
Ratgeber Zimmerpflanzen – grüne Deko für Ihr Heim
Zimmerpflanzen werten triste Räume auf und bringen Farbe ins Büro. Doch sind sie nicht nur hübsch anzusehen, sondern verbessern auch das Raumklima, filtern Schadstoffe aus der Luft oder fungieren als Sichtschutz. Allerdings fühlt sich nicht jede Pflanze an jedem Standort wohl und bei so manchem anspruchsvollen Grün währt die Freude nur kurz. Welche Zimmerpflanze eignet sich für dunkle Räume? Welches Exemplar benötigt nur wenig Wasser? Wie oft sollte ich meine Pflanze umtopfen? Und von welchen Pflanzensorten geht eine Gefahr für meine Haustiere aus? Diese und folgende Fragen beantworten wir für Sie in diesem Ratgeber.
1. Arten von Zimmerpflanzen
Grundsätzlich können Sie zwischen Grünpflanzen und Blühpflanzen wählen. Zu der Gruppe der Grünpflanzen gehören zum Beispiel Bambus, Farn, Palmen oder der Drachenbaum, gern gewählte Blühpflanzen sind Orchideen oder Alpenveilchen. Häufig sind Zimmerpflanzen in Blumenerde eingepflanzt. Sie können jedoch auch als sogenannte Hydrokultur gehalten werden. Dies bedeutet, dass nicht Blumenerde, sondern Blähtonkugeln als Fundament fungieren. In dieser Variante sind sie besonders pflegeleicht und somit perfekt als Büropflanze geeignet, da sie nur alle zwei bis drei Wochen gegossen werden müssen und etwa alle sechs Monate Dünger benötigen. Generell kann jede Pflanzenart auch in Blähton wachsen. Sind Sie unerfahren in der Pflege von Pflanzen, sollten Sie mit einer anspruchslosen Art beginnen. Grünpflanzen sind ein guter Start, da sie generell pflegeleichter sind als Blühpflanzen.
Sie suchen eine Pflanze für eine dunkle Zimmerecke oder etwas Exotisches? Wir haben für Sie eine Übersicht an Pflanzen für verschiedene Ansprüche zusammengestellt:
Die Pflegeleichten
Der sogenannte „grüne Daumen“ scheint Voraussetzung für eine grüne Deko zu sein, doch es gibt Gewächse, die robust und genügsam sind. Wünschen Sie sich eine Zimmerpflanze, die mit wenig Zuwendung zurechtkommt, sind folgende Arten richtig für Sie:
- Bogenhanf
- Elefantenfuß
- Drachenbaum

Die Anspruchsvollen
Sie sind Pflanzenexperte und schrecken nicht vor Grün mit Anforderung zurück? Dann können Sie folgenden Arten ein Zuhause geben:
- Frauenhaarfarn
- Maranten
- Bonsai

Informationen zum Bonsai und Tipps zur Pflege finden Sie auch in unserem Ratgeber.
Die Exoten
Für jeden, der kein Freund klassischer oder heimischer Pflanzen ist, bieten sich folgende Exoten an:
- Fleischfressende Pflanzen
- Tillandsien
- Orchideen

Die Lichtscheuen|
Dunkle Räume und Ecken sind eine echte Herausforderung für Pflanzenfreunde, denn nicht viele Gewächse vertragen es, mit nur wenig Licht auszukommen. Folgende Pflanzen überleben auch karge Lichtverhältnisse:
- Schusterpalme
- Einblatt
- Zamioculcas

Die Unverwüstlichen
Kunstpflanzen sind extrem pflegeleicht und bestens geeignet für Orte, die ohne großen Pflegeaufwand dekoriert werden sollen. Sie können aus verschiedenen imitierten Pflanzenarten wählen, wie

Die Luftfilter
Topfpflanzen sind nicht nur eine optische Bereicherung für Ihre Räume, sondern können auch Schadstoffe aus der Luft filtern. Sind Sie auf der Suche nach einer Zimmerpflanze, die das Raumklima verbessert, stehen folgende Optionen zur Wahl:
- Chrysanthemen
- Gerbera
- Nachtfalter-Orchidee
- Weihnachts- oder Osterkaktus

Die Luftbefeuchter
Besonders in den Wintermonaten produziert die Heizung ein trockenes Raumklima. Aber auch Klimaanlagen mindern den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Folgende Pflanzenarten sorgen für Abhilfe:
- Zimmerfarn
- Zyperngras

Haustiere und Zimmerpflanzen
Für uns sind sie schön anzusehen, für Hund, Katze, Hase oder Vogel sind einige Zimmerpflanzen jedoch giftig. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf, ob Ihre Pflanzenart ein Problem für Ihr Haustier darstellen könnte. Bei folgenden Zimmerpflanzen zum Beispiel sollten Sie vorsichtig sein:
- Aloe Vera
- Birkenfeige/Gummibaum
- Bleistiftstrauch/Milchbusch
- Dieffenbachie
- Einblatt
- Gemeiner Efeu
- Eisenhut
- Flammendes Käthchen
- Korallenstrauch/Jerusalemkirsche
2. Pflege von Zimmerpflanzen
Um möglichst lange Freude an Ihren Pflanzen zu haben, sollten Sie sich zuerst damit vertraut machen, wieviel Wasser und Licht sie brauchen. Sind Sie unerfahren in der Pflege von Blumen, beginnen Sie mit einer anspruchslosen Art.
Platzieren Sie die Topfpflanze nicht direkt hinter der Scheibe, da sie dort Temperaturschwankungen und starker Hitze ausgesetzt ist.
Trockene Heizungsluft setzt ihrer Pflanze zu und trocknet sie aus. Besprühen Sie sie in den Wintermonaten daher regelmäßig mit Wasser.
Staubablagerungen auf den Blättern behindern den Fotosyntheseprozess. Wischen Sie die Blätter regelmäßig ab oder duschen Sie sie mit lauwarmen Wasser.
Entfernen Sie regelmäßig trockene, welke Blätter.
2.1 Gießen
Die Häufigkeit des Gießens richtet sich unter anderem nach Pflanzenart, Umgebungstemperatur und Standort. Generell sind sowohl zu wenig als auch zu viel Wasserzufuhr schädlich für Ihre Zimmerpflanze. Zu wenig Wasser behindert Wachstum und Blütenbildung, zu viel führt jedoch zu Staunässe: Das Wasser kann nicht mehr abfließen, der Wurzelballen wird zu feucht und die Wurzeln können in Folge dessen schimmeln. Ein guter Indikator für benötigtes Gießen ist der Zustand der Erde im Blumentopf. Genaue Informationen über den Feuchtigkeitsgehalt liefert ein Feuchtigkeitsmesser. Kontrollieren Sie auch regelmäßig den Übertopf auf überschüssiges Wasser.
Design-Gießkannen helfen nicht nur bei der Pflege Ihrer Topfpflanzen, sondern wirken auch als Deko-Element.
2.2 Düngen
Damit Ihre Pflanze wächst und gedeiht, sollten Sie sie regelmäßig düngen. Düngemittel versorgen das Grün mit wichtigen Stoffen wie Stickstoff, Kalium und Phosphor und sorgen so für üppiges Pflanzenwachstum, volle Blütenpracht, starke Zellwände und eine hohe Widerstandskraft der Pflanze. Achten Sie jedoch darauf, Ihr Exemplar nicht zu überdüngen, da dies der Pflanze eher schadet. Passen Sie die Düngermenge auch der verwendeten Erde an, die unterschiedlichen Sorten sind bereits verschieden stark mit Nährstoffen angereichert. Düngen Sie nicht bei starker Lichteinstrahlung, um Verbrennungen an Blättern und Wurzeln zu vermeiden. Hydrokulturen benötigen einen speziellen Dünger.
2.3 Umtopfen
Mit der Zeit durchwurzelt die Pflanze den Wurzelballen und der Blumentopf wird zu klein. Etwa alle zwei Jahre ist es daher nötig, das Gewächs in einen neuen Topf umzusiedeln. Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt für den Wechsel. Exemplare, deren Wurzeln über den Topfrand schauen oder aus dem Bodenloch wachsen sowie Pflanzen, bei denen die Erde mit Wurzeln durchzogen oder so dicht ist, dass sie das Wasser nicht mehr speichern kann, sollten Sie umsiedeln. Mit unserer Anleitung gelingt Ihnen das Umtopfen ganz leicht.
Möchten Sie von Erd- auf Hydrokultur umstellen, können Sie dies beim Umtopfen tun. Dafür benötigen Sie neben dem Blähton einen speziellen Innentopf, eine Wasserstandsanzeige sowie einen wasserdichten Übertopf. Nach dem Wechsel sollten Sie Ihre Zimmerpflanze nicht zu häufig gießen, der Wasserstandsanzeiger sollte nur den minimalen Wasserstand anzeigen. Generell gilt für Hydropflanzen, dass der Maximalstand nur erreicht werden sollte, wenn Sie zum Beispiel aufgrund von Urlaub länger abwesend sind, da Sie sonst das Faulen der Wurzeln riskieren. Bei Hydrokulturen steht das Umtopfen seltener an, da sie langsamer wachsen. Spülen Sie stattdessen die obersten, weiß verfärbten Blähtonkugel ein- bis zweimal im Jahr mit Wasser aus, um sie von Nährsalzen zu befreien. Danach sind sie wieder einsetzbar.
- Wählen Sie einen Blumentopf, dessen Durchmesser wenige Zentimeter größer ist, als der alte. Ist der Blumentopf zu groß, fehlt es der Pflanze sonst an Stabilität und es bildet sich leichter Staunässe. Blumentöpfe aus Ton verhindern durch ihr hohes Eigengewicht ein Umkippen der Pflanze und sind dazu luft- und wasserdurchlässig. Dadurch verhindern sie, dass sich schnell Staunässe in der Erde bildet. Kunststofftöpfe dagegen sind leicht und halten die Feuchtigkeit länger. Hat Ihre Pflanze lange Wurzeln, sollten Sie zu einem hohen Topf oder Pflanzkübel greifen.
- Verdecken Sie das Abflussloch im Boden mit einer Tonscherbe. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser noch ablaufen kann. Zum Auffangen des Wassers können Sie einen Blumentopfuntersetzer verwenden.
- Füllen Sie danach die sogenannte Drainageschicht aus Blähton, Kies oder grobem Sand in den Blumentopf.
- Auf die Drainageschicht verteilen Sie die frische Blumenerde. Achten Sie darauf, dass die Erde an die Ansprüche Ihrer Pflanzenart angepasst ist: Kakteen und Moorbeetpflanzen zum Beispiel benötigen andere Substanzen als Orchideen.
- Lösen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und entfernen Sie lose Erde rund um den Wurzelballen.
- Halten Sie den Wurzelballen der Pflanze in die Mitte des neuen Topfes und füllen Sie gleichmäßig Blumenerde um die Pflanze auf.
- Drücken Sie die Erde leicht an und stoßen Sie den Topf ein paar Mal leicht auf den Boden, um Hohlräume zu schließen. Füllen Sie gegebenenfalls Erde nach.
- Gießen Sie Ihre Pflanze an, bis das Wasser aus dem Bodenloch fließt.
- Verzichten Sie für etwa sechs Wochen auf das Düngen Ihrer Zimmerpflanze.
Um Gesundheit und Schönheit Ihrer Topfpflanze lange zu erhalten, sollten Sie regelmäßig die Blätter kontrollieren. Achten Sie dabei vor allem auf Anzeichen von Schädlingen, die häufig auf der Unterseite der Blätter sitzen. Aufgrund der Blattfarbe können Sie einschätzen, welche Pflege Ihre Pflanze braucht:
- Gelbe Blattspitzen/abfallende Blätter -> zu kühler Standort
- Braune Flecken, gelbe, abfallende Blätter -> zu feucht, reduzieren Sie das Gießen
- Junge Blätter fallen ab/entfalten sich nicht -> zu feucht, reduzieren Sie das Gießen
- Braune/schwarze Flecken an den Blattspitzen -> Raumluft zu trocken
- Unkontrollierter Blattverlust -> Staunässe, reduzieren Sie das Gießen
3. Dekorieren mit Zimmerpflanzen
Topfpflanzen wirken besonders schön, wenn Sie sie auf Ihre vorhandene Zimmerdekoration abstimmen. Mit den folgenden Dekorationstipps werten Sie Ihr Zuhause oder Büro im Handumdrehen auf:
- Haben Sie noch keine Erfahrung im Arrangieren von Zimmerpflanzen beginnen Sie mit einem kleinen Exemplar und überlegen Sie vor dem Kauf, an welchem Platz die Pflanze stehen soll.
- Wählen Sie einen Blumentopf, dessen Farbe oder Material sich in Ihrer restlichen Wohnungseinrichtung wiederfindet und orientieren Sie sich auch bei der Wahl der Blütenfarbe an Ihrer Einrichtung.
- Schlichte Töpfe fügen sich harmonisch in moderne und edle Inneneinrichtungen ein, Körbe als Übertöpfe wirken rustikal und natürlich.
- Möchten Sie mehrere Pflanzen miteinander kombinieren, können Sie dabei Varianten in verschiedenen Grüntönen wählen. Pflanzen Sie alle Exemplare in einen Blumentopf oder kombinieren Sie eine ungerade Anzahl an Töpfen, das wirkt ästhetisch.
- Auch mit Kletterpflanzen können Sie Ihre Wohnung dekorieren. Nutzen Sie hierfür hängende Töpfe.
Farblich abgestimmt sind Zimmerpflanzen ein ästhetisches Dekorationselement.
- Im Bad fühlen sich Orchideen oder Farne besonders wohl, die hohe Luftfeuchtigkeit ist für sie ideal.
- Wasserpflanzen finden auch in alten Gläsern eine neue platzsparende Heimat.
- Mithilfe von Blumenständern oder Blumentreppen haben Sie mehr Variationsmöglichkeiten im Arrangement Ihrer Topfpflanzen. Dekorieren Sie platzsparend Gruppen von Zimmerpflanzen oder kombinieren Sie kleine Topfpflanzen und Exemplare mit großer Pflanzenhöhe.
- Sie möchten ausgefallen dekorieren? Bestücken Sie Ihre Wände mit Bilderrahmen, die mit Moos gefüllt sind. Diese grünen Bilder benötigen jedoch täglich Feuchtigkeit, am besten mittels eines Zerstäubers.
- Pflanzen eignen sich auch hervorragend als Raumteiler oder Sichtschutz. Wählen Sie hohe Exemplare in großen Blumentöpfen und arrangieren Sie verschiedene Pflanzensorten miteinander für mehr Ästhetik. Besonders bei der Anordnung großer Arten sind Pflanzenroller eine Hilfe.
4. FAQ
Kann man Zimmerpflanzen mit Mineralwasser gießen?
Sollte Ihr Mineralwasser einmal abgestanden schmecken oder möchten Sie es aus anderen Gründen nicht trinken, können Sie damit Ihre Zimmerpflanzen bewässern. Es liefert ihnen wertvolle Mineralstoffe, wie Kalium oder Magnesium.
Kann ich Zimmerpflanzen ins Schlafzimmer stellen?
Das Gerücht, Pflanzen im Schlafzimmer würde eine Gefahr für die Schlafenden darstellen, hält sich hartnäckig. Diese Einschätzung kommt daher, dass Pflanzen ihre Fotosynthese, bei der Kohlendioxid aufgenommen und Sauerstoff abgegeben wird, nachts einstellen und stattdessen Sauerstoff aufnehmen. Freunde der grünen Schlafzimmerdeko können jedoch beruhigt sein: Der Verbrauch der Pflanzen ist gering, daher stellen sie in moderater Anzahl keine Gefahr im Schlafzimmer dar.
Können Zimmerpflanzen die Luft reinigen?
Topfpflanzen filtern Schadstoffe aus der Luft, „reinigen“ sie sozusagen und verbessern dadurch das Raumklima. Schwertfarn zum Beispiel absorbiert Schmutzpartikel, Aloe Vera filtert Formaldehyd. Efeutute kann sogar Nikotin aus der Luft abbauen.






































