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Die Besseresserin / 06. Mai 2019

Gut versorgt trotz Laktoseunverträglichkeit

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Kopfschmerzen nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukte können auf eine Laktoseintoleranz hindeuten. Für Betroffene stellt diese Unverträglichkeit in der Regel kein großes Problem mehr dar. Warum das so ist, weiß unsere Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan.

Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan

Gehören Sie auch zu den Menschen, die ein Problem mit Milchzucker haben? Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Kopfschmerzen nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten können erste Hinweise darauf sein, dass der Körper Schwierigkeiten mit der Verdauung von Milchzucker hat.

Ein fehlendes Enzym ist schuld

Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit fehlt ein bestimmtes Enzym – nämlich die sogenannte Laktase, die den Milchzucker (die Laktose) während des Verdauungsvorgangs aufspaltet. Laktose ist nämlich ein Zweifachzucker, bestehend aus den Molekülen Glukose und Galaktose. Da wir Menschen aber keine Zweifachzucker verdauen können, sitzt in der Darmschleimhaut eben jenes Enzym Laktase, welches den Milchzucker in seine zwei Einzelzucker zerlegt. Diese können wir dann vom Darm aus ins Blut aufnehmen.

Wenn ein Mensch nun aber keine oder zu wenig Laktase in der Darmschleimhaut hat, dann sammelt sich unverdaute Laktose im Inneren des Darms an. Diese dient dort nun als Futter für die Dickdarmbakterien, die die Laktose vergären. Dabei werden unter anderem Gase gebildet, die zu den oben beschriebenen Beschwerden führen.

Laktosefreie Lebensmittel im Trend

Für Betroffene ist Laktoseintoleranz in der Regel kein großes Problem mehr, denn der Handel bietet inzwischen eine ganze Menge laktosefreie Milchprodukte an. Milch, Sahne, Frischkäse, Schmand, Butter – all das gibt es auch ohne Laktose. Meist schmecken die laktosefreien Produkte ein kleines bisschen süßer als die Original-Lebensmittel. Das liegt daran, dass die ursprünglich enthaltene Laktose während des Herstellungsprozesses aufgespalten wird. Es wird also vom Hersteller genau das Gleiche mit der Laktose gemacht, was bei einem gesunden Menschen später im Darm passieren würde. Deshalb enthalten laktosefreie Produkte anstelle der Laktose nun Glukose (Traubenzucker) und Galaktose. Und Glukose schmeckt süßer als Laktose. 

Doch auch wenn laktosefreie Lebensmittel für alle Betroffenen ein Segen sind: Wenn Sie persönlich Laktose gut vertragen, bringt es Ihnen keinerlei gesundheitliche Vorteile, zum Beispiel laktosefreie Milch zu trinken. Umgekehrt ist es aber natürlich auch kein Problem, wenn Sie als Gesunde/r ab und an ein laktosefreies Essen mitessen.

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Wichtig: eine klare Diagnose

Der Grund, warum Sie bei Verdacht auf eine Milchzuckerunverträglichkeit nicht einfach auf laktosefreie Kost beziehungsweise Produkte umsteigen sollten ist, dass Bauchschmerzen natürlich auch ganz andere Ursachen haben können.

Sicherheit gibt ein sogenannter Wasserstoffatemtest, den Sie beim Arzt durchführen lassen müssen. Bei diesem wird Ihnen eine bestimmte Menge Laktose in Wasser aufgelöst zu trinken gegeben. Nach einer Weile pusten Sie in ein Gerät, welches den Wasserstoff in Ihrer Atemluft misst. Sollte Ihr Körper die Laktose nicht verdaut haben, dann haben Ihre Dickdarmbakterien nämlich Wasserstoff-Gas gebildet (s.o.). Dieses wird über die Darmwand ins Blut abgegeben und über die Lunge abgeatmet. Anhand der Menge des abgeatmeten Wasserstoffs kann der Arzt die Aktivität des Enzyms Laktase in Ihrem Darm bestimmen.

Nach diesem Test wissen Sie genau, woran Sie sind: Ob überhaupt eine Unverträglichkeit vorliegt, ob Sie gänzlich auf Milchzucker verzichten sollten oder ob es ausreicht, einfach nicht so viel Milchzucker auf einmal zu essen. Ist Letzteres der Fall, dann müssen Sie ein bisschen ausprobieren, wo Ihre persönliche (Schmerz-)Grenze liegt.

Herzlichst,

Dr. Alexa Iwan

Öffentlicher Rückruf

DMK Deutsches Milchkontor und Fude + Serrahn ruft aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes folgendes Produkt zurück:

K-Classic Frische Milch 1,5 % Fett mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 14.10.2019, 15.10.2019 und 18.10.2019