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Baby & Kind / 09. November 2017

Essensverweigernde Kinder: So bekommen sie wieder Appetit

Alle Eltern möchten, dass sich ihre Kinder gesund ernähren und mit möglichst vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen vertraut machen. Was aber tun, wenn das Kind super mäkelig ist oder partout nicht essen will?

Kinder Tisch essen

Bei meiner Tochter Claire war es so: Im Alter von 15 Monaten begann sie, das Essen fast gänzlich zu verweigern. Sie aß damals oft nur eine halbe Banane am Tag. Es gab nur eine Möglichkeit, sie zum Essen zu bewegen: die Mahlzeiten und Snacks mit zum Spielplatz zu nehmen und Claire dort, abgelenkt durch ihren Spieldrang, zu überlisten. Rückblickend war es eine schreckliche Zeit für uns beide, ich machte mir natürlich große Sorgen. Doch es gelang mir, einen Wandel zum Guten herbeizuführen – mit diesen sechs Tipps und Verhaltensweisen, die bestimmt auch für andere Eltern von essensverweigernden Kindern bei Tisch hilfreich sind.

1. Für Entspannung sorgen

Der wichtigste Schritt bei essensverweigernden Kindern bei Tisch besteht darin, den Druck vom Kind zu nehmen. Das bedeutet, das Kind beim Essen selbst entscheiden zu lassen, ob und wie viel es essen möchte. Für den Anfang kann es hilfreich sein, aus dem Raum zu gehen oder mit dem Partner nach vorheriger Absprache Gespräche bei Tisch zu führen, die sich nicht um das Kind drehen. Niemand wird gerne angestarrt, beobachtet und bewertet – auch ein Kleinkind nicht. 

2. Vertrauen haben

Habt Vertrauen in die Körperfunktionen eures Kindes! Wenn ihr versucht, es mit plumpen Tricks zum Essen zu bewegen, wird irgendwann sein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl verkümmern. Also kein Flieger-Spiel mit dem Löffel und kein Überreden à la „Komm, zwei Löffel noch, dann bekommst du auch Nachtisch.“

3. Die Führung übernehmen

Natürlich dürfen Kinder ab und zu Junkfood und Süßigkeiten essen. Aber was tun, wenn das alles ist, was sie zu sich nehmen möchten? Dann dürft und solltet ihr sagen: „Dabei mache ich nicht mit. Das koche ich dir nicht, das bezahle ich nicht. Denn davon hat dein Körper nichts.“ Es ist in Ordnung, das Kind zu fragen, worauf es Lust hat, und ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Ebenso ist es okay, das Kind nicht zu fragen oder Wünsche unerfüllt zu lassen. Löst das Frust beim Kind aus, lasst es gewähren. Frustration zu erleben, will gelernt sein. Antwortet in einer solchen Situation mit: „Ich kann mir vorstellen, dass dich das ärgert.“ Überlasst ihr eurem Kind hingegen ständige Entscheidungsgewalt und damit die Führungsrolle, ist Rebellion in Form von Essensverweigerung vorprogrammiert.

4. Auf natürliches Hungergefühl vertrauen

Sorgt dafür, dass euer Kind vor der Mahlzeit keine Snacks futtert. Das mag nicht immer möglich sein, aber echter Hunger beeinflusst die Situation zu Tisch positiv.

5. Vorbild sein

Ist euch gesunde Ernährung wichtig, vertraut auf eure Vorbildwirkung. Wenn ihr Freude an der Zubereitung zeigt und die Mahlzeiten genießt, wird euer Kind euch immer wieder nachzuahmen versuchen.

6. Ein paar Extrawürste sind erlaubt

Wenn es für euch stimmig ist, könnt ihr eurem Kind andere Mahlzeiten anbieten, als ihr selbst zu euch nehmt. Für mich ist es okay, wenn meine Tochter lieber rohes Gemüse als gekochtes isst, wenn sie ihren Nährstoffbedarf (auch) durch gesunde Süßwaren abdeckt (auf meinem Blog findet ihr dazu viele Anregungen) und wenn sie die einzelnen Bestandteile auf dem Teller lieber getrennt zu sich nimmt als mit Soße vermischt. Kinder mögen es oft puristisch.

Ganz wichtig: Erwartet keine Veränderungen von heute auf morgen – und nehmt es nicht persönlich, wenn euer Kind das Essen bei Tisch verweigert. Habt Geduld und Vertrauen!

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Über CarrotsforClaire.com von Veronika Pachala

Als Mutter zweier Kinder geht es Veronika Pachala vor allem darum, schnell, einfach und unkompliziert zu kochen und dabei das Maximum an Geschmack und Gesundheit herauszuholen. Die Idee ihres Blogs Carrots for Claire geht auf die Unverträglichkeiten (Kuhmilchprodukte, Geschmacks- und Farbstoffe …) ihrer fünfjährigen Tochter Claire zurück. Verbunden mit dem Bedürfnis, Claire hochwertige Lebensmittel statt schlechter Fette, Fabrikzucker und „leerer“, also nährstoffloser Zutaten anzubieten, hat Veronika ihre Ernährung umgestellt. Sie hat auf diese Weise 13 Kilogramm verloren – und freut sich, dass ihre Familie inzwischen oft auf tierische Produkte verzichten kann. Veronika Pachala ist Montessori-Pädagogin und Lehrerin.