
Alles über Hardtails
Das Hardtail ist die ursprünglichste Form eines Mountainbikes. Es ist an seinen breiten und grobstolligen Reifen sowie am starren Rahmen und einer gefederten Vordergabel, der Federgabel, erkennbar. Welche Eigenschaften und Vorteile Ihnen dieser Fahrradtyp bietet und was Sie beim Kauf beachten müssen, haben wir für Sie im folgenden Ratgeber zusammengefasst.
1. Was ist ein Hardtail?
Ein Hardtail ist ein Mountainbike, bei dem der Hinterbau (Tail) starr bleibt. Bei diesem Mountainbiketyp ist nur die Vordergabel mit einer Federung ausgestattet. Das Hardtail unterscheidet sich somit wesentlich vom Fully (vollgefedertes MTB), bei dem zusätzlich zum gedämpften Vorderrad, auch das Hinterrad mithilfe einer Rahmendämpfung gefedert ist.
Hardtails sind zudem als E-Bike mit elektrischer Motorunterstützung und als Fatbike erhältlich. Fatbikes haben noch dickere und grobstolligere Reifen als Mountainbikes und sind zum Fahren auf Sand oder Schnee geeignet.
Hardtails gibt es in Verschiedenen Varianten. Von links nach rechts: Fatbike, Hardtail, Hardtail als E-Bike
2. Die Federgabel
Die Federgabel ist die relevante Komponente, mithilfe dieser das Hardtail auf Stöße und Unebenheiten im Gelände reagiert. Sie schluckt die Erschütterungen, sodass sie nach Möglichkeit nicht an den Körper des Fahrers weitergegeben werden. An der Gabel ist zudem die Lenkung und das Vorderrad befestigt. Somit ist sie auch für die Balance beim Fahren zuständig.
Federgabeln sind mit verschiedenen Federwegen erhältlich (von 80 Millimetern bis über 200 Millimetern). Die Angabe „100 bis 120 Millimeter“ gibt dabei beispielsweise an, wie weit sich die Gabel bei Schlaglöchern oder Stößen auf unebenem Terrain einfedern lässt. Je größer der Federweg ist, desto kleiner fällt die Stoßkraft aus.
Mountainbike Federgabel
Federgabeln können verschiedene Einstellungen besitzen: Der Luftdruck sowie die Zug- und Druckstufe. Mit diesen Eigenschaften können Sie den optimalen Grad der Abfederung auf Unebenheiten im Gelände regeln.
Der Luftdruck kann mithilfe einer Dämpferpumpe auf das Gewicht des Fahrers eingestellt werden und ist dafür zuständig, wie weit sich die Federgabel verkürzen kann. Der Federweg gibt dazu an, wie die maximal und die minimal mögliche Verkürzung ist.
Die Druckstufe sollte so weich wie möglich aber auch so hart wie nötig eingestellt sein. Sie regelt die korrekte Einfederung der Federgabel bei Sprüngen und Schlaglöchern.
Bei vielen Herstellern ist die Einstellungsschraube für die Zugstufe rot gekennzeichnet. Mithilfe dieser Einstellung können Sie variieren, mit welcher Geschwindigkeit die bei Stößen zusammengepresste Feder wieder ausfedert. Ist die Schraube ganz aufgedreht, also ausgeschaltet, federt die Gabel mit voller Wucht wieder aus. Bei starken Erschütterungen kann es dann passieren, dass das Vorderrad an Traktion (Bodenhaftung) verliert und unkontrolliert zu wippen beginnt. Ist die Zugstufe zu hart eingestellt, also zugedreht, kann die Gabel unter Umständen nicht schnell genug auf Schläge reagieren.
Damit die Federgabel im Gelände die Erschütterungen ideal abfedern kann, ist es wichtig das richtige Verhältnis zwischen Zug- und Druckstufe einzustellen.
3. Einsatzgebiete und Vorteile
Hardtails werden vorzugsweise auf leichtem bis mittleren Terrain gefahren. Dazu zählen Straßen und Feld- sowie Forstwege. Auch für leichte Singletrails (also schmale Pfade, bei denen das Nebeneinanderfahren nicht mehr möglich ist) sowie Bergauf- oder Bergabfahrten eignen sie sich. Durch den starren Rahmen, können Sie schnell hohe Geschwindigkeiten erreichen, sodass Hardtails auch für Fitness-Biker eine gute Alternative darstellen.
Ein Hardtail bietet Ihnen, je nach Einsatzzweck, einige Vorteile, die wir Ihnen im Folgenden zusammengetragen haben:
- Geringeres Gewicht
- Kein Energieverlust bei der Kraftübertragung an die Räder
- Geringer Pflege- und Wartungsaufwand nötig
- Niedrige Einstiegspreise
- Herausforderung für den Fahrer bei schwierigen Trails - technischere Fahrweise von Nöten
- Schnell hohe Geschwindigkeiten erzielbar
Tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit immer einen Helm beim Fahrradfahren. Auf schwierigem Gelände oder steilen Bergabfahrten empfehlen wir Ihnen zusätzlich entsprechende Protektoren zu tragen. Damit beugen Sie Verletzungen bei Stürzen oder Unfällen vor.
4. Kaufaspekte
Beim Kauf eines Hardtails sollten Sie grundsätzlich einige Aspekte beachten:
Mountainbikerahmen sind in unterschiedlichen Werkstoffen wie Stahl, Aluminium, Carbon, Titan und Bambus erhältlich. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der (Bruch-)Festigkeit, Steifigkeit, Elastizität, Gewicht und Korrosionsschutz.
Bei Mountainbikes unterscheiden wir zwischen der Kettenschaltung, die bis zu 33 verschiedene Gänge bietet, und der Nabengangschaltung mit bis zu 14 Gängen.
Es sind mechanisch oder hydraulisch arbeitende Felgen- oder Scheibenbremsen erhältlich. Während bei Felgenbremsen Bremsklötze die Felge abbremsen, bremst die Scheibenbremse eine Bremsscheibe ab. Die Bremsscheibe sitzt auf der Nabe des Laufrads.
Möchten Sie nicht nur beim Treten, sondern auch beim Ziehen des Pedals Schwung auf die Räder bringen, so bietet sich das Klickpedalsystem an. Bei diesem System werden Ihre Fahrradschuhe Fahrradschuhe durch eine Bindung am Pedal fest mit der Sohle des Schuhs verbunden. Bei den klassischen Plattformpedalen gibt es diese feste Bindung nicht.
Laufräder sind in den Größen 26 Zoll, 27,5 Zoll (auch 650B genannt) und als 29 Zoll (Twentyniner) erhältlich. Je größer die Laufräder, desto stabilere und ruhigere Fahreigenschaften bietet das Rad. Je kleiner die Laufräder, desto wendiger ist es.
Ausführlichere Informationen sowie Vor- und Nachteile zu den unterschiedlichen Mountainbikerahmen, Pedalsystemen, Sättel, Bremsen und Gangschaltungen finden Sie in unserem Mountainbikeratgeber.
5. FAQ
Wozu gibt es spezielle Fahrradschuhe?
Fahrradschuhe haben eine viel steifere Sohle als normale Sportschuhe. So wird die Kraft beim Treten des Pedals ohne Energieverlust direkt auf den Antrieb übertragen. Wenn Sie bei Ihren Pedalen ein Klicksystem nutzen möchten, bieten Ihnen Fahrradschuhe die Möglichkeit, eine Schuhplatte (Cleats) unter die Sohle zu schrauben. Mit den Cleats können Sie sich dann in die Klickpedale mit der entsprechenden Bindung einklicken. Sie nutzen dann nicht nur die Tritt- sondern auch die Zugkraft beim Treten der Pedale.
Kann ich mein Hardtail zu einem Fully umrüsten?
Die Rahmengeometrie ist exakt auf die einzelnen Komponenten eines Hardtails abgestimmt. Da die Hinterraddämpfung eines Fullys im Rahmen sitzt, müsste dieser komplett ausgebaut und durch einen vollgefederten Rahmen ersetzt werden. Das würde die Geometrie verändern und im schlimmsten Falle dazu führen, dass das Rad an Stabilität verliert und die veränderte Sitzposition zu Schmerzen führt.
Ist ein Mountainbike verkehrssicher?
Da das Mountainbike als Renn- oder Sportgerät dient, ist es häufig nicht mit den notwendigen Komponenten wie Beleuchtung, Klingel oder Reflektoren ausgestattet. Nach der Straßenverkehrszulassungsordnung gilt ein Fahrrad erst mit entsprechendem Zubehör als verkehrssicher. Rüsten Sie Ihr Fahrrad mit diesen Elementen auf, bevor Sie es im Straßenverkehr nutzen.






































