
Alles über Korn
1. Korn, Kornbrand und Doppelkorn
Korn (links) und Kornbrand (rechts)
Der Korn gehört zu den deutschen Spirituosen und kann aus unterschiedlichen Getreidearten hergestellt werden, die maßgeblich den Geschmack des Endprodukts beeinflussen. Dazu zählen:
- Roggen
- Weizen
- Gerste
- Hafer
- Buchweizen
Im Gegensatz zu vielen anderen Getreidespirituosen, die einen Mindestalkoholgehalt von 35 Volumenprozent aufweisen müssen, reichen beim Korn 32 Volumenprozent aus, damit er entsprechend bezeichnet werden darf. Ab einem Alkoholanteil von mindestens 37,5 Volumenprozent kann man ihn als Kornbrand beziehungsweise Doppelkorn klassifizieren.
Ein typisches Merkmal des Korns ist der im Vergleich zu Wodka relativ starke Eigengeschmack nach dem verwendeten Getreide. Er wird in der Regel pur konsumiert oder in Kombination mit einem Bier – in diesem Fall spricht man von einem Herrengedeck – serviert. Alternativ trinkt man Korn gemischt mit Orangenlimonade, Cola oder Brausepulver. Zwar gibt es nur wenige Cocktails auf Kornbasis, allerdings kann Korn in Mixgetränken den Wodka ersetzen.
2. Produktion
Die Herstellung von Korn umfasst mehrere Schritte, die wir für Sie zusammengefasst haben:
- Zunächst wird das gemahlene Getreide mit Wasser versetzt, um eine Maische herzustellen.
- Da Getreide keinen Zucker, sondern lediglich Stärke enthält, fügt man Malz zur Maische hinzu. Die darin enthaltenen Enzyme wandeln die Stärke in Zucker um.
- Anschließend wird mithilfe von Hefe ein Gärprozess gestartet, bei dem der Zucker zu Alkohol und Kohlensäure umgesetzt wird.
- Als Nächstes folgen mehrere Destillationsschritte. Nach der ersten Destillation entsteht ein Brand, der bereits frei von vielen unerwünschten Aromastoffen ist. Der Maische-Rückstand, die sogenannte Schlempe, weist einen hohen Eiweißgehalt auf und findet als Viehfutter Verwendung. Am Ende der mehrfachen Erhitzung enthält der Korn rund 85 Volumenprozent Alkohol.
- Der letzte Schritt ist die Reifung, die zum Teil in Holzfässern stattfindet und dem Korn eine gelbe bis bräunliche Färbung verleihen kann. Je nach Reifedauer darf ein Korn die Bezeichnung „alt“ beziehungsweise „alter Korn“ tragen.
- Vor dem Abfüllen wird das Destillat mit Wasser auf den gewünschten Alkoholgehalt abgesenkt.
Das verwendete Wasser beeinflusst ebenso wie die Wahl der Getreidesorte den Geschmack des Korns. Besondere Kornvarianten werden daher beispielsweise mit Gletscherwasser versetzt.
3. Reinheitsgebot
Ebenso wie für Bier gibt es auch für Korn ein Reinheitsgebot. Die erste Fassung stammt aus dem Jahr 1789 und schrieb vor, dass Korn aus mindestens zwei Dritteln Roggen und maximal einem Drittel Gerste hergestellt werden muss. Heute sind die Vorschriften durch eine EU-Verordnung geregelt, die unter anderem verbietet, dass dem Korn Neutralalkohol oder zusätzliche geschmacksgebende Stoffe zugeführt werden.



































