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Gut zu wissen / 28. März 2016

Von Cola bis Wein: Welche Getränke sind wirklich vegan?

Die Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln ist für Veganer eine große Orientierungshilfe – eigentlich. Was vielen nicht bekannt ist: Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für Stoffe tierischen Ursprungs, die während der Produktion eingesetzt werden. Cola, Limo, Saft oder Wein gelten gemeinhin allesamt als vegane Getränke – für Veganer scheint klar zu sein: Tierische Stoffe sind nicht enthalten. Oder doch?

Von Cola bis Wein: Welche Getränke sind wirklich vegan?
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Wer einmal selbst schon mal Früchte ausgepresst hat, weiß, dass der Saft dann alles andere als klar ist. Kleine Fruchtfleischstückchen und Schwebstoffe lassen sich nie gänzlich herausfiltern. Bei naturtrübem Apfelsaft oder Most stört das nicht. Bei anderen Säften, Softdrinks und Wein soll aber nichts im Glas schwimmen. Die Hersteller filtern diese Getränke oftmals mithilfe von tierischen Stoffen.

Trüb- und Schwebstoffe: Viele Getränke werden geklärt


Ein Beispiel für ein tierisches Produkt, das nur im Herstellungsprozess Verwendung findet, ist die Speisegelatine. Sie entsteht aus Schwarten, Knochen oder auch Fischresten. In der farblosen, wabbeligen Masse steckt das Eiweiß Kollagen, das bei der Klärung von Flüssigkeiten die Schwebstoffe bindet und sich mit ihnen am Gefäßboden absetzt. Bevor das Getränk in Verpackungen, Flaschen oder Dosen abgefüllt wird, entfernen die Hersteller das Kollagen zusammen mit den aufgefangenen Stoffen.

Für vegan lebende Menschen ist tierische Gelatine ein Tabu. Hersteller von veganen Getränken haben darauf reagiert, indem sie pflanzliche Gelatine für die Klärung von Getränken einsetzen. Auch bei der Weinherstellung gibt es mittlerweile ein Umdenken: Üblicherweise werden getrocknete Schwimmblasen von Stören oder Welsen als Klärungsmittel eingesetzt. Sie sind dazu besonders gut geeignet, da sie zu 70 Prozent aus Kollagen bestehen. Mittlerweile wird aber zunehmend auch auf Mineralerde wie Bentonit zurückgegriffen. Diese Methode funktioniert ähnlich gut wie die Klärung mit Kollagen, dauert nur etwas länger: Trüb- und Schwebstoffe lagern sich mit der Mineralerde am Boden ab und können danach entfernt werden, ohne den Geschmack des Weines zu beeinflussen. Das Ergebnis ist ein garantiert veganer Wein!

In der Vergangenheit wurden tierische Stoffe auch vermehrt für die Färbung von Spirituosen eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der italienische Bitterlikör Campari. Seine leuchtend rubinrote Farbe verdankt er dem Farbstoff Karmin. Früher wurde Karmin aus weiblichen Schildläusen gewonnen, seit einigen Jahren setzt der Hersteller ausschließlich künstliche Farbstoffe ein.

Wie erkenne ich vegane Getränke?


Hersteller, die bei der Klärung ihrer Getränke auf tierische Stoffe verzichten, werben offensiv mit ihrem Verfahren und kennzeichnen ihre Produkte dementsprechend als vegane Getränke. Bier, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wurde, ist ebenfalls vegan. Genau hinschauen müssen Verbraucher bei ausländischen Bieren, die zusätzliche Aromen enthalten. Hier gilt, genau wie beim Beispiel der Gelatine, das eventuell am Herstellungsprozess beteiligte tierische Produkte nicht deklariert werden müssen.

Produktrückruf

Kaufland ruft freiwillig, aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes, folgendes Produkt zurück:

K-Classic Delikatess Rotkohl
Füllmenge: 680 g, Abtropfgewicht: 650 g

EAN 4300175162333
mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und Charge:
31.12.2020 ML3 L6287 alle Uhrzeiten

K-Classic Delikatess Rotkohl