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FamilienMomente / 12. November 2020

Das Immunsystem von Kleinkindern: Was stärkt es?

Die Immunabwehr von Kindern ist deutlich schwächer als die von Erwachsenen. Schließlich befindet sich das Immunsystem am Anfang seiner Lernphase. Jeder Kontakt mit Erregern trägt dazu bei, dass es lernt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie abzuwehren. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können Sie die Immunabwehr Ihres Kindes bei seiner Arbeit unterstützen. Gemeinsam mit der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Alexa Iwan geben wir Ihnen hilfreiche Tipps.

Zwei Kinder spielen im Wald

Immunsysteme von Kindern und Erwachsenen

So entwickelt sich die Immunabwehr im Laufe der ersten Lebensjahre

Unser Immunsystem schützt uns und verteidigt unseren Organismus, in dem es Infektionserreger abwehrt. Ständig versuchen diese, in unseren Körper einzudringen. Die Körperabwehr kämpft unter anderem mithilfe von Organen, Organteilen, Zellen und Botenstoffen dagegen an. Dabei gibt es zwischen dem Immunsystem von Kindern und Erwachsenen einige Unterschiede. Hier haben wir für Sie die wichtigsten Fakten aufgelistet.

  • Antikörper über die Muttermilch: Wird ein Kind gestillt, bekommt es verschiedene Schutzstoffe der Mutter über die Muttermilch übertragen. Doch mit der Zeit nehmen die Antikörper ab. Danach kämpft der kindliche Organismus selbst gegen die Erreger.
  • Erstinfektion: Damit die Abwehr gegen einen Krankheitserreger funktioniert, muss meist eine Erstinfektion vorhanden sein. Durch sie bilden sich spezifische Abwehrzellen. In Zukunft können diese Abwehrzellen in Aktion treten, sollte es wieder zu einem Kontakt mit diesen Erregern kommen.
  • Spezifische Immunabwehr: Am Anfang hat ein Kind eine sehr unspezifische Abwehr, die also nicht auf bestimmte Erreger spezialisiert ist. Erst ab einem Alter von etwa zehn Jahren ist wirklich ein ausgereiftes und hoch spezialisiertes Abwehrsystem vorhanden, das bekannte Erreger erkennt und bekämpft. Daher sind Kinder generell anfälliger für Krankheiten als Erwachsene.
  • Lebenslanges Lernen: Die Körperabwehr entwickelt sich lebenslang weiter und lernt dazu. Das heißt, dass gerade neugeborene Babys sehr empfindlich sind, da hier die Entwicklung erst ganz am Anfang steht.

Angriff auf das Immunsystem

Was schwächt uns?

Unser Immunsystem wird ständig angegriffen und die Abwehr ist rund um die Uhr im Einsatz. Ob Krankheitserreger, Schadstoffe oder Zellveränderungen – die ganze Zeit über passiert etwas, was uns schwächen kann und die Körperabwehr beschäftigt. Im Großteil der Fälle bekommen Sie gar nicht mit, dass Ihr Immunsystem von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen angegriffen wurde.

Doch Ihr Immunsystem kann noch mehr: Schadstoffe aus der Umwelt können von ihm neutralisiert werden. Dadurch wird verhindert, dass sie negative Auswirkungen auf den Körper haben. Zudem wirkt die Immunabwehr Zellveränderungen wie zum Beispiel Krebszellen entgegen. Ist das Immunsystem allerdings geschwächt, kann es nicht mehr angemessen auf diese Gefahren reagieren. Der Körper der betroffenen Person ist anfälliger für Krankheiten.

Allgemeine Faktoren

Ein geschwächtes Immunsystem kann krankheitsbedingt sein, aber auch Stress, fehlender Schlaf, Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen oder Medikamenten lassen den Organismus reduziert arbeiten. Zudem gibt es Erkrankungen wie Autoimmun-, Blut– und Stoffwechselkrankheiten, die unser Abwehrsystem beeinträchtigen oder dafür sorgen, dass diese nicht in ihrer vollen Funktion arbeiten können.

Besonderheiten bei Kleinkindern

Gerade weil Babys und Kleinkinder noch kein stark ausgeprägtes Immunsystem haben, sind sie teilweise anfälliger für manche Erreger und Schadstoffe. Vor allem Schimmelpilze oder auch Zigarettenrauch sind für sie schädlicher, als sie es für Erwachsene sind.

Zudem kommt es bei Kindern immer wieder zu einem Austausch der Erreger, die Krankheiten auslösen. Durch den Kontakt mit anderen Kindern steigt daher das Erkrankungsrisiko. Auch wenn eine Krankheit für Ihren Schatz und Sie viel Stress bedeutet, ist dies Teil des wichtigen Trainings des Immunsystems. Nur so kann die Abwehr der Kleinen gestärkt werden und die Kinder erkranken in Zukunft seltener.

Das Immunsystem braucht Arbeit – vor allem bei Kleinkindern

Ein starkes Immunsystem bei Kindern kann sich nur dann entwickeln, wenn es lernt, Erreger zu bekämpfen und abzuwehren. Daher ist es wichtig, dass Sie es mit der Hygiene nicht übertreiben. Denn wenn alles sehr rein ist, kommt die kindliche Immunabwehr nicht mit Erregern in Kontakt und kann daraus nichts lernen. Gleiches gilt übrigens auch für das Spielen von Kindern in der Natur. Ein bisschen Schmutz oder Erde schult den Körper ebenso wie Krankheitserreger, die zum Beispiel beim Niesen übertragen werden.


Stärkung der Immunabwehr

Gesunde Kost, viel Bewegung und ausreichend Schlaf

Wer gesund lebt, tut auch seinem Immunsystem etwas Gutes. Lesen Sie, wie Sie sich mit einem gesunden und aktiven Lebensstil gegen Erreger schützen können.

Ausgewogene Ernährung

Ein wichtiger Baustein für ein gesundes Immunsystem ist eine ausgewogene Ernährung. Zusammen mit der Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan stellen wir Ihnen die wesentlichen Fakten rund um den Zusammenhang von Ernährung und Immunabwehr vor.

Vitamine, die das Immunsystem schützen

Vitamine und andere Mineralstoffe stärken das Immunsystem. Leider kann unser Körper viele dieser Nährstoffe nicht selbst herstellen, sodass wir diese über die Nahrung aufnehmen müssen.

Vitamine als Schutzschild für das Immunsystem

Gerade Vitamine sind entscheidend bei der Zellerneuerung oder dem Aufrechterhalten von äußeren Barrieren wie der Haut oder den Schleimhäuten. Liegen die Nährstoffe dem Körper in ausreichendem Maße vor, kann das Immunsystem seiner normalen Funktion nachgehen und Erreger bekämpfen beziehungsweise abwehren. „Die Vitamine A, B, C, D, E und die Mineralstoffe Eisen, Zink und Selen stärken das Immunsystem. Auch Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren spielen eine Rolle. Dabei geht es um antioxidative Vorgänge, die Aktivierung von Killerzellen, die Unterstützung bei der Bildung von Abwehrzellen, antientzündliche Mechanismen und die Stärkung der Darmflora als innerliche Barriere”, erklärt unsere Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan.

Zufuhr in der kalten Jahreszeit

Wichtig bei der Stärkung des Immunsystems ist, dass Sie auch die Jahreszeiten beachten. Zwar sollten Sie sich immer ausgewogen ernähren, aber in den kalten Monaten gewinnt das Thema Vitamine noch einmal an Gewicht. „In der kalten Jahreszeit ist die Vitaminzufuhr sehr wichtig, da Viren und Bakterien sich bei kühleren Temperaturen besser verbreiten können. Menschen sind mehr in geschlossenen Räumen, dichter beieinander, stecken sich schneller gegenseitig an. Auch sind unsere Schleimhäute durch die geheizten Wohnungen nicht so feucht wie im Sommer, sodass die erste Abwehrmauer im Winter nicht so stabil ist”, sagt Dr. Alexa Iwan.

Vorteile von Muttermilch

Es ist bewiesen, dass gestillte Kinder weniger Infekte haben als Flaschenkinder. Hintergrund hierfür ist, dass die Muttermilch Babys mit vielen Antikörpern, Immunzellen und hilfreichen Proteinen versorgt, die bei der Immunabwehr helfen. In einer Zeit, in der das Immunsystem der Kleinen noch besonders schwach ist, ist dies ein wichtiger Aspekt für die Gesundheit von Kindern. Und auch dem kindlichen Darm kommt die Muttermilch zugute.

Die Muttermilch liefert Antikörper und Immunzellen

Da die Immunabwehr von Kindern relativ lange braucht, bis sie stabil ist, kann die Muttermilch in der Anfangszeit einen wichtigen Beitrag leisten. Das sieht auch Dr. Alexa Iwan so: „Die Muttermilch hilft dem Baby vor allem beim Aufbau einer gesunden Darmflora. Sie enthält Stoffe, die im Darm des Babys nur die erwünschten Keime wachsen lassen. Das ist wichtig, denn bei der Geburt ist der Darm steril, also keimfrei. Muttermilch liefert auch Antikörper und Immunzellen. Nach dem ersten Jahr hat Muttermilch keine Vorteile mehr gegenüber Folgemilchen, außer denen, die Mutter und Kind persönlich empfinden.”

Ernährung nach der Stillzeit

Wenn Sie Ihr Kind nicht mehr stillen, sondern es bereits Brei- oder Familienkost isst, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Schatz von Anfang an eine ausgewogene und vielseitige Ernährung erhält. Bei der Beikost  können Sie durch nährstoffreiches Gemüse dem Immunsystem unter die Arme greifen. Gleiches gilt für die Familienkost: Sorgen Sie hier mit abwechslungsreichen Gemüsebeilagen oder Obstsnacks dafür, dass Ihr Sonnenschein alle Mineralstoffe und Vitamine aufnimmt, die er benötigt. Ihr Kind lässt die Beilage häufig liegen? Dann hat Dr. Alexa Iwan den passenden Tipp: „Wer seine Vitamine auf dem Teller nicht isst, bekommt sie eben ins Glas: Geben Sie Ihrem Kind täglich einen Saft oder Smoothie aus vitaminreichem Obst und Gemüse.”

Nährstoffbedarf von Kindern

Wichtig ist außerdem, dass Sie darauf achten, dass Kinder einen anderen Nährstoffbedarf haben als Erwachsene. Gerade durch die Wachstumsphase und das sich noch entwickelnde Immunsystem ist ihr Bedarf höher als der eines Erwachsenen. „Das bedeutet, dass Kinder mit den kleinen Mengen, die sie essen, im Verhältnis mehr gesunde Nährstoffe aufnehmen sollten als Erwachsene. Damit Kinder nicht ständig mit Schnoddernasen rumlaufen, sollten sie möglichst ausgewogen und mit viel frischen Lebensmitteln ernährt werden und viel draußen spielen”, ergänzt Dr. Alexa Iwan.

 

Lebensmittel, die das Immunsystem stärken

Lesen Sie, welche Lebensmittel auf den Speiseplan gehören, um die Immunabwehr zu unterstützen. Dr. Alexa Iwan hat eine kleine Übersicht erstellt.

 

Nährstoffe

Lebensmittel

B-Vitamine

Getreide, Haferflocken, Hülsenfrüchte

B12

Fleisch, Fisch, Käse

Vitamin A

Möhren, Mango, Grünkohl, Süßkartoffeln, Aprikosen, Honigmelone

Vitamin C

Brokkoli, Grünkohl, Paprika, Kiwi, Zitrusfrüchte, Sanddorn

Vitamin D

Eier, Pilze, Käse, fetter Seefisch, Leber oder Lebertran

Vitamin E

Nüsse und Pflanzenöle

Eisen

rotes Fleisch, Hirse, Amaranth, Kürbiskerne

Zink

Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Hülsenfrüchte, Vollkorn

Selen

Steinpilze, Haferflocken, Mais, Naturreis, Linsen, weiße Bohnen, Fisch, Eier

Omega-3-Fettsäuren

fetter Seefisch, Algenöl



Viel trinken

Animieren Sie Ihr Kind unbedingt dazu, regelmäßig zu trinken. Bieten Sie ihm mehrfach täglich etwas an. Denn Getränke und gerade Wasser aktivieren den Kreislauf und den Stoffwechsel. Das alles hilft dem Immunsystem. Der Rat von unserer Ernährungexpertin: „Trinken ist vor allem wichtig, um die Schleimhäute feucht zu halten. Auf sie treffen Viren, Bakterien und Parasiten als allererstes. Wenn die Schleimhäute sie nicht passieren lassen, braucht das restliche Immunsystem gar nicht erst anzuspringen. Insofern: Ja, trinken ist wichtig. Es geht dabei aber um die Flüssigkeit an sich und nicht um Nährstoffe.”

Basteln Sie mit Ihrem Kind einen eigenen Trinkbecher. Wer aus einem selbst gemachten Gefäß trinkt, hat mehr Freude daran und nimmt häufiger einen Schluck Wasser zu sich.

 

Das Immunsystem macht Viren, Bakterien und Pilze unschädlich, die uns krank machen würden. Bestimmte Nährstoffe unterstützen die verschiedenen Bereiche des Immunsystems bei der Arbeit. Deshalb ist es wichtig, Lebensmittel zu essen, die diese Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten.
  Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan

Ausreichend Schlaf 

Hätten Sie gewusst, dass ein Kleinkind zwischen 12 und 14 Stunden Schlaf benötigt? Diese vielen Stunden sind wichtig. Schließlich verarbeitet der Körper währenddessen zum einen die Erlebnisse des Tages, zum anderen dient der Schlaf der Regeneration. Gerade Zellen erholen sich in dieser Zeit, sodass sie am nächsten Tag wieder ihre vollen Fähigkeiten ausreizen können. Die Erholungsphase ist wichtig, damit sich die Zellen an andere andocken können – das ist ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr. Fehlt der Schlaf, schaffen es die Zellen nicht, Bakterien oder Viren fernzuhalten beziehungsweise sie zu töten.

Viel Bewegung

Wer körperlich aktiv ist, stärkt seine Abwehrkräfte. Dabei ist es vor allem wichtig, dass es zu einer regelmäßigen Bewegung kommt. Und hier zählt jede Aktivität, die Ausübung eines Hochleistungssports ist nicht notwendig.

Lassen Sie dem Bewegungsdrang Ihres Kindes freien Lauf. Das hat Vorteile in doppelter Hinsicht. Zum einen, weil Bewegung gesund ist und zum anderen, weil Kinder Spaß an Bewegung und am Toben haben. Das löst bei ihnen Glückshormone aus, die den Stress reduzieren. Stress selbst ist ebenfalls ein Faktor, der das Immunsystem schwächt und Menschen empfänglicher für Erreger macht.

Draußen spielen

Eine noch größere Wirkung können Sie erzielen, wenn sich Ihr Kind draußen austoben darf: Denn frische Luft fördert ebenso das Immunsystem. Versuchen Sie also, möglichst viel Zeit mit Ihrem Sonnenschein im Freien zu verbringen und zwar in jeder Jahreszeit. Mit der richtigen Ausstattung ist das meist auch leicht umzusetzen.


Vorsicht, Viren

Händewaschen nicht vergessen

Unser Körper und vor allem der Körper von Kleinkindern braucht also den Kontakt mit Erregern und Schadstoffen. Doch leider gibt es auch Ausnahmen. Nicht jedes Virus ist gleich gut oder harmlos für den Körper. Gerade das Coronavirus hat sich als sehr hartnäckig erwiesen, bei dem eine Vorbeugung sinnvoller ist, als den Kontakt zuzulassen. Gleiches gilt übrigens unter anderem für die Erreger von Masern, Röteln oder Windpocken.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, zum Beispiel auch bei den sogenannten RS-Viren – das sind Viren, die die Atemwege angreifen – auf Hygiene zu achten. Allen voran ist hier das Händewaschen zu nennen.

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