
Ratgeber Damenfahrräder
Das klassische Damenfahrrad ist eine komfortable Radvariante, die vor allen Dingen im Stadtverkehr benutzt wird. Ein abgewinkeltes Oberrohr vereinfacht das Aufsteigen auf das Rad und verhindert, dass sich Rock oder Kleid stauchen. Darüber hinaus gibt es auch andere Fahrradmodelle für Frauen, wie zum Beispiel Mountainbikes oder Rennräder, die über ein gerades Oberrohr verfügen, aber in Größe und Konstruktionsweise an die weibliche Physis angepasst sind. Was Sie vor dem Kauf eines Damenfahrrads wissen müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Allgemeine Informationen
Ein Damenfahrrad zeichnet sich in erster Linie durch einen tiefen Einstieg aus. Traditionell wird dieser niedrige Einstieg dadurch ermöglicht, dass Damenräder über ein abgewinkeltes Oberrohr verfügen.
1.1 Geschichte des Damenrads
Diese Konstruktionsweise ist historisch bedingt und steht in Verbindung mit der gesellschaftlichen Stellung der Frau zum Zeitpunkt der Erfindung des Fahrrads. Schon circa 1880 wurden Fahrräder gebaut, die den heutigen Modellen in Form und Technik sehr ähnelten und bereits über einen Kettenantrieb verfügten. Frauen waren Männer zu dieser Zeit gesellschaftlich nicht gleichgestellt, was sich in politischer Hinsicht zum Beispiel darin äußerte, dass Frauen nicht wählen durften.
Damenräder verfügen über ein abgewinkeltes Oberrohr.
Außerdem war es für Frauen nicht schicklich, Hosen zu tragen. Dieser Tatsache trägt der niedrigen Einstieg Rechnung, denn Damenräder hatten unter anderem den Vorteil, dass Frauen diese auch im Rock oder Kleid fahren konnten. Heutzutage ist das Damenrad nach wie vor wegen seines tiefen Einstiegs geschätzt und wird nicht nur von Frauen gefahren, sondern erfreut sich auch bei Männern großer Beliebtheit.
1.2 Technische Spezifikationen
Ein besonderes Merkmal von Damenrädern stellt das fehlende beziehungsweise abgewinkelte Oberrohr dar. Im Vergleich zu Herrenrädern ist das Damenrad daher nicht so verwindungssteif. Das heißt, der Rahmen ist weniger stabil als bei anderen Bauweisen. Um dem entgegenzuwirken ist das abgewinkelte Oberrohr meist stärker als sonst üblich. Dies führt dazu, dass Damenräder verhältnismäßig schwerer sind als andere Modelle. Darüber hinaus fallen sie in der Regel auch kleiner aus als andere Radtypen, was das Gestell wiederrum stabiler macht.
2. Modelle
Fahrräder für Frauen zeichnen sich in erster Linie über den niedrigen Einstieg aus. Dieses Konstruktionsmerkmal bedeutet allerdings keine Einschränkung für die Produktvielfalt von Damenfahrrädern. Neben City-Modellen sind auch Trekking- und Gelände-Varianten verfügbar und stellen einen Kompromiss zwischen Stabilität und Komfort dar. Auch Touren- beziehungsweise Rennräder sind als Modell für Frauen verfügbar. Hierbei handelt es sich meist um kleinere Fahrräder, deren Rahmengeometrie kaum von denen der Varianten für Herren abweicht. Natürlich sind auch E-Bikes in einer Variante als Frauen-Fahrrad verfügbar.
Auch Mountainbikes sind mit abgeschrägtem Oberrohr verfügbar.
3. Die richtige Rahmengröße für Damenräder
Während man beim Begriff Damenfahrrad meist an Holland- oder Cityräder mit tiefem Einstieg denkt, bieten die Hersteller auch andere Modelle in Größen für Frauen an. Diese unterscheiden sich dann von den Männervarianten nur dadurch, dass Bremsen-Griffweite, Lenker und Vorbau verkürzt und die Rahmenkonstruktion generell kleiner und auf die Physis von Frauen zugeschnitten ist.
Damit Sie für Ihre Körpergröße das passende Fahrrad finden, müssen Sie zunächst Ihre Schrittlänge berechnen. Eine Anleitung dazu finden Sie im Folgenden:
Schrittlänge ermitteln
Als Schrittlänge bezeichnet man den Abstand zwischen der Fußsohle und dem Beginn der Hüfte. Dieser wird auch als Innenbeinlänge bezeichnet und kann ermittelt werden, indem ein Buch zwischen die Beine gesteckt und so weit wie möglich nach oben geschoben wird. Nun können Sie den Abstand von der Oberkante des Buchs bis zur Fußsohle messen und so die Schrittlänge erhalten.
Um aus der Schrittlänge die entsprechende Rahmengröße herzuleiten, können Sie folgende Formel anwenden:
Formel zur Berechnung der Rahmengröße
Schrittlänge in cm x 0,66 = Rahmengröße in cm
Nicht alle Hersteller geben die Rahmengröße in Zentimetern an. Viele benutzen auch die in den USA verbreitete Maßeinheit Zoll. Im Folgenden finden Sie eine Umrechnungsformel von Zentimeter in Zoll:
Formel zur Umrechnung von Zentimeter in Zoll
Rahmenhöhe in cm : 2,54 = Rahmengröße in Zoll
In dieser Tabelle haben wir einige gängige Rahmengrößen für Damenräder zusammengefasst. Diese sind als Richtwerte zu verstehen und ersetzen nicht die Feinjustierung von Sattel und Lenker entsprechend Ihrer individuellen Bedürfnisse.
Überblick über die Rahmengrößen
| Körpergröße in cm | Schrittlänge in cm | Rahmengröße in cm | Rahmengröße in Zoll |
|---|---|---|---|
| 150-160 | 65-74 | 42-48 | 17-19 |
| 160-170 | 74-80 | 48-52 | 19-20 |
| 170-175 | 80-85 | 52-55 | 20-21 |
| 175-180 | 85-89 | 55-58 | 22 |
| 180-185 | 89-94 | 58-61 | 23 |
| 185-190 | 94-97 | 61-63 | 24 |
| 190-195 | 97-100 | 63-66 | 25 |
4. Ausstattung eines verkehrssicheren Fahrrads
Wie alle Fahrräder müssen auch Damenräder verkehrssicher sein, um auf deutschen Straßen genutzt werden zu dürfen. Welche Ausstattung gesetzlich vorgeschrieben ist, erfahren Sie in diesem Kapitel.
- 2 unabhängig voneinander wirkende Bremssysteme
- Rutschfeste Pedale mit gelben Reflektoren
- Fahrradklingel
- Lampe mit weißem Reflektor vorne
- Lampe mit rotem Reflektor hinten
- Weiterer Reflektor hinten
- Jeweils 2 gelbe Reflektoren an den Speichen bzw. jeweils 2 reflektierende weiße Streifen an den Reifen
5. Radfahren hält fit
Fahrradfahren hält fit – auch dann, wenn es nicht als Leistungssport betrieben wird. Bereits ab zehn Minuten Fahrt wird das Herz-Kreislauf-System angeregt und eine halbstündige Fahrtzeit reicht schon aus, um die Fitness nachhaltig zu verbessern. Auch Zucker- und Cholesterinstoffwechseln profitieren vom regelmäßigen Radeln.
Räder mit tiefem Einstieg werden auch von Herren gefahren.
Im Vergleich zum Joggen müssen Sie zwar für den gleichen Effekt ungefähr eine doppelte Trainingsdauer einplanen, dafür ist Radfahren aber wesentlich gelenkschonender als der Laufsport und eignet sich daher vor allen Dingen für ältere Menschen.
Tipp: Damenräder sind nicht nur für Frauen, sondern auch für Herren geeignet. Insbesondere ältere Menschen profitieren von dem tiefen Einstieg. Während man bei einem Herrenrad mit Oberrohr das Bein mit Schwung über den Sattel heben muss um aufzusitzen, lässt sich mit einem Damenrad vergleichsweise bequem losfahren.
6. FAQ
Warum gibt es Damenfahrräder?
Damenfahrräder sind in der Regel auf die Größe und Physis von Frauen zugeschnitten. Das heißt, Renn- oder Trekkingräder für Frauen verfügen zum Beispiel über kürzere Lenker und eine andere Rahmenkonstruktion als Fahrräder für Männer. Darüber hinaus werden häufig auch Fahrräder mit abgeknicktem Oberrohr als Damenfahrräder bezeichnet. Der Name ist historisch bedingt und geht darauf zurück, dass Frauen früher meist Röcke oder Kleider trugen. Durch den tiefen Einstieg waren die Damenfahrräder nicht nur leichter zu fahren, sondern auch eleganter zu benutzen.
Sind Damenfahrräder schwerer als andere Fahrräder?
Wenn Damenräder über ein abgewinkeltes Oberrohr verfügen, sind sie in der Regel schwerer als andere Fahrräder. Dies liegt daran, dass der so konstruierte Rahmen weniger verwindungssteif ist, als Varianten mit durchgehendem Oberrohr. Um mehr Stabilität zu erreichen, sind die Rohre bei Damenrädern daher dicker und folglich schwerer.
Haben alle Damenfahrräder einen tiefen Einstieg?
Das klassische Damenrad zeichnet sich über einen tiefen Einstieg beziehungsweise ein abgewinkeltes Oberrohr aus. Darüber hinaus gibt es zahlreichen Fahrradvarianten, die in der Konstruktion auf die Physis von Frauen zugeschnitten sind und zum Beispiel entsprechend kürzere Abstände zwischen Lenker und Sattel aufweisen, aber genauso für den Radsport geeignet sind wie Herrenfahrräder.











































