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FamilienMomente / 17. April 2020

Geschwisterstreit: Was tun, wenn es mal wieder kracht?

Wie ein Tag in einer Familie mit Kindern beginnt, ist oft reine Glückssache. Es kann harmonisch und ruhig starten, es kann aber auch schon früh morgens zu einem richtigen Streit kommen. Schreien, toben, sich untereinander provozieren oder necken ist dabei unter Geschwistern ganz normal. Wie Sie als Eltern damit umgehen und solche Streitigkeiten im besten Fall verhindern, erfahren Sie hier.

Vater schlichtet Streit unter Kindern

Ursachen

Darum kommt es zum Streit unter Geschwistern

Der kleine Bruder nervt und will immer überall mitspielen? Oder die Schwester ist doof, weil sie immer alles besser weiß? So ein Streit unter Geschwistern kommt in den besten Familien vor. Dabei gibt es unterschiedlichste Gründe, warum Kinder streiten. Es zeigt sich immer wieder, dass Geschwisterstreit eine sehr breite Facette an Ursachen und Gründen hat. Diese Gründe sagen sehr viel aus, sowohl über die Kinder aber auch über den Alltag und die momentane Situation in der Familie. Wir haben Ihnen einige häufige Gründe für einen Streit unter Geschwistern aufgelistet.

In welchen Situationen erkennen Sie Ihre Kleinen wieder?

  • Müdigkeit: Wenn nur ein Geschwisterkind müde wird, kann damit ganz schnell auch eine gewisse Unruhe ins Spiel kommen. Der Streit ist vorprogrammiert.
  • Hunger: Auch Hunger kann dazu führen, dass die Kleinen ungeduldig und gereizt werden. Da kann ein kleiner Kommentar des Bruders oder der Schwester schon zu einem richtigen Streit führen.
  • Überforderung: Viele Dinge können ein Kind leicht überfordern. Das kann Stress in der Schule oder im Kindergarten sein oder durch eine aktuelle schwierige Situation. Kinder wissen oft noch nicht, wie sie mit einer Stresssituation umgehen sollen, und lassen Ihren Frust dann an den Geschwistern aus.
  • Eifersucht und Rivalität: Gerade wenn ein neues Geschwisterchen geboren wurde und sich die Aufmerksamkeit auf das Baby konzentriert, können leicht Gefühle wie Eifersucht und Rivalitätsgedanken Rivalität aufkommen. Aber auch jüngere Geschwister können auf die älteren eifersüchtig sein. Denn aufgrund des Alters dürfen diese vielleicht schon länger aufbleiben oder haben andere Privilegien gegenüber den Jüngeren.
  • Aufmerksamkeit: Kinder wollen von ihren Eltern wahrgenommen werden. Und wenn das durch einen Streit funktioniert, könnte auch das ein möglicher Grund sein.
  • Langeweile: Wenn Kindern langweilig wird, kommen sie auf die verrücktesten Ideen. Ein Streit unter Geschwistern steht dabei oft ganz oben auf der Ideenliste.
  • Gefühl ungerechter Behandlung: Niemand ist perfekt. Und so treffen auch Eltern ab und zu mal ungerechte Entscheidungen. Das kann dann aber auch einen Geschwisterstreit auslösen.
  • Teilen: Eine häufige Ursache von Streitigkeiten zwischen Geschwistern ist, dass sie sich irgendetwas teilen müssen. Etwas zu teilen, ist für viele Kinder nicht einfach, denn seinen Besitz zu schützen ist ein angeborenes Verhalten. Daher ist es wichtig, seinen Kindern möglichst früh beizubringen, das Teilen etwas Schönes ist, und man damit anderen eine Freude bereitet. Übung macht auch hier den Meister.

Lösungsansätze

Lösungsansätze für den Streit unter Geschwistern

 

Infografik: Lösungsansätze für Streit unter Geschwistern

Was, wenn sich die Kleinen einfach nicht selbstständig einigen können? Für diesen Fall sollten Sie ein paar Regeln festlegen. Diese können dann immer herausgeholt werden, wenn sie benötigt werden. So lernen die Kinder frühzeitig, wie sie sich in solchen Situationen verhalten.

(Verhaltens-)Regeln festlegen

Legen Sie diese Regeln am besten auch gemeinsam fest. So können die Kleinen direkt eingebunden werden und fühlen sich ernstgenommen. Die festgehaltenen Regeln werden aufgeschrieben und an einem bestimmten Ort, der für alle zugänglich ist, aufbewahrt.

Mögliche Regeln könnten sein:

  • Jeder darf – einer nach dem anderen – seine Sicht und Gefühle vortragen.
  • Wenn man dran ist, seine Meinung zu sagen, darf niemand ihm ins Wort fallen.
  • Alle am Gespräch beteiligten Personen bleiben freundlich. Es gibt keine Beschimpfungen, niemand wird dabei laut oder vergreift sich im Ton.
  • Die Meinung des anderen wird kurz wiederholt. Es wird ergänzt, wie man selbst das Gesagte verstanden hat und wie man selbst dazu steht.

Gemeinsames Besprechen von Lösungen

Im Anschluss an ein solches Gespräch können Lösungen besprochen und Möglichkeiten aufgezeigt werden. Vielleicht finden Sie einen Mittelweg, mit dem jedes Geschwisterteil einen kleinen Kompromiss und somit einen Schritt auf den anderen zugeht. Oder es gibt eine Einigung, die zeigt, dass man sich mit der Ursache des Streits, wie dem Lieblingsspielzeug, abwechseln kann. In beiden Fällen sollten klare Regeln festgelegt werden, sodass es bei der Umsetzung nicht zum erneuten Streit kommt. Sollte nichts davon auf Einigkeit treffen, versuchen Sie Alternativen aufzuzeigen. Am Ende ist vor allem wichtig, dass alle Streithähne mit der Lösung einverstanden und zufrieden sind.


Eingreifen durch Eltern

Wie beeinflusst Ihr Verhalten als Eltern Streitpotenziale?

Die Gründe für Streit unter Geschwister sind also sehr vielfältig. Eltern müssen lernen, diese zu erkennen, damit weniger gestritten wird. Im nächsten Schritt sollten Sie sich aber auch fragen, ob Sie selbst etwas dazu beigetragen haben? Könnte ihr Verhalten das Streitpotenzial Ihrer Kinder beeinflusst haben?

Wenn Sie mitbekommen, dass zwischen Ihren Kindern ein Streit entfacht ist, möchten Sie diesen natürlich schnellstmöglichst beenden. Aber Vorsicht, manchmal sind Ihr Eingreifen und die damit einhergehende Bewertung der Situation eher streitfördernd.

Daher sollten Sie beachten:

  • Versuchen Sie sich in die Lage Ihrer Kinder hineinzufühlen. Wenn Sie einen Streit haben, möchten Sie es auch nicht, dass sich jemand einmischt und im schlimmsten Fall auch noch Partei für ihren Streitpartner ergreift. Manchmal können die Kleinen ihren Streit ganz von selbst beilegen. Das ist besonders wichtig für Kinder – es stärkt ihr Selbstbewusstsein und sie lernen mit Konflikten umzugehen.
  • Ausnahmen sind handgreifliche Streite. Hier sollten Sie direkt eingreifen und die Situation auflösen. Trennen Sie die Streithähne, bis sich die Situation beruhigt hat. Bei weiteren Diskussionen sollten Sie jetzt eher dabeibleiben und die Situation neutral im Auge behalten. Bleiben Sie ruhig und sachlich: Streit ist normal unter Geschwistern. Versuchen Sie aber, zu betonen, wie man einen Streit austrägt, was man darf und was nicht.
  • Wenn es nicht ohne Ihr Einmischen geht, versuchen Sie als Mediator aufzutreten. Es ist nicht Ihre Aufgabe, den Streit zu beenden, leiten Sie aber das Schlichtungsgespräch. Schenken Sie allen Kindern die gleiche Aufmerksamkeit. Auch wenn die Ursache eigentlich keinen Streit wert ist, nehmen Sie die Gefühle der Kinder und ihre Einschätzungen ernst.
  • Das Wichtigste ist immer: Versuchen Sie, neutral zu bleiben und nicht vorschnell einen Schuldigen auszumachen. Durch Eingreifen der Eltern wird Streit womöglich nicht richtig gelöst und dann einfach nur verschoben statt geklärt.

Was können Eltern tun?

Ist die Ursache eines Streits das Teilen, dann können Sie als Eltern Ihren Kinder beim Üben, wie sie teilen, tatkräftig unterstützen.
 
Und so geht’s:
  • Machen Sie es Ihnen vor: Kinder imitieren andere, um zu lernen. Nehmen Sie sich beispielsweise ein Spielzeug und spielen Sie damit. Ganz schnell erwecken Sie damit das Interesse Ihres kleinen Sonnenscheins. Im nächsten Schritt ist Teilen angesagt. Zeigen Sie, dass Sie auch gemeinsam mit dem Spielzeug spielen können.
  • Fordern Sie Ihr Kind auf, zu teilen. Wenn Ihr Kind sowohl mit Geschwistern als auch mit befreundeten Kindern vor einer Situation steht, in der es schön wäre, zu teilen, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Und erklären Sie ihm, dass es sich selbst auch freuen würde, wenn jemand mit ihm teilt. Dadurch lernt Ihr Kind, Mitgefühl zu empfinden und erkennt, wie sich das andere Kind fühlt.
  • Teilen Sie Ihre Aufmerksamkeit: Wenn Sie zwei oder mehrere Kinder haben, ist es wichtig, Ihre Aufmerksamkeit gerecht aufzuteilen. Geben Sie jedem Kind die gleiche Zuneigung.
Auch, wenn Sie Ihr Bestes geben, kann es natürlich vorkommen, dass Ihr Kind ein bestimmtes Spielzeug einfach nicht teilen möchte. Wie gehen Sie mit einer solchen Situation am besten um?
  • Kein Zwang: Wenn Sie Ihr Kind dazu zwingen, etwas zu teilen, ist damit niemandem geholfen. Ganz im Gegenteil, häufig ist es dann sogar so, dass sie damit den Streit fördern oder sogar erst heraufbeschwören.
  • Abwarten: Manchmal hilft es, die Situation erst mal zu beobachten. Vielleicht kommen die Kleinen selbst zu einer Lösung.
  • Müssen Sie doch einschreiten, zum Beispiel weil der Streit eskaliert, macht es Sinn, Ihr Vorgehen zu erklären:
    • Eine Möglichkeit ist es, dass der „Besitzer“ sein Spielzeug wiederbekommt. Dann ist es Ihre Aufgabe, den Kindern zu erklären, warum.
    • Eine weitere Möglichkeit ist es, dass einfach keiner das Spielzeug bekommt. Hier können Sie erklären, dass es wichtig ist, zu teilen, gerade als Familie.
    • Im besten Fall allerdings zeigen Sie den Kindern Möglichkeiten auf, wie sie viel besser mit dem Spielzeug gemeinsam spielen.
  • Es ist normal, wenn Ihr „Nein“ erst mal auf Widerstand stößt, ein Nein zu akzeptieren muss auch gelernt werden, geben sie daher nicht zu schnell nach.