
Ratgeber Bandsägen
Bandsägen decken ein breites Arbeitsspektrum und Einsatzgebiet ab. Dennoch sind sie weitaus weniger bekannt als beispielsweise Tischkreissägen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Bandsägen aufgebaut sind, welche Kriterien Sie beim Kauf beachten sollten und welche Aufgaben Sie mit Ihrer neuen Bandsäge umsetzen können.
1. Aufbau von Bandsägen
Es gibt verschiedene Arten von Bandsägen, die sich sowohl im Aufbau als auch im Einsatzgebiet unterscheiden. Bandsägen werden in der Regel zum Schneiden von Hölzern jeder Art eingesetzt. Darüber hinaus können jedoch auch weitere Materialien – wie beispielsweise Kunststoffe, Metalle oder auch Gasbetonsteine – mit Bandsägen geschnitten werden. Für Metalle gibt es spezielle Metallbandsägen.
Es gibt drei verschiedene Bauarten von Bandsägen: Neben den konventionellen stationären Geräten, bei denen das Sägeband vertikal geführt wird, gibt es Metallbandsägen, die häufig eine Kappfunktion haben, sowie Handbandsägen – letztere werden auch als Akku-Handbandsägen angeboten.
Der klassische Aufbau einer Bandsäge mit zwei Umlenkrollen.
Stationäre Bandsägen bestehen aus drei Hauptkomponenten:
- der Rollenführung mit den Umlenkrollen,
- dem Sägeband sowie
- einem Tisch.
Bandsäge beim Einsatz: Nur wenige Millimeter des Sägebands liegen frei.
Bei Bandsägen kommt kein klassisches Sägeblatt zum Einsatz. Vielmehr wird ein Sägeband eingesetzt. Dieses ist rund zusammengeschweißt. Das Sägeband wird bei jeder Art von Bandsäge über eine Rollenführung, die aus zwei sogenannten Umlenkrollen besteht, geführt und gespannt. Durch die Drehung der Umlenkrollen wird das Sägeband im Kreis bewegt. Dadurch entsteht eine endlose Sägebewegung. Diese ermöglicht es, mit einer Bandsäge besonders lange, unterbrechungsfreie Schnitte zu setzen. Bei stationären Bandsägen läuft das Sägeband durch einen Tisch, auf dem das zu bearbeitende Werkstück flach aufgelegt werden kann.
Achten Sie stets darauf, dass das Sägeband angemessen gespannt ist. Andernfalls kann es während des Sägevorgangs von den Umlenkrollen rutschen. Dies kann zu Verletzungen oder Beschädigungen an der Maschine führen.
2. Wichtige Kaufkriterien
In der Regel ist die Leistung in Watt ein wichtiges Kriterium beim Kauf von Elektrowerkzeugen. Dabei gilt häufig, dass eine höhere Wattzahl mit einer besseren Leistung einhergeht. Gute Bandsägen kommen bereits mit einer Leistung von 300 bis 400 Watt aus. Für saubere und glatte Schnitte ist die Schnittgeschwindigkeit der Säge entscheidend. Diese sollte bei etwa zehn bis 15 Metern pro Sekunde liegen.
Mit einer solchen Akku-Handbandsäge können Sie problemlos befestigte Rohre kürzen.
Damit Sie mit Ihrer neuen Bandsänge die gewünschten Arbeiten ausführen können, sollten Sie unbedingt auf die Angabe der maximalen Schnitthöhe achten. Diese gibt an, welche maximale Materialstärke Sie bearbeiten können. Beachten Sie unbedingt den Unterschied zur sogenannten Durchlasshöhe: Diese kann deutlich höher ausfallen als die Schnitthöhe. Die Durchlasshöhe gibt lediglich an, die dick beziehungsweise hoch ein Werkstück an der breitesten Stelle maximal sein darf um unter der Säge durchgeführt werden zu können. Für den Einsatz im Modellbau reicht in der Regel eine Schnitthöhe von rund 80 Millimetern aus. Für anspruchsvolle Arbeiten empfiehlt sich jedoch eine maximale Schnitthöhe von 100 bis 120 Millimetern.
Bei vielen Bandsägen lässt sich die Geschwindigkeit manuell einstellen. Auf diese Weise können Sie sie perfekt an die jeweilige Aufgabe und das zu bearbeitende Material anpassen.
Damit Sie stets sicher mit Ihrer neuen Bandsäge arbeiten können, sollten Sie unbedingt auf einen stabilen Stand achten. Dieser ergibt sich aus der Bauform beziehungsweise dem Gestell sowie dem Eigengewicht der Säge. Dabei bietet ein höheres Gewicht einen stabileren Stand. Außerdem sollten Sie die Bandsäge nur auf ebenen, geraden und stabilen Untergründen aufstellen und einsetzen.
3. Einsatzgebiete und Funktionen
Wie bereits erwähnt bieten Bandsägen einen großen Funktionsumfang, mit dem sie verschiedene Einsatzgebiete abdecken:
- Kürzen von Brettern und Leisten
- Durchsägen und Teilen mit der Holzfaser
- Gehrungsschnitte
Ein gekippter Tisch erlaubt einfache Gehrungsschnitte.
Was die Länge von Brettern und Leisten angeht sind Sie beim Einsatz Ihrer Bandsäge kaum eingeschränkt. Lediglich die Materialstärke ist durch die maximale Durchlasshöhe sowie die Schnitthöhe begrenzt. Zwar ist auch die Breite begrenzt. Allerdings lassen sich nahezu alle gängigen Größen von Brettern und Platten bearbeiten. Es empfiehlt sich, auf einen großen Tisch zu achten, wenn Sie größere Platten zurechtsägen wollen. Darüber hinaus ist ein Tisch mit Kippfunktion besonders praktisch, da durch diese Funktion Gehrungsschnitte schnell und einfach realisiert werden können.
Da die Sägebänder für Bandsägen relativ schmal gehalten sind, können neben geraden Schnitten auch Rundungen und sogar Kreise mit relativ kleinem Radius umgesetzt werden.
Gehrungsschnitte setzt man unter anderem dazu ein, um zwei Bretter übereck miteinander zu verbinden. Für einen sauberen, professionellen Übergang sägt man das Holz in diesem Fall in einem Winkel von 45 Grad. Anschließend setzt man die daraus entstandenen Schnittflächen aufeinander und fixiert diese. Auch bei Übergängen zwischen zwei Flächen ist der Einsatz von Gehrungsschnitten besonders bewährt.
Eine Übersicht über die Funktionalität von Bandsägen und praktische Tipps zeigt dieses Video:
4. Umgang und Sicherheit
Beim Einsatz von Elektrowerkzeug sollten Sie stets vorsichtig sein. Die Arbeit mit einer Bandsäge ist dabei relativ sicher. Dies liegt zum einen daran, dass – bei richtiger Einstellung – immer nur wenige Millimeter des Sägebands freiliegen. Darüber hinaus bieten Bandsägen den Vorteil, dass es im Gegensatz zu Tischkreissägen selten zu einem Rückschlag oder einem Verklemmen während des Sägevorgangs kommt.
Diese Metallbandsäge funktioniert mithilfe einer Kappfunktion.
Nichtsdestotrotz empfiehlt sich stets der Einsatz eines Schiebestocks. Dieser verhindert, dass Sie mit Ihren Händen in das Sägeband geraten. Darüber hinaus ist die Verwendung eines Parallelanschlags doppelt praktisch: Zum einen sorgt dieser dafür, dass Ihre Schnitte gerade werden. Zum anderen wird ein seitliches Abrutschen verhindert.
Insbesondere das Sägeband sollte beachtet werden: Dabei spielen der Zustand und die Schärfe eine wichtige Rolle. Wenn die Zähne stumpf werden, sollten diese nachgeschärft oder das Sägeband gewechselt werden. Durch die Abnutzung können feine Haarrisse im Sägeband entstehen, die im schlimmsten Fall zum Reißen des Bands führen können. Dies kann zu Verletzungen und Maschinenschäden führen. Um das Band möglichst zu schonen, sollten Sie nach dem Einsatz immer die Spannung lösen.
5. Beliebte Marken und Kaufempfehlung
Im Bereich der Bandsägen haben sich unterschiedliche Unternehmen etabliert. Geräte der Marken Güde und Metabo sind überaus beliebt und verlässlich. Schauen Sie sich die Maschinen bei uns genauer an:
6. FAQ
Welche Materialien lassen sich mit einer Bandsäge schneiden?
Bandsägen werden hauptsächlich zur Bearbeitung von Holz eingesetzt. Je nach Gerät und Sägeband können Sie jedoch auch Kunststoff, Metall, Gasbetonstein oder Leder mit einer Bandsäge zurechtschneiden.
Welche Vorteile bietet eine Bandsäge im Vergleich zu einer Tischkreissäge?
Durch die Schmale des Sägebands lassen sich mit einer Bandsäge auch Rundungen schneiden. Darüber hinaus kommt es zu einer geringeren Materialabtragung, wodurch präziseres Arbeiten möglich ist.
Wie kann ich Sägebänder aufbewahren?
Sägebänder sind in der Regel ziemlich groß. Um sie trotzdem in Regalen, Kisten oder Schubladen aufbewahren zu können, können Sie ein Sägeband eindrehen, wodurch sich der Radius enorm verkleinert.










































