Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Lebensmittel ABC / 11. August 2016

Wohldosierter Luxus: Safran, das edelste Gewürz der Welt

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. 20 Euro und mehr können für ein einziges Gramm fällig werden. Das liegt vor allem an der aufwendigen Ernte: Während der kurzen Blütezeit, die nur einmal im Jahr stattfindet, werden die Stempelfäden der lila Krokusart Crocus sativus von Hand gepflückt und vorsichtig zum Trocknen auf ein Sieb gelegt. Ein Kilogramm Safran besteht aus rund 250.000 Fäden – ein Arbeiter erntet höchstens 80 Gramm an einem Tag. Nicht der einzige Grund, warum Safran das edelste aller Gewürze ist.

Wohldosierter Luxus: Safran, das edelste Gewürz der Welt
© anidimi - Fotolia

Echten, hochwertigen Safran erkennt man an der Trompetenform – die ein bis vier Zentimeter langen Fäden werden aus dem dreinarbigen Griffel der Krokusblüte gewonnen. Die erlesensten Safranfäden stammen aus der spanischen Hochebene La Mancha, die mit der Herkunftsbezeichnung „Consejo Regulador del Azafrán de la Mancha“ gekennzeichnet ist. Auch im Iran, in Marokko, Indien und Griechenland befinden sich Anbaugebiete.

„Safran macht den Kuchen gel“ – und Speisen aromatisch

Günstiges Safranpulver ist oftmals von minderer Qualität. Die echten, getrockneten Safranfäden sind im Handel meist in Kleinstpackungen mit nur 0,1 Gramm Inhalt erhältlich. Doch schon eine geringe Menge Safranfäden reicht aus, um Gerichten wie Paella, Risotto und anderen mediterranen oder arabischen Speisen ein ganz besonderes Aroma zu verleihen. Bereits eine Messerspitze verströmt einen stark bitteren Duft. Der Geschmack hingegen ist angenehm scharf. Neben dem eindringlich-herben Aroma verleiht das Gewürz herzhaften und süßen Speisen eine kräftige gelbe Farbe. Nicht umsonst heißt es in dem Kinderlied „Backe, backe Kuchen“: „Safran macht den Kuchen gel“ – „gel“ steht dabei für „gelb“.

Dabei sind die Safranfäden selbst rot. Doch sobald man die Fäden in Wasser tunkt, kommt die gelbe Farbe der enthaltenen Carotinoide zum Vorschein – übrigens ein guter Qualitätstest. Wer mit Safran kocht und backt, sollte das Gewürz erst ganz zum Schluss hinzugeben. So bleibt das außergewöhnliche Aroma am besten erhalten. Entweder mischt man die trockenen, zerstoßenen Fäden unter oder man löst den Safran in warmem Wasser.

Antikes Wissen über berauschende und potenzsteigernde Wirkung

Neben dem Geruchs-, Geschmacks- und Sehsinn spricht Safran weitere Sinne an: In großen Mengen verzehrt, wirken die Krokusfäden berauschend bis narkotisierend. Bereits in der Antike wurde Safran als Halluzinogen und Opiumersatz verwendet. Der griechische Gott Zeus soll sich am liebsten auf Safran gebettet haben, da er an eine potenzsteigernde Wirkung glaubte. Bei Frauen soll das Gewürz die Gebärfähigkeit steigern. Auf Hochzeiten wurden die Schleier der Frauen mithilfe von Safran gelb eingefärbt, das Hochzeitsbett bestreute man als Zeichen von Reichtum, Gesundheit und Fruchtbarkeit damit. Schon damals war das Gewürz ein absoluter Luxusartikel.

Safran für Leib und Seele

Auch in der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin spielt Safran eine wichtige Rolle. Es kann Stress, Nervosität und Rheuma lindern. Das Luxusgewürz gilt zudem als stimmungsaufhellend, schmerzlindernd und verdauungsanregend. Es soll bei Depressionen, Menstruationsbeschwerden sowie Appetitlosigkeit und Magenproblemen helfen – und darüber hinaus auch bei Herz-Kreislauf-Beschwerden und Asthma seine heilende Wirkung entfalten.