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Kurbelradios - nicht nur für den Notfall
Nicht nur bei Katastrophen und Krisen ist das Kurbelradio ein Muss – auch an allen Orten ohne Steckdose ist es dir ein zuverlässiger Begleiter. Was dieses Multi-Talent alles kann, erfährst du hier.
1. Was ist ein Kurbelradio?
Ein Kurbelradio ist ein Radio, das ohne externe Stromversorgung funktioniert. Für den Betrieb reicht, wie der Name verrät, das Aufladen per Handkurbel. Ähnlich wie bei einem Fahrrad-Dynamo wird hier durch das Drehen der Kurbel Strom erzeugt, der einen eingebauten Akku auflädt. Daher wird das Gerät auch Dynamo-Radio oder Notfall-Radio genannt.
Generell wird ein Kurbelradio empfohlen, um in Krisensituationen oder bei Naturkatastrophen Anweisungen und Informationen der Regierung oder des Krisenschutzes erhalten zu können. Da in diesen Situationen häufig mit Stromausfällen zu rechnen ist, ist ein Kurbelradio unerlässlich.
Aber ein Dynamo-Radio ist nicht nur für den Notfall sinnvoll. Viele Radios kannst du vorab oder bei Bedarf durch Kurbeln aufladen. So kannst du es zum Beispiel zu deinen Outdoor-Abenteuern mitnehmen, um auch in abgelegenen Regionen auf dem neuesten Stand zu bleiben oder Musik zu hören. Und auch wenn bei der Gartenarbeit oder in der Küche keine Steckdose in der Nähe ist, funktioniert mit dem Kurbelradio Musik hören ohne Strom.
Ein Kurbelradio eignet sich auch für die Verwendung in der freien Natur.
2. Eigenschaften
In der Regel lassen sich alle Kurbelradios über eine Kurbel aufladen und empfangen den analogen Radiostandard UKW. Die meisten Geräte haben zudem eine eingebaute Taschenlampe und ein Notsignal. Viele Modelle verfügen außerdem über alternative Lademöglichkeiten, Zusatzfunktionen und weitere Frequenzbereiche. Was davon für dich sinnvoll ist, ist abhängig vom Verwendungszweck. Wir haben die wichtigsten Kaufkriterien für dich aufgelistet.
2.1 Stromerzeugung
Die Grundausstattung eines Kurbelradios bildet der eingebaute Dynamo mit Handkurbel. Damit wird der Akku geladen, der dem Radio als Stromquelle dient. Hier solltest du auf die Ergonomie achten: eine längere Kurbel liegt besser in der Hand und verringert den Kurbelaufwand. Mit einer Minute kurbeln liegt die Radio-Hördauer zwischen 10 und 60 Minuten, abhängig vom Akku und den verwendeten Zusatzfunktionen.
Häufig lässt sich der Akku aber mit anderen Mitteln aufladen:
Aufladung über Solarpanel
Manche Modelle sind über Solarenergie aufladbar. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass die Aufladung über Solar häufig lange dauert. Diese Funktion ist daher eher als Zusatz oder zur Verlangsamung des Entladevorgangs zu sehen.
Kurbelradio mit Batteriefach
Darüber hinaus erlauben einige Kurbelradios die Verwendung mit Batterien. Das ermöglicht einen längeren Betrieb ohne manuelles Kurbeln und erleichtert den Betrieb.
Anschluss ans Stromnetz
Zuletzt können einige Modelle auch per Netzanschluss betrieben oder aufgeladen werden. Das erlaubt die Aufladung im Voraus für Notfälle, oder die Verwendung als normales Radio.
2.2 Empfang
Das Hauptwarnmittel in Deutschland ist das Radio. Kommt es zu Stromausfällen, funktionieren Fernseher und Internet nicht mehr. Ein Kurbelradio ist ideal, um im Notfall auch ohne Strom informiert zu bleiben. Dafür solltest du auf die empfangenen Frequenzbereiche achten. Es gibt die folgenden Empfangsarten:
| UKW (Ultrakurzwelle) | DAB+ (Digital Audio Broadcasting) | Weltempfänger (Kurzwelle) |
|---|---|---|
| Terrestrischer Radiostandard | Zukunftssicher, neuer Standard | Globaler Empfang |
| Empfängt klassische Radiosender (FM) | Empfängt UKW und digitales Radiosignal | Empfängt in- und ausländische Radiosendungen auf Kurzwelle |
| Wird zukünftig von DAB+ abgelöst | Vorteil: kein Internet nötig, bessere Tonqualität | Für den Notfall genügt in der Regel UKW/DAB+ |
Zusätzlich ermöglichen Radios mit DAB+-Empfang die sogenannte EWF (Emergency-Warning-Functionality). Ähnlich wie bei Verkehrsdurchsagen im Autoradio ist einstellbar, dass dein Programm für wichtige Warnmeldungen automatisch unterbrochen wird. Ist das Radio im Standby-Modus, schaltet es sich dann für die Meldung automatisch ein.
Mehr Informationen über Radioempfang erhältst du in unserem Radio-Ratgeber.
2.3 Akku
In der Regel gibt es zwei Arten von Akkus, die in Kurbelradios verwendet werden. Die bekannten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion Akku) und Nickel-Metallhydrid-Akkus (Ni-MH Akku). Bei handelsüblichen wiederaufladbaren Batterien handelt es sich häufig um Ni-MH Akkus, während Li-Ion Akkus zum Beispiel in Handys und Kameras verbaut sind. Solltest du das Radio in besonders hohen oder niedrigen Temperaturen (<5° und >35° Celsius) verwenden wollen, empfiehlt sich ein Ni-MH Akku, damit dein Gerät keinen Schaden nimmt. Andernfalls solltest du zum pflegeleichteren Li-Ion Akku greifen.
Übersicht Li-Ion Akku
- Vergleichsweise geringe Selbstentladung (auch längeres Lagern möglich)
- Hohe Lebensdauer
- Häufiges Teilaufladen ohne Kapazitätsverlust möglich
- Geringes Gewicht
- Nachteil: nur zwischen 5 und 35 Grad Celsius zuverlässig verwendbar
Die Akkukapazität eines Kurbelradios sollte mindestens 2000 Milliamperestunden (mAh) betragen. Verfügt das Radio über Zusatzfunktionen, sind 5000 mAh sinnvoll. Je höher die Akkukapazität, desto länger ist bei vollem Akku die Laufzeit. Besonders wenn du das Kurbelradio als Powerbank für andere Geräte benutzen willst, sollte die Akkukapazität ausreichend hoch sein (mindestens 4000 mAh).
Falls du einen langen Dauerbetrieb ohne Strom gewährleisten möchtest, gibt es Kurbelradios mit austauschbarem Akku. Dann kannst du für den Notfall aufgeladene Ersatz-Akkus bereitlegen. Das ist aber nicht bei allen Modellen möglich.
2.4 Gehäuse
Kurbelradios gibt es in zahlreichen Farben und Ausführungen. Aber in puncto Gehäuse ist nicht nur das Aussehen wichtig. Du solltest auch auf Robustheit und Bedienbarkeit achten.
Robustheit
Je nach Verwendungszweck solltest du darauf achten, dass das Gehäuse deinen Anforderungen entspricht. Die meisten Kurbelradios sind spritzwassergeschützt (IPX4 oder höher), eventuell ist aber eine höhere Schutzklasse sinnvoll.
| IP-Schutzklassen |
|---|
| Die IP-Kennung (Ingress Protection/Schutz vor Eindringen) wird mit dem Kürzel „IP“, gefolgt von zwei Kennziffern angegeben. Auf einer Skala von null (kein Schutz) bis acht (höchster Schutz) beschreibt die erste Ziffer den Schutz gegen Fremdkörper (z. B. Staub) und Berührung, die zweite den Schutz gegen Wasser. Ein X steht als Platzhalter, falls die Herstellfirma keine Angaben gemacht hat. |
| Je höher die Zahlen, desto besser ist dein Kurbelradio also gegen äußere Einflüsse geschützt. |
Wenn du das Radio auf Wanderungen, Fahrradtouren oder beim Angeln nutzen willst, solltest du dich beim Kauf für eine ausreichend hohe Schutzklasse entscheiden. Außerdem sind womöglich Maße und Gewicht relevant – für den Ausflug ins Gebirge solltest du lieber ein leichteres Gerät wählen.
Bedienbarkeit
Zum Gehäuse gehört auch, dass Regler und Kurbel sinnvoll angeordnet sind. Bei einem guten Radio funktioniert das Kurbeln, ohne dass du durch die anderen Bedienelemente gestört wirst. Bei manchen Kurbelradios lassen sich außerdem bestimmte Programme speichern, sodass du die Frequenz eines bestimmten Radiosenders nicht immer neu suchen musst. Ein automatischer Sendersuchlauf hilft hier ebenfalls.
Die Kurbel sollte lang genug sein und entfernt von anderen Bedienelementen liegen.
Zudem solltest du darauf achten, dass das Radio ein beleuchtetes Bedienfeld besitzt. So lässt sich auch im Dunkeln bei einem Stromausfall gut der Sender einstellen. Dafür haben einige Kurbelradios ein digitales Display, andere eine zusätzliche Leselampe, mit der die Regler beleuchtet werden. Bei manchen Radios ist die Beleuchtung mit einem eingebauten Bewegungssensor steuerbar.
Außerdem verfügt nicht jedes Gerät über eine Ladestandsanzeige. Falls das für dich wichtig ist, solltest du beim Kauf darauf achten.
2.5 Weitere Zusatzfunktionen
Viele Kurbelradios verfügen über weitere Funktionen. Wie sinnvoll diese für dich sind, richtet sich nach dem gewünschten Verwendungszweck. Hier sind die wichtigsten Funktionen im Überblick.
Eine sparsame LED-Leselampe erleichtert die Bedienung im Dunklen.
Taschenlampe: Diese gehört bei den meisten Kurbelradios zur Standardausstattung. Im Falle eines Stromausfalls hast du so immer eine garantierte Lichtquelle, die du zur Not mit Kurbeln aufladen kannst. Die Helligkeit ist ebenfalls ein Kaufkriterium. In manchen Modellen ist zusätzlich ein kleines Leselicht eingebaut – vor allem, falls Regler beziehungsweise Display nicht beleuchtet sind.
Notsignal: Diese Funktion ist besonders nützlich in Situationen, in denen du zum Beispiel Rettungskräfte auf dich aufmerksam machen musst. Betätigst du das Notsignal, sendet das Gerät in der Regel laute Signaltöne aus und das eingebaute Licht beginnt zu blinken. Achte darauf, dass Lichthelligkeit und Lautstärke hoch genug sind, um aus der Ferne gesehen zu werden.
Bewegungsmelder: Kurbelradios mit Bewegungsmelder sind ausgesprochen bedienungsfreundlich. Dieser ist oft bei Radios mit integrierter Leselampe eingebaut, damit das Licht nicht versehentlich angelassen wird und den Akku entleert.
Audio-Wiedergabe: Wenn du das Gerät auch zur Wiedergabe deiner eigenen Musik benutzen möchtest, gibt es Kurbelradios mit Audioeingang, zum Beispiel über USB, SD-Kartensteckplatz oder Klinkeneingang (AUX-In). So kannst du das Radio als Lautsprecher nutzen. Willst du diskret Radio hören, bietet sich ein Kurbelradio mit Kopfhörereingang an.
Powerbank-Funktion: Manche Kurbelradios können zum Aufladen kleiner Geräte genutzt werden, zum Beispiel zum Laden deines Handys. Achte dafür darauf, dass es einen USB-Eingang gibt. Bei Kurbelradios mit dieser Funktion solltest du ein Radio mit leistungsstarkem Akku wählen (mindestens 4000 mAh).
Spezialfunktionen: Dies sind nur einige der Zusatzfunktionen, die bei Kurbelradios nützlich und üblich sind. Verwendest du das Gerät viel auf Wandertouren, gibt es zum Beispiel auch Kurbelradios mit Kompass, Hundepfeife (für Rettungshunde) oder Flaschenöffner.
3. FAQ
Was ist ein Kurbelradio?
Ein Kurbelradio ist ein Radio, dessen Akku per Hand mit einem Dynamo aufgeladen wird. So kannst du es in Notfällen und bei Outdooraktivitäten ohne Strom verwenden. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber.
Wie sinnvoll ist ein Kurbelradio?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt jedem Haushalt ein Kurbelradio für den Notfall. So bleibst du bei Strom- und Internetausfällen informiert. Zusätzlich begleitet es dich im Alltag als Garten-, Küchen oder Campingradio, ohne eine Steckdose zu benötigen. Mehr Informationen zur Verwendung findest du in unserem Ratgeber.
Wie lange hält bei Kurbelradios der Akku?
Je nach Akkukapazität und verwendeten Funktionen kann die Betriebsdauer variieren. Hörst du Radio bei mittlerer Lautstärke, werben manche Herstellfirmen mit bis zu 70 Stunden Wiedergabezeit. Einen Überblick über Akkukapazität bei Kurbelradios und weitere Funktionen erhältst du in unserem Ratgeber.
Welches ist das beste Kurbelradio?
Ein gutes Kurbelradio sollte über eine ergonomische Kurbel, ausreichend Akkukapazität und alternative Lademöglichkeiten verfügen. Welche Funktionen überdies für dich sinnvoll sind, kommt auf den Anwendungszweck an. Eine Übersicht über Zusatzfunktionen gibt dir unser Ratgeber.





































