spezifikationen
Damit Sie mit Ihrer neuen Schmutzwassertauchpumpe die geplanten Arbeiten durchführen können, sollten Sie beim Kauf die folgenden Kriterien beachten:
Korngröße: Die Korngröße, die auch als Partikelgröße bezeichnet wird, gibt den maximalen Durchmesser an, den die einzelnen Schmutzpartikel haben dürfen. Diese Angabe unterscheidet sich bei Schmutzwasserpumpen stark von anderen Pumpenarten, da sie Fremdkörper von bis zu vier Zentimetern Durchmesser transportieren können. Damit ist die hohe Korngröße das speziellste technische Merkmale, das bei der Wahl eines geeigneten Modells zu beachten ist.
Fördermenge und Förderhöhe: Die Fördermenge beziehungsweise Pumpleistung wird in Litern pro Minute (l/m) oder pro Stunde (l/h) angegeben. Die Fördermenge können Sie je nach Einsatzzweck wählen: Möchten Sie die Pumpe nutzen, um geringe Mengen Wasser zu bewegen, reichen niedrige Werte aus. Wenn Sie hingegen Ihren Keller nach einem Rohrbruch oder bei Überschwemmungen möglichst schnell leerpumpen möchten, sind hohe Fördermengen zu bevorzugen.Die Förderhöhe gibt hingegen an, welchen Höhenunterschied die Schmutzwasserpumpe überwinden kann. Der Wert liegt zumeist in einem Bereich zwischen drei und 20 Metern. Bedenken Sie, dass die Fördermenge aufgrund des benötigten Pumpdrucks mit zunehmender tatsächlicher Förderhöhe abnimmt.
Eintauchtiefe und Absaugniveau: Die Eintauchtiefe ähnelt der Förderhöhe: Dabei wird angegeben, wie tief die Pumpe maximal in Flüssigkeit eingelassen werden darf. Die beiden Werte unterscheiden sich insofern, als dass der benötigte Pumpdruck in Flüssigkeit deutlich höher ausfällt. Achten Sie daher auf die maximale Eintauchtiefe, wenn Sie beispielsweise einen Brunnen mit hohem Wasserstand leeren wollen.Beim Absaugniveau handelt es sich um den geringsten Wasserstand, bei dem die Schmutzwasserpumpe noch Flüssigkeit einsaugen und abpumpen kann. Wenn Sie besonderen Wert darauf legen, Behälter oder Ähnliches möglichst komplett bis auf den Grund zu leeren, sollten Sie Varianten mit einem geringen minimalen Absaugniveau bevorzugen. Geräte, die flache Restwasserstände von bis zu einem Millimeter abpumpen können, verfügen über eine sogenannte Flachabsaugung.
Verarbeitung: Darüber hinaus ist eine robuste Verarbeitung wichtig: Insbesondere das Schaufelrad sollte aus Metall sein, damit es nicht durch Steine und andere Fremdkörper beschädigt wird. Dies gilt ebenfalls für das Gehäuse der Pumpe: So bietet Edelstahl eine höhere Lebensdauer als beispielsweise Kunststoff und ist im Vergleich zu anderen Metallen rostfrei.
3. Alternativen zu Schmutzwasserpumpen
Wenn Sie lediglich sauberes oder minimal verschmutztes Wasser fördern wollen oder eine große Förderhöhe benötigen, sollten Sie sich ebenfalls diese Pumpenarten ansehen:
- Klarwassertauchpumpen
- Tauchdruckpumpen
4. FAQ
Was ist eine Schmutzwasserpumpe? Wie funktioniert sie?
Schmutzwasserpumpen sind zumeist als Schmutzwassertauchpumpen erhältlich und werden daher in dem zu befördernden Wasser versenkt. Mithilfe eines Schaufelrads werden Flüssigkeiten und Verunreinigungen wie beispielsweise Steine transportiert. Dabei ermöglichen einige Modelle den Transport großer Schmutzpartikel mit Durchmessern von bis zu vier Zentimetern.
Welche Alternativen zu Schmutzwasserpumpen gibt es?
Für sauberes oder minimal belastetes Wasser können Sie eine konventionelle Tauchpumpe beziehungsweise eine Klarwassertauchpumpe verwenden. Wenn Sie beim Pumpen extreme Höhenunterschiede überwinden müssen, ist hingegen eine sogenannte Tauchdruckpumpe die ideale Wahl: Durch den höheren Druckaufbau steigt die Förderhöhe an. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass das jeweilige Modell für den Verschmutzungsgrad des Wassers geeignet ist, da Tauchdruckpumpen für sauberes Wasser konzipiert sind.
Wozu eignen sich Schmutzwasserpumpen?
Schmutzwasserpumpen sind die ideale Wahl für eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben. Mit ihnen können teilweise extrem verunreinigtes Wasser und andere Flüssigkeiten befördert werden. Daher finden die Geräte unter anderem bei der Gartenbewässerung mit Regenwasser, zum Leeren von Baugruben oder beispielsweise im Katastrophenschutz – etwa bei vollgelaufenen Kellern – Verwendung.





















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