[Quelle Headerbild: Yakov – stock.adobe.com]
Oberfräsen für die Holzbearbeitung
Eine Oberfräse ist ein elektrisches Werkzeug, mit dem in erster Linie Holz und andere Materialien bearbeitet werden können. Wir verraten dir, worauf du bei der Auswahl achten solltest.
1. Wofür nutze ich eine Oberfräse?
Oberfräsen werden zur spanenden Holzbearbeitung genutzt – vom Werkstück werden Späne abgetrennt, um die gewünschte Form zu erhalten. Deswegen kann das Elektrowerkzeug für viele Hobbyarbeiten mit Holz eingesetzt werden, beispielsweise:
- Ecken und Kanten abrunden
- Nuten einfräsen
- Verzierungen fräsen
- Profilieren (Profile in Fußleisten fräsen)
- Dübellöcher bohren
- Fasen (Kanten abschrägen)
- Schablosenfräsen (Muster einfräsen)
- Freihandfräsen
Die meisten Oberfräsen sind für alle Holzarten gut geeignet und können auch bei Kunststoffen, Nichteisenmetallen und Mineralien eingesetzt werden.
Der größte Unterschied zur stationären Tischfräse liegt in der Arbeitsweise: Bei einer Oberfräse wird das Gerät am eingespannten Holzstück von oben angesetzt, während bei einer Tischfräse das Holz am Elektrowerkzeug entlanggeführt wird. Somit gehört die Oberfräse zu den Handwerkzeugen.
So sieht eine Oberfräse aus (Makita Oberfräse).
Eine Oberfräse besteht aus einem elektrischen Motor, der eine Halterung (Spannzange) antreibt, in die das Fräswerkzeug eingespannt wird. Der Motor erreicht eine Drehzahl von bis zu 30.000 (Drehungen pro Minute). Zudem besteht eine Oberfräse aus einem Fräskorb, der mit zwei beweglichen Führungssäulen umgeben ist, die wiederrum auf einer Grundplatte mit Gleitbelag angebracht sind. Bei Bedarf lassen sich auf der Grundplatte Holzstücke befestigen. Das ist beispielsweise dann von Nöten, wenn du im Kreis fräsen möchtest.
Das Gehäuse einer Oberfräse besitzt links und rechts zwei ergonomische Haltegriffe für die Hände.
| Elemente einer Oberfräse | Kennzeichen/Aufgabe |
|---|---|
| Spannzange | Aufnahme des Fräsers (6 bis 12 mm Durchmesser) |
| Fräskorb | Raum für die spanenden Holzarbeiten, bei manchen Modellen abnehmbar |
| Grundplatte | Möglichkeit zur Befestigung von Werkstücken |
| Führungsschienen | Für saubere Ergebnisse, Werkstück wird entlang der befestigten Schienen geführt |
Der Umgang mit einer Oberfräse erfordert etwas Übung. Anfänger sollten deswegen zunächst an einem Holzstück Probefräsungen vornehmen, bevor sie sich an die eigentliche Arbeit machen. Außerdem wird das Tragen von Schutzkleidung empfohlen, damit es nicht zu Verletzungen kommt.
Mit einer Oberfräse kannst du Vertiefungen in ein Werkstück fräsen.
Viele Fräsen sind kabelgebunden und lassen sich entsprechend nur bei Stromversorgung nutzen. Du findest aber auch Akku-Oberfräsen, die häufig jedoch weniger leistungsfähig sind.
Sowohl bei der Oberfräse als auch bei der Einhandfräse handelt es sich um elektrische Werkzeuge für die Holzbearbeitung. Während die Oberfräse in der Regel immer zweihändig geführt wird, ist das bei der Einhandfräse nicht der Fall: Sie ist handlich, kompakt und eignet sich für kleine Arbeiten wie das Fräsen einer Nut. Deswegen wird sie auch als Nutfräse bezeichnet. Eine Einhandfräse erinnert optisch an einen Winkelschleifer und hat eine Drehzahl von bis zu 11.000 Drehungen in der Minute.
2. Technische Aspekte und Auswahlkriterien
Bei der Auswahl einer Holzfräse spielen unterschiedliche Faktoren eine wichtige Rolle. Je nachdem, welche Holzarbeiten du vornehmen möchtest, musst du verschiedene Auswahlkriterien beachten.
Einstellung der Frästiefe
Bei fast allen Fräsen lässt sich die Frästiefe mehrstufig variieren, beispielsweise mit einer Revolvereinstellung. Besonders präzises Arbeiten ermöglichen Modelle mit einer Frästiefen-Feineinstellung in 0,1 Millimeter-Schritten.
Wattzahl
Die Leistung wird über die Wattzahl angegeben und liegt bei Elektrowerkzeugen wie einer Oberfräse für den Hobbybereich zwischen 700 und 1.300 Watt. Profigeräte erreichen sogar eine Leistung von bis zu 2.000 Watt. Für die meisten Hobbyarbeiten sind jedoch Modelle mit etwa 1.000 Watt ausreichend.
Drehzahl
Die Drehzahl liegt bei den meisten Oberfräsen zwischen 8.000 und 30.000 Drehungen pro Minute und lässt sich variabel einstellen. Die empfohlene Drehzahl richtet sich dabei nach dem Durchmesser des Fräsbits.
Dauerschaltung
Bei Modellen mit dieser Funktion musst du während des Arbeitens keinen Knopf gedrückt halten, da sich der An-/Ausschalter arretieren lässt.
Griffe
Da die Fräsmaschine mit beiden Händen geführt wird, sind ergonomische Handgriffe besonders wichtig. In der Regel besitzen die meisten Elektrowerkzeuge zwei Rundgriffe oder einen Doppelgriff.
Gewicht
Auch das Gewicht ist für das Arbeiten mit der Oberfräse wichtig, da es bei schweren Modellen schnell zur Ermüdung der Arme kommen kann. Einfache Modelle wiegen knapp zwei Kilogramm, während große Ausführungen ein Gewicht von bis zu sechs Kilogramm erreichen. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewicht und Leistung, abhängig von der Art des Einsatzzweckes.
Weitere optionale Ausstattungsmerkmale einer Oberfräse:
- Ein Sanftanlauf verhindert ein Verlaufen der Maschine beim Start.
- Bei Oberfräsen mit Staubsaugeranschluss werden anfallende Holzspäne und Staub während des Arbeitens aufgesaugt, sodass wenig Schmutz entsteht.
- Bei Modellen mit Konstantelektronik wird die Drehzahl-Geschwindigkeit konstant gehalten, sodass du besonders präzise fräsen kannst.
| Makita Oberfräse | Bosch Oberfräse | Festtool Oberfräse |
|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() |
Oberfräsen können auch in Kombination mit einem Frästisch eingesetzt werden.
3. Fräsbits für präzise Holzarbeiten
Die richtigen Fräsbits – auch einfach als Fräser bezeichnet – sind für das präzise Arbeiten mit der Handfräse unerlässlich. Sie werden in der Spannzange angebracht und fräsen je nach Form und Einstellungen unterschiedliche Tiefen oder Muster. Je nachdem, welche Holzarbeiten du durchführen möchtest, müssen also die Fräser ausgewählt werden:
| Fräser-Typ (Auswahl) | Mögliche Holzarbeiten |
|---|---|
| Nutfräser | Für T-Nuten zum Möbelbau |
| Standardnutfräser | Für klassische Nuten |
| Schaftfräser | Für Konturen |
| Bohrfräser | Für Bohrlöcher |
| Hartmetallfräser | Für feine Metallarbeiten |
| Zinkenfräser (Schwalbenfräser) | Für Zinken |
In der Regel erhältst du Fräser-Sets, die eine Vielzahl an unterschiedlichen Fräserbits umfassen.
4. FAQ
Was kann man alles mit einer Oberfräse machen?
Eine Oberfräse ist ein elektrisches Werkzeug für freie und kreative Holzarbeiten und bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Du kannst damit Kanten und Profile fräsen, ein Holzstück mit Verzierungen versehen und Dübellöcher ausfräsen. So eignet sich eine Oberfräse beispielsweise dann, wenn du deine eigenen Möbel bauen möchtest oder ein Haus renovierst.
Was ist der Unterschied zwischen einer Oberfräse und einer Tischfräse?
Tischfräsen werden auch als Kantenfräsen bezeichnet und werden traditionell für die Bearbeitung von Kanten eingesetzt. Hierzu wird das Holzstück präzise entlang der Maschine geführt. Bei einer Oberfräse ist es etwas anders: Sie wird von oben auf das entsprechende Werkstück gesetzt, was auch ihren Namen erklärt.
Wie viel Watt sollte eine Oberfräse haben?
Besonders starke Oberfräsen besitzen eine Leistung von bis zu 1.300 Watt. Für den Heimwerker-Bedarf sind jedoch Geräte mit 1.000 Watt völlig ausreichend.
Wie benutze ich eine Oberfräse?
Im Gegensatz zu einem Frästisch, der feststehend ist, und bei dem das Werkstück an der Maschine entlanggeführt wird, ist die Arbeit mit einer Oberfräse wesentlich flexibler. Hier wird das Elektro-Werkzeug mit beiden Händen gegriffen und von oben an das Holzstück aufgesetzt.
Wie tief kann man mit einer Oberfräse fräsen?
Eine Oberfräse ist nicht für tiefe Fräsungen gedacht – je nach Modell liegt die Begrenzung der Frästiefe bei zwei Zentimetern. Für tiefere Arbeiten, wie beispielsweise für Bohrungen, müssen entsprechend andere Werkzeuge wie ein Holzbohrer eingesetzt werden.


















































