
Ratgeber Parkett
Parkett kann selbst den einfachsten Räumen eine edle Atmosphäre verleihen. Den natürlichen Bodenbelag gibt es in den verschiedensten Varianten und Farben.
1. Die Vorteile des Parkettbodens
Natürlich und edel: Das sind die Hauptmerkmale eines Parkettbodens. Dieser gilt daher als das Premium-Produkt der Bodenbeläge. Anders als Laminat, also Holzspanplatten, ist der Parkettboden ein vollständiges Naturprodukt. Hier sehen Sie alle Vorteile des massiven Baustoffes im Überblick:
- Echtholzprodukt
- Edles Ambiente
- Regelt das Raumklima ganz natürlich (Feuchtigkeitsspeicher)
- Automatischer Wärmespeicher für ein angenehmes Wohngefühl
- Kompatibel mit Fußbodenheizungen
- Hohe Langlebigkeit
- Robustes Material
- Keine elektrostatischen Aufladungen
- Vielzahl an Varianten, Farben und Mustern
- Nachhaltiger und umweltbewusster Baustoff
2. Welches Parkett passt in Ihr Zuhause?
Parkett wertet jeden Raum auf. Hier zeigen wir Ihnen, welche Parkettart sich für Ihre Vorstellungen am besten eignet.
Welches Holz ist das richtige?
Dunkle Holzarten eignen sich für große Räume besonders gut.
Die Auswahl an Parkettböden ist riesig. Wenn Sie sich auch für Ihr Zuhause Parkett wünschen, sollten Sie sich zunächst eine Holzart aussuchen. Dabei spielen sowohl die Farbe als auch die Holzbeschaffenheit eine wichtige Rolle.
Generell gilt die Regel: In kleinen Räumen oder Fluren auf helles Holz setzen. Dunklere Farben eignen sich besser für große Räume oder die Küche.
Es wird zwischen ruhigen und lebendigen Hölzern unterschieden. Je lebendiger die Parkettdiele ist, desto mehr zeichnet sich die ursprüngliche Maserung des Holzes ab.
Wie robust das Parkett ist, entscheidet der Härtegrad des Holzes. Dieser wird mit der sogenannten Brinellhärte angegeben, benannt nach dem Erfinder der Messmethode Johan August Brinell. Je höher die Rohdichte des Holzes ist, desto höher fällt der Wert aus.
Hier stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl gängiger Holzarten vor – im Prinzip eignet sich aber fast jede Holzsorte für einen Parkettboden. Grundsätzlich gilt: Laubholz ist härter als Nadelholz. Den niedrigsten Brinell-Wert hat Fichte mit 12, den höchsten das südamerikanische Holz Cumaru und Nussbaum Diamant mit 90.
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|---|---|---|
| Ahorn Brinellhärte: 27 | Bambus Brinellhärte: 40 | Buche Brinellhärte: 34 |
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| Eiche Brinellhärte: 34-41 | Esche Brinellhärte: 37-41 | Nussbaum Brinellhärte: 26-90 |
Beim Kauf eines Parkettbodens für viel frequentierte Räume sollten Sie ein Holz mit einer hohen Brinellhärte wählen. Mit Werten zwischen 34 und 41 gelten Bambus-, Eichen- und Eschenholz bereits als sehr robust.
Die unterschiedlichen Parkettarten
Parkett lässt sich gut in zwei Gruppen aufteilen: Massivparkett und Mehrschichtparkett. Ersteres wird ganzflächig verklebt und erst nach dem Verlegen mit Öl oder Lack versiegelt. Es zeichnet sich vor allem durch seine Langlebigkeit aus und kann bei Bedarf abgeschliffen werden. Bei Mehrschichtparkett handelt es sich um Fertigparkett, das in den meisten Fällen mit einem Klicksystem verlegt werden kann. Es wird deswegen auch als Klickparkett bezeichnet und ist verhältnismäßig leicht einzubauen. Die einzelnen Dielen bestehen aus mehreren Schichten – meist aus einer Edelholzschicht und darunter aus einer zweiten Holzschicht, in der das Klicksystem integriert ist. Eine dritte Holzschicht (meist aus Pressspan oder Nadelholz) dient der Stabilisierung. Mehrschichtparkett ist einfach zu verlegen und weist ebenfalls eine hohe Haltbarkeit auf – wenn auch etwas geringer als Massivparkett.
Während Mehrschichtparkett meist aus Dielen besteht, die im Parallelsystem verlegt werden, gibt es beim Massivparkett eine Vielzahl an Parkettarten:
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|---|---|---|---|
| Mosaikparkett | Fineline-Parkett | Stabparkett | Hochkantlamellen-Parkett |
Besondere Parkett-Arten
Neben klassischem Stab- und Mosaikparkett erhalten Sie auch besondere Arten des Bodenbelags, die für eine ungewöhnliche Raumoptik sorgen:
Industrieparkett
Industrieparkett ist eine preiswerte Alternative zu der Mosaikvariante, weil es aus Abfallprodukten herstellt wird. Außerdem gilt es als sehr robust und kommt deswegen auch in öffentlichen Einrichtungen und Fabrikräumen zum Einsatz. Kennzeichnend für Industrieparkett ist die lamellenhaften Anordnung der Stäbchen.
Wer nicht auf einen Boden in Holzoptik verzichten möchte, aber auf der Suche nach einer elastischen und warmen Alternative zu klassischen Parkettböden ist, sollte sich für Korkparkett entscheiden. Das Material ist weich, wärmend und dämpft zudem Geräusche sehr gut. Parkettfußboden aus Kork lässt sich kleberlos verlegen.
Landhausdielen
Echte Dielen sorgen für einen rustikalen Charme, sind aber sehr teuer. Einer Alternative dazu ist Parkett in Landhausdielen-Optik.
Schiffsboden-Parkett
Schiffsboden-Parkett sorgt für einen ganz besonderen Flair im Wohn- oder Schlafzimmer. Die langen Dielen imitieren die rustikale Optik eines Schiffsdecks und verleihen Räumen eine natürliche Behaglichkeit. Kennzeichnend sind auch eine unregelmäßige Anordnung der einzelnen Dielen sowie der dunkle Farbton.
Welche Oberflächen gibt es?
Gekälkt
Unter Kalken versteht man das Hervorheben der Holzmaserung. Dies wird mit einem Porenfüllbrei vorgenommen, weshalb sich dafür großporige Holzarten wie Esche oder Ulme eignen. Die Porenfüllmasse kann auch eingefärbt werden.
Gebürstet
Wird Parkett gebürstet, so erhält es eine natürliche Struktur ähnlich der Jahresringe eines Baumes. Mittels einer Bürste wird das Holz in Faserrichtung behandelt und so weiche Teile des Holzes entfernt. Wichtig: Gebürstetes Parkett darf nicht geschliffen werden.
Geölt
Öl verleiht dem Holz eine matte Optik. Man unterscheidet zwischen aushärtenden und nicht aushärtenden Ölen. Erstere bestehen meist aus Kunstharz und trocknen das Holz. Das macht es belastbarer. Nicht aushärtende Öle wie Leinöl verleihen dem Holz eine naturbelassene Optik, machen es aber zugleich empfindlicher.
Lackiert
Lackiertes Parkett wird mit einer Lackversiegelung versehen. Es entsteht eine Hochglanzoptik auf dem Holz. Die Versiegelung macht den Bodenbelag sehr pflegeleicht und stabil.
Gehobelt
Wer seinem Boden einen antiken Look verschaffen will, der sucht sich gehobeltes (auch geschroppt genanntes) Parkett aus. Der Hobel verleiht dem Holz eine besondere Struktur entlang der Diele. Oft gibt es auch Parkettböden, die gehobelt und zugleich gebürstet sind.
Gelaugt
Um das Holz vor Lichtveränderungen zu schützen, kann es mit Lauge behandelt werden. Sie verhindert ein zu schnelles Nachdunkeln des Holzes. Nach der Laugenbehandlung kann das Holz mit einer Farbe oder Öl versehen werden.
Gewachst
Gewachst wird das Parkett meist, nachdem es zuvor geölt wurde. Dabei wird zwischen warmem und kaltem Wachs unterschieden. Erhitztes Wachs wird mit einer Maschine aufgetragen, die für eine gleichbleibende Temperatur sorgt. So werden die Poren des Holzes schneller versiegelt. Kaltes Wachs wird mit einem Schwamm in den Boden einmassiert. Die Öl-Wachs-Mischung betont den natürlichen Charakter des Holzes und ist zudem umweltfreundlich.
Auch im Badezimmer lässt sich Parkett gut integrieren.
Tipp: Es müssen nicht immer Fliesen sein. Bestimmte Holzarten ermöglichen auch im Badezimmer einen Parkettboden. Wählen Sie hierfür ein Holz, das nur in geringem Maße Feuchtigkeit aufnimmt und eine hohe Brinellhärte hat. Am besten eignen sich Merbau oder Teak sowie Hölzer mit einer wasserfesten Wachsbeschichtung.
3. So verlegen Sie Parkett richtig
Parkett muss nicht immer vom Fachmann verlegt werden. Geschickte Heimwerker können dies auch ganz alleine (oder mit einem Helfer) vornehmen. Dies gilt insbesondere für Fertigparkett! Im Folgenden geben wir Ihnen praktische Tipps, die Ihnen das Verlegen erleichtern.
3.1 Verlegemuster
Sobald Sie sich für eine Holzart und Oberfläche entschieden haben, stellt sich die Frage, welches Verlegemuster Sie wählen. Die Parkettdielen können in zahlreichen Varianten zusammengelegt werden – aber Achtung: Nicht jedes Muster eignet sich für jeden Raum.
Parallel-Verbände
Die Holzdielen werden parallel nebeneinander verlegt. Dabei ist es entscheidend ob die Dielen unregelmäßig (Schiffsboden-Verband), um die Hälfte (Englischer Verband) oder um ein Drittel (Oxford-Verband) versetzt werden.
Eine Sonderform ist der Altdeutsche Verband – hier wird zwischen die einzelnen Dielen, die doppelt nebeneinanderliegen, ein kleines Rechteck in einer anderen Farbe eingelassen.Fischgrätmuster
Bei dieser Verlegeart werden zwei Holzstäbe so gelegt, dass sie ein V bilden. Dieses Muster eignet sich besonders für große Räume und gilt als Klassiker unter den Parkettböden.
Flechtböden
Die Parkettstäbe werden parallel und rechtwinklig zueinander gelegt: So entsteht eine Flechtoptik. Dies kann um ein quadratisches Parkettstück herum geschehen (Flechtboden mit Würfel) oder versetzt, sodass sich ein Schachbrettmuster bildet (Würfel-Verband).
Leiterböden
Wie bei einer Leiter werden hier zwei lange Stäbe sowie zahlreiche kurze verlegt. Die langen Stäbe liegen parallel zueinander. Dazwischen werden die kurzen Stäbe entweder gerade oder im Fischgrätmuster verlegt.
3.2 Darauf sollten Sie achten
- Der Bodenbelag muss sich immer erst an den Raum akklimatisieren. Daher sollten die unverlegten Holzdielen zunächst 48 Stunden lang in dem Zimmer liegen, in welchem sie anschließend verlegt werden.
- Planen Sie bei Einkauf mindestens fünf Prozent mehr Material als Verschnitt ein!
- Messen Sie vor dem Verlegen den Raum aus und schneiden Sie gegebenenfalls die Dielen passend zu.
- Bevor das Parkett verlegt werden kann, muss der Boden trocken und eben sein. Kleine Unebenheiten dürfen maximal drei Millimeter betragen.
- Eine Dampfbremsfolie kann Unebenheiten ausgleichen. Eine Trittschalldämmfolie sorgt für den richtigen Schallschutz.
- Damit der Boden eine natürliche Struktur erhält, sollten Sie mindestens drei Pakete mit Holzdielen besorgen und die Dielen beim Verlegen abwechselnd aus den Paketen nehmen.
- Parkett wird fast immer schwimmend verlegt: Halten Sie zwischen Diele und Wand einen Abstand von zehn bis 15 Millimetern, da sich das Holz im Laufe der Zeit noch ausdehnt. Nutzen Sie dafür Abstandskeile. Die dadurch entstandenen Dehnungsfugen werden am Schluss mit Leisten überdeckt.
4. Pflegehinweise
Parkett ist ein Naturprodukt aus Echtholz. Das macht es nicht nur besonders edel und verleiht dem Raum ein warmes Klima, sondern es ist auch entsprechend robust. Nichtsdestotrotz bringt das Material auch Nachteile mit sich. Lichteinfall und bestimmte Luftverhältnisse hinterlassen gerne ihre Spuren auf dem Boden. Dunkles Holz wird mit der Zeit heller, während helles Holz nachdunkeln kann. Zudem ist der Boden anfällig für Kratzer und Risse. Wie Ihr Parkett dennoch immer wie neu aussieht und schön gepflegt bleibt, verraten wir Ihnen hier.
- Wasser reicht beim Wischen von Parkett völlig aus. Achten Sie darauf, dass Sie den Boden nur „nebelfeucht“ und nicht nass wischen. Zu viel Wasser kann zum Aufquellen des Holzes führen. Alle paar Wochen sollten Sie eine zusätzliche Parkettpflege in das Wasser geben.
- Fegen oder staubsaugen Sie ihr Parkett regelmäßig – der Staub und andere kleine Partikel nutzen den Boden zusätzlich ab und können wie Schmirgelpapier wirken.
- Anders als Laminat kann Parkett im Notfall abgeschliffen werden. Je nach Holz- und Oberflächenart muss der Boden anschließend erneut geölt, gewachst oder lackiert werden.
- Bei geölten Parkettböden können Sie nach der Reinigung mit Pflege-Öl über die Flächen gehen – das pflegt und lässt den Boden wie neu aussehen.
- Wer bei kleinen Kratzern nicht direkt den ganzen Boden abschleifen möchte, kann diese auch mit Wachs ausbessern. Die Wachsstifte erhalten Sie in vielen verschiedenen Farbtönen.
(Extra-)Tipp: Möbel können auf Parkett unschöne Kratzer hinterlassen. Nutzen Sie kleine Filzgleiter, die Sie auf die Möbelfüße kleben, um dies zu vermeiden.
5. FAQ
Wo entsorge ich meinen alten Parkettboden?
Bei Parkett handelt es sich fast immer um behandeltes Holz. Da durch Chemikalien und Kleber giftige Gase entstehen können, ist es nicht erlaubt, das Holz zu verbrennen. Eine Möglichkeit das alte Parkett zu entsorgen ist, einen Altholzcontainer zu bestellen – informieren Sie sich hierfür bei einem Containerdienst in Ihrer Nähe. Auch viele Wertstoffhöfe nehmen das behandelte Holz an.
Woher stammt der Begriff Parkett?
Der Name Parkett stammt aus dem Französischen. Das parquet wurde als Bodenbelag für Tanzflächen eingeführt. Oft bestehen auch Teile einer Bühne aus Parkett, damit dort das Ballettensemble tanzen kann.
Kann ich bei Parkett eine Fußbodenheizung verwenden?
Grundsätzlich darf Parkett über einer Fußbodenheizung verlegt werden. Es ist jedoch erforderlich, dass es sich hierbei um eine Heizung mit Warmwassersystem handelt. Außerdem sollte das Parkett nicht dicker als 22 Millimeter sein – nur so kann der Wärmedurchlasswiderstand des Holzes eingehalten werden. Ein weiterer Tipp: Nicht wärmer als 25 Grad heizen um Schäden im Parkett zu vermeiden.












































