
Feuerlöscher
Feuerlöscher helfen dabei, entstehende Brände schnellstmöglich und effektiv zu löschen. In welchen Fällen ein Feuerlöscher sinnvoll beziehungsweise sogar vorgeschrieben ist und welche verschiedenen Arten es gibt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Wer benötigt einen Feuerlöscher?

Grundsätzlich herrscht keine Feuerlöscher-Pflicht in Familienhäusern. Nichtsdestotrotz können sich die Regelungen von Ort zu Ort und je nach entsprechender Voraussetzung unterscheiden: Während Feuerlöscher beispielsweise bei einer Gasheizung nicht verpflichtend sind, sind sie bei einer Ölheizung erforderlich. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Gemeinde: Dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen zur Feuerlöscher-Pflicht.
Für Unternehmen herrscht hingegen eine Ausrüstungspflicht nach der sogenannten Arbeitsstättenverordnung. Die Feuerlöscher sind dabei regelmäßig auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Darüber hinaus sollte der Umgang mit den Löschgeräten durch die Beschäftigten in gleichmäßigen Zeitintervallen geübt werden.
Abgesehen von gesetzlichen Bestimmungen ist die Anschaffung eines Feuerlöschers jedoch auch aus den folgenden Gründen sinnvoll:
- Bei einem Mehrfamilienhaus sollten im besten Fall mehrere Feuerlöscher vorhanden sein, sodass allen Bewohnern bei einem Brand ein schneller Zugang zu einem der Löschgeräte möglich ist.
- Je größer das Haus ist, desto wichtiger sind entsprechende Sicherheitsmaßnahmen. Vor allem in Hochhäusern fallen Fluchtwege oft verhältnismäßig lang aus, sodass entsprechende Brandschutzmaßnahmen besonders sinnvoll sind.
Wichtig: Neben Feuerlöschern sollten Sie auch auf weitere Sicherheitsausstattung achten. So sind Rauchmelder mittlerweile in nahezu allen Bundesländern Pflicht. Auch automatische Löschanlagen und ein Rauchabzug-System können die Sicherheit maßgeblich erhöhen.
2. Verschiedene Arten von Feuerlöschern
Bei den verschiedenen Arten von Feuerlöschern gibt es bisweilen große Unterschiede, was den Löschvorgang anbelangt. Nicht alle Varianten sind dabei für alle Brände geeignet. Im Folgenden stellen wir Ihnen die jeweiligen Ausführungen genauer vor:
Pulver-Feuerlöscher
- Sehr gute Löschleistung
- Günstig in der Anschaffung
- Für die Brandklassen A, B und C geeignet
- Sowohl für private Haushalte als auch für Unternehmen und den Außenbereich geeignet
- Lange Haltbarkeit
- Kein Wiederaufflammen
Schaum-Feuerlöscher
- Sehr gute Löschleistung
- Für die Brandklassen A und B geeignet
- Nur geringe Schadensentstehung durch Schaum
- Sowohl gewerblich als auch privat nutzbar
- Kein Wiederaufflammen
Wasserlöscher
- Mittlere Löschleistung
- Für die Brandklasse A geeignet
- In privaten Haushalten und Treppenhäusern nutzbar
- Langlebig
- Rückstandfreies Löschen
Kohlendioxidlöscher
- Sehr gute Löschleistung
- Für die Brandklasse B geeignet
- Sehr gut in empfindlichen Bereichen einsetzbar (beispielsweise für Server, technische Geräte…)
- Keine Löschschäden
- Sehr lange Haltbarkeit
Fettbrand-Feuerlöscher
- Sehr gute Löschleistung
- Für die Brandklassen A, B und F geeignet
- Vorrangiger Einsatzbereich: In der Gastronomie und im Großküchenbereich
- Kein Wiederaufflammen
Wissenswert: Neben Feuerlöschern sind auch sogenannte Löschsprays erhältlich. Diese sind sehr leicht und einfach in der Anwendung. Große Glutbrände können damit zwar nicht gelöscht werden, allerdings eignen sie sich ideal als zusätzliches Zubehör für Ihre eigene Sicherheit. Achten Sie jedoch darauf, dass das von Ihnen gewählte Löschspray ein GS-Zeichen aufweist und meist nur drei Jahre haltbar ist. Im Anschluss müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Besonders sinnvoll sind Löschsprays außerdem für Camping-Ausflüge und für Ihr Fahrzeug.
Feuerlöscher lassen sich zudem in der Art der Druckerzeugung unterscheiden. So existieren Auflade- und Dauerdrucklöscher. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Unterschiede zwischen den beiden Varianten auf.
Aufladelöscher
Beim Aufladelöscher sind Löschmittel und Treibgas in zwei voneinander getrennten Behältern gelagert. Beim Öffnen des Ventils am Treibgasbehälter wird das Treibmittel in den Löschmittelbehälter befördert, wodurch dieser unter Druck gesetzt wird. Ab diesem Zeitpunkt kann der Feuerlöscher eingesetzt werden.
Dauerdrucklöscher
Hierbei sind Löschmittel und Treibgas zusammen in einem Behälter gelagert. Auf diese Weise steht der Löschmittelbehälter konstant unter Druck. Sobald die Auslösevorrichtung betätigt wird, tritt das Löschmittel aus dem Feuerlöscher.
3. Die Eignung eines Feuerlöschers für verschiedene Brandklassen
Nicht alle Feuerlöscher eignen sich gleichermaßen für jeden Einsatzbereich: Die verschiedenen Brandklassen geben an, um welche Art von Feuer es sich handelt. Auf den Feuerlöschern selbst finden Sie in der Regel Angaben dazu, für welche Brandklassen er bestimmt ist.
Brandklasse: A

- Brände fester Stoffe wie zum Beispiel Papier, Holz oder Textilien
- Pulverlöscher, Wasserlöscher, Fettbrandlöscher, Schaumlöscher
Brandklasse: B

- Brände flüssiger Stoffe wie zum Beispiel Benzin, Kunststoffe oder Lacke
- Pulverlöscher, Kohlendioxidlöscher, Fettbrandlöscher, Schaumlöscher
Brandklasse: C

- Brände von Gasen wie zum Beispiel Propan oder Erdgas
- Pulverlöscher
Brandklasse: D

- Brände von Metallen wie zum Beispiel Aluminium, Natrium oder Magnesium
- Pulverlöscher mit speziellem Metallbrandpulver
Brandklasse: F

- Brände von Speisefetten
- Fettbrandlöscher
4. Der sichere Umgang mit Feuerlöschern
Damit Sie im Ernstfall problemlos mit dem Feuerlöscher umgehen können, empfiehlt es sich, die Anwendung mindestens einmal mit einem Fachmann durchzuführen. Bei der Feuerwehr können Sie beispielsweise an einem Feuerlöscher-Training teilnehmen. Darüber hinaus sollten Sie beim Löschen eines Feuers die folgenden Aspekte beachten:
- Berücksichtigen Sie stets die Windrichtung: Wichtig ist dabei, den Feuerlöscher nicht gegen den Wind einzusetzen. Außerdem sollten Sie immer von unten in die Glut sprühen und dabei einen möglichst großen Abstand einhalten, um das Feuer möglichst vollständig einzuhüllen. Setzen Sie den Feuerlöscher dabei nur stoßweise ein.
- Bei einem Flächenbrand (Feuer im Freien auf dem Boden) sollten Sie das Feuer von vorne und unten löschen. Dabei ist der Schlauch auf das Brandgut und nicht auf die Flammen zu richten.
- Sollte ein Feuer durch herabtropfende Flüssigkeit entstehen, ist der Brand von oben (von der Austrittstelle) nach unten zu löschen.
- Bei großen Bränden empfiehlt es sich, mehrere Feuerlöscher gleichzeitig einzusetzen.
- Feuerlöscher sind zudem regelmäßig auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Hierzu existieren zwar nicht immer Verordnungen hinsichtlich der Prüfintervalle, allerdings ist mindestens alle zwei Jahre eine Kontrolle durch einen Sachkundigen empfehlenswert. Bei gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzorten ist diese sogar vorgeschrieben.
5. Feuerlöscher richtig entsorgen
Bisweilen kann es nötig sein, den Feuerlöscher zu entsorgen. Gründe hierfür können die folgenden sein:
- Der Feuerlöscher wurde bereits benutzt. In der Regel können diese nur einmal verwendet werden und müssen im Anschluss entsorgt werden.
- Das Verfallsdatum ist überschritten.
Feuerlöscher dürfen keinesfalls im gewöhnlichen Hausmüll entsorgt werden. Es gibt jedoch verschiedene Anlaufstellen, die Ihr altes Löschgerät entgegennehmen:
- An manchen Orten kann der Feuerlöscher direkt bei der Feuerwehr abgegeben werden. Diese kümmert sich sodann um die fachgerechte Entsorgung. Andernfalls können Sie sich dort zumindest beraten lassen, an welchen Stellen eine Abnahme erfolgen kann.
- Auch bei Wertstoffhöfen können Feuerlöscher abgegeben werden. Informieren Sie sich dabei im Voraus, ob Ihr Exemplar kostenlos entgegengenommen werden kann oder ob eine Gebühr fällig wird. Die Preise zwischen den verschiedenen Wertstoffhöfen können stark variieren.
6. FAQ
Ist ein Feuerlöscher im Auto Pflicht in Deutschland?
In Deutschland herrscht keine Pflicht, einen Feuerlöscher im Auto mitzuführen. Vor allem für Urlaubsreisen sollten Sie sich jedoch mit den gesetzlichen Vorschriften diesbezüglich vertraut machen. In Griechenland, Bulgarien oder Rumänien beispielsweise herrscht eine Mitnahmepflicht, während in anderen Ländern wie zum Beispiel Island, Dänemark oder Norwegen ein Feuerlöscher im Fahrzeug empfohlen wird.
Wer darf Feuerlöscher prüfen?
Nur qualifizierte sachkundige Personen sind dazu befähigt, einen Feuerlöscher zu warten. Bei vorgeschriebenen Einsatzorten sollte die Prüfung mindestens alle zwei Jahre erfolgen, in manchen Fällen kann eine regelmäßigere Kontrolle angeordnet werden. Nichtsdestotrotz können Sie Ihren Feuerlöscher von außen auf Rostflecken oder andere Auffälligkeiten selbst untersuchen.
Wie lange ist ein Feuerlöscher haltbar?
In der Regel wird sowohl bei Dauerdruck- als auch bei Aufladelöschern eine Haltbarkeit von etwa 20 bis 25 Jahren angegeben.





































