
HD Receiver Ratgeber
Ein HD Receiver ermöglicht Ihnen den Genuss von Fernsehen in höchster Auflösung. Auch wenn Ihr TV bereits über einen integrierten Empfänger verfügt, lohnt sich die Anschaffung eines externen HD Receivers. Die Geräte sind nicht nur meist qualitativ hochwertiger verarbeitet, sondern bieten auch eine Vielzahl an Zusatzfunktionen an. Was Sie beim Kauf eines HD Receivers beachten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Allgemeine Informationen
Wer Filme und Serien in HD-Qualität genießen möchte, benötigt neben einem HD-fähigen Fernseher auch einen Digitalreceiver, der das empfangene Signal verarbeiten und an den Bildschirm weitergibt. Dabei stehen Ihnen je nach Empfangsart verschiedene Modelle zur Verfügung, die sich anhand bestimmter Qualitätsmerkmale vergleichen lassen.
1.1 Qualitätskriterien
Die Bildqualität gehört zu den wichtigsten Kriterien Ihres HD Receivers. Zwar senden theoretisch alle HD Receiver in HD-Auflösung, doch kann die Bildqualität je nach Verarbeitung des Signals unterschiedlich ausfallen. Verfügen Sie in Ihrem Haushalt noch über Fernsehgeräte, die kein HD darstellen können, sollten Sie darüber hinaus die Qualität des SD-Signals des Receivers überprüfen.
Auch die Tonqualität kann je nach Receiver variieren. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Synchronität von Bild und Ton legen. Werden Bild und Klang zeitversetzt wiedergegeben, beeinträchtigt dies das Film- und Fernseherlebnis erheblich.
Die Bedienbarkeit stellt ein weiteres Qualitätsmerkmal dar. Neben einer intuitiven Menüführung sind auch eine kurze Start- und Umschaltdauer entscheidend. Diese gibt an, wie lange das Gerät benötigt, um aus dem Standby beziehungsweise bei Senderwechsel ein stabiles Bild darzustellen.
Niedriger Stromverbrauch und hohe Energieeffizienz sind nicht nur wichtige Kriterien um die monatlich anfallenden Kosten gering zu halten, sondern geben auch an, wie umweltfreundlich das Gerät ist.
Die Hardwareausstattung des Receivers gibt Auskunft darüber, mit welchen Wiedergabegeräten sich das empfangene Signal darstellen lässt, welche Sender Sie empfangen können und welche Zusatzfunktionen Ihnen zur Verfügung stehen. Ein HDMI-Anschluss ermöglicht die Wiedergabe von Bild und Ton in höchster Qualität. Zusätzliche Audioausgänge für Soundbars oder Surround-Anlagen erlauben ein hochwertiges Klangerlebnis. Smart Card Reader und CI+ Slot ermöglichen den Einsatz eines kostenpflichtigen Moduls, das für den Empfang der Privatsender in HD-Qualität benötigt wird. Auch Pay-TV-Sender wie Sky lassen sich nur mithilfe einer Decoderkarte entschlüsseln, die in den CI+ Slot gesteckt werden müssen.
Verbinden Sie Ihren HD Receiver nicht per Scart-Kabel mit Ihrem Fernseher. Dieses überträgt lediglich SD-Qualität. Stattdessen sollten Sie zu einem HDMI-Kabel greifen, das die Wiedergabe in HD ermöglicht.
1.2 Zusatzfunktionen
Achten Sie darauf, dass Ihr HD Receiver über umfangreiche Zusatzfunktionen verfügt. Neben einer Bildübertragung in HD-Qualität sind die Geräte je nach Ausstattung sogar in der Lage, ältere Fernseher zum Smart-TV zu machen.
Dieser Receiver verfügt über eine Vielzahl an Anschlüssen.
- Viele Digitalreceiver unterstützen das Zurückspulen laufender Programme beziehungsweise das zeitversetze Fernsehen (Timeshift). So verpassen Sie keine Sekunde Ihrer Lieblingsserie, auch dann nicht, wenn Sie bei laufendem Fernseher kurz den Raum verlassen müssen.
- Ist das Empfangsgerät mit der entsprechenden Soft- und Hardware ausgestattet, lassen sich auch Filme und Serien aufnehmen. Häufig ist bei Geräten mit dieser Funktion eine Festplatte verbaut.
- Andere Geräte verfügen über Steckplätze für externe Speicher, die für die Aufnahme angeschlossen werden müssen. Solche Receiver sind mit der Abkürzung PVR-Ready versehen (Personal Video Recorder).
- Ist das Gerät netzwerkfähig, kann es auf das heimische WLAN zugreifen und verfügt somit über einen Internetzugang. Dies ermöglicht je nach Softwareausstattung die Nutzung von Spielen und Apps. Bei ausgewählten Modellen ist zum Beispiel der Zugriff auf Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome möglich.
- Unterstützt Ihr Receiver HbbTV (Hybrid Broadcast Boradband TV) und verfügt über eine Verbindung mit dem Internet, lassen sich ähnlich dem Videotext zusätzliche Informationen zu laufenden Sendungen und weiteren Programminhalten abrufen. Viele Sender ermöglichen auch den Zugriff auf die Mediathek und deren Inhalte.
Nicht alle am heimischen Receiver erstellten Aufnahmen können auch an anderen Geräten, zum Beispiel bei Freunden, wiedergegeben werden. Der DVB-T2-Anbieter Freenet bindet die Aufnahmen an ein Wiedergabegerät, sodass diese nur dort abgespielt werden können.
2. HD Receiver-Modelle
HD Receiver sind für verschiedene Übertragungs- und Empfangsarten erhältlich. Beziehen Sie Ihr Fernsehbild über Satellit, benötigen Sie zum Beispiel einen HD Sat-Receiver, der DVB-S-Signale verarbeiten kann. Neben DVB-C- und DVB-T-Receivern sind auch Kombimodelle erhältlich. Die sogenannten Triple- oder Multituner können alle drei Signalarten verarbeiten.
2.1 HD Sat-Receiver
HD Sat-Receiver empfangen das Fernsehsignal per Satellit (DVB-S). Da dieser Übertragungsweg kostenfrei ist, muss lediglich einmalig für die Anschaffung der Hardware Geld ausgegeben werden. Somit stellt HD Fernsehen via Satellit die günstigste der drei Varianten dar. Darüber hinaus haben Sie mit Satellitenfernsehen nicht nur Zugriff auf eine Vielzahl an HD-Sendern, Ihnen steht auch die größte Programmvielfalt aller drei Übertragungsarten zur Verfügung. Um die privaten Sender in HD sehen zu können, benötigen Sie ein HD+ Modul, das sie in den CI+ Slot Ihres Receivers stecken müssen. Nach einer Gratisphase wird der Empfang per HD+ kostenpflichtig und kann über ein aufladbares Guthaben abgegolten werden.
Satelliten-Receiver ermöglichen den Empfang einer Vielzahl von Sendern.
2.2 HD Kabel-Receiver
Wer über Kabel fernsieht, benötigt einen HD Receiver mit einem Tuner, der DVB-C-Signale umwandeln kann. Neben den Kosten, die regelmäßig für die Übertragung via Kabel anfallen, muss auch für den Empfang der Sender in HD-Qualität bezahlt werden. Dafür ist das Kabelsignal weniger störungsanfällig als der Empfang via Satellit. Dieser kann zum Beispiel bei Unwettern und starkem Regen gestört werden und ausfallen.
2.3 HD DVB-T-Receiver
Neben Satelliten- und Kabelfernsehen besteht auch die Möglichkeit, Filme und Serien mithilfe eines terrestrischen Signals ins heimische Wohnzimmer zu bringen. Abgesehen von den öffentlich-rechtlichen Sendern ist der Empfang von HD-Fernsehen über DVB-T kostenpflichtig. Hierzu wird ein CI+ Modul von freenet TV benötigt, für dessen Benutzung jährliche Kosten entstehen. Während einige Receiver von Werk aus über ein eingebautes freenet TV-Modul verfügen, muss die Karte bei anderen Geräten nachträglich erworben und in den CI+ Slot des Receivers gesteckt werden, um die privaten Sender in HD empfangen zu können.
Mit einem DVB-T-Receiver lassen sich terrestrische Signale empfangen.
3. Was benötige ich, um private Sender in HD zu empfangen?
Neben einer Empfangsanlage für Satelliten-, Kabel-, oder DVB-T-Signale benötigen Sie eine entsprechende Decodierkarte, um private Sender in HD zu empfangen. In dieser Tabelle finden Sie einen Überblick über die einzelnen Empfangsarten und die jeweiligen Erfordernisse.
| Empfangsart | DVB-T2 | Satellit | Kabel |
|---|---|---|---|
| Receiver | DVB-T2-Receiver | HD Sat-Receiver | HD Kabel Receiver |
| Weiteres Zubehör | DVB-T-Antenne | Satellitenschüssel , LNB | Kabelanschluss |
| Anbieter | freenet TV | HD+ | Verschiedene Anbieter (u.a. Kabel BW, Unitymedia, Tele Columbus) |
| CI+ Slot/Modul | Wird für kostenpflichtige Sender benötigt | Wird für kostenpflichtige Sender benötigt | Wird für kostenpflichtige Sender benötigt |
| Kosten | Anschaffungskosten, Fixkosten für Abonnement privater HD-Sender | Anschaffungskosten, Fixkosten für Abonnement privater HD-Sender | Anschaffungskosten, Fixkosten für Abonnement von Kabelempfang sowie zusätzliche Kosten für Abonnement privater HD-Sender |
4. FAQ
Warum wird DVB-T abgeschaltet?
DVB-T wird abgeschaltet, da der Gesetzgeber das in Deutschland genutzte Frequenzspektrum umstrukturieren möchte, und mehr Bandbreite für das Mobilfunknetz zur Verfügung stehen soll. Die neue DVB-T2-Technologie ermöglicht es, Fernsehen in HD-Qualität zu senden, und ist gleichzeitig so komprimiert, dass ehemals belegte Frequenzbereiche für andere Medien genutzt werden können. Mit der Umstellung auf DVB-T2 lässt sich nur noch öffentlich-rechtliches Fernsehen frei Empfangen. Private Sender stellen Ihr Programm gegen eine jährlich zu entrichtende Gebühr zur Verfügung.
Kann ich meinen HD Receiver an einen Röhrenfernseher anschließen?
Grundsätzlich lässt sich ein HD Receiver auch an einen Röhrenfernseher anschließen, sofern beide Geräte über einen SCART-Anschluss verfügen. Die meisten Röhrenfernseher sind mit einer solchen Schnittstelle ausgestatt, jedoch nicht alle HD Receiver. Achten Sie beim Kauf des Geräts auf einen entsprechenden Anschluss auf der Rückseite. Berücksichtigen Sie auch, dass das Bild auf einem Röhrenfernseher nicht in HD-, sondern lediglich in SD-Qualität ausgegeben werden kann. Daher können Sie zwar alle Programme Ihres HD Receivers empfangen, aber nicht in HD-Qualität ansehen.
Ich habe mit meinem HD Receiver eine Sendung aufgenommen. Warum kann ich die Werbung nicht vorspulen?
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, mithilfe eines Receivers auf eine Festplatte aufgenommene Sendungen vor- und zurückzuspulen. Einige Sender blockieren diese Funktion jedoch bei ihren Programmen. Während sich die Abspielgeschwindigkeit der Sendung selbst per Fernbedienung verlangsamen oder beschleunigen lässt, steht bei Sendern, die genannte Blockier-Technologie anwenden, diese Funktion während eines Werbeblocks nicht zur Verfügung.







































