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Lebensmittel ABC / 07. Mai 2016

Gin - ein holländischer Export

Die einen schwören auf den puren Geschmack, für andere entfaltet Gin erst in der Verbindung mit Tonic seinen vollen Geschmack. Zu letzteren zählte bereits Queen Mum – nicht nur deshalb wird er gern mit England in Verbindung gebracht. Erfunden haben ihn aber die Holländer, deren Soldaten bereits im 16. Jahrhundert  mit dem „Genever“ (dt.: Wacholder) ihren Mut für den Krieg stärkten.

Gin - ein holländischer Export
© lunamarina – Fotolia.com

Keine feste Rezeptur

Wacholder ist neben Alkohol die einzige verbindliche Zutat, die ein Gin beinhalten muss. Bis zu 20 verschiedene Beeren, Kräuter und Gewürze kann eine Rezeptur beinhalten. Bei der Herstellung werden entweder die Gewürze und Kräuter zu einem bereits destillierten Alkohol zugeben und dann abgefüllt oder die Zutaten werden mitdestilliert. Je nach Herstellungsmethode entsteht ein anderes Getränk und somit ein anderes Geschmacksprofil.

Gin und Tonic

Die Verbindung von Gin und Tonic soll auf eine Notlage zurückgehen: Als es während der britischen Kolonialzeit zum Ausbruch von Malaria kam, schien Chinin (heute Bestandteil von Tonic Water) das einzige Gegenmittel zu sein. Um das bittere Zeug trinkbar zu machen, mischte man es mit Gin und Zucker.
Heute ist Gin Tonic ein weltweit beliebter Longdrink. Am besten serviert man ihn auf Eis, das nicht zerstoßen wurde. Wer es erfrischender mag, garniert ihn nicht nur mit einer Zitronenscheibe, sondern fügt auch ein wenig frischen Zitronen- oder Limettensaft hinzu.

Gin als Medizin

Die niederländische Medizin entdeckte Gin bereits im 15. Und 16. Jahrhundert für sich. Wacholder und anderen Botanicals wurde unter anderem nachgesagt, sie hätten einen positiven Einfluss auf das Verdauungssystem. Lange glaubte man sogar, Gin könnte in Verbindung mit Tonic Malaria heilen. Die britische Marine soll ihn wiederum mit Limetten den Soldaten bei Skorbut und Seekrankheit verabreicht haben.


Gin-Sorten

London Dry
Der London Dry Gin gilt als bekannteste Sorte und ist zugleich die Sorte, die in Europa am stärksten reglementiert ist. Aus London muss er allerdings nicht kommen, vielmehr handelt es sich um eine Art Reinheitsgebot für Gin. Neben der Mehrfach-Destillierung aus reinem Ethylalkohol und pflanzlich-landschaftlichen Ausgangsstoffen wie Getreide oder Melasse dürfen bei der Herstellung eines London Drys keine Farbstoffe oder Zucker zum Einsatz kommen. Die meisten Gins dieser Kategorie haben eine ausgeprägte Wachholdernote, geschmacklich variieren ihre Aromen von Zitrusnoten bis ins stark pfefferige.

Dry Gin/Destilled
Dry Gin und Destilled Gins ähneln dem London Dry Gin sehr, ihre Herstellung ist jedoch nicht ganz so streng geregelt. So dürfen bei der Herstellung dieser Sorten auch naturidentische Farb-und Aromastoffe zugegeben werden. Beiden gemein sind jedoch die mindestens doppelte Destillation und das Verbot von Zuckerzusätzen.

Plymouth
Im Gegensatz zum London Dry  besitzt der Plymouth eine geschützte Herkunftsbezeichnung: Dieser Gin muss aus dem Südwesten Englands stammen. Heute gibt es jedoch nur noch eine Destillerie, die den Plymouth nach ganz ursprünglichem Rezept herstellt. Für diesen dreifach destillierten Gin werden keine bitteren Pflanzenextrakte verwendet. Auch ist der Wacholderanteil deutlich weniger ausgeprägt. Das Resultat ist ein erdiger Geschmack, der eine weiche Note besitzt.

New Western Dry
Ein New Western Dry braucht kein dominantes Wachholderaroma. Ihm werden zahlreiche verschiedene Botanicals zugesetzt, die den Geschmack prägen und den gewohnten Gin-Geschmack in den Hintergrund treten lassen. Zu dieser Kategorie gehören zahlreiche neuere Interpretationen aus den USA.

Old Tom
Der Old Tom zählt zu den ursprünglichsten Formen des Gins. Früher wurde der ursprünglich bittere, fast ungenießbare Gin mit Zucker versetzt, um den Genuss deutlich angenehmer zu machen. Aus diesem Grund brachte er es in Londoner Cocktail-Bars zu großer Beliebtheit. Mit dem Aufkommen der verschiedenen Dry Gins geriet er aber wieder in Vergessenheit.

Sloe
Der Sloe Gin besitzt eine typische rötliche Farbe, die er von seiner namensgebenden Zutat, den Schlehen (engl.: sloe), erhalten hat. Besonders ist auch seine Herstellungsart: Sloe Gins werden nicht destilliert, sondern angesetzt.

Reserve
Normalerweise muss Gin nicht gelagert werden. Manche Hersteller lassen ihn nach der Destillation dennoch eine Weile ruhen, zum Beispiel in einem Steingut- oder Burgunderfass. Der Reserve gehört jedoch zu einem neueren Trend: Der Gin wird in verschiedenen Holzfässern gelagert, sodass er die entsprechenden Aromen annimmt.

Compound
Für einen Compound Gin werden die einzelnen Botanicals in neutralem Alkohol angesetzt und danach ineinander gemischt. Für die Aromatisierung des verwendeten Agraralkohols können auch  chemische Aromastoffe zum Einsatz kommen. Gebrannt wird überhaupt nicht. Dadurch ergibt sich oft eine trübe Farbe. Wird er zudem nicht gefiltert, verändert der Compund ständig seinen Geschmack, weil der Alkohol aus den restlichen Gewürzen noch Aromen zieht.

Genever
Gin aus Holland wird als Genever oder Jenever bezeichnet. Wobei dieser Gin nicht zwingend in Holland hergestellt werden muss – es gibt auch Destillen in Belgien und Deutschland. Man unterscheidet alten und jungen Genever. „Alt“ steht dabei für die traditionelle Herstellung, die sich durch eine ausgeprägte Malznote auszeichnet. Junger Genever ist wiederum ein einfacher, klarer Kornbranntwein, der ein leichtes Wacholderaroma besitzt.

Ein klassischer Cocktail mit Gin ist der Gibson. Mit nur drei Zutaten ist er schnell gemacht und begeistert sicherlich jeden Partygast. Hier findest du noch mehr Gin-Cocktails.

Produktrückruf

Kaufland ruft freiwillig, aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes, folgendes Produkt zurück:

K-Classic Delikatess Rotkohl
Füllmenge: 680 g, Abtropfgewicht: 650 g

EAN 4300175162333
mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und Charge:
31.12.2020 ML3 L6287 alle Uhrzeiten

K-Classic Delikatess Rotkohl