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FamilienMomente / 02. Juli 2020

Rückbildung nach Kaiserschnitt: das ist wichtig

Auch nach einem Kaiserschnitt ist die Rückbildung wichtig, denn der Beckenboden wird nicht nur durch eine normale Geburt, sondern durch die ganze Schwangerschaft belastet. Allerdings sollten sich Frauen nach einem Kaiserschnitt etwas mehr Zeit lassen und auch einige Dinge beachten, um Ihren Körper und die Narbe nicht zu stark zu beeinträchtigen.

Frau auf Yogamatte macht Rückbildungsübungen

Besonderheit Kaiserschnitt

Was ist besonders an der Rückbildung nach Kaiserschnitt?

Schwangerschaft und Geburt haben große Auswirkungen auf den Körper einer Frau. Nach dieser körperlich belastenden Zeit muss der Körper wieder in seine frühere Form zurückgebracht werden. Eine Rückbildung sorgt dafür, dass der Körper stabilisiert wird. Das trifft sowohl auf Frauen nach einer normalen Geburt als auch auf Frauen nach einem Kaiserschnitt zu.

Zwar erleben Frauen, die ihr Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht haben, eine gänzlich andere Zeit nach der Geburt. So haben sie keine Geburtsschmerzen erlebt, dafür aber eine große Narbe zurückbehalten. Dennoch profitieren auch sie von Rückbildungsgymnastik. Dass auch sie ihren Körper wieder in Form bringen sollten, ist den meisten dieser Frauen nicht bewusst. Während der Schwangerschaft wurde auf ihren Beckenboden durch den wachsenden Babybauch ein großer Druck ausgeübt. Bei der Rückbildung nach einem Kaiserschnitt gibt es einiges zu beachten.

Beginn der Rückbildung

Frauen mit Kaiserschnitt sollten mit der Rückbildung später anfangen als Frauen nach einer normalen Geburt, nämlich erst acht bis zwölf Wochen nachdem Ihr Kind auf die Welt geholt wurde. Ruhen Sie sich in den Wochen zuvor richtig aus und beachten Sie auch im Wochenbett, dass Sie sich nicht zu ruckhaft oder hastig bewegen. Das kann Ihrem Beckenboden beziehungsweise der Gebärmutter sehr helfen. Halten Sie vor dem Beginn der Übungen unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Die Rückbildung nach dem Kaiserschnitt dauert etwas länger als bei Frauen, die Ihr Baby normal zur Welt gebracht haben.

Frau mit Kaiserschnittnarbe und Baby im Arm

Einschränkung durch die Narbe

Nach einem Kaiserschnitt ist eine größere und intensivere medizinische Betreuung notwendig. Wie bei vielen anderen Operationen auch ist die Bewegung in der ersten Zeit stark eingeschränkt – und das ist auch gut so. Denn die Narbe benötigt Zeit zum Heilen, gerade auch, wenn Sie in der Zeit nach der OP schmerzt.

Eine Kaiserschnittnarbe ist meist sehr tief und betrifft mehrere Gewebeschichten – jede dieser Schichten muss dann wieder genesen, daher dauert der Prozess etwas länger. Mit der Rückbildung sollten Sie daher unbedingt warten. Vermeiden Sie vor allem ruckhafte Bewegungen, um die Narbe nicht zu irritieren. Sie heilt in der Regel aber recht schnell und dann kann das Gewebe mit Übungen wieder verbessert und gestärkt werden.

Erst einmal Schonung

Nutzen Sie die Zeit des Wochenbetts entsprechend aus, um Ihrem Körper die Zeit zu geben, die er nach der Operation benötigt. Setzen Sie lieber auf Entlastung und Schonung statt auf exzessives Training. Damit ist Ihrem Körper mehr geholfen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihr Kind in dieser Zeit nicht selbst versorgen können. Dennoch sollten Sie alles sehr ruhig angehen lassen und viel Zeit im Liegen verbringen.

Achten Sie besonders beim Aufstehen darauf, dass Sie dies ruhig und sanft und über die Seite machen. Genauso sollten Sie bei allen Bewegungen darauf achten, Ihren Köper möglichst zu schonen und vorsichtig vorzugehen. Ihnen steht diese Zeit der Ruhe nun ausdrücklich zu – nutzen Sie sie, um Kraft und Energie für die nächsten Wochen mit Ihrem kleinen Schatz zu tanken.

Rückbildungskurs

Natürlich können Sie zu Hause eigenständig Rückbildungsübungen durchführen, aber es gibt auch zahlreiche angebotene Kurse, bei denen Sie gemeinsam mit anderen frisch gebackenen Müttern wieder fit werden können. Für gesetzlich Versicherte übernimmt die Krankenkasse die Kosten von zehn Stunden Rückbildung. Allerdings müssen die Kursstunden spätestens neun Monate nach der Geburt abgeschlossen sein, sonst zahlt sie diese nicht mehr. Privatversicherte sollten sich mit ihrer Versicherung in Kontakt setzen und die Kostenübernahme individuell absprechen.

So finden Sie einen guten und für sie richtigen Rückbildungskurs:

  • Wichtig ist, dass der Kurs von einer Hebamme oder Physiotherapeutin angeboten wird – nur dann übernimmt auch die Krankenkasse die Kosten.
  • Suchen Sie sich einen Kurs in Ihrer Nähe, um Anfahrtsstress zu vermeiden.
  • Ideal ist ein Kurs, der einmal die Woche stattfindet.
  • Der Fokus des Kurses sollte auf dem Beckenbodentraining liegen. Inhalte sollten außerdem sowohl Übungen zum Muskelaufbau sein, aber auch Entspannung und Ruhephasen.
Viele Frauen unterschätzen die Bedeutung der Rückbildungsgymnastik. Von einem starken Beckenboden profitiert Frau aber ein Leben lang!
Hebamme Judith Fuchs

Beckenbodenübungen

Rückbildung fördern durch Beckenbodentraining

Wie bereits kurz erwähnt geht es beim Rückbildungstraining darum, den Körper wieder fit zu machen und das zuvor belastete Gewebe wieder zu straffen. Vor allem der Beckenboden steht dabei im Mittelpunkt. Spezielle Übungen können bereits mit Unterstützung der Krankenschwester oder Hebamme im Wochenbett absolviert werden – aber Vorsicht, sprechen Sie das unbedingt mit Ihrem Arzt ab.

Ziele des Beckenbodentrainings

Durch die gymnastischen Übungen kann der Normalzustand des Beckenbodens wiederhergestellt werden. Gleichzeitig wird dieser Bereich Ihres Körpers entlastet. Die Übungen tragen – regelmäßig auch zu Hause durchgeführt – zur Stabilisierung der Körpermitte bei. Zudem dient die Rückbildung dazu, Blasenschwäche und Inkontinenz vorzubeugen.

Die Übungen sorgen dafür, dass es keine unnatürlichen Bewegungen oder Verschiebungen von Organen gibt und bei allen Bewegungen der Druck auf den Beckenboden nachlässt. In schlimmen Fällen kann ein schwacher Beckenboden zu chronischen Beschwerden führen. Ist die Körpermitte trainiert und stabil, profitiert also Ihr ganzes Wohlbefinden davon.

Übrigens: Eine stabile Körpermitte ist nicht nur für Frauen nach der Geburt wichtig. Jeder profitiert von einem Beckenbodentraining. Für Schwangere gibt es sogar schon Übungen, die vor der Geburt durchgeführt werden können, um den Körper fit und gesund zu halten.

Infografik: drei Übungen für Beckenboden

Drei Übungen für den Beckenboden

Sie sind nach der Geburt wieder fit, Ihre Narbe ist gut verheilt und Sie haben von Ihrem Arzt grünes Licht für die Rückbildung bekommen? Dann ran ans Training! Wir stellen Ihnen drei leichte Übungen vor, die Sie zu Hause durchführen können.

An- und Entspannen der Beckenbodenmuskulatur

  1. Eine gute Übung, die man am Tag mehrfach wiederholen kann, ist das einfache An- und Entspannen der Beckenbodenmuskulatur. Egal, ob im Sitzen, Stehen oder Liegen, machen Sie es sich bequem und spannen Sie dann konzentriert Ihre Beckenbodenmuskulatur an und entspannen Sie sie wieder. Halten Sie die Spannung immer für ein paar Sekunden und lassen Sie sie dann wieder los.
  2. Ruhen Sie sich kurz aus und wiederholen Sie dann den Durchgang. Dies sollen sie ungefähr acht- bis zehnmal hintereinander tun.


Po-Heber, auch bekannt als Brücke

  1. Legen Sie sich auf den Rücken und strecken Sie Ihre Arme nach vorne neben Ihrem Körper aus. Stellen Sie Ihre Füße auf und spannen Sie den Bauch an. Ober- und Unterschenkel sollten sich in einem Winkel von 45 Grad befinden.
  2. Beim nächsten Ausatmen schieben Sie langsam Po und Oberkörper nach oben, sodass der Oberkörper mit den Oberschenkeln eine Linie bildet. Diese Hebeposition etwa zehn Sekunden halten und dabei den Po stets angespannt sowie die Beckenbodenmuskulatur nach innen gezogen halten.
  3. Anschließend langsam – Wirbel für Wirbel – wieder ablassen. Diese Übungen können Sie dreimal wiederholen.


Rückenstrecker

  1. Knien Sie sich auf den Boden. Öffnen Sie die Beine leicht und beugen Sie Ihren Oberkörper nach vorne. Ihre Füße sollten sich hinten berühren und Ihre Arme strecken Sie so weit wie Sie können über den Kopf hinweg. Ihr Oberkörper darf gern auf den Knien abgelegt werden.
  2. Sind Sie in Position, schieben Sie Ihren Po langsam nach oben und schließen gleichzeitig die Knie. Ihre Beckenbodenmuskulatur sollten Sie zudem zusammenziehen. Auch diese Übung für einige Sekunden halten und dann die Anspannung lösen.
  3. Wiederholen Sie das Anspannen zehnmal.

Wahrnehmungsübungen

Neben physischen Übungen gehören zur Rückbildung auch Wahrnehmungsübungen. Dabei geht es darum, das Gefühl für den eigenen Beckenboden wiederzubekommen und dadurch auch eine aktive Kontrolle über ihn ausüben zu können. Solche Übungen lenken den bewussten Fokus auf das Anspannen und Loslassen der sich dort befindlichen Muskeln. Durch das Wahrnehmungstraining gelingt es Ihnen, den Beckenboden gezielt zu aktivieren.


Hinweise für den Alltag

Auch im Alltag Rückbildung fördern

Doch nicht nur mit gezielten Übungen lässt sich der Beckenboden trainieren. Auch Ihren Alltag können Sie beckenbodenfreundlich gestalten, sodass Sie ganz nebenbei zu einer Stärkung beitragen.

Die richtige Bauchlage

Wer in Bauchlage schläft, kann durch den sanften Druck die Gebärmutter zurückbilden. Noch besser ist es, wenn Sie mithilfe eines Kissens, auf dem der untere Bauch ruht, das Becken etwas nach oben lagern. Gleichzeitig wird der Körper so entlastet und Sie fördern so die Wahrnehmung für Ihren Beckenboden.

Knie-Ellenbogen-Lage

Ruhen Sie sich im Alltag einfach mal zwischendurch in der Knie-Ellenbogen-Haltung aus. Knien Sie sich hin, beugen Sie den Oberkörper vor und stützen Sie sich über die Ellenbogen ab. Auch diese Haltung entlastet den Beckenboden und die stabilisierenden Muskeln.

Regelmäßiger Toilettengang

Durch die vorherige Beanspruchung der Muskeln und des Gewebes wird nach der Geburt häufig der Harndrang nicht gleich wahrgenommen. Gehen Sie daher regelmäßig auf die Toilette. Zudem sollten Sie auf Ihre Haltung auf der Toilette achten und starkes Pressen vermeiden. Sitzen Sie aufrecht mit geöffneten Beinen, bei Stuhlgang können Sie Ihren Rücken leicht runden.

Lockere Kleidung

Viele Frauen wollen nach Geburt sowieso noch nicht gleich in engen, körperbetonten Kleidungsstücken herumlaufen. Aber auch aus medizinischer Sicht macht es Sinn, erst einmal auf lockere Kleidung zu setzen. Denn so kann vermieden werden, dass die Kleidung den Beckenboden einschnürt. Gerade nach einem Kaiserschnitt ist das wichtig, damit auch auf die Narbe kein Druck ausgeübt wird.

Seitliches Aufrichten

Um Ihre Narbe so wenig wie möglich zu irritieren, sollten Sie immer über die Seite aufstehen oder sich aufrichten. Versuchen Sie, ruckartige Bewegungen zu vermeiden. Nehmen Sie jede Handlung bewusst vor. Winkeln Sie Ihre Beine an und rollen Sie sich vorsichtig auf die Seite. Stellen Sie dann die Beine auf den Boden, stützen Sie Ihre Arme ab und kommen Sie ins Sitzen. Danach können Sie langsam und mit geraden Rücken aufstehen.

Richtiger Stand

Auch beim Stehen sollten Sie auf die richtige Haltung achten, um die Narbe möglichst wenig zu beanspruchen. Stellen Sie sich locker hüftbreit hin. Achten Sie darauf, dass Sie beide Füße gleichmäßig belasten. Bleiben Sie im Rücken unbedingt gerade, machen Sie kein Hohlkreuz oder strecken Sie den Rücken nicht komplett durch.

Nicht schwer heben

Anstrengungen sollten Sie so lange wie möglich meiden, also sehr intensive Sportarten oder Schweres zu heben. Es gilt die Regel, nicht schwerer zu tragen als das Gewicht Ihres Babys. Das trifft langfristig zu, denn obwohl die Narbe in der Regel recht schnell verheilt, ist der ganze Körperbereich um die Einschnittstelle noch auf längere Zeit sehr empfindlich und Verletzung im Gewebe können auch Monate nach der OP noch auftreten. Tragetücher oder -systeme für Ihr Baby entlasten Ihren Körper.


Rückbildung nach Kaiserschnitt – zu Hause oder im Kurs?

Rückbildungskurse nach dem Kaiserschnitt sind absolut ratsam. Wo der Kurs jedoch stattfindet, ist jedem selbst überlassen. Für Übungen zu Hause, aber natürlich auch Kurse außer Haus gibt es Vor- und Nachteile. Wichtig zu wissen: Es gibt Rückbildungskurse mit und ohne Babys.

Zu Hause

  • zeitunabhängig durchführbar
  • Baby ist bei einem und man kann auf seine Bedürfnisse reagieren
  • vor allem nach einer weiteren Geburt sinnvoll, nachdem man bereits schonmal einen Kurs besucht hatte

Im Kurs

  • Kontrolle durch Kursleitung, ob die Übungen korrekt durchgeführt werden
  • individuelle Tipps möglich, was besonders nach Kaiserschnitt vorteilhaft ist
  • Kurse ohne Babys: volle Konzentration auf Übungen vorteilhaft
  • durch feste Termine größere Motivation und mehr Disziplin
  • Kontakt zu anderen Müttern tut meist sehr gut
  • einfach mal Zeit für sich haben
  • wird von Krankenkasse bezahlt