
Ratgeber Sat-Schüsseln
Neben DVB-T, Kabel- und Internet-TV ist Satellitenfernsehen eine weitere mögliche Empfangsart. Wer Programme über DVB-S empfangen möchte, benötigt dazu allerdings eine Sat-Anlage. Diese besteht für gewöhnlich aus einer Satellitenschüssel, einem LNB-Modul sowie einem Receiver. Wir verraten Ihnen, was Sie beim Kauf einer Sat-Schüssel beachten müssen und klären Sie über rechtliche Aspekte auf.
1. Satellitenschüsseln
Rundfunkstationen senden ihre Programme an Satelliten, die 35.000 Kilometer von der Erde entfernt auf der geostationären Umlaufbahn kreisen. Mit einer Sat-Antenne können Sie Radio- und Fernsehsender von diesen Satelliten empfangen und auf Ihren Fernseher übertragen.
Fernsehen über DVB-S weist gegenüber anderen Empfangsarten einige Vorteile auf: Auf lange Sicht ist eine Sat-Anlage deutlich günstiger als Kabel oder DVB-T, da nur einmalige Anschaffungskosten anfallen. Zudem können mehrere hundert Sender empfangen werden – je nach Standort auch aus anderen Ländern.
Öffentlich-rechtliche Sender lassen sich kostenfrei auch in HD empfangen. Wer jedoch auch die privaten Sender in hoher Qualität genießen möchte, benötigt dafür ein zusätzliches und kostenpflichtiges Modul.
Sat-Antenne (Parabolschüssel)
Hauptbestandteil einer Sat-Anlage ist die Schüssel. Diese wird mit einer Halterung auf dem Dach, an einer Wand oder am Balkon befestigt und mit Blick auf den Satelliten ausgerichtet. Die Sat-Schüssel kann sowohl für den Empfang eines einzelnen als auch für mehrere Satelliten gleichzeitig eingesetzt werden.
Die klassisch runde Antenne wird auch als Parabolschüssel bezeichnet.
- Konkave (=nach innen gewölbte) Form
- Empfohlener Durchmesser: ab 80 cm*
- Aus witterungsbeständigen und korrosionsgeschützten Materialien wie Metall (Aluminium) gefertigt
- Feedhalter und -aufnahme für das LNB
*Generell gilt: Je größer die Sat-Antenne, desto besser der Empfang. In manchen Regionen kann eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern bereits ausreichend sein. Jedoch empfehlen wir für den mitteleuropäischen Raum eine Sat-Antenne mit mindestens 80 Zentimetern Durchmesser, da so eine Reserve bei schlechtem Wetter gegeben ist. Auch wer die Signale mehrerer Satelliten gleichzeitig empfangen möchte, sollte sich für eine möglichst große Schüssel entscheiden.
Sat-Finder
Ein Sat-Finder ist ein Gerät, mit dem die Position des Satelliten ermittelt und die Schüssel daraufhin optimal platziert werden kann. Mittlerweile ist es auch möglich, die Antenne mit Hilfe einer App auf dem Smartphone auszurichten.
Sat-Anlagen Set
Bei der Erstanschaffung sollten Sie darauf achten, dass neben der Satellitenschüssel ebenfalls ein LNB-Modul und gegebenenfalls auch der Sat-Receiver enthalten sind. Alternativ dazu können Sie die anderen Komponenten einer Sat-Anlage auch separat erwerben. In unserem LNB-Ratgeber erfahren Sie, was Sie bei der Anschaffung des Moduls beachten müssen.

Panelantennen
Eine Panelantenne ist die Alternative zu einer herkömmlichen Parabolschüssel. Sie ist flach, weist ein geringes Gewicht auf und wird in der Regel an der Hauswand befestigt. Die Installation einer Panelantenne ist dann empfehlenswert, wenn der vorhandene Platz für eine Parabolschüssel zu klein ist oder eine große Antenne nicht versteckt installiert werden kann. Der Empfangsbaustein LNB ist in der Regel bereits verbaut.
2. Befestigung einer Sat-Schüssel
Satellitenspiegel werden in der Regel auf dem Balkon, an der Hauswand oder auf dem Dach montiert. Die Antenne muss dabei freie Sicht zum Satelliten haben – Zweige, Bäume oder Mauern könnten den Kontakt stören. Dabei sollte die Ausrichtung in einem 33 Grad Winkel nach Süden erfolgen.
Prinzipiell können Sie die Satellitenschüssel auf zwei verschiedene Arten befestigen:
- Mittels Bohren in die Fassade und zugehöriger Halterung.
- Antennenständer, der frei platziert wird.
Verschiedene Montageorte
Hauswand
Die Befestigung an der Fassade ist in der Regel die beste Vorgehensweise. Schnee und Eis lassen sich so im Winter problemlos entfernen und Sie können die Satellitenschüssel bei Störungen schnell erreichen. Es empfiehlt sich, die Sat-Antenne zum Schutz vor Wettereinflüssen unter einem Dachvorsprung anzubringen.
Balkon(-geländer)
In Mietwohnungen ist die Befestigung am Balkongeländer mittels einer Halterung empfohlen. Irreversibles Bohren ist in diesem Fall nicht notwendig und die Schüssel lässt sich jederzeit erreichen. Alternativ dazu können Sie die Sat-Schüssel auch hinter dem Geländer auf einem Ständer montieren.
Dach
Die Montage auf dem Dach, ist nur dann empfehlenswert, wenn es aufgrund starker Bebauung keinen anderen Ort gibt, an dem die Schüssel freie Sicht zum Satelliten hat. Allerdings ist die Befestigung nicht gefahrlos und sollte nach Möglichkeit von einem Fachmann durchgeführt werden. Außerdem ist die Sat-Antenne schlecht erreichbar.
Bereits bei der Ausrichtung können Sie überprüfen, wie ideal die gewählte Position bei schlechtem Wetter ist. Legen Sie ein feuchtes Tuch auf die Satellitenschüssel und schauen Sie, ob der Empfang weiterhin ungestört ist.
3. Rechtliche Aspekte in Mietwohnungen
Ein Mieter darf ohne die Zustimmung seines Vermieters keine Löcher in die Fassade bohren. Auch aus optischen Gründen kann er die sichtbare Anbringung einer Satellitenschüssel am Fensterbrett oder Balkongerüst verbieten. Die einzige Möglichkeit ist dann die verdeckte Befestigung – beispielsweise hinter der Brüstung oder im Inneren des Zimmers. Das Eigentum des Vermieters darf dabei nicht beschädigt werden.
Ausnahmeregelung
Weist der Mieter nach, dass ein besonderes Interesse am Empfang spezieller Sender besteht – beispielsweise der Heimatsender ausländischer Bewohnter – kann der Vermieter unter Umständen die Anbringung nicht verbieten. Steht kein anderer Ort zur Verfügung, darf in diesem Fall die Satellitenschüssel auch sichtbar an der Fassade montiert werden.

Falls Ihnen der Vermieter die Montage einer Satellitenschüssel grundsätzlich erlaubt, darf dieser auch bestimmen, wo sie angebracht werden soll. So kann er beispielsweise rechtlich auf die Dach-Befestigung bestehen.
Stimmt der Vermieter der Installation der Sat-Anlage unter der Voraussetzung zu, dass die Kosten für Anschaffung und Anbringung von Ihnen getragen werden müssen, sind Sie auch für den Rückbau nach Ihrem Auszug verantwortlich. Entscheiden Sie sich dafür, die Satellitenschüssel in Eigenregie anzubringen, sind Sie auch für Folgeschäden haftbar.
4. FAQ
Was sind die Vorteile von Sat-Empfang?
Eine Sat-Anlage ist eine einmalige Anschaffung, im Gegensatz zu Kabel - und terrestrischem Fernsehen sind nur dann monatliche Gebühren fällig, wenn Sie alle Sender in HD senden möchten. Außerdem lassen sich auf keinem anderen Empfangsweg mehr Programme ansehen als mit einer Satellitenschüssel. Neben nationalen Sendern sind viele Sat-Anlagen in der Lage, ausländische Programme zu empfangen.
Wie störanfällig sind Satellitenschüsseln?
Bei starkem Wind oder Schnee kann es durchaus passieren, dass die Sat-Anlage für einige Zeit ausfällt. Folgende Tipps können die Störanfälligkeit jedoch minimieren:
- Montieren Sie die Sat-Anlage unter einem Dachvorsprung, wo sie vor Schneefall geschützt ist.
- Der Ort der Anbringung sollte sich in greifbarer Nähe befinden, sodass Schnee und Eis schnell entfernt werden können.
- Generell gilt: Je größer die Satellitenschüssel, desto weniger anfällig ist sie für Wind. Wir empfehlen deshalb ein Modell mit einem Durchmesser von mindestens 80 Zentimetern.
- Achten Sie beim Kauf auf Qualität. Bei Parabolspiegeln aus Kunststoff bleibt beispielsweise Schnee schneller kleben als auf vergleichbaren Metall-Modellen.
Was muss ich beim Kauf einer Satellitenschüssel beachten?
Die ausgewählte Schüssel sollte mindestens einen Durchmesser von 80 Zentimetern besitzen, sodass Sie die Sender störungsfrei empfangen können. Wichtig ist auch das Material, aus dem die Antenne gefertigt ist: Halterung und Schüssel sollten robust sein, um auch Wind und Wetter dauerhaft standzuhalten. Wir empfehlen Sat-Antennen aus rostfreiem Aluminium.




































