
Ratgeber zu Kinesiologie-Tapes
Kinesiologie ist eine alternative ganzheitliche Behandlungsmethode aus Fernost: Sie soll unsere Gesundheit verbessern und für Wohlbefinden des gesamten Körpers sorgen. Kinesiologie-Tapes dienen in erster Linie dem körperinternen Heilungsprozess und werden auch in der Physiotherapie angewendet. Wir stellen Ihnen die Besonderheiten der Klebebänder vor.
1. Kinesio-Tapes
Die ursprünglichen Taping-Methoden kommen aus dem asiatischen Raum und basieren auf den Prinzipien der Kinesiologie. Kinesiologie-Tapes sind selbstklebende, elastische Baumwollbänder und können an nahezu allen Körperstellen aufgebracht werden. Sie können Blockaden lösen, die Heilung bei Verletzungen unterstützen oder Entzündungen im Körper hemmen. Dank der flexiblen Struktur wird die Beweglichkeit des Körpers nicht eingeschränkt – wie es beispielsweise bei Bandagen der Fall sein kann.
Kinesio-Tapes
Kinesiologie-Tapes erhalten Sie entweder auf einer Rolle, welche Sie selbst zurechtschneiden müssen, oder als vorgeschnittenes Tapesystem für eine bestimmte Körperregion (beispielsweise Knie oder Ellenbogen). Das Band bleibt je nach Umständen bis zu sieben Tage auf der Haut kleben.
Ein klassisches Kinesio-Band ist in den Farben Rot, Blau, Weiß, Schwarz, Grün oder Geld erhältlich, hat eine Länge von fünf Metern und ist etwa fünf Zentimeter breit.
1.1 Behandlungsbereiche und Wirkung
Vor allem im Sport werden Kinesio-Tapes meistens präventiv eingesetzt. Sie unterstützen den Körper ganzheitlich und können beispielsweise bei muskulären Verspannung oder Sportverletzungen aufgeklebt werden.
Mögliche Wirkung von Kinesiologie-Tapes
- Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte
- Gelenkfunktion wird unterstützt
- Schmerzreduktion
- Entlastungsfunktion
Wissenschaftliche Belege für den Wirkungserfolg von Kinesiologie-Tapes gibt es bislang nicht. Es liegen jedoch positive Erfahrungsberichte seitens der Nutzer und aus Sicht von Physiotherapeuten vor.
Einsatzmöglichkeiten
- Rücken- und Schulterschmerzen
- Muskel-, Gelenk- und Sehnenbeschwerden
- Überlastungssymptome
- Fehlhaltungen und -stellungen
- Prävention
Kinesiologie-Tape kann Gelenke oder Muskelpartien beim Sport schonen
1.2 Material
Kinesiologie-Tapes bestehen aus einem wellenartigen Baumwoll- oder Viskosegewebe, welches für eine ausreichende Flexibilität mit Elasthan-Fasern versetzt wurde. Deswegen lässt sich das Band bis auf seine 130 bis 140 prozentige Länge (einige wenige Ausführungen auch bis zu 180 Prozent) ausdehnen. Diese Eigenschaften eines Kinesio-Tapes erinnern an die Beschaffenheit der menschlichen Haut: Das garantiert die maximale Beweglichkeit, ohne dass Muskeln beziehungsweise Gelenke eingeschränkt werden. Zudem ist das Material eines Kinesiologie-Tapes wasserfest und dabei atmungsaktiv.
Bei der Klebeschicht handelt es sich in der Regel um einen Acrylatkleber, dessen vollständige Wirkkraft sich erst durch den Kontakt mit der Haut (Körperwärme) aktiviert.
| Wellenstruktur | Elastizität | Wasserbeständigkeit |
|---|---|---|
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2. Kinesiologie-Tapes bei verschiedenen Körperregionen
Prinzipiell werden Kinesio-Tapes an Gelenken, empfindlichen Sehnen oder großen Muskelpartien angebracht. Dazu gehören:
- Achillessehne, Sprunggelenk und Ferse
- Nacken und Schultern
- Handgelenk und Daumen
- Knie und Oberschenkel
- Arm und Ellenbogen
Bevor Sie sich für Kinesiologie-Tapes entscheiden, sollten Sie zunächst mit einem Physiotherapeuten besprechen, ob diese Art der Schmerztherapie in Ihrem Fall sinnvoll erscheint. Die Verwendung eines solchen Tapes ist außerdem kein Ersatz für eine therapeutische Behandlung. Je nach Art der Krankenversicherung werden die Kosten für eine professionelle Anbringung von Kinesio-Tapes von der Kasse übernommen.
Zurechtschneiden von Kinesiologie-Tape

Wer sich für Kinesiologie-Tapes auf einer Rolle entscheidet, muss diese unter Umständen vor der Anwendung zurechtschneiden. Hierzu können Sie eine handelsübliche Haushaltsschere benutzen. So müssen Sie beispielsweise für die Hand das Tape an drei oder vier Stellen (je nach Anzahl der Finger, die beklebt werden müssen) einschneiden.
Was Sie bei den unterschiedlichen Körperregionen beachten sollten, erfahren Sie im untenstehenden Abschnitt.
Allgemeine Hinweise zur Anwendung von Kinesio-Tapes
Vorbereitung der Haut
- Die Hautpartie sollte von Haaren befreit werden, da so die Haftfähigkeit des Tapes verbessert wird.
- Die Haut muss trocken und fettfrei sein. Tragen Sie vor der Anwendung kein Öl oder Bodylotion auf.
Verbesserung der Haftfähigkeit
- Runden Sie die Ecken des Kinesiologie-Tapes ab.
- Versuchen Sie, die Klebefläche nicht zu berühren.
- Durch Wärme verstärkt der Kleber seine Wirkung, Feuchtigkeit verschlechtert die Haftfähigkeit.
- Bringen Sie das Kinesiologie-Tape mindestens drei Stunden vor körperlichen Aktivitäten auf.
Ablösen
- Kinesiologie-Tapes lösen sich leicht ab, wenn sie nass sind.
- Ziehen Sie das Tape nur langsam und vorsichtig ab. Das verringert Schmerzen.

Sollte die Haut nach der Anbringung unangenehm jucken, kann es sein, dass Sie allergisch auf den Klebstoff reagieren. In diesem Fall sollten Sie das Kinesiologie-Tape direkt entfernen.
An folgenden Stellen des Körpers kann die Anbringung eines Kinesiologie-Tapes sinnvoll sein:
Schulter- und Nackenbereich

Ein schmerzender Schulter- und Nackenbereich kann auf eine Instabilität oder eine Verspannung hinweisen. Die Schulter sollten Sie sich immer von einer zweiten Person, beispielsweise einem Physiotherapeuten, behandeln lassen. Die Anbringung des Kinesio-Tapes erstreckt sich in erster Linie vom Deltamuskel bis zum Ende des Schultergelenks oder Richtung Schulterdach.
Knie- und Oberschenkelbereich

An Knie und Oberschenkel wird Kinesiologie-Tape angewendet, wenn undefinierte Schmerzen vorliegen. Dabei können Sie das Tape in vielen Fällen selbstständig anbringen. Vor allem am Knie werden die Tapes häufig von Sportlern als leichte Stabilisierungsmaßnahme eingesetzt. Halten Sie bei der Anbringung das Knie leicht gebeugt, in der Regel benötigen Sie dafür drei Bänder.
Achillessehne, Ferse und Sprunggelenk

Schmerzen im Fußbereich sind häufig auf eine Überbelastung zurückzuführen, was auch eine Entzündung der Sehnen zur Folge haben kann. Um Achillessehne, Ferse und Sprunggelenk zu schonen, gibt es eine Vielzahl an Taping-Methoden, die beispielsweise das Gelenk unterstützen. Auch die Anwendung von Kinesiologie-Tape am Fuß können Sie alleine durchführen.
Armbereich

Im Armbereich werden häufig Handgelenk, Daumen oder Ellenbogen mit Kinesio-Tape beklebt. Je nach Art der Beschwerden können so Bänder entlastet oder Gelenke stabilisiert werden. Vor allem bei Sportarten, die den Arm stark belasten, kann eine präventive Anbringung von Kinesio-Tape sinnvoll sein.
3. FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Kinesiologie-Tape und Flossband?
Flossband besteht im Gegensatz zu Kinesio-Tape vollständig aus Naturlatex und wird nicht auf die Haut geklebt, sondern wie ein Verband festgesteckt. Das macht es mehrfach verwendbar. In der Regel dient das Flossband als kompressionsbasierte Intervallmethode, deren Ziel es ist, die Gelenke zu stabilisierten. Deswegen werden solche Bänder häufig im Leistungssport und beim Fitnesstraining eingesetzt.
Was bedeuten die Farben bei Kinesio-Tapes?
Klassischerweise sind Kinesiologie-Tapes in den Farben Rot oder Blau gehalten, zudem finden Sie grüne, gelbe, schwarze oder weiße Bänder. Die Unterschiede beruhen dabei auf dem Prinzip der Farbtheorie, bei der Farben als elektromagnetische Wellen in bestimmten Schwingungsbereichen interpretiert werden. Während somit Blau eher als kalte Farbe angesehen wird und solche Kinesio-Tapes vor allem bei Schwellungen und Prellungen zur Kühlung eingesetzt werden, gelten Rottöne als wärmend und regen den Kreislauf an. Deswegen werden rote Kinesio-Tapes vor allem bei Verspannungen verwendet.
Wie lange halten Kinesio-Tapes?
Kinesiologie-Tapes sind robust sowie wasserfest und können bis zu sieben Tage auf der Haut halten. Wenn Sie viel Sport machen und demensprechend schwitzen, kann sich die Tragezeit verkürzen. Für einen guten Halt sorgen abgerundete Tape-Ecken.














































