
Wissenswertes über Tresore
Mit der steigenden Anzahl von Einbrüchen wächst das Bedürfnis, das eigene Hab und Gut vor Diebstählen zu sichern. Ein Tresor schützt Ihre Wertgegenstände und -papiere zuverlässig vor dem unbefugten Zugriff Dritter. Worauf Sie beim Kauf eines Tresors und bei seiner Aufstellung achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Einsatzgebiet von Tresoren
Tresore oder Wertbehältnisse dienen dem Schutz besonders wichtiger Unterlagen oder wertvoller Gegenstände. Neben der Absicherung des Wohnbereichs, etwa durch Bewegungsmelder oder Überwachungskameras, stellen sie eine weitere Hürde für Einbrecher dar. Durch zertifizierte Wertschutzschränke können Sie sich außerdem gegen Diebstahl versichern, wobei die Versicherungshöhe mit der jeweiligen Sicherheitsstufe korreliert.
Für die Aufbewahrung weniger Dokumente reichen kleine Möbeltresore völlig aus.
Welcher Tresor sich am besten für Ihre Zwecke eignet, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zunächst stellt sich die Frage, ob Sie ihn inprivaten oder geschäftlichen Räumen nutzen möchten. Außerdem gilt es Größe, Art und Wert des Inhalts zu prüfen, damit Sie in Abhängigkeit davon die richtige Sicherheitsstufe auswählen können. Zuletzt sollten Sie sich über die passende Aufstellungsart klarwerden.
2. Sicherheitsstufen
Tresore lassen sich in verschiedene Sicherheitsstufen einteilen, die sich durch die jeweiligen Widerstandswerte oder Resistance Units (RU) ergeben. Die Klassifizierung erfolgt dabei nach einem ausgiebigen Testverfahren, dem die europäischen Normen EN 1143-1 und EN 14450 zugrunde liegen.
Achten Sie beim Kauf auf die Siegel der Zertifizierer VdS Schadenverhütung (Vertrauen durch Sicherheit) und ECB (European Certification Body).
Bei der Prüfung des Widerstandswerts wird zwischen Teilzugriff und Vollzugriff unterschieden: Teilzugriff oder Teilbruch bedeutet, dass ein Teil des Inhalts, zum Beispiel durch ein handgroßes Loch, entnommen werden kann, während unter Vollzugriff die Öffnung der Tresortür verstanden wird. Beim Widerstandsgrad wird berücksichtigt, ob der Wertschutzschrank nur gegen Explosionen (EX) oder auch gegen einen Angriff mit Diamantwerkzeugen (Core Drill oder CD) besteht.
Die Stahlschränke der Sicherheitsstufe A und B sind in ihrer technischen Ausstattung veraltet – die zugrundeliegende Richtlinie 24992 wurde zuletzt 1995 überarbeitet und durch die VdS-Klassen ersetzt. Für Stahlschränke der Klassen A und B besteht kein Versicherungsschutz.
2.1 Einteilung nach VdS
| VdS-Widerstandsgrad | Widerstandswert für den Teilzugriff [RU] | Widerstandswert für den Vollzugriff [RU] | Widerstandswert gegen Kernbohrwerkzeug [RU] |
|---|---|---|---|
| N(0) | 30 | 30 | |
| I | 30 | 50 | |
| II (EX) | 50 | 80 | |
| III (EX) | 80 | 120 | |
| IV (EX, CD) | 120 | 180 | |
| V (EX, CD) | 170 | 270 | 1.000 |
| VI (EX, CD) | 270 | 400 | 1.000 |
| VII (EX, CD) | 400 | 600 | 1.000 |
| VIII (EX, CD) | 550 | 825 | 1.000 |
| IX (EX, CD) | 700 | 1.050 | 1.000 |
| X (EX, CD) | 900 | 1.350 | 1.000 |
Ab Klasse III werden Einbruchmeldeanlagen (EMA) zur Überwachung eingesetzt, um zum Beispiel länger andauernde Einbruchsversuche zu registrieren. Die entsprechende Ausrüstung muss schon während der Herstellung des Tresors angebracht werden, da ein nachträglicher Einbau die Schutzfunktion beeinträchtigen kann und entsprechend nicht mehr vom Versicherer anerkannt wird.
2.2 Einteilung nach ECB-S
Der europäische Zertifizierer ECB klassifiziert Wertschutzschränke von Stufe Null bis Stufe Sechs, für geringere Versicherungswerte im privaten Rahmen kennt er auch die Klassen S1 und S2, für die ein Versicherungsschutz von maximal 5.000 beziehungsweise 20.000 Euro gilt. Das ECB-S-Zertifikat erteilt Auskunft über getestete Aspekte wie dem Widerstandsgrad gegen Einbrüche, der Feuergüteklasse der Tresore (Brandschutz) und der Schlossklasse von Hochsicherheitsschlössern. Generell gilt, dass die Anzahl der Schlösser und die Höhe ihrer Klasse mit der Höhe der Sicherheitsstufe steigt. Weitere Informationen zu den Schließvarianten eines Tresors finden Sie hier .
Welcher Sicherheitsklasse ein Tresor angehört, erkennen Sie an seinem Prüfsiegel, das sich auf der Wandinnenseite befindet.
Obwohl die Zertifizierer eine Empfehlung zur Höhe des Versicherungsschutzes ausgeben, werden die tatsächlichen Vertragsbedingungen und Deckungssummen vom Versicherer festgelegt. Suchen Sie am besten noch vor dem Kauf das Gespräch.
3. Aufstellarten
Tresore unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Sicherheitsstufe und des Versicherungswerts, auch bei der Aufstellung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei gilt es immer die Angaben des Herstellers zu beachten, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist.

Möbeltresore finden sich oft in Kleiderschränken von Hotels verbaut, können aber auch in anderen Möbelstücken angebracht werden. Fixiert werden sie entweder an der Rückwand beziehungsweise im Boden des Mobiliars oder am Mauerwerk.
Wandtresore werden dagegen in die Wand gemauert. Dafür sollten Sie eine unauffällige, aber tragfähige Stelle wählen, die mindestens aus Ziegelmauerwerk besteht. Damit der Wandtresor nicht herauszulösen ist, empfiehlt es sich, ihn von allen fünf Seiten mit einer dicken Schicht Stahlbeton zu bedecken und ihn dadurch mit der Mauer zu verbinden.
Standgeräte haben ein hohes Eigengewicht, da sie frei im Raum platziert werden. Eine zusätzliche Verankerung ist grundsätzlich empfohlen, bei Modellen unter 1.000 Kilogramm ist sie sogar notwendig. Das Material zur Befestigung wird normalerweise mitgeliefert und sollte nicht durch andere Dübel oder Ähnliches ausgetauscht werden.
Für einige Einsatzbereiche gibt es Spezialtresore, die über eine ihrem Zweck entsprechende Innenausstattung verfügen, zum Beispiel Schlüsseltresore und Waffenschränke.
4. Schlösser
Viele Safes weisen ein Doppelbartschloss auf, das in der Regel mit zwei mitgelieferten Schlüsseln zu öffnen ist. Verwahren Sie die Schlüssel nicht in unmittelbarer Nähe zum Safe. Auch der Schreibtisch oder die Unterseite von Matratzen sind kein guter Lagerort. Bedenken Sie jedoch, dass ein Dieb bei der Suche nach dem Schlüssel möglicherweise Ihr Haus verwüstet.

Solange Sie die gewählte Zahlenkombination nicht schriftlich festhalten, bietet ein Zahlenschloss größere Sicherheit. Allerdings besteht das Risiko, den Code zu vergessen, wenn er nicht aufgeschrieben wurde, was eine teure Tresoröffnung durch den Fachmann zur Folge hat. Das mechanische Schloss ist in der Benutzung etwas komplizierter als sein elektronisches Pendant, dafür ist es nicht an eine Stromquelle gebunden und kann auch an feuchten Orten betrieben werden.
Tresore, die durch elektronische Zahlenschlösser mit Notschlüssel geschützt sind, erlauben Ihnen noch Zugriff, wenn Sie den Code vergessen haben. Bei manchen Modellen ist das Schlüsselloch versteckt, wodurch verhindert werden kann, dass ein Dieb sich auf die Schlüsselsuche begibt.
5. FAQ
Wie schwer soll ein Tresor sein?
Kleine Modelle, wie zum Beispiel Möbeltresore, gibt es schon ab einem Gewicht von wenigen Kilogramm. Um sie zu sichern, werden sie an Wand oder Boden befestigt. Auch freistehende Tresore können durch entsprechende Verankerungen vor Diebstahl geschützt werden, wobei ihr Eigengewicht mit mehreren Hundert oder sogar Tausend Kilogramm deutlich höher ausfällt. Achten Sie auf die Anleitung des Herstellers, um die Versicherungsdeckung nicht zu verlieren.
Ist mein Tresor feuerfest?
Nicht jeder Tresor schützt vor Feuer – ob Ihr Tresor auch gegen Brände gewappnet ist, können Sie der Plakette auf der Innenseite Ihrer Tresortür entnehmen. Tresore, die durch ECB-S oder VdS zertifiziert sind, erhalten eine Feuergüteklasse, die Auskunft darüber gibt, wie lange der Tresor Feuer standhalten kann.
Wie sicher ist mein Tresor?
Jeder Tresor kann grundsätzlich aufgebrochen werden. Allerdings können Aufwand und Zeitraum so hoch und das nötige Material derart schwer zu beschaffen sein, dass ein Dieb schnell aufgibt. Die Sicherheitsstufen zertifizierter Tresore zeigen an, welchen Belastungen der jeweilige Tresor standhält. Generell gilt: Je höher die Stufe des Safes, desto sicherer die Aufbewahrung.















































