
Ratgeber Stromerzeuger
Stromerzeuger sind gleich doppelt praktisch: Sie können nicht nur als Stromquelle im Freien, sondern auch als Notstromaggregat genutzt werden, wenn es zu einem Stromausfall kommt. Allerdings können nicht alle Geräte mit jedem Stromerzeuger betrieben werden. In diesem Ratgeber stellen wir dir die Funktionsweise und unterschiedlichen Technologien von Stromerzeugern vor. Darüber hinaus nennen wir dir die wichtigsten Kaufkriterien und geben dir Hinweise für einen sicheren Umgang.
1. Funktionsweise und Technologien
Stromerzeuger funktionieren wie kleine Kraftwerke. Ein Verbrennungsmotor wird mittels eines Seilzugs oder eines elektrischen Anlassers gestartet. Der Motor erzeugt beim Lauf Bewegungsenergie, die von einem Generator in Strom umgewandelt wird. Dieser kann dann genutzt werden, um verschiedene Geräte zu speisen. Als Energiequelle kommt in der Regel einer dieser drei Kraftstoffe zum Einsatz:
- Benzin,
- Diesel oder
- Gas.
Ein Stromerzeuger macht dich unabhängig vom Stromnetz.
Dank der Mobilität eines Stromerzeugers bist du unabhängig vom Stromnetz. Stromerzeuger eignen sich daher ideal für Gartenpartys, für den Einsatz beim Camping, in Ferienhäusern oder auch für den Betrieb von elektrischem Werkzeug auf Baustellen ohne Stromversorgung. Darüber hinaus können sie während eines Stromausfalls auch als Notstromaggregat eingesetzt werden.
Zunächst stellen wir dir die Funktionsweisen von Stromerzeugern hinsichtlich der verschiedenen Energieträger genauer vor.
1.1 Benzin-, Diesel- und Gas-Modelle
Benzin-, Diesel- und Gas-Stromerzeuger funktionieren nach dem gleichen, oben vorgestellten Prinzip. Nichtsdestotrotz gibt es teilweise wichtige Unterschiede in Leistung und Qualität, die du bei der Wahl deines neuen Stromerzeugers beachten solltest.
Stromerzeuger mit Benzin-Motor sind überaus beliebt: Sie sind relativ günstig in der Anschaffung und bieten eine gute Dauerleistung. Allerdings kann es beim Einsatz zu Schwankungen der Spannung kommen, weswegen empfindliche Geräte wie beispielsweise Computer nicht mit einem Benzin-Stromerzeuger betrieben werden sollten.
Stromerzeuger mit Benzin-Motor

| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Günstige Anschaffung | Schwankungen der Spannung |
| Gute Dauerleistung | Schwächer als Geräte mit Diesel-Motor |
| Häufig nur Betrieb von 2 Geräten gleichzeitig möglich |
Die meisten Stromerzeuger mit Diesel-Motor versprechen eine höhere Leistung als Benzin-Modelle. Zwar sind sie in der Anschaffung teurer als Benzin-Geräte. Allerdings ist Diesel deutlich günstiger als Benzin, was sich bei häufigem Gebrauch auszahlt. Darüber hinaus können die meisten Diesel-Generatoren mehrere Geräte gleichzeitig betreiben. Wie bei den Benzinern kann es auch bei Diesel-Modellen zu Schwankungen bei der Stromversorgung kommen.
Stromerzeuger mit Diesel-Motor

| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höhere Leistung | Höherer Anschaffungspreis |
| Geringe Folgekosten (Diesel) | Schwankungen bei der Stromversorgung |
| Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu betreiben |
Eine besonders günstige Alternative zu den beiden genannten Formen sind Stromerzeuger mit Gas. Diese sind sehr sparsam im Verbrauch. Wenn du jedoch besonders viel Energie benötigst, kann ein solches Gerät einen Diesel-Stromerzeuger nicht ersetzen.
1.2 Inverter-Technologie
Inverter-Stromerzeuger sind überaus empfehlenswert, wenn du empfindliche technische Geräte mit ihnen betreiben willst. Dazu zählen beispielsweise:
Ein Inverter wandelt Gleich- in Wechselstrom um. Dabei erzeugt er eine konstante, sinusförmige Wechselspannung. Daher bleiben Spannungsschwankungen aus beziehungsweise gering. Darüber hinaus sind Inverter-Stromerzeuger in der Regel leiser im Betrieb.
Diese Grafik verdeutlicht Spannungsschwankungen: grün: Netzspannung
blau: konventioneller Generator
rot: Inverter-Generator
2. Kaufkriterien
Die Wahl des richtigen Stromerzeugers beziehungsweise Notstromaggregats hängt hauptsächlich von diesen Kriterien ab:
- Leistung und Verbrauch
- Größe und Gewicht
- Qualität der Leistungsabgabe (Spannung)
- Lautstärke
Die meisten Stromerzeuger und Notstromaggregate werden mithilfe eines solchen Seilzugs gestartet.
Anhand dieser beiden Fragen kannst du herausfinden, welcher Stromerzeuger für deine Zwecke der passende ist:
Welche Geräte sollen mit dem Stromerzeuger betrieben werden?
Zunächst entscheidet die Spannung in Volt (V), ob ein Stromerzeuger für den von dir vorgesehenen Einsatz geeignet ist oder nicht: So benötigen die meisten Haushaltsgeräte sowie Elektrowerkzeuge eine Spannung von 230 Volt. In der Industrie werden hingegen häufig Geräte eingesetzt, die 400 Volt voraussetzen. Achte daher unbedingt auf die Ausgangsspannung des gewählten Stromerzeugers.
Einige Geräte bieten neben Steckdosen einen zusätzlichen 12 Volt-Anschluss, mit dem du beispielsweise KFZ-Zubehör – wie etwa ein Navigationsgerät – aufladen kannst.
Darüber hinaus ist die Leistung entscheidend. Um zu errechnen, welche Leistung in Watt (W) du benötigst, addiere einfach die maximale Leistung in Watt aller Geräte, die gleichzeitig an den Stromerzeuger angeschlossen werden sollen. Diese Zahl sollte keinesfalls die angegebene Dauerleistung des Stromgenerators überschreiten!
In der Regel sind Werte für Maximalleistung und Dauerleistung angegeben. Die Maximalleistung kann nur für kurze Zeit erbracht werden. Die Dauerleistung hingegen kann über einen längeren Zeitraum bereitgestellt werden. Die Dauerleistung beträgt im Idealfall rund 90 Prozent der angegebenen Maximalleistung. Allerdings sollte auch die Dauerleistung nicht ausgereizt werden. Es empfiehlt sich, nur circa 80 Prozent der Dauerleistung in Anspruch zu nehmen.
Außerdem beantwortet die Frage nach den zu betreibenden Geräten die zu wählende Technologie: Wie bereits beschrieben solltest du empfindliche Geräte nur mit einem Inverter-Stromerzeuger betreiben.
Die Laufzeit eines Stromerzeugers lässt sich nicht konkret benennen, da sie von diesen Faktoren abhängig ist:
- Größe des Tanks
- Leistung und Verbrauch des Generators
- Leistung der angeschlossenen Geräte
Einige Hersteller geben jedoch beispielsweise eine Laufzeit bei vollem Tank und halber Leistung an.
Ein Kraftstoffkanister ist als Zubehör für Benzin- und Diesel-Generatoren unerlässlich.
Wo und wie oft wird der Generator eingesetzt werden?
Auch die Antworten auf diese Frage beeinflussen die richtige Wahl: Setzt du den Generator nur selten ein und betreibst du nur wenige, leistungsschwache Geräte mit ihm, reicht ein günstiger Stromerzeuger mit Benzin- oder Gas-Motor.
Wenn du den Generator häufig bewegen willst, solltest du eher auf kleine, leichte Geräte setzen. Diese erbringen in der Regel jedoch weniger Leistung. Darüber hinaus gilt es besonders in Wohngebieten oder auf Campingplätzen auf die Lautstärke des Geräts zu achten, damit du deine Nachbarn durch den Einsatz nicht störst.
Insbesondere bei häufigem Gebrauch empfiehlt es sich, auf ein Markengerät zu setzen: Stromerzeuger von namhaften Firmen versprechen eine besonders gute Verarbeitung, die sich in der Lebensdauer widerspiegelt.
3. Hinweise für einen sicheren Umgang
Wir haben die wichtigsten Punkte, die du beim Einsatz deines Stromerzeugers beachten musst, für dich zusammengefasst:
Setze deinen Stromerzeuger nicht in geschlossenen Räumen ein. Die Abgase, die bei der Verbrennung entstehen, können schädlich sein. Darüber hinaus kann eine Abgasansammlung im schlimmsten Fall zu einer Explosion führen. Beachte daher auch unbedingt die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung.
Besonders im Winter und bei schlechtem Wetter solltest du vorsichtig beim Außeneinsatz deines Stromerzeugers sein: Durch Schnee, Regen und Nässe kann es bei falscher Handhabung zu einem Kurzschluss kommen. Beachte daher auch unbedingt die Bedienungsanleitung und Herstellerangaben!
Lass deinen Stromerzeuger regelmäßig warten. Nur so ist ein sicherer Einsatz garantiert. Diese Wartungsarbeiten solltest du in jedem Fall nur von ausgebildetem Fachpersonal durchführen lassen.
4. Verwendung als Notstromaggregat
Stromerzeuger können neben der Nutzung als Stromquelle beim Camping auch zur Notstromversorgung im Haushalt bei einem Stromausfall verwendet werden. Möchtest du das Notstromaggregat vor allem stationär zu Hause nutzen, hast du zwei Möglichkeiten:
4.1 Einspeisung des Notstroms
Aufgrund der Einbaukosten und des Wartungsbedarfs lohnt sich diese Variante vor allem für Haushalte, die aufgrund ihrer Lage regelmäßig von Stromausfällen betroffen sind. Der Einbau eines Anschlusses zur Einspeisung des Notstroms in das Hausstromnetz darf nur durch eine Fachkraft für Elektrotechnik erfolgen. Diese wird dich zur individuell benötigten Generatorleistung näher beraten.
Der Stromerzeuger wird hierbei über einen Netz-Umschalter am Haussicherungskasten angeschlossen. Bei einem Stromausfall wird – je nach Umschalter-Modell automatisch oder manuell – auf das Notstromaggregat umgeschaltet. So laufen essenzielle Verbraucher wie Heizung oder Kühlschrank im Notfall weiter. Hier ist jedoch ebenfalls die Maximalleistung des Notstromaggregats zu beachten und nicht benötigte Geräte sind auszuschalten (auch wenn bei dieser Variante theoretisch alle Steckdosen im Haus über Notstrom versorgt würden).
Info: Möchtest du deine empfindlichen Geräte vor Stromspitzen nach einem Stromausfall schützen oder noch etwas weiterbetreiben, bietet sich übrigens eine sogenannte UPS (Uninterrupted Power Supply) bzw. USV zur unterbrechungsfreien Stromversorgung mit Überspannungsschutz an.
4.2 Direktanschluss des Verbrauchergeräts ans Notstromaggregat
Bei dieser Variante dient der Stromerzeuger einem oder mehreren Geräten als Stromquelle, die auch im Haus über ein Verlängerungskabel angeschlossen werden können. Beachte dabei die Angaben der jeweiligen Herstellfirma zu zulässigen Kabellängen und maximal anschließbaren Verbrauchern.
Über ein Verlängerungskabel können auch Geräte in Innenräumen per Treibstoffgenerator betrieben werden.
4.3 Alternative: Solargenerator als Notstromaggregat
Wem der geeignete Platz für einen gas- oder benzinbetriebenen Notstromgenerator fehlt, kann eine Solar-Powerstation als Notstromreserve verwenden. Diese Version verfügt über einen Akku, welcher mittels Solarpanels (und meist vorab über Netzstrom) aufgeladen werden kann.
Die Vor- und Nachteile dieser Lösungen für die Notstromversorgung haben wir hier für dich zusammengetragen:
Treibstoffgenerator als Notstromaggregat

| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Günstigere Anschaffungskosten | Benutzung nur im Freien |
| Unabhängigkeit von Wetter und Tageszeit | Nur Direktabgabe des Stroms möglich |
| Sofortige „Wiederaufladung“ durch Nachtanken möglich | Lautstärke |
| Strom sofort verfügbar | Betriebskosten (Treibstoff) |
| Wartungsbedürftig |
Solargenerator als Notstromaggregat

| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Verwendung in Innenräumen möglich | lange Ladezeit über Solarpanels |
| Stromspeicherung und Aufladung vorab möglich | höhere Anschaffungskosten |
| Keine Lärmerzeugung | Wiederaufladung abhängig von Sonneneinstrahlung |
| Keine Betriebskosten | |
| Emissionsfrei |
Fazit: Die Vorteile eines treibstoffbetriebenen Generators liegen in seinen geringeren Anschaffungskosten und seiner Wetterunabhängigkeit bei der Wiederaufladung. Bei einem Solargenerator ist man wiederum nicht auf Treibstoff angewiesen und kann ihn unkompliziert in Innenräumen verwenden. Möchtest du ein Solar-Notstromaggregat zur Einspeisung ins Hausstromnetz verwenden, bietet sich eine Insel-Solaranlage an.
Tipp: Der Akku eines Solar-Generators kann auch an einem Kraftstoffgenerator schnell aufgeladen werden. Wer sich nicht von einer Variante abhängig machen will, kann sich so im Notfall die Vorteile beider Lösungen zunutze machen.
5. Kaufempfehlung
Im Bereich der Stromerzeuger haben sich unterschiedliche Firmen etabliert. Bei uns findest du ein großes Angebot verschiedener Marken.
6. FAQ
- Wie funktioniert ein Stromerzeuger?
Ein Stromerzeuger funktioniert wie ein kleines Kraftwerk: Über einen Verbrennungsmotor wird Bewegungsenergie erzeugt, die von einem Generator in Strom umgewandelt wird.
- Wie viel Leistung sollte ein Stromerzeuger bieten?
Diese Frage ist davon abhängig, wie viele und welche Geräte du mit dem Stromerzeuger speisen willst. Die benötigte Leistung kannst du einfach errechnen: Addiere die maximale Leistung der anzuschließenden Geräte. Die angegebene Dauerleistung des Stromerzeugers sollte rund 20 Prozent über dem errechneten Wert liegen.
- Was ist der Unterschied zwischen einem Stromerzeuger und einem Notstromaggregat?
Bei Stromerzeuger und Notstromaggregat handelt es sich – zumindest beim Hauseinsatz – um das gleiche Gerät. Der Unterschied besteht nur im Gebrauch: Setzt du den Generator für Partys oder zum Betrieb von Werkzeug im Freien ein, spricht man von einem Stromerzeuger. Wenn du das Gerät jedoch sicherheitshalber für einen Stromausfall bereithältst, handelt es sich um ein Notstromaggregat.









































