
Informationen über Tischkreissägen
Tischkreissägen sind ideal geeignet, um lange oder breite Hölzer zurechtzuschneiden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, auf welche Aspekte Sie beim Kauf besonders achten sollten.
1. Die Vorteile einer Tischkreissäge
Alle Vorteile auf einen Blick:
- Saubere Schnitte
- Effizienz und Schnelligkeit
- Sichere Führung des Werkstücks
- Einfacher Sägeblattwechsel
- Keine Einschränkung in der Schnitttiefe und -breite
- Großer Sägetisch
Eine Tischkreissäge ist eine spezielle Variante der Kreissäge und wird auch Baukreissäge oder Tischsäge genannt. Das Sägeblatt ist fest in der Mitte des Arbeitstisches positioniert, somit ist die Tischkreissäge eine stationäre Säge. Ein Motor mit einer Leistung zwischen 1.200 und 3.000 Watt treibt das kreisförmige Sägeblatt an, welches direkt auf der Welle des Motors sitzt.
Beim Sägen führen Sie das Werkstück per Hand, während das Sägeblatt nicht bewegt wird. Dies ermöglicht saubere Schnitte beim Bearbeiten von großen Planken, massiven Bohlen oder langen Brettern. Durch die Anschläge und Führungen können Sie viele gleiche Schnitte in Serie und präzise durchführen. Dies ermöglicht sehr schnelles und effizientes Arbeiten. Der große Sägetisch bietet zudem eine sichere Auflage und erlaubt saubere Schnittergebnisse – auch bei großen Werkstücken.
2. Worauf Sie beim Kauf achten müssen
Damit Sie mit Ihrer Tischkreissäge eine optimale Schnittqualität erreichen und noch lange Freude an dem Gerät haben, sollten Sie beim Kauf auf ein paar Dinge achten:
2.1 Arbeitstisch und Untergestell
Eine große und stabile Arbeitsfläche ist bei einer Tischkreissäge Grundvoraussetzung. Hierbei gilt: Je größer die Tischplatte ausfällt, desto besser können Sie daran arbeiten. So können Sie auch große oder lange Werkstücke sicher führen und unterbrechungsfrei sägen. Viele Modelle lassen sich durch einen anschraubbaren oder ausziehbaren Anbau praktisch erweitern. Achten Sie außerdem darauf, dass sich die Tischhöhe verstellen lässt, damit Sie eine rückenschonende Haltung einnehmen können. Das Untergestell sollte zudem äußerst stabil und standfest sein, damit saubere Schnitte und ein vibrationsfreies Arbeiten gewährleistet sind.
Tischkreissäge mit stabilem Untergestel
2.2 Schnitttiefe und -winkel
Die Schnitttiefe bestimmt, wie tief das Sägeblatt in das Werkstück eindringt und entscheidet somit darüber, wie hoch dieses maximal sein kann. Die maximale Schnitttiefe sollte bei mindestens 75 Millimetern liegen und stufenlos einstellbar sein. Dies gilt auch für den Schnittwinkel, der von null bis 45 Grad verstellbar sein sollte. Überlegen Sie sich vor dem Kauf also, wie dick die Hölzer sein werden, die Sie sägen möchten. Bedenken Sie dabei, dass die Schnitttiefe bei eingestellter Gehrung aufgrund des Winkels geringer ausfällt als bei geraden Sägearbeiten.
2.3 Anschläge
Ein Parallel- und Winkelanschlag sollte zur Standardausstattung einer Tischkreissäge gehören. Ein Parallelanschlag hilft dabei, mehrere gleich große Holzstücke aus einer Platte zu sägen, ein Winkelanschlag ermöglicht hingegen verschiedene Winkelschnitte ohne komplizierte Winkelmesser und Anzeichnungen.
2.4 Motorleistung
Für effizientes Arbeiten sollte die Motorleistung bei mindestens 1.000 Watt liegen. Um auch härtere Hölzer problemlos sägen zu können, sollte die Leistung sogar 1.500 bis 2.000 Watt betragen. Ist die Leistung zu gering, können härtere Materialien das Sägeblatt bremsen, was zu unsauberen Sägekanten führt. Achten Sie zudem auf die Drehzahl: Je höher die Drehzahl ist, desto leichter und genauer gelingt das Sägen.
Tipp: Wir empfehlen Tischsägen mit Schutzschalter, der ein Durchdrehen verhindert, wenn sich das Werkstück verkeilt.
3. Das richtige Sägeblatt
Je nachdem welches Sägeblatt Sie wählen, können Sie damit Holz, Kunststoff, Stein oder auch Metall zuschneiden. Möchten Sie unterschiedliche Materialien bearbeiten, sollten Sie beachten, dass Sie für Ihre Tischkreissäge verschiedene Sägeblätter mit unterschiedlichen Zahnungen nachkaufen können.
3.1 Material des Sägeblattes
Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Sägeblättern unterscheiden: HM und CV Sägeblätter.
Die Abkürzung HM steht für Hartmetall. Diese Sägeblätter bestehen aus zwei verschiedenen Materialen: Der Körper ist meist aus Stahl und die Zähne sind aus aufgelötetem Hartmetall gefertigt. Diese Kombination macht die Sägeblätter vielseitig einsetzbar.
HM-Sägeblatt
CV-Sägeblatt
Bei Chrom Vanadium Sägeblättern besteht der Körper aus dem gleichen Stahl wie die Zähne. Sie sind günstiger in der Herstellung und daher tendenziell preiswerter.
3.2 Die Zahnanzahl
Die Sägeblätter unterscheiden sich darüber hinaus in der Anzahl und Größe der Zähne, was gleichzeitig den Spanraum beeinflusst. Viele Zähne bedeuten einen kleinen Spanraum, was zu einem schnellen Verstopfen des Sägeblattes durch die Sägespäne führen kann. Solche Sägeblätter eignen sich eher für Querschnitte und ermöglichen eine saubere, ausrissarme Schnittkante. Für Längsschnitte sollten Sie eher ein Sägeblatt mit weniger aber größeren Zähnen und somit größeren Spanräumen verwenden, denn beim Sägen von Massivholz entlang der Holzfaser entsteht viel langer Span.
3.3 Die Zahnstellung
Bei der Zahnstellung wird zwischen einer positiven und einer negativen Stellung unterschieden.
- Von einer positiven Zahnstellung ist die Rede, wenn die Zähne nach vorne geneigt sind. Dies erlaubt ein schnelles Sägen ohne großen Kraftaufwand, vor allem von weicheren Materialien.
- Bei einer negativen Stellung wird das Werkstück sehr sauber und präzise getrennt. Dies findet man häufig bei Stahl-Kreissägeblättern für härtere Materialien.
4. Sicherheit
Damit Ihre Sicherheit gewährleistet wird, sollte die Tischkreissäge unbedingt über die folgenden Merkmale verfügen:
- Schutzhaube und Spaltkeil: Zum Schutz Ihres Gesichts dienen eine Schutzhaube und ein Spaltkeil. Diese verhindern, dass Ihnen Kleinteile oder gar das ganze Werkstück entgegengeschleudert werden.
- Schiebstock und Schiebeschlitten: Mit einem solchen Stock oder Schlitten können Sie insbesondere kleine Werkstücke sicher über den Sägetisch führen und schützen dabei Ihre Hände vor Kontakt mit dem Sägeblatt.
- Überhitzungsschutz und Notausschalter: Bei zu hoher Belastung oder falscher Handhabung schalten diese beiden Mechanismen die Tischkreissäge ab. Auf diese Weise wird das Gerät vor Beschädigungen bewahrt und Unfälle können ebenfalls vermieden werden.
Achten Sie darauf, bei der Arbeit an Tischkreissägen keine Handschuhe zu tragen, da sich diese schnell in der Mechanik verfangen können. Allerdings ist ein Gehörschutz wichtig, da der Lautstärkepegel bis zu 110 Dezibel betragen kann.
Eine Tischkreissäge sollte unbedingt mit dem GS-Zeichen gekennzeichnet sein oder ein TÜV-Kennzeichen tragen.
5. FAQ
Welche Leistung sollte eine Tischkreissäge haben?l
Die Leistung einer Tischkreissäge sollte mindestens 1.000 Watt betragen – zum Zuschneiden härterer Hölzer sind sogar 1.500 bis 2.000 Watt Motorleistung empfehlenswert. Worauf Sie außerdem achten sollten, erfahren Sie hier.
Worauf muss ich beim Arbeiten mit einem Parallelanschlag achten?
Ein Parallelanschlag hilft dabei, ein Werkstück mehrere Male in einem exakt gleichen Abstand durch das Sägeblatt zu führen. So können Sie beispielsweise aus einer großen Holzplatte mehrere gleich breite Holzlatten sägen, ohne jedes Mal neu nachmessen zu müssen. Die Führungshilfe wird am Sägetisch fixiert und mit einem Klemmhebel ganz einfach positioniert. Achten Sie darauf, dass der Anschlag wirklich parallel zum Sägeblatt verläuft und überprüfen Sie dies auch während des Arbeitens regelmäßig. Sollte der Parallelanschlag verrutschen, entstehen schiefe Schnitte. Daher empfehlen wir Modelle mit einer Doppelfixierung jeweils an beiden Enden des Anschlags.
Wofür brauche ich eine Hinterschnitt-Funktion?
Wenn Sie zwei Holzplatten bündig miteinander verbinden möchten, empfiehlt sich ein sogenannter Hinterschnitt. Dies bedeutet, dass nur eine Platte im 90 Grad Winkel zugeschnitten wird und die andere hingegen in einem Winkel von 89 Grad (Hinterschnitt). So lassen sich die beiden Platten zusammenfügen, ohne dass ein deutlich erkennbarer Stoß entsteht. Denn durch den Hinterschnitt liegen die Platten nur an der oberen Kante an, sodass der Leim darunter Platz hat, ohne herauszuquellen. So gelingt Ihnen ein nahtloser Übergang.
Was ist ein Winkel-/Queranschlag?
Wenn Sie schräge Winkel- oder Gehrungsschnitte durchführen wollen, benötigen Sie einen Winkelanschlag. Der Anschlag wird am Tisch auf einer Schiene fixiert und mittels einer Skala auf eine präzise Winkelposition eingestellt. Bei den meisten Geräten lässt sich die Gradzahl von 60 bis -60 Grad einstellen. Das Werkstück wird entlang des Winkelanschlags geführt, wodurch Sie exakte, schräge Schnitte erreichen. Diese Methode ist vor allem praktisch, wenn Sie mehrere Werkstücke mit dem gleichen Winkel sägen wollen.








































