
Wissenswertes zu Entsaftern
Mit einem Entsafter können Sie nicht nur aus Obst, sondern auch aus Gemüse vitaminreiche Getränke zubereiten. Worauf Sie beim Kauf des Geräts achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Funktionsweise von Entsaftern
Während des Betriebs eines Entsafters wird das in Früchten und Obst enthaltene Wasser vom Fruchtfleisch (dem sogenannten Trester) getrennt. Der Vorteil gegenüber Mixern besteht darin, dass der pure Saft wesentlich besser verdaubar ist als Obstmus, das auch den Trester enthält. Je nach Art und Weise des Trennvorgangs wird zwischen zwei Kategorien von Geräten unterschieden:
Wenn Sie mit einem Dampfentsafter Saft zubereiten, spricht man von der sogenannten Heißentsaftung. Wird hierfür hingegen ein Zentrifugalentsafter benutzt, wird das Verfahren als Kaltentsaftung bezeichnet.
Zentrifugalentsafter
- Ermöglicht vergleichsweise schnelle Saftzubereitung
- Nährstoffe wie Vitamine bleiben größtenteils erhalten
- Platzsparende Maße
- Zubereitung ausschließlich für den sofortigen Verzehr geeignet
- Verhältnismäßig geringes Fassungsvermögen

Dampfentsafter
- Großes Fassungsvermögen
- Hitze beeinträchtigt den Erhalt von Nährstoffen und Vitaminen
- Direkte Weiterverarbeitung des Saftes möglich
- Saft vergleichsweise lange haltbar

2. Zentrifugalentsafter
Bei diesen Modellen wird zerkleinertes Obst oder Gemüse in einen Behälter gegeben, der sich während des Betriebs des Entsafters mit hoher Geschwindigkeit um sich selbst dreht. Die entstehende Zentrifugalkraft sorgt dafür, dass der Saft aus dem Obst oder dem Gemüse herausgepresst und im Auffangbehälter gesammelt wird.
2.1 Material und Beschaffenheit
Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass Ihr Entsafter nach Möglichkeit aus einem Material besteht, das spülmaschinenfest ist und sich auch von Hand leicht säubern lässt. Edelstahl und Kunststoff sind sehr empfehlenswert. Je modularer ein Entsafter aufgebaut ist, desto einfacher gestaltet sich in der Regel auch die Reinigung. Abhängig davon, wie oft und für wie viele Personen Sie Saft zubereiten wollen, sollten die Maße des Saft- und Tresterbehälters ausfallen. Auch die Größe der Einfüllöffnung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt.
2.2 Technische Eigenschaften des Entsafters
Zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Geräte können Sie die Werte vergleichen, die in Watt angegeben werden. Darüber hinaus sind hierbei die Hinweise zur Geschwindigkeit in Umdrehungen pro Minute hilfreich. Verschiedene Geschwindigkeitsstufen sind nützlich, wenn Sie unterschiedlich harte Gemüse- oder Obstsorten verarbeiten wollen. Als praktisch erweist sich auch eine sogenannte Reversierfunktion: Dieser Rückwärtslauf sorgt dafür, dass sich grobe oder harte Rückstände, die den Entsafter blockieren, lösen können.
Beachten Sie, dass hohe Geschwindigkeiten mit einer entsprechend großen Betriebslautstärke einhergehen.
2.3 Extras und Zubehör
Neben den technischen Eigenschaften sind auch diverse Extras bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen: Hierzu zählen beispielsweise gummierte Standfüße, die für einen besonders stabilen Halt während des Entsaftens sorgen. Darüber hinaus ist die Kabellänge wichtig und ein sogenannter Tropfstopp sorgt dafür, dass kein Saft auf die Arbeitsplatte tropfen kann.
Zudem weisen einige Modelle zusätzliches Zubehör auf: So ist eine enthaltene Reinigungsbürste praktisch für die Reinigung des Geräts und Rezeptbücher liefern Ihnen Anregungen für leckere Saftvarianten.
3. Dampfentsafter
Ein Dampfentsafter besteht aus einer Topfkonstruktion, die sich aus mehreren, übereinander angebrachten Teilen zusammensetzt:
- Das unterste Element dient als Behälter für das Wasser, das für den Entsaftungsvorgang zum Kochen gebracht wird.
- Darüber sitzt ein weiterer Behälter, der im Inneren einen Zylinder aufweist, durch den der Wasserdampf über ein Loch in den mittleren Teil heraufziehen kann. Darüber hinaus befindet sich die Ablauföffnung für den Saft ebenfalls im unteren Bereich des mittleren Elements, in welches ein Siebeinsatz mit dem Obst gehängt wird.
- Der Entsafter wird mit einem Deckel verschlossen, sodass der entstehende Wasserdampf durch das Aufkochen des Wassers nicht entweichen kann.
Der heiße Dampf erreicht durch den Siebeinsatz das Obst und bringt dessen Zellwände zum Platzen, wodurch der Saft vom Trester getrennt und durch die Ablauföffnung ausgegeben wird. Die Funktionsweise wird im folgenden Video deutlich:
3.1 Material
Da die meisten Dampfentsafter wesentlich größer ausfallen als handelsübliche Zentrifugalentsafter, sollten Sie gerade bei Heißentsaftern darauf achten, dass Ihr Modell aus einem Material besteht, das sich problemlos in der Spülmaschine reinigen lässt: Die verhältnismäßig große Form der Geräte gestaltet die Reinigung von Hand aufwändig.
Beachten Sie: Für eine einfache Reinigung sollten Sie sich für ein Gerät entscheiden, dass Sie auf der Herdplatte betreiben können. Sollten Sie ein Induktionskochfeld besitzen, so vergewissern Sie sich anhand der Produktbeschreibung, dass der Entsafter für den Betrieb geeignet ist.
Geräte mit einer integrierten Heizspirale lassen sich zwar praktischerweise über eine Steckdose mit Strom versorgen, sind jedoch empfindlicher, was Feuchtigkeit angeht. Außerdem sind viele dieser Geräte aufgrund der nichtmodularen Bauweise schwieriger zu reinigen.
3.2 Größe und Verarbeitung
Bei der Größe sollten Sie auf die Angaben in der Produktbeschreibung achten, was die maximale Füllmenge des Geräts betrifft. Darüber hinaus ist die Verarbeitung entscheidend: Bei Modellen, bei denen sich die einzelnen Elemente voneinander lösen lassen, können Sie den untersten Teil auch alleine als Kochtopf benutzen. Der Ablaufschlauch sollte außerdem mit einer Metallklemme verschließbar sein, da der Saft durch den Dampf sehr heiß ist und nicht versehentlich auslaufen sollte.
4. Slow Juicer
Eine weitere Option der Kaltentsaftung ist ein sogenannter Slow Juicer, also ein langsamer Entsafter. Ein Slow Juicer funktioniert ähnlich wie ein Zentrifugalentsafter, doch hier ist die Pressschnecke anders angeordnet und die Drehzahl wesentlich geringer. Mit weniger als 100 Umdrehungen pro Minute sorgt der verlangsamte Entsaftungsprozess dafür, dass weniger Sauerstoff in die Flüssigkeit gelangt. Dadurch bleiben noch mehr Nährstoffe im Saft enthalten, der Herstellungsvorgang dauert jedoch länger als der von herkömmlichen Zentrifugalentsaftern.
Das Entsaften im Slow Juicer ist besonders schonend.
5. FAQ
Slow Juicer oder Zentrifuge – welcher Entsafter ist schonender?
Ein Slow Juicer arbeitet langsamer als ein Zentrifugalentsafter und ist somit schonender. Durch die geringere Umdrehungszahl gelangt weniger Sauerstoff in den fertigen Saft, wodurch mehr Nährstoffe erhalten bleiben.
Sollte ich mich für einen Zentrifugal- oder Dampfentsafter entscheiden?
Da ein Zentrifugalentsafter das Obst während des Entsaftens nicht erhitzt, bleiben bei dieser Zubereitungsart mehr Nährstoffe erhalten als bei Dampfentsaftern, da hier durch die erzeugte Wärme einige Vitamine verloren gehen. Dafür können Dampfentsafter größere Mengen an Obst und Gemüse verarbeiten und der Saft ist in der Regel länger haltbar.
Welcher Entsafter eignet sich für einen Single-Haushalt am besten?
Aufgrund ihrer kompakten Form sind Zentrifugalentsafter besonders für kleine Haushalte empfehlenswert. Darüber hinaus gelingt die Saftzubereitung mit diesen Modellen besonders schnell.
Was bewirkt eine Reversierfunktion bei einem Zentrifugalentsafter?
Nutzen Sie diese Funktion dann, wenn das Gerät während des Betriebs blockiert. Auf diese Weise können Sie verkeilte Obst- oder Gemüsestücke lösen, ohne das Gerät vom Strom nehmen und die Störung manuell beheben zu müssen.





































