
Yoga - Passende Kleidung für Bewegung und Ruhe
Erst schwitzen, dann entspannen – Yoga-Kleidung muss Bewegungsfreiheit bieten und gleichzeitig atmungsaktiv sein. Welche Kleidung sich besonders anbietet, erfährst du in unserem Ratgeber.
1. Welche Kleidung trage ich beim Yoga?
Beim Yoga wechseln sich bewegungsintensive Phasen und Entspannungsmomente ab. Während du bei bestimmten Asanas ins Schwitzen kommst, kühlt dein Körper in der folgenden Meditationsphase aus. Optimale Yoga-Kleidung muss also vielseitig sein – sie soll sowohl Bewegungsfreiheit bieten und atmungsaktiv sein als auch bequem sitzen und bei Bedarf wärmen. Diese Ansprüche werden vereint, indem die Einzelteile, aus denen sich die Yoga-Kleidung zusammensetzt, einen lockeren Sitz und eine gute Luftzirkulation gewährleisten.
Traditionell tragen (indische) Yogis schlichte, ungefärbte Kleidung aus Naturmaterialien. Schlichtheit fördert die Konzentration auf das Wesentliche, sodass Materialien, Farben und durch den Schnitt betonte Körperregionen nicht von Meditation und Bewegung ablenken können. Die Yogis sollen sich in erster Linie auf sich selbst konzentrieren und ihre innere Schönheit betonen.
Yoga in Einklang mit der Umwelt
Heute allerdings ist Yoga Trendsport, sodass Yogamode für Damen und Herren auch aus synthetischen Stoffen und als Funktionskleidung in modischen Farben angeboten wird. Auch moderne Yogis wählen gerne Kleidung, die sich von ihrer Alltagskleidung unterscheidet, um dem Yoga eine besondere Stimmung und Stellung im Alltag zu verleihen.
2. Yogaarten und darauf abgestimmte Yoga-Kleidung
Damit deine Yoga-Kleidung sowohl zu den Bewegungs- als auch zu den Entspannungsphasen passt, solltest du dich nach dem Zwiebelprinzip kleiden.
Beim Zwiebelprinzip trägst du unterschiedliche Kleidungsstücke flexibel übereinander. So kannst du beispielsweise eine Jacke ausziehen, wenn dir zu warm wird, oder Socken anziehen, wenn du frierst.
Flexible Kleidungsstücke, die du zum Yoga entsprechend dem Zwiebelprinzip tragen kannst, sind zusätzlich zu Hose und Shirt:
- (Strick-) Jacken
- Langarmshirts
- Socken
- Tücher und Schals
- Leichte Decken
Da das Ausführen der Asanas häufig maximale Bewegungsfreiheit erfordert, ist guter Sitz der Yoga-Kleidung besonders wichtig.
- Großzügige Weite an Schritt, Schultern, Ellenbogen und Knien
- Nichts spannt oder schneidet ein
- Luftig
- Körper wird verhüllt, sodass die Asanas von anderen Yogis nicht gesehen und korrigiert werden können
- Weiter Stoff kann bei bestimmten Positionen stören
- Straffer Sitz
- Die genaue Ausführung von Asanas kann von anderen Yogis gesehen und korrigiert werden
- Atmungsaktiv aus Funktionsstoffen oder Baumwolle
- Kann die Bewegungsfreiheit einschränken
- Kann einschneiden oder drücken
Berücksichtige bei der Auswahl der Kleidung auch, ob du Yoga eher in Innenräumen oder draußen praktizierst: Luftige Kleidung eignet sich gut für Innenräume und wärmende sowie strapazierfähige Kleidungsstücke sind die ideale Wahl für draußen.
Doch auch für verschiedene Yoga-Arten und -stile sind bestimmte Kleidungsstücke empfehlenswert. Du solltest darauf achten, dass deine Yoga-Kleidung auf den jeweiligen Yoga-Stil abgestimmt ist, wenn du besonders bewegungsintensive oder schweißtreibende Stile praktizierst.
Auch mit T-Shirts und Leggings oder eng abschließenden Sporthosen kannst du Yoga praktizieren. Komfort, Bewegungsfreiheit und Atmungsaktivität (beispielsweise durch Baumwolle gegeben) sind die wichtigsten Kriterien.
Kundalini-Yoga und Hatha-Yoga
Beide Yoga-Arten sind sehr abwechslungsreich: Mal bist du in Bewegung und gerätst ins Schwitzen, dann folgen Ruhephasen, in denen du auskühlst. Damit du in nassgeschwitzter Kleidung nicht frierst, sollte das Material atmungsaktiv und schnelltrocknend sein. Häufig werden Kundalini- und Hatha-Yoga auch im Freien praktiziert, sodass die Kleidung für diesen Fall strapazierfähig sein sollte. Hierbei bietet sich besonders das Zwiebelprinzip an, damit du dir für die Ruhephasen eine Jacke oder ein Tuch umlegen kannst.
Bikram-Yoga und Hot-Yoga
Beide Yoga-Arten werden in extra aufgeheizten Räumen ausgeführt, sodass du stark ins Schwitzen kommst. Atmungsaktive und schnelltrocknende Kleidung ist dabei also besonders wichtig. Auch knappe Schnitte in Form kurzer Hosen und Tops sind beliebt, um für etwas Abkühlung zu sorgen.
Power-Yoga und Astanga-Yoga
Beide Stile sind besonders bewegungsintensiv und anstrengend, sodass du ausreichend Platz benötigst und leicht ins Schwitzen kommst. Damit dein Yogalehrer sehen kann, ob du die Asanas korrekt ausführst, ist zudem eng an den Körper anliegende Kleidung wichtig. Empfehlenswert ist zudem atmungsaktive und schnell trocknende Kleidung.
Beim Power-Yoga brauchst du maximale Bewegungsfreiheit und Abkühlung durch knappe und atmungsaktive Kleidung.
Iyengar-Yoga
Bei diesem Yoga-Stil steht die gewissenhafte Ausführung der Asanas im Mittelpunkt. Der Yogalehrer muss in der Lage sein, deinen Körper und deine Bewegungen genau zu sehen, um korrigierend eingreifen zu können. Deshalb empfiehlt sich enganliegende oder knapp geschnittene Kleidung.
Viniyoga
Die Asanas beim Viniyoga sind weniger auf Bewegung ausgelegt, sondern werden hauptsächlich im Sitzen durchgeführt. Deshalb muss die Kleidung im Schritt und an den Knien luftig und weit ausfallen. Achte auch darauf, dass die Kleidungsstücke keine Knöpfe, Gürtel oder Reißverschlüsse haben, damit diese nicht beim Sitzen stören.
3. Materialien
Prinzipiell kannst du zwischen naturbelassenen Stoffen (Baumwolle, Leinen, Bambus) und Funktionskleidung aus synthetischen Textilien wählen. Auf die folgenden Punkte solltest du in jedem Fall achten: Der Stoff sollte
- nicht rascheln
- sich nicht elektrostatisch aufladen
- atmungsaktiv sein
- von besonders hochwertiger Qualität und Verarbeitung sein, da er oft gewaschen werden muss
Beachte auch, dass erhabene Nähte und Dekorationen gemieden werden. Die Stoffe sollten möglichst durchgängig verarbeitet sein, sodass du während der Meditation nicht auf wulstigen Nähten, Gummizügen oder Abschlusskanten liegen musst. Von Dekorationen solltest du generell absehen, da diese in der Bewegung stören und in der Entspannung unbequem drücken. Bei Yoga-Kleidung solltest du auf Folgendes verzichten:
- Metallteile
- Knöpfe
- Schnallen
- Ösen
- Schnurstopper
Verzichte auch auf Kapuzen, herabhängende Schöße und ähnliche Applikationen aus Stoff. Diese stören bei Asanas und Bewegungen, die über Kopf ausgeführt werden.
Viele praktizierende Yogis achten bei der Auswahl der Materialien auf den Einsatz nachhaltiger Textilien. Da es beim Yoga auch um Ganzheitlichkeit, Achtsamkeit und Einklang mit der Umwelt geht, kannst du schon bei der Auswahl deiner Kleidung bewusst auf die Verwendung von Bio-Textilien und Nachhaltigkeit durch hochwertige und langlebige Qualität achten.
Solange die Kleidung bequem und atmungsaktiv ist, kann sie zum Yoga getragen werden.
4. Elemente: Yogahosen, Shirts und Socken
Klassische Yoga-Kleidung orientiert sich an traditionell indischer Kleidung. Frauen tragen den Salwar Kamiz, eine Kombination aus einer weiten Hose (Salwar) und einem langärmeligen, lang geschnittenen Oberteil (Kamiz) mit seitlichem Schlitz für mehr Bewegungsfreiheit. Männer tragen ebenfalls einen Salwar, dazu jedoch häufig ein luftig geschnittenes Hemd, die Kurta.
Auch die breiten Tücher, die beim Yoga oft verwendet werden, um sich in Ruhephasen zuzudecken, stammen aus der indischen Kleidung. Dort nennt sich das Tuch Dupatta, es ist das dritte Element des Salwar Kamiz-Outfits.
Auch moderne, modische Yoga-Kleidung kann von Herren und Damen gleichermaßen getragen werden.
Da viele Yoga-Positionen im Sitzen stattfinden, ist bei Hosen besonders wichtig, dass sie im Schritt und an den Knien genug Bewegungsfreiheit bieten. Besonders geeignet sind deshalb:
- Trainingshosen mit beinnahem Abschluss
- Jazzpants
- Lange Leggings
- Salwar
Weite Yogahose
Shirts, die du zum Yoga tragen kannst, sollten nicht zu weit geschnitten sein. Gerade im Schulterstand (Sarvangasana), aber auch bei allen anderen Asanas, die über Kopf ausgeführt werden, verrutscht andernfalls das Oberteil. Yoga-Shirts werden als Langarmshirts, Kurzarmshirts, Tops und Bustiers angeboten. Einige Damen-Modelle haben eingearbeitete BHs.
Yoga-Shirt mit kurzem Arm
Yogajacken
Yogajacken sind meist Jacken aus Baumwolle, die du nach dem Zwiebelprinzip überziehen kannst, sobald dir kalt wird. Häufig werden die Jacken offen getragen oder locker gebunden, um drückende Verschlüsse zu vermeiden.
Yogaschuhe und Yogasocken
Klassisch trägt man zum Yoga keine Socken oder Schuhe, sondern praktiziert barfuß. Vor allem soll verhindert werden, dass die Füße während der Übungen von der Yogamatte abrutschen, deshalb sind bei Yogaschuhen und -socken Zehen und Ferse entweder frei gelassen oder mit (partiellen) Rutschsohlen versehen. Auch werden Rutschsocken mit getrennten Zehen angeboten. So findest du sicheren Halt am Boden.
Yogasocken mit Rutschsohle
5. FAQ
Brauche ich spezielle Yoga-Kleidung?
Wenn du Yoga zunächst einmal ausprobieren willst, benötigst du keine spezielle Kleidung. Generell ist es Teil der Yoga-Philosophie, dass jeder in locker sitzender Alltagskleidung praktizieren kann. Für den Anfang ist das Tragen von Leggings und T-Shirts ausreichend. Willst du spezielle Yoga-Arten wie Bikram-Yoga oder Iyengar-Yoga praktizieren, solltest du allerdings auf spezielle Kleidung zurückgreifen, die besonders luftig und komfortabel ist.
Gibt es Yoga-Kleidung auch für große Größen?
Ja. Je nach Hersteller sind auch Übergrößen Teil des Sortiments. Wenn du nichts Passendes in deiner Größe findest, kannst du auch auf Kleidung zurückgreifen, die nicht speziell für Yoga gedacht ist: Auch atmungsaktive und gut sitzende Leggings und Shirts aus Baumwolle sind möglich.
Ist Nachhaltigkeit bei Yoga-Kleidung besonders wichtig?
Ja. Teil der Yoga-Philosophie ist die Achtung vor der Natur und der Einklang mit der Umwelt, sodass sich der nachhaltige Aspekt auch in der Wahl deiner Yoga-Kleidung ausdrücken sollte. Dazu kannst du beispielsweise Materialien aus Bio-Textilfasern wählen, und auf hochwertige Qualität achten, sodass die Kleidung strapazierfähig ist und lange getragen werden kann.

























