
Ratgeber Urinale
Während Urinale sich früher hauptsächlich auf öffentlichen Herrentoiletten befanden, halten sie heutzutage auch Einzug in private Haushalte. Kein Wunder, schließlich überzeugen sie durch vielzählige Vorteile, wie beispielsweise der geringe Wasserverbrauch. In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum sich der Einbau eines Urinals unbedingt lohnt und was Sie darüber hinaus beachten müssen.
1. Das Urinal
Urinale sind eine Vorrichtung für das Urinieren im Stehen und für die Benutzung von Männern vorgesehen. Sie bestehen aus Sanitärkeramik, im öffentlichen Raum lassen sich zudem Edelstahl- oder Kunststoffmodelle finden. In der Regel verfügen Urinale über eine vom WC separierte Wasserspülung, die entweder von Hand mit einem Spülventil oder durch automatische Sensoren betätigt wird. Darüber hinaus finden Sie auch Modelle, die ein patentiertes System aufweisen, welches völlig ohne Wasser spült.
1.1 Vorteile
Im Vergleich zu herkömmlichen WCs überzeugen Urinale durch eine Vielzahl an Vorteilen und eignen sich deswegen optimal als Ergänzung im Hauptbadezimmer oder Gäste-WC.
Die Vorteile von Urinalen auf einen Blick:
Sehr hygienisch
Einfache Reinigung
Geringer Platzbedarf
Günstiger Anschaffungspreis
Geringerer Wasserverbrauch als herkömmliche Toiletten
Geringer Platzbedarf: Mit den Standardmaßen von 30 x 50 x 29 Zentimetern sind Urinale sehr platzsparend, sodass der vorhandene Raum im Badezimmer optimal genutzt werden kann. Ein Urinal kann somit in jede Ecke des Raumes eingebaut werden.
Hohe Hygiene: Im Gegensatz zum WC ist beim Gebrauch der Sanitärvorrichtung kein Kontakt vonnöten, was Urinale besonders hygienisch macht. Noch besser sind Urinale mit Deckel.
Günstiger Anschaffungspreis: Urinale sind in der Anschaffung wesentlich günstiger als Toiletten, weswegen sie eine gute Alternative beispielsweise für Gäste-WCs sind.
Geringe laufende Kosten: Der Wasserverbrauch bei einem Urinal ist sehr viel geringer als bei einer herkömmlichen Toilette. Während letztere in etwa sechs Liter pro Spülung benötigt, verbrauchen Urinale im Durchschnitt zwei Liter.
Unkomplizierte Reinigung: Wird bei dem Gebrauch des Urinals ein WC-Stein verwendet, lässt sich das Sanitärobjekt relativ unkompliziert säubern. Außerdem werden Kalkablagerungen verhindert.
Geringe Spritzgefahr: Beim Urinieren im Stehen besteht bei herkömmlichen Toiletten eine erhöhte Spritzgefahr. Urinale sind hingegen so geformt, dass der Urin möglichst spritzfrei aufgenommen werden kann. Einige Modelle verfügen zudem über ein visuelles Leitsystem, sogenannte Zielhilfen, wie beispielsweise eine „Zielfliege“ oder ein Aufkleber, der an einer Stelle angebracht ist, um möglichst wenig Spritzer zu machen.
1.2 Absaug- oder wasserloses Urinal
Generell kann zwischen zwei verschiedenen Urinal-Typen unterschiedenen werden: Das Absaug-Urinal, welches im Volksmund als das „normale“ Urinal bezeichnet wird, sowie Modelle, die kein Wasser benötigen. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Funktionsweisen vor:
| Absaug-Urinal | Wasserloses Urinal (Trockenurinale) |
|---|---|
| Besitzt Absaugsiphon mit Geruchsverschluss | Integrierter Siphon, der eine Sperrflüssigkeit enthält |
| Das einfließende Wasser erzeugt einen Unterdruck | Flüssigkeit im Idealfall 100% biologisch abbaubar |
| Durch den Unterdruck werden die Flüssigkeiten abgesaugt | Gewicht der Sperrflüssigkeit ist geringer als das von Urin |
| In der Regel: Zulauf von hinten | ⇒ Urin durchfließt bei jeder Benutzung diese und wird so abgeführt |
| Flüssigkeit hält aufsteigende Gerüche aus der Kanalisation zurück | |
| Siphon muss alle drei bis sechs Monate gewechselt werden | |
| Vorteile: | Vorteile: |
| Preiswert | Enorme Wasserersparnis |
| Bewährte Funktionsweise | Hygienischer, da sich keine Bakterien durch Wasser bilden können |
2. Materialien & Formen
Urinale zeugen von einer modernen Badeinrichtung: Sie überzeugen durch Ästhetik, Ergonomie und Reinigungsfreundlichkeit. Das Urinal sollte eine schöne Form besitzen und zur restlichen Einrichtung des Badezimmers passen. Hierbei spielt das verwendete Material eine entscheidende Rolle.
- Sanitärkeramik: Urinale aus diesem Material, beispielsweise von Keramag oder Villeroy & Boch , zeichnet sich vor allem durch eine extrem glatte Oberfläche mit Hochglanzeffekt aus. Zudem lässt sich die harte und unempfindliche Beschichtung schnell und einfach reinigen.
- Edelstahl: Modelle aus Edelstahl werden für gewöhnlich nur im öffentlichen Raum eingesetzt. Das Material ist extrem langlebig und kaum anfällig für Kratzer. Allerdings passt es optisch weniger in ein herkömmliches Badezimmer.
- Kunststoff: Kunststoff-Modelle sind optisch weniger ansprechend und werden deswegen nur auf öffentlichen Toiletten verwendet. Sie sind preiswert, transportabel und pflegeleicht.
Formen
Bei der Form des Urinals haben Sie in der Regel verschiedene Möglichkeiten. Klassische Modelle sind mit abgerundeten Ecken und oval gefertigt, moderne und minimalistische Modelle weisen hingegen eckige Kanten auf oder haben besondere Formen.
| Moderne Urinale | Klassische Urinale |
|---|---|
![]() | ![]() |
Hinweis: In der Regel werden Urinale an der Wand befestigt und hängen frei im Raum. Vereinzelt finden Sie jedoch auch Modelle mit Standfuß.
3. Installation
Die Montage eines Urinals läuft ähnlich ab wie die Installation eines Waschbeckens oder WCs. Hierbei haben Sie in der Regel die Wahl zwischen Aufputz-Modellen und Urinalen, die an einer Vorwandinstallation befestigt werden. Der Zulauf kann dabei von oben oder von hinten erfolgen. Die Montage einer solchen Vorrichtung sollte jedoch Handwerkern überlassen werden beziehungsweise muss bereits beim Bau des Hauses geplant werden. Im Folgenden skizzieren wir Ihnen, wie Sie das Urinal an einer Vorwandinstallation befestigen:
- Berechnen Sie die Höhe, in welcher das Urinal angebracht werden soll, entsprechend der Körperhöhe. Wohnen Kinder in Ihrem Haushalt, die die WC-Alternative ebenfalls nutzen werden, sollten Sie das Urinal entsprechend niedriger befestigen.
- Bohren Sie anschließend die Dübellöcher für die Urinalbefestigung.
- Montieren Sie Ablaufsiphon und Zulaufrohr an der Wandvorrichtung.
- Stecken Sie den Keramikkörper auf die Urinalbefestigung und montieren Sie diesen.
- Verschließen Sie anschließend den Übergang zwischen Urinal und Wand mit Silikon.
Hinweis: Folgende Anleitung dient lediglich der Orientierung und sollte wenn möglich von einem Fachmann durchgeführt werden. Zudem unterscheidet sich die Installation eines Urinals je nach Modell und Hersteller.
4. Reinigung
Generell ist die Reinigung eines Urinals relativ unkompliziert. Allerdings müssen Sie bedenken, dass die Badkeramik einzig und allein für das Urinieren verwendet werden darf. Für das Entsorgen von Putzwasser oder Ähnlichem ist ein Urinal nicht geeignet. Im Folgenden geben wir Ihnen einige Tipps für die optimale Reinigung:
- Herkömmlicher WC-Reiniger für die regelmäßige Reinigung von Innen und Außen
- Spezielle Urinsteinentfernung für die Bekämpfung von Urinstein und Kalkablagerungen
- Hausmittel wie Essig und Backpulver sind ebenfalls für die Entfernung von Kalk geeignet
5. FAQ
Mit welchem Reinigungsmittel kann ich beim WC und Urinal den Uringeruch beseitigen?
Der häufigste Grund für unangenehmen Geruch in Toilette oder Urinal ist die Ablagerung von Urinstein. Dieser dient als Nährboden für viele Arten von Bakterien. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen aggressiven Reinigern und Hausmitteln wie Essig oder andere säurehaltige Flüssigkeiten und Backpulver.
Wie funktioniert ein Urinal ohne Wasserspülung?
Wie der Name schon verrät, wird bei einem solchen Urinal kein Wasser zum Spülen verwendet. Stattdessen sind solche Badkeramiken mit einem speziellen Siphon ausgestattet, welches eine Sperrflüssigkeit enthält. Da diese ein geringeres Gewicht als der Urin aufweist, durchfließt der Urin die Sperrflüssigkeit und wird so abgeführt.
Welche Vor- und Nachteile haben Urinale ohne Wasserspülung?
Die Wasserspülung bei einem herkömmlichen Urinal oder WC dient in der ersten Linie dem Geruchsverschluss und nicht der Reinigung. Zudem bildet Wasser in Kombination mit Urin schnell Urinstein, welcher wiederrum als Nährboden für Bakterien dient. Neben einer enormen Wasserersparnis ist ein Trockenurinal somit hygienischer als herkömmliche Absaugmodelle. Allerdings muss die Flüssigkeit im Siphon regelmäßig ausgetauscht werden, was wiederrum erhöhte Kosten zur Folge hat.






































