
Ratgeber Stichsägen
Stichsägen gehören zu den Allroundern unter den elektrischen Sägen: Neben dem Ablängen von Balken und Brettern können Sie eine Stichsäge auch für filigrane Arbeiten und Musterschnitte einsetzen. Besonders praktisch und komfortabel ist der Einsatz einer Akku-Stichsäge, mit der Sie vom Stromnetz unabhängig arbeiten können. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Stichsägen aufgebaut sind, welche verschiedenen Arten es gibt und auf welche Aspekte Sie beim Kauf achten sollten. Darüber hinaus geben wir Ihnen praktische Tipps für die Arbeit mit Ihrer neuen Stichsäge.
1. Funktionsweise und Einsatzgebiete
Stichsägen werden durch einen Elektromotor angetrieben. Dabei werden die Umdrehungen des Motors in eine Auf- und Abbewegung umgewandelt, die auf das längliche Sägeblatt übertragen wird. In der Regel zeigen die Zähne der Sägeblätter nach oben, weshalb der eigentliche Sägevorgang während der Aufwärtsbewegung stattfindet.
Dieses Set enthält verschiedene Sägeblätter.
Aufgrund der schmalen Sägeblätter und der Antriebsart von Stichsägen können Sie mit ihnen viele unterschiedliche Schnitte realisieren, welche Sie mit anderen Sägearten nicht oder nur schwierig umsetzen können. Darüber hinaus sind Sie mit den richtigen Einstellungen und dem passenden Sägeblatt in der Lage, neben Holz auch Kunststoffe und Metall mit Ihrer Stichsäge zu bearbeiten.
Insbesondere für Kurvenschnitte oder zum Sägen von Aussparungen sind Stichsägen überaus gut geeignet. Dabei ist unter anderem die Form beziehungsweise Art der Säge dafür verantwortlich, wie einfach sich verschiedene Sägearbeiten durchführen lassen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Unterschiede der verschiedenen Stichsägen-Arten auf.
Beachten Sie beim Einsatz Ihrer Stichsäge stets die Sicherheitshinweise des Herstellers. Insbesondere bei der Metallbearbeitung sollten Sie unbedingt eine Schutzbrille tragen.
2. Arten von Stichsägen
Stichsägen lassen sich in vier verschiedene Bauformen kategorisieren:
- Stichsägen in Bügelform,
- Stichsägen in Stabform,
- konventionelle, kabelgebundene Stichsägen sowie
- Akku-Stichsägen.
Sowohl die Bügel- als auch die Stabform wird als kabelgebundene sowie als Akku-Version angeboten.
Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Bauformen und Antriebsarten genauer vor.
2.1 Bügel- versus Stabform
Sowohl Bügelform als auch Stabform bieten gewisse Vorteile, die neben Ihren persönlichen Vorlieben in Ihre Kaufentscheidung miteinbezogen werden sollten. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:
Vorteile der Bügelform:
- Besonders handlich (für kleine Hände vorteilhaft)
- Geschwindigkeit bzw. Hubzahl je nach Druck auf den Taster variabel
- Sicherheitsaspekt: Loslassen des Tasters lässt die Säge anhalten

Vorteile der Stabform:
- Genauere Führung durch tieferen Führungspunkt
- Seitliches Neigen der Säge wird verhindert
- Ein-/Ausschalter statt Taster ermöglicht Dauerbetrieb

Stichsägen mit Bügelform bieten normalerweise einen höheren Komfort für Personen mit kleinen Händen, da sich der Bügel einfacher umfassen lässt als der Korpus einer Stichsäge in Stabform. Darüber hinaus kann die Säge-Geschwindigkeit während der Arbeit variiert werden: Je mehr Druck Sie auf den Taster ausüben, desto schneller arbeitet die Säge. Darüber hinaus stellt der Taster einen nicht zu vernachlässigenden Sicherheitsaspekt dar: sobald Sie ihn loslassen, stoppt die Säge umgehend den Sägeprozess. So kommt das Sägeblatt nach kürzester Zeit zum Stillstand, was das Verletzungsrisiko minimiert.
Diese Grafik verdeutlicht die Funktion eines Pendelhubs.
Stichsägen mit Stabform erlauben eine genauere Führung: Da Sie das Gerät selbst in die Hand nehmen, liegt der Führungspunkt deutlich tiefer. Dies verhindert darüber hinaus ein seitliches Neigen der Säge und vereinfacht das Setzen gerader Schnitte. Außerdem verfügen Stabform-Stichsägen über einen Ein-/Ausschalter anstelle eines Tasters. Dank diesem muss der Taster während des Sägevorgangs nicht gedrückt werden und die Arbeit ist weniger ermüdend. Um die Schnittgeschwindigkeit dennoch variieren zu können, lässt sich diese meist vorab einstellen. Darüber hinaus verfügen viele Geräte über eine Anfahrautomatik: Die Säge startet langsam und erst beim Eintauchen in das Material und mit zunehmendem Druck gegen das Sägeblatt steigt dessen Geschwindigkeit. Allerdings müssen Stichsägen mit Stabform erst manuell abgeschaltet werden, bevor diese die Arbeit einstellen.
2.2 Akku-Stichsägen
Neben konventionellen, kabelgebundenen Stichsägen haben sich in den letzten Jahren auch Akku-Stichsägen auf dem Markt etabliert und sind aufgrund verbesserter Akkus, die mehr Kraft bieten und schneller laden, überaus beliebt.
Alles, was Sie über Akku-Stichsägen wissen sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
3. Kaufkriterien
Stichsägen verfügen über diverse Merkmale, Funktionen und Zubehörteile, die Sie beim Kauf beachten sollten:
- Leistung
- Pendelhub
- Winkelverstellung
- Spanausreißschutz
- Staubsaugeranschluss
- LED-Licht und Laser
Leistung
Die Leistung von Stichsägen wird in Watt angegeben und gibt Aufschluss darüber, wieviel Kraft die Säge Ihnen bietet. Neben der Leistung sind unter anderem die Einstellung der Geschwindigkeit, die Wahl des richtigen Sägeblatts sowie ein Pendelhub für die Qualität des Schnitts und einfaches Arbeiten verantwortlich.
An einem solchen Schalter wird die Intensität des Pendelhubs eingestellt.
Pendelhub
Bei einer Pendelhubstichsäge kann der Auf- und Abbewegung des Sägeblatts eine Vor- und Zurückbewegung zugeschaltet werden. Auf diese Weise bietet Ihnen eine Pendelhubstichsäge zwei Vorteile: Erstens wird die Reibung zwischen dem Sägeblatt und dem Werkstück verringert. Zweitens verhindert die Bewegung, dass sich Sägespäne am Blatt festsetzen. Durch diese beiden Effekte wird die Sägearbeit erleichtert und der Sägefortschritt beschleunigt.
Winkelverstellung
Eine weitere praktische Funktion von Stichsägen ist die Winkelverstellung. Dabei wird in der Regel der Schuh beziehungsweise Schlitten der Säge geneigt, wodurch Gehrungsschnitte ermöglicht werden. Beachten Sie: Viele Stichsägen bieten Schnelleinstellungen für Winkel von 45 Grad.
Spanausreißschutz
Ein sogenannter Spanausreißschutz verhindert, dass die Materialoberseite während des Sägens ausreißt. So erhalten Sie beispielsweise bei der Arbeit mit furniertem Holz sauberere Ergebnisse.
Staubsaugeranschluss
Viele Stichsägen verfügen über einen Staubsaugeranschluss oder einen entsprechenden Adapter. Mit diesem können Sie Ihren Staubsauger an die Säge anschließen. So wird ein Großteil der Sägespäne direkt aufgesaugt. Dadurch bleibt Ihr Arbeitsplatz sauber und Sie haben stets eine freie Sicht auf angezeichnete Schnittlinien.
LED-Licht und Laser
Darüber hinaus bieten einige Modelle ein LED-Licht und/oder einen Laser. Diese sorgen für eine gute Sicht auf den Schnitt und vereinfachen die gerade Führung der Säge.
4. Sägeblätter
Bei der Wahl der Sägeblätter spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle:
- Materialart und .dicke
- Werkzeugaufnahme der Stichsäge
- Zu erledigende Aufgabe
Dank der Schnellspannvorrichtung lässt sich das Sägeblatt mühelos wechseln.
Zunächst entscheidet das zu bearbeitende Material die Wahl des richtigen Blatts. So gibt es unterschiedliche Sägeblätter, bei denen die Größe und Anordnung der Zähne speziell auf Holz-, Kunststoff- und Metallarbeiten abgestimmt sind.
In der Regel sind die unterschiedlichen Sägeblatt-Typen farblich codiert. Allerdings ist die Farbgebung nicht einheitlich und kann sich je nach Hersteller unterscheiden. Achten Sie daher genau auf die entsprechenden Angaben.
Auch die Dicke des Materials ist entscheidend, da das gewählte Sägeblatt in der Lage sein muss, das Material vollkommen zu durchdringen. Dabei muss stets noch etwas Spielraum eingerechnet werden. Dieser beträgt bei Holz rund 25 Millimeter und kann bei Metall noch höher sein. Achten Sie auch hierbei auf die Angaben des Herstellers.
Es gibt spezielle Sägeblätter, bei denen die Zähne nach unten gerichtet sind. Dies verhindert ein Ausreißen der Oberfläche. Beachten Sie, dass Sie beim Einsatz solcher Spezialblätter den Pendelhub abschalten müssen.
Wenn Sie sich für einen Sägeblatt-Typ und die Länge entschieden haben, müssen Sie außerdem darauf achten, über welche Werkzeugaufnahme beziehungsweise über welchen Schaft Ihre Stichsäge verfügt. Es gibt unterschiedliche Werkzeugaufnahmen wie beispielsweise den Einnockenschaft, der am häufigsten verwendet wird, sowie Zweinocken,- Universal- und Feinschaft. Die gewählten Sägeblätter müssen unbedingt zum Schaft der Maschine passen, da Sie sie andernfalls nicht verwenden können.
Viele Stichsägen verfügen über ein Schnellspannsystem oder eine Spindelarretierung. Dank dieser ist ein schneller und werkzeugloser Blattwechsel möglich. Eine solche Funktion ist insbesondere dann von Vorteil, wenn Sie unterschiedliche Materialien bearbeiten und die Blätter entsprechend häufig wechseln wollen.
Der letzte Punkt bestimmt die Dicke des Sägeblatts: So empfiehlt sich für lange, gerade Schnitte der Einsatz dickerer Sägeblätter, da diese mehr Stabilität bieten. Im Gegensatz dazu sind feinere, schmale Blätter besser für Kurvenschnitte geeignet.
5. Praxistipps
An dieser Stelle geben wir Ihnen noch einige wichtige Praxistipps für den Einsatz Ihrer neuen Stichsäge. Im Anschluss an die generellen Sicherheitshinweise erklären wir Ihnen, wie Sie Aussparungen sägen, um beispielsweise ein Spülbecken in eine Arbeitsplatte einzulassen.
5.1 Sicherheitshinweise
Bei Arbeiten mit Stichsägen empfiehlt sich der Einsatz einer Schutzbrille. Dies ist insbesondere bei Metallarbeiten der Fall, da kleine Metallspäne besonders gefährlich sein können.
Damit Sie sicher arbeiten können, empfiehlt es sich, das Werkstück beispielsweise mit Schraubzwingen zu befestigen.Bedenken Sie vor dem Sägen, dass abgeschnittene Teile herunterfallen können. Diese können nicht nur Schäden auf empfindlichen Böden verursachen, sondern auch zu Verletzungen führen.
Schalten Sie die Säge erst ein, wenn sie bereits an dem Material ansitzt. Außerdem sollten Sie die Säge erst abheben, wenn das Sägeblatt nach Beendigung des Schneidvorgangs wieder völlig stillsteht.
Stellen Sie sicher, dass Sie die Säge vor jedem Blattwechsel von der Stromquelle (Akku oder Stromnetz) trennen.
5.2 Projekt: Aussparung für Spülbecken
Stichsägen sind ideal geeignet, um Aussparungen in Arbeitsplatten zu schneiden. Wir erklären Ihnen in wenigen Schritten wie dies funktioniert.
- Zeichnen Sie die Aussparung an der entsprechenden Stelle an. Beachten Sie dabei, die Aussparung keinesfalls zu groß zu wählen. Häufig liegen Spülbecken entsprechende Zeichenschablonen bei.
- Bohren Sie in zwei diagonal gegenüberliegende ecken jeweils ein Loch. Dieses muss vom Durchmesser so groß sein, dass Sie die Säge mit dem Blatt problemlos einführen können.
- Nachdem Sie die Säge entsprechend angesetzt haben, schneiden Sie von einem Loch entlang der Linien zu den Ecken. Anschließend wiederholen Sie den Vorgang von dem anderen Loch.
Bedenken Sie, dass der herausgesägte Teil herunterfallen wird. Schützen Sie Ihre Füße und empfindliche Böden! - Anschließend können Sie die Kanten gegebenenfalls mit einer Schleifmaschine glätten.
- Zum Abschluss setzen Sie das Spülbecken in die Aussparung ein.
Stichsägen dieser Marken versprechen eine hohe Qualität und beste Arbeitsergebnisse:
6. FAQ
Wozu dient eine Pendelhubstichsäge?
Bei einer Pendelhubstichsäge wird das Sägeblatt der Stichsäge vor- und zurückbewegt. Dies sorgt für weniger Reibungswiderstand und verhindert zudem, dass sich die Zähne des Sägeblatts mit Sägespänen zusetzen.
Welche ist die beste Stichsäge?
Die Wahl der perfekten Stichsäge richtet sich vor allem nach Ihren Ansprüchen. Während professionelle Handwerker auf Top-Geräte mit großem Funktionsumfang setzen, genügt für Hobby-Heimwerker auch eine günstigere Version. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass ein Absaugschlauch für das Sägemehl im Lieferumfang enthalten ist, damit Ihre Sicht während des Arbeitens nicht beeinträchtigt wird.
Was macht man mit einer Stichsäge?
Stichsägen gelten als Allrounder: Sie werden sowohl für das Kürzen von Balken als auch für filigrane Musterschnitte eingesetzt. In der Regel können Holzplatten bis zu zehn Zentimeter dick sein, um von einer Stichsäge bearbeitet werden zu können. Je nach Modell lassen sich auch dünne Metalle und Kunststoffe schneiden. Wichtig ist es, die richtigen Sägeblätter zu nutzen.
Kann man mit einer Stichsäge Metall schneiden?
Wenn Sie mit Ihrer Stichsäge auch Metall schneiden möchten, benötigen Sie in jedem Fall das richtige Sägeblatt. Dünnes oder weiches Material benötigt ein feines Sägeblatt, das keine groben Kanten in das Metall fräst. Darüber hinaus sollte die Schnittgeschwindigkeit herabgesetzt werden, damit sich der Werkstoff nicht erhitzt.
Was ist ein Spanreißschutz?
Mit einem Spanreißschutz verhindern Sie beim Sägen, dass empfindliche und splitternde Oberflächen beim Sägen Ausreißen. Der Spanreißschutz sorgt so für ein glattes Ergebnis.
Welche Materialien kann ich mit einer Stichsäge bearbeiten?
Je nach Stichsäge und gewähltem Sägeblatt lassen sich unterschiedliche Materialien bearbeiten. Zu diesen zählen beispielsweise Holz, Kunststoff und Metall.
Welche Vorteile bietet eine Stichsäge im Vergleich zu einer Handkreissäge?
Stichsägen bieten vor allem den Vorteil, dass sich mit ihnen auch Kurvenschnitte realisieren lassen. Dies ist mit Handkreissägen aufgrund des großen Sägeblatts nicht möglich.












































