Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Backen & Kochen / 26. Oktober 2017

Spätzle einfach selbst gemacht

Früher waren Spätzle eher ein Essen für arme Leute. Die Zutaten waren günstig und das ganze Jahr über verfügbar. Heute ist sie eine beliebte Beilage zum Sonntagsbraten. Man könnte sie sogar fast als schwäbisches Fast-Food bezeichnen. Mit nur vier Basiszutaten ist der Teig in kürzester Zeit zubereitet und benötigt keine lange Kochzeit. Wieso also nicht Spätzle einfach öfters mal selbst machen? Geht wirklich ganz einfach und schmeckt immer. Wir zeigen, wie’s geht.

Spätzle selber machen
© Jack Stock – stock.adobe.com

Grundzutaten und Zubereitung Spätzleteig

Mehl, Eier, Wasser und etwas Salz – mehr braucht es für einen Spätzleteig nicht. Ursprünglich wurden Spätzle aus Dinkelmehl der Type 630 hergestellt. Wer Weizenmehl verwendet, sollte auf Mehl vom Type 405 zugreifen. Dieses ist besonders stärkehaltig. Solltet ihr eine andere Typzahl im Haus haben, ist das aber auch nicht schlimm. Grundsätzlich funktioniert der Teig mit jedem Weizenmehl. Im Handel gibt es auch spezielles Spätzlemehl. Dieses ist etwas griffiger als normales Weizenmehl und gibt den Spätzle einen guten Biss.
Pro 100 Gramm Mehl wird ein Ei gerechnet. Für vier Personen gilt eine grobe Mengenangabe von 500 Gramm Mehl und 5 Eiern. Dazu kommen dann noch 125 ml lauwarmes Wasser und etwas Salz – fertig ist der Basisteig. Dieser kann noch mit frischen Kräuter wie Bärlauch, Petersilie oder etwas Muskat  verfeinert werden.

Sind alle Zutaten in der Rührschüssel, sollten diese verknetet und nicht verrührt werden. Dadurch gelangt viel Luft in den Teig und die Spätzle werden später schön luftig. Am besten gelingt das mit dem Knethaken der Küchenmaschine. Alternativ kann man auch einen Holzlöffel verwendet. Die richtige Konsistenz des Teigs erkennt man daran, dass er sich schwerreißend vom Löffel oder Knethaken löst.

Gönnt dem Teig dann noch eine  kurze Ruhepause, bevor ihr ihn in leicht kochendes und gesalzenes Wasser gebt.

Spätzle pressen oder schaben?

Die Königsdisziplin bei der Spätzlezubereitung ist das Schaben des Teigs. Dafür braucht man ein Holzbrett und einen speziellen Schaber. Dieser erinnert vom Aussehen an einen Spachtel. Bevor der Teig gleichmäßig auf dem Brett verteilt wird, befeuchtet man dieses kurz mit dem heißen Kochwasser.

Und so wird geschabt:

  1. Gebt den Spätzleteig möglichst gleichmäßig auf das Brett.
  2. Haltet das Brett mit dem Teig möglichst nah über dem Wasser. Dieses sollte nicht sprudelnd kochen.
  3. Versucht nun mit dem Spachtel möglichst gleichmäßige, feine Stücke ins Wasser zu schaben.

Hier macht Übung den Meister. Lasst euch also nicht entmutigen, wenn ihr bei den ersten Versuchen eher dickere und rundliche Spätzle produziert. Sie schmecken in jeder Form.

Etwas leichter geht es mit einer Spätzlepresse. Diese legt man über den Rand des mit Wasser befüllten Topfs. Dort hinein füllt man dann den Teig und drückt zu. Dadurch entstehen gleichmäßige Spätzle. Wichtig hierbei: Habt immer eine Messer zur Hand, mit dem ihr die Spätzle vom Boden der Presse loslöst. Sobald die Spätzle im Wasser sind, rührt mit dem Messer einmal um. Dadurch verhindert ihr, dass sie zusammenkleben.

Egal, ob geschabt oder gepresst: Die selbstgemachten Spätzle sind fertig, sobald sie oben schwimmen. Das dauert nur etwa eine Minute. Dann mit einer Schöpfkelle kurz in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben, herausnehmen und am besten sofort servieren. Wenn ihr sie später essen möchtet, haltet sie entweder im Ofen warm oder röstet sie vor dem Essen kurz in einer Pfanne nochmal an.

Tipp: Traditionell schwäbisch gibt man über die Spätzle noch Brösel und etwas frisch geschnittenen Schnittlauch oder Petersilie. Dafür lässt man Butter in einer Pfanne schmelzen. Semmelbrösel dazu geben, braun werden lassen und ab damit über die Spätzle.

Der Unterschied zwischen Spätzle und Knöpfle

Geografisch gesehen sind Knöpfle im Allgäu angesiedelt, Spätzle eher in Schwaben. Vom Teig ähneln sie sich aber sehr. Wer die Knöpfle von Hand formt, braucht einen etwas festeren Teig. Es muss also etwas mehr Mehl hinein. Der Teig wird dann zu länglichen Rollen geformt. Von diesen schneidet man mit einem Messer kleine Stücke ab und gibt sie in heißes Wasser. Sie sind fertig, wenn sie oben schwimmen. Es gibt auch spezielle Knöpflereiben. Auf diese gibt man den Teig und streicht ihn einfach über die Löcher. Dafür sollte der Teig dann wieder eine schwerreißende Konsistenz besitzen.

Spätzle FAQ

Die wichtigsten Antwort auf die häufigsten Spätzle-Fragen

Was kann ich machen, wenn mein Teig zu flüssig oder zu fest ist?

Spätzleteig ist sehr geduldig. Man kann eigentlich nichts falsch machen. Hat er beim ersten Anrühren nicht gleich die perfekte Konsistenz, gibt man einfach noch etwas Mehl (Teig zu flüssig) oder etwas Wasser (Teig zu fest) dazu – so lange bis das Ergebnis schwerreißend vom Löffel geht. Ein weiterer Vorteil: Dadurch bekommt ihr nachher auch mehr Spätzle auf den Teller.

Muss ich immer Spätzlemehl nehmen?

Während man Spätzlemehl in den südlichen Teilen Deutschlands in fast jedem großen Supermarkt findet, ist es im Norden eher unbekannt. Aber der Teig gelingt auch mit normalem Weizenmehl. Ihr könnt hierbei auch etwas Grieß mit in die Schüssel geben. Das gibt den Spätzle eine feste, mürbe Konsistenz. Verlasst euch dabei immer auch ein bisschen auf euer Augenmaß und Gefühl.

Kann ich auch Mineralwasser für den Teig verwenden?

Die Kohlensäure im Mineralwasser macht den Spätzleteig etwas fluffiger und ist deshalb durchaus eine gute Alternative zu Leitungswasser.

Lassen sich Spätzle auch vegan zubereiten?

Ja, das geht! Die Eier werden dabei folgendermaßen ersetzt: Pro 100 Gramm Mehl je einen Teelöffel neutrales Speiseöl (z.B. Sonnenblumenöl) und zwei Esslöffel Grieß in den Teig geben. Dadurch werden die Spätzle geschmeidig und haben einen schönen Biss.